#kinolog

Solo: A Star Wars Story (2018)

Die Origin-Story von Everybody’s Favorite Smuggler taugt als solche nicht allzu viel und ist generell zu gewollt ins große Galaxie-Ganze eingebunden. Dazwischen steckt aber ein solides Star-Wars-Abenteuer, das das bisher ausschließlich in »Rogue One« genutzte Potential des Franchise-Univerums offenbart. Keineswegs überragend, aber besser als die letzten Vertreter der Skywalker-Trilogie, so dass ich endlich wieder mit Han & Chewie versöhnt bin und derem nächsten Buddy Movie mehr entgegenfiebere als whatever Rey & Kylo so tun. Rating: 3/51

  1. Funfact: Dies ist der 3000. Blogeintrag auf dieser kleinen, feinen Internetpräsenz.

Tomb Raider (2018)

Beste Leinwand-Lara ever. Gute Origin-Story, die nach einem grandiosen Auftakt allerdings zunehmend an Witz verliert. Der Bechdel-Test wird nicht bestanden, aber die tolle Alicia Vikander spielt dennoch eine starke, gleichberechtigte Frauenfigur. Rating: 3/5

The Shape of Water (2017)

Das für 13 (!) Oscars nominierte Fantasy-Märchen von Guillermo del Toro, in dem sich die Putzfrau einer geheimen 60er-Jahre-Forschungsstation in einen dort gefangenen Fischmann verliebt. Sicherlich das, worauf del Toros Karriere stets hinauslief, aber: What the fuck is wrong with you people?

Wir haben hier hauchdünne Figuren, die in ihrer Einfachheit kaum zu unterbieten sind1, einfallslos besetzt wurden2, alibihaft divers konstruiert sind3 oder zutiefst unglaubwürdig agieren4. Eine Romanze die das Wort nicht verdient, wirkt sie doch so als hätte sie ein pubertierender Junge erdacht.5 Und schließlich einen Konflikt zwischen Geheimdiensten, der für die Handlung vollkommen irrelevant ist.

Um für mehr als ein Dutzend Academy Awards nominiert zu werden, reicht es zudem anscheinend aus, seinen Film mit einer Vielzahl von unnötigen, weil absolut unbedeutsamen Referenzen auf’s Kino und Classical Hollywood zu spicken. Eine Prise Gesellschaftskritik und fertig ist der Best Picture-Nominee. Ich kann das alles beim besten Willen nicht verstehen. Ja, der Film ist solide gemacht, das war’s dann aber auch. Rating: 1/5

  1. TIL: Frauen, die in der Badewanne masturbieren, sind offen für speziesübergreifende Liebschaften mit Wasserlebewesen.
  2. Michael Shannon, der einzige Hoffnungsschimmer in dieser grotesken Horror-Hommage, darf 1:1 seine Paraderolle aus »Boardwalk Empire« aufleben lassen – ein Hoch auf die einfallsreiche Casting-Agentin!
  3. Der schwule Nachbar, der sich nach Zurückweisung durch einen heterosexuellen Mann gezwungen sieht, seine zuvor getroffene, kategorisch ausgeschlossene Entscheidung keine Straftat zu begehen, zu revidieren.
  4. Der Wissenschaftler, der seiner Staatszugehörigkeit trotzt und eine folgenschwere Entscheidung für die Wissenschaft trifft, opfert im Moment des Sieges doch alles.
  5. Eier. Das Geheimnis sind Eier.

Three Billboards outside Ebbing, Missouri (2017)

Der neue, für sieben Oscars nominierte Film von Martin McDonaghIn Bruges«, »Seven Psychopaths«). Vordergründig geht es um den brutalen Mord an einer Jugendlichen und wie deren Mutter das Versagen der örtlichen Polizei mit den titelgebenden Billboards öffentlich anprangert. Tatsächlich geht es aber viel­mehr um den Einblick in die fiktive Kleinstadt Ebbing und wie die Bewohner mit dieser Ausnahmesituation umgehen.

McDonagh-typisch geht es dabei mitunter sehr derbe zur Sache. Und gerade bei dem Wechsel zwischen diesen komischen und all den tragischen Momenten, in denen sich kurz zuvor verhasste Figuren tolerieren, helfen, zu Menschen werden, trifft »Three Billboards« auf hervorragende Weise stets den richtigen Ton. So gutes Schauspiel1, so gut inszeniert. Alles richtig gemacht, Highscore. Rating: 5/5

  1. Allen voran Frances McDormand und Sam Rockwell. McDormand spielt damit bereits in dreien meiner All-Time Favorites mit: »Fargo«, »Moonrise Kingdom« und ja neuerdings auch »Three Billboards outside Ebbing, Missouri«.

Mord im Orient-Express (2017)

Ich muss zugeben, dass ich weder die Buchvorlage von 1934, noch die Verfilmungen von 1974 oder eine der nachfolgenden kenne, und daher nicht beurteilen kann, inwieweit das neueste Remake den Vorgängern gerecht wird.

An sich fand ich den Orient-Express im Vergleich zu seinem Staraufgebot, aber eher underwhelming. Die Dialoge waren nett, aber nach der ersten Hälfte verlor der Film seinen Witz und damit auch mich. Stattdessen sehen wir die Auflösung eines Kriminalfalls, den der Zuschauer niemals hätte lösen können, fehlt ihm doch das fiktionale Vorwissen, dass die Figuren hier haben und erst zum Ende der 114 Minuten offenbaren. Rating: 2/5

Geostorm (2017)

Meine Frau und ich haben ein Guilty Pleasure: Katastrophenfilme. Und zwar die seichte Sorte von Katastrophenfilm, die gerade noch so viele Hollywood-Dollars zugesteckt bekommen hat, um vom Direct-to-DVD-Stigma verschont zu bleiben.

»Geostorm« ist der neueste Vertreter dieser Zunft und steht den Days after Tomorrow und San Andreasen in nichts nach. Nur dass der Klimawandel hier die Erde schon fast zerstört hat, was man mit einem globalen Wetter­satelliten­netz aber noch in der Griff bekommen hat. Doch – oh no! – wird eben diese Technik jetzt von konspirativen Kräften als Waffe eingesetzt. Klar, dass nur Erfinder des Systems und Part-Time-Badass Gerard Butler Tag und Planeten retten kann.

Captain Obvious war dabei besonders fleißig, hält »Geostorm« dank offensichtlicher Besetzung und „beiläufig“ erwähnter Plot Points genau gar keine Überraschungen betreit. Ordentliche Effekte und Kinder-Voiceover runden das platte, aber überraschend amüsante Erlebnis ab. Prädikat: Schreck- und herrlich zugleich. Rating: 3/5

Blade Runner 2049 (2017)

Wenn Art Direction, Score und World Building das sind, was einen Film alleine ausmacht, würde hier die volle Punktzahl stehen.

Leider gehört jedoch noch ein bisschen mehr dazu und dahingehend fand ich den Film eher enttäuschend. Chosen One mit Kafka-Referenz? Geschenkt. Die Handlung ist komplett irrelevant und scheinbar nur auf ein Wiedersehen mit Harrison Ford ausgelegt.1 Das Schlimmste (für Science Fiction): Es gibt hier keine Botschaft. Während das Original essentielle Fragen aufwirft2, vermittelt uns »Blade Runner 2049« was genau? Dass Spike Jonzes »Her« ein ziemlich guter Film ist. Und nur weil wir sehen, wie Schnee auf die Hand eines zweifelnden Protagonisten fällt, ist das noch lange kein Tiefgang.

Dennoch: Meckern auf ästhetisch so hohem Niveau, dass sich ein Kinobesuch dennoch lohnen kann.3 Rating: 2.5/5

  1. Mr. Ford, please stop destroying my childhood!
  2. Was macht einen Menschen zum Menschen? Sind Maschinen, die wie Menschen fühlen, nicht auch Menschen?
  3. Es sei denn, ihr habt ein kräftiges 4K-Heimkino-Setup. Dann könnt ihr auch getrost noch etwas warten.