Review-Rundumschlag #3 (Teil 2)

Und weiter geht’s mit dem dritten Review-Rundumschlag, der ganz – wir erinnern uns – im Zeichen von Filmen stand, die meine Erwartungen nicht erfüllten.

Zack and Miri make a Porno

… womit wir bei Zack and Miri make a Porno wären, Kevin Smiths Version einer Romatic Comedy und ergo des Fanboys Hoffnung auf eine Popkultivierung des Genres. Der Titel des bereits Mitte 2008 in den USA erschienenen Films (dafür ein lautes „Was soll der Scheiß?“ an den Verleih) klang jedenfalls sehr vielversprechend und offenbarte bereits die Story: Zack und Miri, zusammenwohenende Schulfreunde Mitte / Ende Zwanzig und von chronischem Geldmangel geplagt, entschließen sich angesichts ihrer wasser- und stromlosen Wohnung dazu, ins Pornobusiness einzusteigen. Neben ein paar anderen „Amateuren“, sollen auch sie beide eine gemeinsame Szene drehen. Klar, das ihre Gefühle füreinander das Vorhaben nicht unbedingt erleichtern…

Steigen wir einfach mal direkt ein: hätte ich noch nie was von Kevin Smith gehört und keinen seiner Filme gesehen, ich hätte nach Zack & Miri keinerlei Bedarf mehr, dies nachzuholen und würde Herrn Smith in meine „Uninteressant“-Schublade stecken und wohl nie wieder rausholen. Nun kenne ich seine Filme aber, liebe Clerks, Dogma und natürlich die Figuren Jay & Silent Bob, und bin dementsprechend maßlos enttäuscht. Hier herrscht lange Zeit Lachflaute und die erhoffte Revolution des Genres passiert auch nicht. Für letzteres kann der Film zwar wenig, aber in Zeiten von Apatow & Co. sollte man sich lieber zwei Mal überlegen, ob ein derart unspektakulärer Liebesstreifen so betitelt, besetzt und vermarktet werden sollte wie hier geschehen. Denn ganz klar: Zack and Miri make a Porno gibt sich bitterböse und versaut, bietet im Endeffekt aber nur durchschnittlichen Blümchensex, wie ihn die Filmografie von Kevin Smith sicher nicht gebraucht hätte.

EMDb – Rating: 2/5

Public Enemies

Und dann war da noch Public Enemies von Michael Mann, in dem Johnny Depp den Gangster John Dillinger mimt, der zusammen mit seiner Bande in den 1930er Jahren das US-Justizsystem vorführte und nebenbei der Geburtsstunde des FBI beiwohnen durfte. Tatsächlich ist dieser auf den wahren Begebenheiten basierende 140-Minuten-Film aber ein mal mehr die typische Geschichte zweier Männer, deren Lebenswege aufeinander treffen und dabei zielgerade auf die Katastrophe zusteuern. (Und wer dieser erliegt, entnehmen wir ganz einfach – und oh, wie langweilig – den Geschichtsbüchern…)

Während Johnny Depp dabei wie immer glänzt, kann zur Abwechslung auch mal Christian Bale mit seiner an Arbeitsverweigerung grenzenden Ausdrucksstärke punkten, denn zu der Figur des Dillinger jagenden FBI-Beamten passt sie diesmal tatsächlich. Und das ist auch das einzige was bei Public Enemies passt. Denn ansonsten ist der Film oberflächlich, seine Szenen und Einstellungen sind austauschbar und alles wirkt – weil irgendwer irgendwann mal gesagt hat, dass es so sein muss – wie eine bloße Aneinanderreihung von historischen Fakten. Da kommt kein „Feeling“ auf und für diese offensichtliche Diskrepanz zwischen Regiestuhl und Kinosessel sorgt hier meines Erachtens die Form selbst: Mann setzt nämlich in großen Teilen auf den Einsatz der (verwackelten) Handkamera, mit dem Ziel den Rezipienten mitten ins Geschehen zu versetzen. Das Gegenteil ist hier aber der Fall, denke ich: der Film sieht billig aus, ganz als würde man einer brasilianischen Tele Novela folgen. Ein in den 30ern angesiedeltes Gangsterepos stelle ich mir aber allein schon äußerlich ganz anders vor…

EMDb – Rating: 1,5/5

Und, liebe Leserinnen und Leser, was lernen wir aus dieser Geschichte von drei verheißungsvollen, aber enttäuschenden Filmen und einem überraschend guten Außenseiter? Dass die Marketingmaschinerie funktioniert. Oder unsere Erwartungen bei großen Namen zu groß sind. (Womit wir dann bei Inglourious Basterds wären…)

Nervige Safari

Nachdem ich Safari 3 für Windows schon längst getestet habe (und mittlerweile ist’s wirklich okay), wollte ich’s eben aufm Mac installieren. Aber nichts: Safari startet nicht mehr nach der Installation. Hat ein kluger Leser eine Ahnung warum? Liegt’s vielleicht an den Addons Saft oder Safari Plus? Hilfe!

The Berlin Invasion

Wir sind mittlerweile aus unserer Hauptstadt zurückgekehrt. Wir haben das übrliche Touriprogramm durchgehauen und vor Ort im Kino den besten Film aller Zeiten gesehen und haben mein Auto mit frisch geklauften, polnischen Bauteilen bestückt. Außerdem sind wir wie wild clubgetourt (hier ein herzliches Dankeschön an alle Anwesenden!) und ich war durchgehend total ausgeschlafen und nüchtern. Des weiteren haben wir gelegentlich in der Zusammenfassung unseres Kurztrips gelogen und konnten beobachten wie positiv eayzlies das Berliner Stadtbild beeinflussen können.

Brandenburger Tor Reichstag Russisches Denkmal eayzlies feat. Scientology

Als Berlin-Touris mussten wir natürlich auch Knut beäugen. Also waren wir im Berliner Zoo (doch Vorsicht!) und als wir dachten Knut gefunden zu haben, mussten wir traurigen Herzens feststellen, dass wir nicht Knut, sondern ein kleines Nilpferd bestaunten. Schließlich konnten wir ihn doch noch von weit weg sehen und umfärben, woraufhin wir ihn zu einem braunen Mutterbären gesteckt haben. Den Hauptbahnhof und das Mahnmal haben wir nun auch mal begutachten können, dort aber davon abgesehen eayzlies draufzukleben. Soviel dazu, jetzt geht’s weiter mit dem üblichen Programm.

Fingers of Rage

Woah, mein Steuerkreuzdaumen schmerzt – trotz etlicher Fifa-Sessions. Warum? Habe mich heute mal wieder in des Wiis Virtual Console umgesehen und Streets of Rage entdeckt. Ah, da kommen Urlaubs-/Spielautomaten-/Kindheits-Erinnerungen hoch. Direkt gekauft und vier Stunden gespielt. Mit allen Charakteren. Bevor ich zu Mr. X reinkomme, scheitere ich derzeit leider immer am zweiten Auftritt von Onihime & Yasha. Dieser Notstand wird gleich beseitigt. Der 10 jährige Eay hat’s ja schließlich auch geschaft, damals.

Und wenn’s dann durch ist, kommt direkt Streets of Rage 2 dran. Hach, ich liebe diese Konsole – auch wenn ich zur Zeit Zelda Zelda sein lasse und nur Oldschool-Titel spiele.

Update: Habe die Hoffnung auf Mr. X im ersten Teil aufgegeben. Gerade „Rage 2“ gespielt und hier Mr. X natürlich beim ersten Anlauf innerhalb 1 Stunde und 21 Minuten geplättet. Okay, ein Speedrun war das nicht, aber egal. Jetzt brauchen brauchen meine Daumen Pause – und dann geht’s nachher wieder ran an „Rage 1″…

PS: Sega, bitte ganz schnell Streets of Rage 3 auf die Wii bringen. Danke!

The Man Who Turned Paper Into Pixels

 
(Vimeo Direktlink)

Schönes Video-Essay von Adam Westbrook über Claude Shannon, den Begründer der Informationstheorie oder „the most important man you’ve probably never heard of“, wie es im Video heißt. Auf Westbrooks Video-Essay-Seite (yeah, that’s a thing now) Delve gibt es mit „The Long Game“ zudem noch ein sehr sehenswertes, zweiteiliges Video-Essay darüber, dass Erfolg schon mal etwas länger braucht, um sich einzustellen (Teil 1, Teil 2). Mehr davon!