Futsch2

Zum an die Wand scheißen. Irgendwie ist der Wurm drin. Sobald ich mich dazu aufraffen und erbarmen kann etwas zu bloggen, funktioniert die Scheiße hier nicht. Eben hat’s wieder nicht geklappt: El Jefe will auf ‚Zwischenspeichern‘ klicken, stürzt sich fuckin‘ Firefox ins digitale Nirwana. Wäre ich ein Blog-Neuling würde ich spätestens jetzt alles hinschmeißen…

Egal, ich versuch’s jetzt nochmal. Wenn’s wieder nicht hinhaut, dann … April April.

Nichts zu verbergen?

Amsterdam gilt seit jeher als Musterbeispiel gelungener Stadtplanung. Bereits 1851 begann die Stadt, systematisch Daten der Bevölkerung zu erheben, um optimal ihre Ressourcen zu verteilen. Fürs „Bevolkingsregister“ gaben die Einwohner bereitwillig Beziehungsstatus, Beruf und Religions­zugehörigkeit an. 1936 stieg man sogar auf die Datenerfassung mit einem hochmodernen Lochkartensystem um. 1939 aktualisierte eine Volkszählung das Stadtregister nochmals.

Im Mai 1940 rissen die einmarschierten deutschen Besatzer das Register an sich und ermittelten anhand dieses Datenschatzes in wenigen Tagen fast alle jüdischen Einwohner. Ein Großteil der rund 100 000 Amsterdamer Juden wurde ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Von einem Tag auf den anderen entschied ein Marker im Big-Data-Pool über Leben und Tod. Zuvor hatte 90 Jahre lang niemand etwas zu verbergen gehabt – schließlich diente die Erfassung ja dem Wohl aller.

15 Jahre

Heute vor 15 Jahren beschloss mein 17 jähriges Ich seine statischen Web­publikations­bemüh­ungen durch dieses damals in Fach­kreisen gehypte, ansonsten eher unbekannte oder allenfalls belächelte „Bloggen“ auszuweiten. Also wandte er sich von den bisher verwendeten Tripods und Geocities ab und schloss mit Omas volljähriger Absegnung einen Vertrag bei einem günstigen Hoster ab. Nach Anmeldung bei Blogger.com versorgte er den einen Monat später von einer aufstrebenden Suchmaschine aufge­kauften Dienst mit seinen frisch erstandenen FTP-Credentials, haute in die Tasten und schließlich auf „Publish“.

Seitdem ist viel passiert. Ich habe bereits beim 12 jährigen begonnen das einzuordnen:

Am 13.01.2003 gab es weder Facebook, noch Twitter. Der iPod war erst ein halbes Jahr alt, der iTunes Music Store noch nicht da. Das iPhone wäre pure Science Fiction gewesen. Gerhard Schröder war Bundeskanzler, Duke Nukem Forever noch sieben Jahre vom Release entfernt. Der dritte Golfkrieg stand noch bevor, ebenso wie Lothar Matthäus‘ dritte Ehe. Der zweite Harry Potter-Film lief gerade im Kino und Episode III war noch zwei Jahre entfernt.

Es ließe sich beliebig fortsetzen: Der Benzinpreis pro Liter Super lag bei 1,12 Euro. Der sieben Wochen die Charts dominierende „Steuersong“ wurde gerade von einem Song der ersten (!) DSDS-Staffel abgelöst (ich hab das gerade recherchiert: zuletzt lief Staffel 14). Die vorherrschende Konsole war die PS2, das meistverkaufte Spiel »Grand Theft Auto: Vice City«. Ich selbst war noch einen Monat von der Volljährigkeit und echten Autos entfernt und gerade ein halbes Jahr mit meiner Freundin zusammen (die ich wie das Bloggen behalten habe).

Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich 15 Jahre später immer noch bloggen würde, hätte ich das wahrscheinlich belächelt. Heute steht das außer Frage: Klar, werde ich auch in 15 Jahren noch dabei sein. Und ihr hoffentlich auch. Denn es gilt wie immer: Danke für’s Mitlesen! Und auf die nächsten 15!

*Publish*