Nicht noch ein Geheimagentenfilm (?)

Obwohl die letzten beiden Filme mit Steve Carell eher enttäuschend waren, fand ich mich vorgestern Abend in Get Smart wieder. Eigentlich ist Carell ja schon ein lustiger Typ – geben wir ihm also eine letzte Chance fernab seiner Paraderolle als Bürochef. In Get Smart spielt Carell Max Smart, einen ambitionierten, aber inkompetenten Geheimagenten einer Geheimorganisation namens CONTROL, der gegen die Terroristen von KAOS kämpft.1 Unterstützt wird er dabei von seiner Kollegin Agent 99 (Anne Hathaway), die – das kennen wir schon seit Inspector Gadget – seine Tollpatschigkeit relativiert. Ihr gemeinsamer Kampf gegen KAOS endet schließlich mit einem Atom-Attentat auf den Präsidenten und L.A., das vereitelt werden muss.

Wer hier die 08/15-Agentenkomödie vermutet, hat nur zum Teil recht. Klar, viele Gags sind altbekannt, bereits im Trailer durchgekaut und viele auch einfach nur olle Rohrkrepierer ohne Daseinsberechtigung. Zudem ist der Film teilweise zu langatmig und versucht seine Komik durch die Zurschaustellung irgendwelcher – entschudligt den Ausdruck – Freaks zu erreichen. Kann man machen, muss man aber nicht gut finden. Was hingegen toll ist, ist dass Carells Figur sich ernst nimmt und nicht in die Peinlichkeiten eines Johnny English abdriftet. Und ja: manche (wenn auch wenige) Gags hatten es dermaßen in sich, dass mir das Pipi in die Augen schoss2. Hier sei vor allem der grandiose Auftritt vom König der Tragödie Bill Murray erwähnt.

Kurzum: hier wird mit der Gag-Schrotflinte ins Kinopublikum gefeuert, um es jedem einzelnen Recht zu machen. Das klappt natürlich nicht immer, aber eben manchmal. Und da Get Smart mich besser unterhalten hat als erwartet, konnte ich zufrieden das Kino verlassen.

EMDb – Rating: 2,5/5

  1. Es handelt sich hierbei übrigens um die Verfilmung der gleichnamigen US-TV-Serie aus den 60ern, auf die ich hier wegen meiner (und eurer!) Unkenntnis nicht weiter eingehe. []
  2. Ja, mit diesem Halbsatz habe ich mir sehenden Auges jegliche Chance verbaut irgendwann mal Filmkritiken auf professioneller Ebene zu veröffentlichen. Spätestens. []

Macher der Minecraft-Doku stellen diese selbst bei The Pirate Bay ein

Ich habe zwar genau nichts mit Minecraft zu tun, es weder selbst gespielt, noch jemand anderem dabei zugesehen, aber die Doku »Minecraft: The Story of Mojang«, die diesen Samstag auf Xbox Live Premiere hatte und den Werdegang von notch und seinem Studio Mojang vom No-Name zum gefeierten Indie-Star begleitet, sah auch für mich nicht zuletzt wegen dem wirklich großartigen »Indie Game: The Movie« überaus interessant aus. Und wie schon bei »Indie Game: The Movie« wird der ebenfalls per Kickstarter vorfinanzierte Film für wenige Dollar DRM-frei zum Download angeboten.

Dennoch wird der Film früher oder später bei The Pirate Bay & Co. auftauchen, da braucht man sich nichts vorzumachen. Dass wissen auch die Produzenten von 2 Player Productions, weshalb sie »Minecraft: The Story of Mojang« kurzerhand selbst bei TPB eingestellt haben und dies u.a. folgendermaßen begründeten:

Greetings Pirate Bay!

This is 2 Player Productions here, and we hoped we could be the first to upload our new movie „Minecraft: The Story of Mojang“. We’ve never uploaded a torrent before so hopefully this isn’t all screwed up.

We wanted to come here first because we knew the movie would end up here eventually, and the best thing to do seemed to be opening a dialogue. Torrents and piracy are a way of life and it probably won’t be going anywhere anytime soon. There are many people that want to punish you for that, but we have a more realistic outlook on things.

We’ve been there. We’ve all needed to do it at some point. Maybe you don’t have the money. Maybe you want to try before you buy. Maybe you’re pissed at us for premiering the movie on Xbox Live. These are all fine reasons. But if you feel that piracy is, in Gabe Newell’s words, „a service problem,“ please consider that we are selling DRM free digital downloads that you can watch in whatever manner you please.

Sehr guter Schachzug, der den Herren hoffentlich einiges mehr an Geld und Sympathien einbringen wird. Denn im Kommentarbereich bei The Pirate Bay ist man sich bereits einig: „try before you buy“ ist gut und jetzt wird die Doku erst recht gekauft. Ich kann mir vorstellen, dass sich das für kleinere Produktionen mit ähnlich P2P-affiner Zielgruppe durchaus auszahlen könnte. (via Nerdcore)

Update, 21.11.2013: Der Film ist seit ein paar Tagen auch komplett & kostenlos auf YouTube verfügbar. (via Waxy.org Links)

Damit der Abend dann doch noch was produktives hatte (das FC-Spiel gegen Hertha konnte ich ja trotz Karte wegen körperlichen Verfalls nur auf der Couch verfolgen), habe ich Asides zum Blog hinzugefügt. In den letzten bloglosen Tagen und Wochen war mir irgendwie nach einer einer Textform kleiner als ein Blogpost und größer als ein Status-Update/Tweet (“Middling”). Versuchen wir’s also mal damit. Das dazugehörige, noch sehr leere Archiv findet sich hier.

„Renewing Medium’s focus“

Medium entlässt ein Drittel seiner Mitarbeiter und schließt seine Büros in Washington und New York. Laut CEO Ev Williams will man weg vom klassischen Werbegeschäft und neue Erlösmodelle und Wege finden. Für die Content­lieferanten… äh, Autoren… versteht sich.

So, we are shifting our resources and attention to defining a new model for writers and creators to be rewarded, based on the value they’re creating for people. And toward building a transformational product for curious humans who want to get smarter about the world every day.

Wie das genau aussehen soll, weiß man aber wohl noch nicht:

It is too soon to say exactly what this will look like.

Würde ich auf der Plattform veröffentlichen, wäre ich spätestens jetzt beunruhigt.

Die Zauberkiste des J.J. Abrams

18 unterhaltsame Minuten mit J.J. Abrams, dem Regisseur, Produzenten und Schreiber von Erfolgsproduktionen wie Mission: Impossible 3, Lost und Cloverfield (ich bin ja schon sowas von gespannt), in denen er über seine Liebe zu Apple, über Effekte in Film und Fernsehen, großartige, unbeachtete Szenen in Steven Spielbergs Filmen, Stirb langsam und Tom Cruises Nase redet. Aufgenommen wurde das ganze bei der alljährlichen Konferenz TED (Technology Entertainment Design) in Kalifornien im März 2007. Das Video könnt ihr euch hier auf der Webseite von TED ansehen und runterladen – oder direkt hier auf eayz, falls ihr es nicht ertragen könnt, eure Lieblingswebseite zu verlassen. (via)

 
(YouTube Direktlink)