#kinolog (198)

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Tropisches Donnerwetter

Selbstredend bin ich ein großer Fan von Ben Stiller, Jack Black und, klar, Robert Downey Jr.. Ich habe Zoolander geliebt, verehre Tenacious D und denke, dass Downey Jr. die coolste Sau auf dem Planeten ist. Dementsprechend erfreut war ich, als ich hörte, dass die drei im Rahmen einer Komödie unter Stillers Regie zusammengefunden haben. Und daher wiederum trugen mich meine Füße am Release-Donnerstag ins hiesige Lichtspielhaus, um mit einer nicht zu knappen Erwartungshaltung Tropic Thunder zu begutachten…

Tropic Thunder ist ein Film im Film. Besagte Schauspieler spielen nämlich Schauspieler, die in dem Vietnam-Action-Epos Tropic Thunder mitspielen. Doch gestalten sich die Dreharbeiten mit den Stars schwieriger als gedacht. Die Tage vom einstigen Actionstar Tugg Speedman (Stiller) scheinen gezählt, die Eddy-Murphy-Fatsuit-Parodie, der Komödiant Jeff Portnoy (Black), hat ein Drogenproblem und Oscarpreisträger Kirk Lazarus (Downey Jr.), der sich extra für die Rolle in einen Schwarzen umpigmentieren ließ, verliert sich in seiner Rolle. Auf Druck des cholerischen Produzenten (Tom Cruise) entschließt sich der Regisseur dazu, die Dreharbeiten weg vom Set in den echten Dschungel zu verlegen. Dort befinden sich die Stars jedoch inmitten der vietnamesischen Drogenmafia und die Gefahr wird real.

Bevor der eigentliche Film allerdings beginnt, bekommt der Kinozuschauer Faketrailer á la Grindhouse zu sehen, in denen die Paraderollen der fiktiven Tropic-Thunder-Stars vorgestellt werden. Allein hierfür würde sich der Gang ins Kino bereits lohnen, doch keine Angst: auch der Film selbst hat mir gut gefallen. Während die erste Hälfte schlichtweg überragend ist und zum Unterhaltsamsten gehört, was man in diesem Kinojahr bisher zu sehen bekommen hat, bleibt die zweite Hälfte, der Main-Plot, nur gut. Zwar verbirgt sich dahinter auch ein guter Actionfilm, aber Timing & Witz der ersten Hälfte sind hinterher irgendwie verloren gegangen. Generell wäre da noch viel mehr politisch unkorrektes Potential drin gewesen, doch hat man sich hier zugunsten des Mainstream in Verzicht geübt. Schade.

Und dann war da noch was, von dem ich nie gedacht hätte, dass es möglich ist: Tom Cruise, der im fiesen Fatsuit den fiesen Produzenten mimt, ist angenehm uneitel und zutiefst unterhaltsam. Während Jim Carreys Karriere unter Stillers Regie fast zerstört worden wäre, ja, dann hat der neue Stiller-Film die Karriere vom fiesen Cruise vielleicht auch nicht gerettet, ihn aber zumindest in ein besseres Licht gerückt. Wer hätte sowas erwartet?

EMDb – Rating: 4/5

WALL-E and EVE in Love

Durch all die Reinfälle, die uns im hiesigen Sneak Preview in all den Jahren schon vorgesetzt wurden, glaubte ich ja selbst nicht mehr dran: Ein Film vom Kaliber eines WALL-E in der Sneak? Never! Doch, als ich den Vorfilm Presto sah, wusste ich, dass man mich heute eines besseren belehren würde. Ich habe also schon den neuen, in der englischsprachigen Presse so hochgejubelten Pixar-Film gesehen. WALL-E ist bekanntermaßen der Name des kleinen Roboters, der die Erde aufräumen muss, die von den Menschen total zugemüllt wurde. Für ein paar Jahre haben sich die Übeltäter daher auf Raumschiffe ins All gerettet. Was eigentlich als fünfjähriger Kurztrip geplant war, dauert nun schon 700 Jahre und eigentlich ist keine Besserung in Sicht, denn WALL-E ist der letzte seiner Art. Und das ist ganz schön viel Müll für so nen kleinen Roboter.

Doch alle paar Jahre schickt das von Robotern gesteuerte Menschen-Raumschiff ein paar Sonden auf die Erde, um zu überprüfen, ob sich die Situation gebessert hat und es wieder pflanzliches Leben auf dem ehemals blauen Planeten gibt. Eine dieser Sonden ist EVE und sie landet genau in WALL-Es Nachbarschaft, der direkt ein Auge auf sie geworfen hat. Wie’s weitergeht soll an dieser Stelle nicht verraten werden…

Denn der Film hat – was zumindest ich nicht wusste, da ich Spoiler-Reviews bisher vermieden hab – noch mehr als WALL-Es und EVEs Romanze auf der Erde zu bieten. Ja, im Verlauf des Films wird klar, dass Pixar hier einen neuen E.T. für eine neue Generation geschaffen hat. WALL-E ist lustig und spannend, traurig und schön. Und das sage ich als jemand, der nicht jedes Jahr dem Pixar-Hype erliegt. Ansehen!

EMDb – Rating: 4,5/5

Der Webstuhl des Schicksal

Und dann war da noch Wanted. Bereits vor einer Woche gesehen, da ich aber im Moment ganz gut ausgelastet bin (dazu später mehr), hab ich meine überraschende Meinung bisher noch nicht in Worte gefasst, was ich hiermit erledigen möchte. Man kommt ja einfach zu nichts mehr! Und früher war auch alles besser! Gerade letzteres dachte ich mir, als ich zum ersten Mal den Trailer zu Wanted sah: Frühe® waren Actionfilme besser. „Ein Film über’s Um-die-Ecke-schießen? Hallo? Geht’s noch?“ Trotz meiner Verachtung für die Story ließ ich mich auf das Spektakel ein und wurde … doch irgendwie überrascht.

Die Story ist absoluter Bullshit. Weber und Killer haben eine Geheimorganisation gegründet, die Mordaufträge von einem riesigen Webstuhl, dem so genannten „Webstuhl des Schicksal“ (yeah!), bekommt und Webstuhl-Killer zeichnen sich dadruch aus, dass sie im Zick-Zack ballern können (doppelyeah!). Man kann wahrlich fühlen wie überzeugt die Produzenten von diesen Ideen gewesen sein müssen. „Yeah, machen wir!“ Und es wird erstmal nicht besser: Der Hauptdarsteller sieht aus wie eine 1,80m-Pussy und Angelina Jolie noch mehr als sonst wie eine billige Crackhure (trippleyeah! und vierfachyeah!). Und trotzdem war da was…

Zum Beispiel ein paar Actionszenen. Ich bin halt einfach anfällig dafür, wenn ein kompletter Zug von einer Talbrücke runterstürzt oder wenn jemand hinter dem Leichnam eines erledigten Gegners Deckung sucht und dabei durch dessen Kopf schießt. Bei sowas werde ich schwach. Und dann war da noch die erste halbe Stunde des Films, in der der Protagonist erklärt wie unzufrieden er mit seinem Leben ist. In den besten Momenten tatsächlich Erinnerungen an Fight Club. Und genau diese paar Hochs haben den Film dann doch noch irgendwie gerettet. Im Vergleich zur Genrereferenz Shoot ‚em up wirkt Wanted jedoch geradezu lächerlich – auch weil er sich zu ernst nimmt.

EMDb – Rating: 2/5

Fassen wir also nochmal zusammen: Wer dieser Tage einen guten Endzeitfilm sehen will, guckt statt Babylon A.D. lieber Children of Men und wer Actionkost vom feinsten möchte, nimmt Shoot ‚em up statt Wanted. It’s obviously the Clive Owen-time of the year!

Endzeit-Diesel

Babylon A.D. ist wahrlich ein komisches Stück Film. 20th Century Fox, die Produktionsfirma hinter dem Film, lässt Regisseur Mathieu Kassovitz nicht den kreativen Freiraum, den er für seine Arbeit benötigt und versucht stattdessen mit Babylon A.D. endlich auch einen Sommer-Blockbuster á la Dark Knight und Iron Man abzuliefern – also nur aus rein finanzieller Sicht. Kassovitz ist dementsprechend verärgert und macht seinem Unmut Luft, indem er bereits vor dem Kinostart verrät, dass man von Babylon A.D. nur „pure violence and stupidity“ erwarten kann, das ganze überhaupt nicht seiner Vorstellung gerecht wird und stattdessen in Teilen eher an eine schlechte Folge von 24 erinnert (siehe hier). Solch harte Töne hört man selten. Doch in Anbetracht dieser Umstände lässt sich immerhin darüber hinwegsehen, dass man hier in bester Boll-Manier einen Vin Diesel eingespannt hat…

Herr Diesel spielt also den Auftragskiller Toorop, der in einer vom Krieg zerstören nahen Zukunft den Auftrag bekommt, eine junge Frau in die USA zu bringen, die letzte Bastion von Friede und Freiheit. Das Problem, dass Toorop ein gesuchter Terrorist in den USA ist, entpuppt sich schnell als nebensächlich, denn das Mädel hat irgendwelche Kräfte, weshalb auch noch ein Haufen anderer Typen hinter ihr her sind.

Ja, das liest sich lahm und ist’s im Endeffekt auch: Typ Killer bestreitet mit Frau (jung, blond) gefährlichen Abenteuertrip. Kennt man irgendwoher. Und auch wenn die Parallelen zu Children of Men mehr als offensichtlich sind, kann Babylon A.D. nie an dessen Status heranreichen. Dabei gibt sich Babylon tatsächlich Mühe: der Endzeit-Stil des heruntergekommenen Ost-Europas überzeugt (endlich mal weg von der Insel), es gibt eine Handvoll wirklich cooler Gadgets und dazu noch einen sehenswerten Gastauftritt Gérard Depardieu. Alles wirklich toll, doch leider nicht genug: die Logik bleibt größenteils auf der Strecke, Toorop, der gern ein bisschen mehr wie die Klapperschlange wäre, ist der profilloseste Endzeit-Checker seit langem und schließlich kann man sich nicht zwischen Trash und Arthouse entscheiden. Kurzum: Babylon A.D. würde gern in der Bundesliga spielen, bleibt aber bemüht in der Kreisklasse stecken. Dabei hätte es doch für Rugby gereicht…

EMDb – Rating: 1,5/5

Flutsch und weg

Bereits vor einer Woche habe ich in der Sneak Grace is Gone serviert bekommen. Seitdem drücke ich mich vor dieser Rezension. Ursprünglich hatte ich nämlich die befürchtende Hoffnung einen stupiden Action-Streifen á la „Hey, wir haben keinerlei gute Ideen mehr, lasst uns einen Film übers um die Ecke schießen machen“, namentlich Wanted, zu sehen. Statt kurzweiliger Berieselung gab’s aber schwere Drama-Kost. Es geht nämlich darum, dass die (dem Zuschauer unbekannte) Grace, Mutter, Ehefrau und Soldatin, nicht mehr aus dem Irak zurückgekehrt. Ihr Mann Stanley Philipps (John Cusack) ist von der Todesnachricht restlos überfordert und flüchtet sich in Ablenkung: er schnappt sich seine zwei Töchter, klärt sie nicht über den Tod ihrer Mutter auf und begibt sich stattdessen kurzerhand auf einen Trip in einen ein paar Tage entfernten Vergnügungspark mit ihnen. Dabei kommt’s natürlich zu allerhand Vater-Tochter-Gesprächen, Selbstzweifeln und so ziemlich allem, was das sentimentale Film-Repertoire hergibt.

Nun gibt es anscheinend zwei populäre Meinungen zum Film: entweder man hält es wie die Sundance-Jury und mein geschätzter Bloggerkollege vom Equilibrium Blog und ist von Grace is Gone, der Musik, den Bildern und dem Spiel von Cusack begeistert oder man hält es wie der andere Teil der Kritiker und meine Wenigkeit und erkennt in Grace is Gone gutmütig nicht mehr als Durchschnitt. Die alte Floskel, dass sich „hier noch jemand Zeit für die Bilder nimmt“, ist bei Grace is Gone ausnahmsweise mal gut gemeinte Tatsache: wird uns doch zuletzt durch die ruhigen Bilder, die endlosen Autofahrten und die Ruhe, die der Film ausstrahlt, die Tristesse der amerikanischen (Unter-)Mittelschicht, die Ratlosigkeit des überforderten Vaters und vielleicht sogar die Sinnlosigkeit von Graces Tod vermittelt. Doch Clint Eastwoods Musik? Belanglos. John Cusacks schauspielerische Leistung? Nicht der Rede wert. Und auch wenn ich der Handlung eine gewisse, vielleicht sogar wichtige Relevanz nicht absprechen möchte, so wirklich überzeugt haben mich die 85 Minuten nicht.

EMDb – Rating: 1,5/5

PS: Sorry für den geschmacklosen Titel, aber ich fand, dass er sowohl die Handlung als auch das Rezeptionserlebnis schön wiederspiegelt.

Christopher Nolan’s Batman

Endlich, endlich, endlich habe ich The Dark Knight gesehen. Und jetzt, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, kann ich meine Meinung dazu niederschreiben. Denn – einige von euch haben es vielleicht gemerkt… – dieser Film wurde von mir hier so dermaßen gefeatured, dass der ganze Laden schon nach Fanboy-Ausverkauf roch. „eayz.net ist doch diese Batman-Fanseite, oder?“ Ja, leugnen ist zwecklos: als ich das erste Bewegtbild (vom Joker) sah, war ich vollends dem Hype verfallen. Trotzdem befürchtete ich, dass meine, nach Lektüre zahlreicher ach, wahrscheinlich aller Dark-Knight-Reviews out there, himmelhoch angestiegenen Erwartungen nur enttäuscht werden konnten. Aber die Fanboy-Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…

Und, oh Freude, sie starb nicht: The Dark Knight ist der großartige Batman-Film den ich mir erhofft (und schon immer gewünscht) habe. Alles stimmt. Es gibt eine spannende Handlung, einen Batman wie er im (Comic-)Buche steht, Insider-Gags für die Comicleser und – wie eh schon jeder weiß – den interessantesten, psychopathischsten, besten Gegner dem der dunkle Ritter jemals gegenüber stand. Heath Ledger ist großartig. Er verabschiedet sich vom (tollen!) Overacting eines Jack Nicholson und interpretiert den Joker so wie ihn die Comics der Prä-Tim-Burton-Ära gezeigt haben: als psychopathischen, Anarchie liebenden Killer. Dabei schafft er es scheinbar mit Links einen der abgedrehtesten und beeindruckendsten Kriminellen zu kreieren, den das Kino der letzten Jahrzehnte hervor gebracht hat.

Ja, Heath Ledger ist der Joker.

Womit wir beim einzigen Problem des Films angelangt wären: Ledgers Joker ist der Star der Films. Alle anderen Figuren sind nur Zierde, alle Szenen ohne ihn nur notwendiges Übel. Gerade Christian Bale steigert sich in seiner Batman-Performance zwar noch mal um ein Vielfaches im Vergleich zu Batman Begins, kommt aber letztendlich nicht gegen Ledger an.

Man könnte es auch so sehen: Heath Ledger hat den Joker mit in sein Grab genommen. Eine bessere Interpretationen des Psycho-Clowns ist kaum mehr möglich.

EMDb – Rating: 5/5

Lass knacken!

Man kommt ja zu nichts mehr. Nur: exzessives Feiern mit Italienern, exzessives Arbeiten für Italiener und exzessives Kümmern um erkrankte Familienmitglieder. Da bleiben Film-Reviews schon mal auf der Strecke, sorry. Trotzdem möchte ich euch heute ganz vorbildlich mitteilen, wie mir Leg dich nicht mit Zohan an letzte Woche gefallen hat. Und ja, ich rede hier bewusst von „Leg dich nicht mit Zohan an“ anstatt „You Don’t Mess with the Zohan“, weil der von mir gesichteten synchronisierten Fassung wohl viel Wortwitz abhanden kommt. Die Autoren haben nämlich eine Vielzahl von hebräisch-englischen Neologismen erdacht, die wohl im Deutschen nicht so zünden bzw. gar nicht möglich sind. Nichtsdestotrotz kann ich schon verraten, dass man sich auch um unsere Synchronfassung bemüht hat.

Zur Story: Der israelische Top-Anti-Terror-Kämpfer Zohan (Adam Sandler) täuscht in seinem letzten Einsatz seinen eigenen Tod vor, um in New York unbemerkt ein neues Leben zu beginnen und endlich seiner heimlichen Leidenschaft dem Haare schneiden nachzukommen. Zohan, der erstaunt feststellt, dass Juden und Araber hier friedlich Tür an Tür leben, ist alles andere als ein konventioneller Frisör – um seine ältere, weibliche Kundschaft kümmert er sich schon mal mit vollstem Körpereinsatz. Klar, dass sein Tun nicht unbemerkt bleibt und schon bald sind ein paar Amateur-Terroristen hinter ihm her.

Obwohl uns die Handlung inmitten des Nahostkonflikts versetzt, was ich durchaus sehr begrüßenswert finde, bleibt sie doch eigentlich nur Grundgerüst für Gags. Das alles hätte auch einem Franzosen in Ostberlin oder einem Iren im Vatikan passieren können. Obwohl – oder gerade weil – das Niveau der Witze Sandler-typisch irgendwo zwischen Bauchnabel und Kniekehle angesiedelt ist und auch hier von der Gag-Schrotflinte Gebrauch gemacht wird, hat man genug zu lachen. Am Ende des Tages ist’s vielleicht nicht mehr als ein Mashup von Borat und Hot Shots, versehen mit ner Packung Adam Sandler und ner Prise Judd Apatow, aber eurem einfältigen Eay hat’s ganz gut gefallen.

EMDb – Rating: 3/5

Worst Star Wars ever!

Zuallererst und unschwer erkennbar: ich liebe Star Wars – so wie ein Junge ein paar Filme lieben kann. Ich mag sogar die neue Trilogie wenngleich meine große Liebe immer noch die klassische ist. Ja, ich habe unterdurchschnittliche Spiele gespielt, sehr öde Comics gelesen und sogar die 2003er Klonkriege in meinem Besitz überführt. Und wenn irgendwo ein Lichtschwert auftaucht, bin ich Feuer und Flamme. Weil: Star Wars. Nicht weiter verwunderlich also, dass ich mir eben auch Star Wars: The Clone Wars blauäugig in der Vorpremiere gegeben habe.

Doch der Bogen ist überspannt: The Clone Wars ist ein unsägliches Stück Scheiße von einem Film. Damit daran kein Zweifel bleibt, lässt der Film nichts unversucht. Bereits zu Beginn wird uns ein Clone Wars-Logo um die Augen gehauen, wir hören das verzerrte Main Theme und ein Off-Erzähler (!) erklärt uns im Schnelldurchlauf den Stand der Dinge. Die nächsten 98 Minuten bekommen wir (erneut) fiese Computeranimation auf dem Niveau eines miesen 90er-Jahre-Technovideos, zutiefst platte Witze, einen nervigen neuen Padawan und Dialoge präsentiert, für die der Autor in der Hölle schmoren wird. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, versaut man schließlich noch das, was den Krieg der Sterne so unverwechselbar machte: die Musik. Statt auf das füllige Repertoire an grandiosen Melodien zurückzugreifen, verwendet man unpassende Orient- und Rockklänge. Zur belanglosen „Count Doku tut so als hätten die Jedis Jabbas Sohn entführt“-Pseudo-Story möchte ich gar nichts sagen, da ich daran schon 98 Minuten meines Lebens verschwendet habe.

Nein, Freunde, das hat nichts mehr mit Star Wars zu tun… Traurig, aber wahr.

EMDb – Rating: 0,5/5

Narnia 2

Wie schon im letzten Jahr hat’s mich auch dieses Mal ins Passauer Multiplex getrieben. Nach dem preislichen Totalausfall von 2007 (8 Euro für ne Mittagsvorstellung) haben wir diesmal auf unseren inneren Sparfuchs gehört und uns zur Betrachtung der Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia den Hartz-IV-freundlichen Kinotag auserkoren. Aber: der Fuchs unter den Lesern weiß jedoch, dass Eay – bis auf eine Ausnahme – kein Freund von Fantasy-Filmen jeder Art ist und sich Narnia 2 vor allem auf Wunsch seiner Freundin angesehen hat. Wie ist also sein Urteil über Prinz Kaspian ausgefallen? Wird er es zerschmettern? Oder mochte er es gar? Und warum schreibt er von sich in der dritten Person? Fragen über Fragen…

Deren simple Antwort heißt: weder noch. Denn man muss ganz einfach bedenken, um was für eine Art Fantasy-Romanverfilmung es sich hier handelt: ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei den Narnia-Verfilmungen um ziemlich desaströse Buchverfilmung handelt (Film 1 behandelt Buch 2, Film 2 hingegen Buch 4, da die Kinder-Protagonisten nur hier mitspielen), sind die Filme vor allem das wirtschaftliche Disney-Gegenstück zu Warners Fantasy-Monopol, bestehend aus Harry Potter und Herr der Ringe. Insoweit ist es nicht weiter verwunderlich, dass man sich an den offensichtlichen Vorbildern der Konkurrenz orientiert: Narnia wird düsterer, die Schlachten werden epischer. Das gefällt. Und dass das alles technisch solide umgesetzt ist, ist heutzutage und bei einem Budget von 200 Millionen Dollar klar.

Aber, hach, die Story… Man versucht hier eine für Kleinkinder, Heran- und Erwachsene interessante Geschichte zu erzählen, die neben der Botschaft von christlich-konservativen Werten auch noch dem Disney-Familien-Mainstream-Publikum zu gefallen versucht. Nicht verwunderlich, dass diese Standpunktlosigkeit das ganze irgendwo im Sand verlaufen lässt. Fantasy-Fans, Harry Potter-Leser und (größere) Kinder werden zwar eine gute Zeit mit Prinz Kaspian haben, nur war’s das dann aber auch.

Doch Obacht: wenn man vom selbstauferlegten Erziehungsauftrag der beteiligten Walden Media erfährt (vgl. diesen Zeit-Artikel), überlegt man sich drei Mal ob man die Kleinen nach Narnia schickt. Könnte man sein Gehalt ja quasi direkt für Scientology, Familie Bush und andere Grusel-Fraktionen spenden…

EMDb – Rating: 1,5/5