Nichts zu verbergen?

Amsterdam gilt seit jeher als Musterbeispiel gelungener Stadtplanung. Bereits 1851 begann die Stadt, systematisch Daten der Bevölkerung zu erheben, um optimal ihre Ressourcen zu verteilen. Fürs „Bevolkingsregister“ gaben die Einwohner bereitwillig Beziehungsstatus, Beruf und Religions­zugehörigkeit an. 1936 stieg man sogar auf die Datenerfassung mit einem hochmodernen Lochkartensystem um. 1939 aktualisierte eine Volkszählung das Stadtregister nochmals.

Im Mai 1940 rissen die einmarschierten deutschen Besatzer das Register an sich und ermittelten anhand dieses Datenschatzes in wenigen Tagen fast alle jüdischen Einwohner. Ein Großteil der rund 100 000 Amsterdamer Juden wurde ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Von einem Tag auf den anderen entschied ein Marker im Big-Data-Pool über Leben und Tod. Zuvor hatte 90 Jahre lang niemand etwas zu verbergen gehabt – schließlich diente die Erfassung ja dem Wohl aller.

Kontakt-Tagebuch als kostenlose iOS-App

Ich habe Yonks hier schon das ein oder andere Mal als Möglichkeit angeführt, um ein eigenes kleines Kontakttagebuch zu führen, wie es von Christian Drosten & Co. schon seit längerem empfohlen wird und dieser Tage nochmal wichtiger wird.1

Diese kostenlose iOS-App von Stefan Trauth macht das Ganze aber noch besser, wurde sie doch eigens zum Zweck des Kontakt­nach­verfolgens entwickelt. So werden Dauer, Abstände, Ort (drinnen/draußen), das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und beteiligte Personen abgefragt. Alles direkt exportierbar, sollte der Fall der Fälle eintreten – und euer Gesundheitsamt noch nicht überlastet sein.

Klare Empfehlung für die nächsten Wochen und Monate. Und – es ist wieder soweit – bleibt gesund! (via Carsten)

  1. Für die Historiker und Schüler, die das später mal im Unterricht durchnehmen: Aktuell liegt die Inzidenzzahl im Rhein-Erft-Kreis, in dem sich mein Home Office befindet, bei 102,0. In Köln, wo sich mein Office befindet, sogar bei 177,7. Tendenz hier wie da steigend. []

Winamp Skin Museum

Jordan Eldredge, der uns bereits Winamp2.js a.k.a. Webamp, eine HTML5+JavaScript-Reimplementiering von der Windows-Musik-Software Winamp gebracht hat, hat mit dem Winamp Skin Museum nun ein interaktives Verzeichnis nachgelegt, mit dem sich rund 65.000 Winamp-Skins, die im Internet Archive archiviert sind, durchsuchen und direkt in Webamp testen lassen.

Related: Auf dem Mac gab es damals mit Audion, einen ähnlich anpassbaren MP3-Player von Panic. Die haben die Geschichte ihrer Musik-Software, die sogar mal von Apple gekauft werden wollte, in ihrem hörenswerten Podcast aufgearbeitet und im Rahmen dessen auch deren Skins (die hier „Faces“ heißen) ebenfalls für’s Web aufgearbeitet.

Billionaires won Corona

Jeff Bezos, founder and chief executive of Amazon, has decided to give you a bonus. In fact, he has decided to give every single employee of Amazon — some 876,000 people — a one-time pandemic bonus. A $105,000 bonus. Serious money. The kind of money that, if invested over a couple of decades, would give you a real retirement nest egg.

The crazy thing? The money he is giving you — it’s merely the extra wealth he gained during the pandemic, wealth that you built. After he has paid out those $92 billion in bonuses, he will still be comfortably off. In fact, as rich as he was before coronatime.

Of course, Bezos isn’t going to do this.

How to Grow Your Blog

Matt Birchler, der einen lesenswerten, englischsprachigen Personal/Tech-Blog führt und mit A Better Computer einen tollen, kleinen YouTube-Channel voller App-Tipps betreibt, hat das leidige Thema des „erfolgreichen Bloggens“ sympathisch zusammengefasst:

So if you want your site to grow, write. Post things. Post anything. Get creative. Take risks. Get weird.

Have fun making the content. If you’re having fun, your audience will notice.