#kinolog (198)

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Brügge sehen… und lieben!

Gestern Abend habe ich es endlich geschafft, mir Brügge sehen… und sterben? (im Original kurz, bündig und spoilerfrei: In Bruges) anzusehen. Obwohl der Film bereits seit elf Wochen läuft, war der Saal erstaunlich voll. Ja, wir haben es hier scheinbar mit einem Geheimtipp und Kritikerliebling zu tun – aber ist das auch gerechtfertigt? Hierum geht’s jedenfalls: Nachdem ein Auftrag in London nicht so gut gelaufen ist, werden die ungleichen, aber befreundeten Profikiller Ray (Colin Farrell) und Ken (Brendan Gleeson) von ihrem Boss in das belgische Touristenstädtchen Brügge geschickt. Hier sollen sie auf weitere Instruktionen warten. Während Ken die mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten bestaunt, langweilt sich der von Selbstzweifeln geplagte Ray zu Tode und ertränkt seine Langeweile im Pub – bis er die aus Brügge stammende Drogendealerin Chloé« kennenlernt. Doch dann bekommt Ken den Auftrag seinen frisch verliebten Kollegen zu erledigen…

In „Brügge sehen… und sterben?“ hat mich begeistert. Einen derart rabenschwarzen, komödiantischen, tragischen Gangster-Film bekommt man schließlich nicht alle Tage zu sehen! Lob gebührt vor allem den Darstellern, die hier durch die Bank zu überzeugen wissen. Besonders der eigentlich schon abgeschriebene Alexander-Star Colin Farrell liefert hier meiner Meinung nach seine bis dato beste Leistung ab – als Forest Gump des Killergewerbe. Zwar beginnt In Bruges etwas zu ruhig, aber rückblickend ist auch das stimmig. Und der Humor? Und der Humor! Hier wird political correctness klein geschrieben (da wird ein Kleinwüchsiger, durchgehend als „Gnom“ bezeichnet, schon mal per Karateschlag niedergestreckt; und die Vietnamesen!) und die Figuren liefern sich Dialoge, wie es sie sonst nur bei Tarantino gibt. Jedoch wird’s nie zu viel oder anspruchslos. Die Eckpfeiler der Story bleiben Ehre und Loyalität, so dass das Geschehen durchaus glaubhaft bleibt.

Ja, mit „Brügge sehen… und sterben?“, seinem ersten Langfilm, hat Oscarpreisträger Martin McDonagh, der hier als Regisseur und Autor aufgetreten ist, einen tollen Film gemacht und sich – Verzeiht, ich lehne mich jetzt sowas von weit aus dem Fenster raus! – irgendwo zwischen Tarantino und den Coens positioniert. Leider noch nicht ganz so gut wie die erwähnten, aber – Erneut: Fensteralarm! – wenn sein nächster Film ein Pulp Fiction wird, dann ist In Bruges sein Reservoir Dogs.

Und jetzt fahr ich nach Brügge!

EMDb – Rating: 4/5

Nicht noch ein Geheimagentenfilm (?)

Obwohl die letzten beiden Filme mit Steve Carell eher enttäuschend waren, fand ich mich vorgestern Abend in Get Smart wieder. Eigentlich ist Carell ja schon ein lustiger Typ – geben wir ihm also eine letzte Chance fernab seiner Paraderolle als Bürochef. In Get Smart spielt Carell Max Smart, einen ambitionierten, aber inkompetenten Geheimagenten einer Geheimorganisation namens CONTROL, der gegen die Terroristen von KAOS kämpft.1 Unterstützt wird er dabei von seiner Kollegin Agent 99 (Anne Hathaway), die – das kennen wir schon seit Inspector Gadget – seine Tollpatschigkeit relativiert. Ihr gemeinsamer Kampf gegen KAOS endet schließlich mit einem Atom-Attentat auf den Präsidenten und L.A., das vereitelt werden muss.

Wer hier die 08/15-Agentenkomödie vermutet, hat nur zum Teil recht. Klar, viele Gags sind altbekannt, bereits im Trailer durchgekaut und viele auch einfach nur olle Rohrkrepierer ohne Daseinsberechtigung. Zudem ist der Film teilweise zu langatmig und versucht seine Komik durch die Zurschaustellung irgendwelcher – entschudligt den Ausdruck – Freaks zu erreichen. Kann man machen, muss man aber nicht gut finden. Was hingegen toll ist, ist dass Carells Figur sich ernst nimmt und nicht in die Peinlichkeiten eines Johnny English abdriftet. Und ja: manche (wenn auch wenige) Gags hatten es dermaßen in sich, dass mir das Pipi in die Augen schoss2. Hier sei vor allem der grandiose Auftritt vom König der Tragödie Bill Murray erwähnt.

Kurzum: hier wird mit der Gag-Schrotflinte ins Kinopublikum gefeuert, um es jedem einzelnen Recht zu machen. Das klappt natürlich nicht immer, aber eben manchmal. Und da Get Smart mich besser unterhalten hat als erwartet, konnte ich zufrieden das Kino verlassen.

EMDb – Rating: 2,5/5

  1. Es handelt sich hierbei übrigens um die Verfilmung der gleichnamigen US-TV-Serie aus den 60ern, auf die ich hier wegen meiner (und eurer!) Unkenntnis nicht weiter eingehe. []
  2. Ja, mit diesem Halbsatz habe ich mir sehenden Auges jegliche Chance verbaut irgendwann mal Filmkritiken auf professioneller Ebene zu veröffentlichen. Spätestens. []

Der unglaubliche CGI-Wüterich

Endlich habe auch ich es geschafft, mir The Incredible Hulk, das Psuedo-Sequel zu Ang Lees unsäglichem 2003er Hulk anzusehen. Glücklicherweise hat es das Kölner Cinedom doch noch geschafft, eine FSK16-Fassung aufzutreiben, so dass ich den grünen Wüterich in seiner ganzen Pracht zu sehen bekam. Dies wiederum begrüße ich sehr, da @The_McLee, der die 12er Version sah, mich darauf aufmerksam machte, wie schlecht hier gekürzt wurde. Aber zurück zur Pseudo-Sequel-haftigkeit: Der neue Hulk beginnt mit einem wirren Intro, das quasi die Vorgeschichte erzählt und auch im Film gibt’s einige Flashbacks. Die beziehen sich zwar weniger auf Ang Lees Hulk, sondern vielmehr auf die – eh allseits bekannte – Vorgeschichte. Der eigentliche Film beginnt dann in den Slums von Rio, in die sich Bruce Banner vor der US-Regierung geflüchtet hat. Diese spürt ihn aber schlussendlich doch auf und so kommt eins zum anderen, Bruce wird böse, flüchtet und kehrt schließlich in die USA zurück, um Heilung und seine alte, große Liebe zu finden…

So weit, so bekannt. Erwartungsgemäß bietet die Story keine große Unbekannte. Stattdessen ist’s der altbekannte Kampf Bruce Banner gegen seinen inneren Hulk und gegen die US-Regierung, was aber auch nicht weiter schlimm ist. Besonders toll (wie so oft bei Marvel-Comicverfilmungen): Der selbstironische Bezug auf die Konventionen des Comics (z.B. möchte Bruce keine lila Stretch-Hose anziehen…) und die Zelebrierung der TV-Serie. Im Showdown gibt’s als Schmankerl noch ne Prise Cloverfield.

Punktabzug gibt’s hingegen für’s Cast: Während Edward Norton gerade noch als Bruce Banner durchgeht, fehlt es jeder einzelnen Figur an Tiefgang. Sowohl Bösewicht Tim Roth, William Hurt als General und Liv Tyler als Betty werden höchstens am Rande skizziert. Der General dürfte sogar als Abziehbild des platten Gegenspielers herhalten. Doch neben den schwachen Figuren stößt vor allem der in meinen Augen nur unterdurchschnittlich animierte Hulk auf. Zwar wird unser CGI-Held im Verlauf des Films hübscher, aber gerade zu Beginn erschweren die Bilder dann doch die vermeintliche Authentizität. Verwunderlich, da Abomination durchweg gut aussieht.

Alles in allem ist der neue Hulk eine solide Comicverfilmung, die dem Stoff größtenteils gerecht wird. Von einer Fortsetzung der Fortsetzung, die jedoch eher als Neuanfang interpretiert werden sollte, würde ich mich jedenfalls ganz klar zu Kinokasse bitten lassen.

EMDb – Rating: 3/5

Antisuperheld

Pünktlich am Freitag habe ich mir das vermeintlich beste angesehen, was die Filmbranche diese Woche zu bieten hat: Hancock, „der neue Will Smith-Film“. Darum geht’s: Will Smith ist John Hancock, ein Superheld, der nicht weiß, wer er ist und wo er herkommt, weshalb er seine Zuflucht im Alkohol gefunden hat. Nicht gerade verwunderlich, dass er bei seinen „Missionen“ dementsprechend die halbe Stadt verwüstet und Passanten anpöbelt. Als er jedoch dem PR-Berater Ray das Leben rettet, revanchiert dieser sich, indem er Hancocks Image aufbessert: Entzug und Knastaufenthalt solange bis die Bevölkerung ihn wegen der steigenden Kriminalitätsrate vermissen wird. Nach seiner 180°-Drehung trägt Hancock ein Superhelden-gerechtes Outfit und rettet verlässig Menschenleben. Doch dann betritt ein weiterer Superheld die Bühne…

Zuallererst: wer jetzt vermutet, dass es sich bei der zweiten Figur mit Superkräften um einen Bösewicht handelt, den muss ich leider enttäuschen, denn in Hancock gibt es praktisch keinen Bösewicht. Hanock hat keinen Erzfeind (!) – für einen Superhelden-Film ein absolutes No-go. Der einzige Gegner ist ein Kleinganove, der ihn zufällig in einem schwachen Moment trifft, und beim zweiten Superhelden handelt es sich um einen alten Bekannten, der ihn über seine Herkunft aufklärt.1 Lang-wei-lig. Die paar Actionszenen, die der Film zu bieten hat, wurden alle schon im Trailer verbraten, so dass auch hier nicht wirklich Stimmung aufkommen kann. Einzig und allein die komödiantischen Elemente retten Hancock vor dem Totalausfall.

Wer also einen guten Superhelden-Film sehen will, muss sich anderweitig bedienen, und Action gibt’s auch keine. Wer einen „netten“ Antihelden erwartet, wird zwar nicht völlig enttäuscht, wünscht sich aber zu jeder Zeit Billy Bob Thorntons Bad Santa-Performance herbei. Was bleibt? Wenn ihr euch die ganzen 92 Minuten geben wollt, nicht viel. Wenn ihr nach 60 Minuten aus dem Kino rennt, könnt ihr einen schönen Abend haben.

EMDb – Rating: 1,5/5

  1. Für Kenner des Films liest sich das was komisch, aber ich wollte möglichst spoilerfrei bleiben. []

Wilde Ehe

Vor acht Tagen gab’s im hiesigen Sneak Preview den Film James Bond: Married Life zu sehen, von dem ich noch immer nicht weiß, wie ich ihn finden soll. Die Handlung ist jedenfalls in den 1940er Jahren angesiedelt und geht so: Harry, selbstständiger Ehemann im mittleren Alter, hat eine Affäre. Aus Angst vor der Reaktion seiner Ehefrau und um ihr die Schande einer Scheidung zu ersparen, plant er sie umzubringen und seine Affäre zu heiraten. Derweil hat jedoch sein bester Freund ein Auge auf die Affäre geworfen und kann sie schließlich auch für sich gewinnen. Schnell muss Harry seinen eigenen Mordplan vereiteln. So weit, so gut. Fragezeichen. Einem mir bis dato unbekannten Film namens „Married Life“ stehe ich – wer will es mir übel nehmen? – erst einmal kritisch gegenüber. Doch alsbald sollte ich zumindest zum Teil eines besseren belehrt werden: der Film hat seine Höhen, gute Dialoge, einige gute Twists. Andererseits muss er sich wohl dem Vorwurf der „verfilmten Langeweile“ beugen, da über weite Strecken praktisch nichts passiert. Dennoch das Thema ist an sich recht interessant („Do you know what really goes on in the mind of the person with whom you sleep?“, so die Tagline), aber am Ende des Tages reicht das doch nicht wirklich für eine Empfehlung.

Forgetting Kristen Bell

Judd Apatow, Produzent von genial-kranken Filmen wie Ricky Bobby, Superbad und Knocked Up, ist dieser Tage mit Forgetting Sarah Marshall (hier mit dem unsäglichen Titel „Nie wieder Sex mit der Ex“*) in den deutschen Lichtspielhäusern präsent. Es geht um nichts anderes als einen Typen, der von seiner Freundin (besagte Sarah Marshall, gespielt von der, von Heroes- und bald Fanboys-Fans heißgeliebten Kristen Bell) verlassen wird, sich in einen Urlaub des Vergessens flüchtet und dort, klar, auf die Verflossene samt neuem Macker trifft. Peinliche Szenen, von denen die ein oder andere dem Zuschauer aus seinem eigenen Ex-Liebesleben bekannt sein drüfte, sind vorprogrammiert. Wie schon in besagten anderen Filmen wird die (Mainstream-)Story mit feinsten popkulturellen Seitenhieben auf die restliche Medienwelt versehen, die das Herz eines jeden Nerds höher schlagen lassen (Bill Hader trägt bspw. ein „I see dead pixels“-Shirt). Und wie schon bei besagten anderen Filmen hatte ich eine Menge Spaß. Und wenn es euch „beim ersten Mal“ und an der Seite von McLovin ähnlich erging, dann werdet auch ihr es lieben Sarah Marshall zu hassen. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Kultfilm aus dem Umfeld der Apatow-Connection.

* „Ich hätte gerne zwei Mal nie wieder Sex mit der Ex, bitte!“

Update: Andi hat mich gerade in einem kleinen Fanboy-Freakout darauf aufmerksam gemacht, dass Kristen Bell natürlich Kristen und nicht Kirsten heißt. Zudem wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass Kirsten vor allem wegen Veronica Mars heißgeliebt wird. Ach ja, und Jason Segel!

Wie man in den Wald ruft…

Wenn M. Night Shyamalan einen neuen Film veröffentlicht, dann – das sollte mittlerweile auch im unerschlossensten Winkel der Erde jedermann wissen – erwartet den gemeinen Zuschauer eine Story with a twist. In The Happening sieht das (fast) nicht anders aus. Hier werden wir zwar schon in der Mitte des Geschichte mit der Nase auf diesen großartigen, bereichernden Twist hingewiesen, der aber genau das nicht ist: großartig und bereichernd. Stattdessen bekommen wir hier, Zitat McLee, „absolut unbedeutsame“ 1 ½ Stunden um die Ohren gehauen. Soll heißen: sieht man diesen Film nicht oder würde es ihn gar nicht geben, wäre – bis auf diesen Blogeintrag – praktisch nichts anders. Bedeutungslostigkeit – wahrscheinlich das schlimmste Urteil. Zudem: jeder, absolut jeder Schauspieler in diesem Film ist grottig (Marky Mark hat auch in The Happening nur einen Gesichtsausdruck…), die Charaktere sind dementsprechend – und auch wegen Shyamalans Story – unglaubhaft und lächerlich wie selten zuvor in einer 57 Millionen Dollar Produktion. Kauzige Nebencharaktere, hier allen voran Mrs. Jones, bleiben somit das höchste der Gefühle. Wer trotzdem nicht wiederstehen kann (wie ich, ich wollte ja nicht hören), sollte zumindest bis zum DVD-Release warten, sonst ärgert man sich womöglich noch über sieben in den Sand gesetzte Euro…

Der Film, der alles sein wollte

Gestern im Sneak Preview Doomsday gesehen – und sowas hab ich bisher außerhalb fragwürdiger Spoof-Movies noch nicht gesehen, denn Doomsday versucht alle erfolgreichen Genres und alle Kultfilme der letzten Jahre in sich zu vereinen. 28 Days later trifft die Klapperschlange trifft Mad Max trifft Herr der Ringe trifft Gladiator trifft I am Legend und wird versüßt mit ner Prise Kannibalismus und Splatter. Story-technisch kommt uns der ganze Spaß dementsprechend bekannt vor: In Schottland bricht ein tödlicher (Zombie-)Virus aus, weshalb Großbritannien das Land aufgibt, zehn Meter hohe Mauern drum errichtet und die Schotten sich selbst überlässt. Soweit so gut bis besagter Virus plötzlich in London auftaucht und man geheimen Satellitenfotos zufolge bemerkt, dass es wieder menschliches Leben auf Glasgows Straßen gibt. Grund genug ein Team (inklusive Ex-Schottin) ins heruntergekommene Schottland zu schicken, um vor Ort nach einem Impfstoff zu suchen. Auf die Hilfe der „Wilden“ vor Ort kann das Team indes nicht hoffen, denn diese vertreiben sich ihre Zeit lieber mit Kannibalismus und Ritterspielchen und sind vom eingetroffenen Besuch gar nicht begeistert.

Was nach einer gehörigen Portion Trash klingt, die Regisseur und Autor Neil Marshall betrunken auf eine Serviette gekritzelt hat, ist genau das: Trash auf einer Serviette. Aber die Erfahrung zeigt ja, dass das nicht unbedingt was schlechtes sein muss: Schließlich gibt’s hier explodierende Häschen, geröstete Soldaten, Axtkämpfe, wilde Verfolgungsjagden und eine weibliche Snake Plissken in Form der Protagonistin. Doch während andere Trash-Produktionen á la Planet Terror oder Ebola Syndrome einfach ihr Ding durchziehen und Kultstatus erreichen, wirkt Doomsday viel zu bemüht und will es jedem Recht machen. Doch so einfach lässt sich das Trash-Feuilleton nicht beeindrucken – ansehen wird es sich Doomsday aber trotzdem…

PS: Wer mit der beschriebenen Art von Film so rein gar nichts anfangen kann, sollte um Doomsday natürlich einen weiten Bogen machen. Oder sich währenddessen betrinken.

Golden Girls

Ja, erwischt: Am Donnerstag hat die Freundin mich eingepackt und ist zwecks Sex and the City ins Kino gestürmt. Carrie Bradshaw (Sarah Jessica Parker), die allseits bekannte Protagonisten, erklärt bereits zu Anfang, worum es in der Kinofilm-Adaption der gleichnamigen TV-Serie geht: Liebe und Labels. Und dieses Versprechen, diese Drohung hält der Film ein: Schnulze par excellence trifft gigantische Modenschau. Zudem wird das Feeling der TV-Serie1 wunderbar in einen full feature film übertragen, so dass alles, was die Serie beliebt und erfolgreich gemacht hat auch im Kinodebüt wiederzufinden ist – zumindest hatte ich mit meinen begrenzten Kenntnissen diesen Eindruck. Aus Fangirl-Sicht ist dieser Film also ein voller Erfolg und, Zitat Limpi, „super“. Nun ja. Aus einer rein männlichen Perspektive2 kann man dem Film – vorsichtig ausgedrückt – nicht ganz so viel abgewinnen und sollte demnach – Überraschung! – auf einen Kinobesuch ohne weibliche Begleitung verzichten.

  1. Ja, ich muss zugeben, dass ich schon etwas mit der Serie vertraut bin, was aber auch nicht auszuschließen ist, wenn man mit der Vorsitzenden des Sex and the City-Fanclubs verbandelt ist. (Dafür musste sie auch Star Wars lieben lernen…) []
  2. Die Betrachtungsweise eines Kinofilms ist geschlechtsunabhängig immer eine männliche, so der Grundtenor der (feministischen) Filmforschung. Interessant wäre es jetzt natürlich herauszuarbeiten, inwieweit dies auch auf SatC zutrifft. Okay, für Regie und Produktion waren zwar größtenteils auch Männer verantwortlich, aber ein Film, der derart auf Frauen und Frauen-Klischees zugeschnitten ist, könnte filmwissenschaftliche Theorien schon ad absurdum führen. Vielleicht schreib ich ne Hausarbeit drüber… []

„Hast du mein Zeugnis gesehen?“

Heute ist The Eye, ein Remake des Hongkonger Horrorfilms Gin gwai aus dem Jahr 2002, in den deutschen Filmtheatern angelaufen. Ich durfte den Film bereits am Montag sehen. Wer jetzt aufschreit „Nicht noch eine US-Umsetzung eines asiatischen Horrorfilms!“, den kann ich nicht beruhigen, denn all seine Bedenken sind vollkommen gerechtfertigt. Vollständigkeits halber die Story: Blinde Frau sieht nach einer Augentransplantation tote Menschen. Punkt. Ja, kam mir auch irgendwie bekannt vor. Zum Vergelich: The Sixth Sense ist von 1999, Gin gwai von 2002 und The Eye von 2008. „Nein, eine gute Idee lässt sich nicht abnutzen“, muss der wahnwitzige Produzent gedacht haben. Unrecht hat er. Der Film ist Mist, das Ende gar noch schlechter. Doch Genre-Fans – hab ich mir sagen lassen – werden _eventuell_ auf ihre Kosten kommen.