#smart phones stupid people

Entwickler hat Bitcoins im Wert von 220 Millionen US-Dollar – und kennt das Passwort zum entschlüsseln nicht mehr

The password will let him unlock a small hard drive, known as an IronKey, which contains the private keys to a digital wallet that holds 7,002 Bitcoin. […]

The problem is that Mr. Thomas years ago lost the paper where he wrote down the password for his IronKey, which gives users 10 guesses before it seizes up and encrypts its contents forever.

Er hat noch zwei Versuche.

Schätzungen gehen derweil davon aus, dass rund 20 Prozent aller Bitcoins wegen verlorener Passwörter nicht mehr genutzt werden können. (via @foodfindr)

Ich habe derweil am Freitag – pünktlich zum Allzeithoch – meine wenigen Bruchstücke an Cryptocurrencies gewinnbringend verkauft. 😎

Bad UX may destroy the world

Am Samstagmorgen herrschte bekanntlich und verständlicherweise Panik auf Hawaii, nachdem die Menschen fälschlicherweise die folgende Notfall­benachrichtigung auf ihre Smartphones geschickt bekamen:

Der ansonsten ach so Twitter-freudige Präsident golfte zu diesem Zeitpunkt und wusste sehr schnell, dass es sich um ein Fehlalarm handelte, hielt es aber ausge­rechnet diesmal nicht für nötig zum Handy zu greifen. Erst 38 Minuten später gab es Ent­warnung von offizieller Seite. Alsbald war der Schuldige laut dem Leiter der Hawaii Emergency Management Agency ausgemacht:

It’s a human error. There is a screen that says: „Are you sure you want to do this?“ That’s already in place. We had one person, human error, and that thing was pushed anyway.

Später führte die Washington Post das etwas weiter aus:

Around 8:05 a.m., the Hawaii emergency employee initiated the internal test, according to a timeline released by the state. From a drop-down menu on a computer program, he saw two options: “Test missile alert” and “Missile alert.” He was supposed to choose the former; as much of the world now knows, he chose the latter, an initiation of a real-life missile alert.

Es lag also an einem spärlich beschrifteten Dropdown mit anschließender Confirm-Message, das falsch bedient wurde. So etwa wie dieses hier:

Was Frontend-Entwickler und UX-Designer schon lange wissen, scheint bei den Verantwortlichen von kritischer Infrastruktur noch nicht angekommen zu sein:

  • Dropdowns, per se doof, sind nicht das geeignete Bedienelement, um derart wichtige Entscheidungen zu treffen. Weder bei Bestellformularen, noch bei Raketenalarm­applikationen. Man sieht seine Auswahl/-möglichkeiten schlicht schlecht.
  • Confirm-Messages werden, nachdem sie jahrzehntelang für jede kleinste und unsinnigste Aktion missbraucht wurden (danke, Microsoft), von uns allen so beiläufig bestätigt und ignoriert, dass sie im kritischen Kontext eigentlich keinen Sinn mehr haben und höchstens noch mit Zusatzaufwand funktionieren („Um das Löschen zu bestätigen, bitte LÖSCHEN in das folgende Feld eingeben.“).

In Hawaiis Emergency-App scheint das alles nicht beachtet worden zu sein. Wenn wir davon ausgehen, dass noch weitaus mehr Applikationen zur Steuerung von kritischer Infrastruktur ähnliche Mängel aufweisen, dann sind wir wahrscheinlich doch nicht so weit von der totalen Zerstörung des Planeten entfernt, wie uns der Nuklear-Code-Koffer glauben machen will/soll.

Update, 16.01.:
Christoph schreibt in den Kommentaren: „Es wurde ein Screenshot vom Interface getwittert, und es ist tatsächlich noch schlimmer als gedacht: twitter.com/CivilBeat/…“ – Stimmt. 😳

The Facebook comment that ruined a life

Ein 18 jähriger Junge aus den USA verfasst auf Facebook einen blöden, unbedachten Amoklauf-Kommentar, der als Smartphone-Screenshot (?!) die kanadische Polizei erreicht, die den dann an die US-amerikanischen Behörden weitergibt, die den vermeintlichen Amokläufer einbuchten, seine Kaution unverhältnismäßig hoch ansetzen und ihn für 10 Jahre wegsperren wollen.

Im Verlauf des Artikels wird deutlich, dass es sich einfach um einen von typischen Teenie-Problemen geplagten Kerl handelt, der einen geschmacklosen Witz gemacht hat und sich jetzt sexuellen Übergriffen im Knast ausgesetzt sieht. Das man weiterhin eine derart harte Linie fährt und ihm lediglich anbietet, ihn bei einem Geständnis Straferlass zu gewähren, deutet darauf hin, dass man wohl eine saftige Gegenklage befürchtet, wenn man ihn nun gehen lässt.

Kino ruft FBI Homeland Security um Google-Glass-Nutzer wegen Piraterie zu verhaften

Am Wochenende in Ohio passiert. Glass war ausgeschaltet. „Immerhin“ hat er vier Freikarten bekommen.

Update, 22.01.2014: In einem Update des Artikels wurde nun klargestellt, dass es sich nicht um FBI-Ermittler sondern Männer des Department of Homeland Security handelt, die den armen Kerl dreieinhalb Stunden lang verhört haben. Was mittlerweile auch von offizieller Seite bestätigt wurde.