Wilde Ehe

Vor acht Tagen gab’s im hiesigen Sneak Preview den Film James Bond: Married Life zu sehen, von dem ich noch immer nicht weiß, wie ich ihn finden soll. Die Handlung ist jedenfalls in den 1940er Jahren angesiedelt und geht so: Harry, selbstständiger Ehemann im mittleren Alter, hat eine Affäre. Aus Angst vor der Reaktion seiner Ehefrau und um ihr die Schande einer Scheidung zu ersparen, plant er sie umzubringen und seine Affäre zu heiraten. Derweil hat jedoch sein bester Freund ein Auge auf die Affäre geworfen und kann sie schließlich auch für sich gewinnen. Schnell muss Harry seinen eigenen Mordplan vereiteln. So weit, so gut. Fragezeichen. Einem mir bis dato unbekannten Film namens „Married Life“ stehe ich – wer will es mir übel nehmen? – erst einmal kritisch gegenüber. Doch alsbald sollte ich zumindest zum Teil eines besseren belehrt werden: der Film hat seine Höhen, gute Dialoge, einige gute Twists. Andererseits muss er sich wohl dem Vorwurf der „verfilmten Langeweile“ beugen, da über weite Strecken praktisch nichts passiert. Dennoch das Thema ist an sich recht interessant („Do you know what really goes on in the mind of the person with whom you sleep?“, so die Tagline), aber am Ende des Tages reicht das doch nicht wirklich für eine Empfehlung.

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