Review-Rundumschlag #3 (Teil 1)

Dieser Tage habe ich ja bedingt durch mein Streetart-Praktikum eher weniger Zeit ausführliche Filmrezensionen in die Tasten zu zimmern, weshalb ich im folgenden einmal mehr ein paar Filme etwas verkürzt abhandeln möchte. Und auch wenn es sich dabei um äußerst unterschiedliche Filme handelt, haben sie doch alle etwas gemein: nie habe ich das bekommen, was ich eigentlich erwartete…

Brüno

Brüno ist das quasi-Sequel zu Sacha Baron Cohens Überraschungs- und Achtungserfolg Borat von 2006. Wie schon im Film um den schrulligen, antisemitischen Journalisten aus Kasachstan handelt es sich auch bei Brüno um eine Mockumentary, die geskriptete Szenen mit solchen mischt, in denen unbeteiligte Dritte mit der Kunstfigur Brüno interagieren und ergo vorgeführt werden. Brüno ist dabei stockschwul, politisch unbedarft und immer nur auf seinen eigenen Vorteil aus, so dass er ähnlich viel Angriffsfläche wie Borat bietet, der Film aber dennoch nicht annähernd so gut wird. Das liegt vor allem am Drehbuch. Die Story ist wie im Vorgänger nur wenig interessant, nimmt aber einen Großteil der Spielzeit ein. Das größte Manko dabei ist jedoch, dass geskriptete und (vermeintlich) reale Ereignisse ineinander übergehen, so dass beim Zuschauer nicht der „Das kann doch nicht deren Ernst sein“-, sondern der „Fake“-Gedanke einsetzt. Natürlich finden sich dennoch einige großartige Momentaufnahmen, insgesamt ist der Auftritt des österreichischen Modejournalisten aber eher schwach.

(Dennoch fand ich die Botschaft ganz nett und mich würde mal interessieren, wie die Schwulenszene Brüno denn aufgenommen hat, falls da jemand mehr weiß…)

EMDb – Rating: 2/5

Selbst ist die Braut

Meistens versucht Mann den einschlägigen Romantic Comedies ja aus dem Weg zu gehen. Die Titel sind meist ein guter Indikator für ein vorausschauend ausgesprochenes „Schatz, geh besser mal mit ner Freundin in den Film“, aber manchmal kommt Mann dennoch nicht drumherum und findet sich plötzlich mit ein paar Leidensgenossen und deren besseren Hälften zum Pärchenabend im Kinosaal wieder. Während die Damen der schon 1000 Mal gesehenen Romanze erliegen, klammert Mann sich verzweifelt an das vorsorglich bestellte Bier und zieht sich geistig zu seinem Happy Place zurück.

Und genau das habe ich auch bei Selbst ist die Braut erwartet (dessen Originaltitel „The Proposal“ natürlich ungleich besser ist, weil ‚proposal‘ sowohl Angebot als auch Heiratsantrag bedeutet). Es geht jedenfalls darum, dass die erfolgreiche und von ihren Mitarbeitern gehasste Lektorin Margaret (Sandra Bullock) als Kanadierin ohne Aufenthaltsgenehmigung des Landes verwiesen werden soll, weshalb sie kurzerhand ihren Jahre jüngeren Assistenten Andrew (Ryan Reynolds) nötigt, sie zu heiraten. Der Deal: sie darf in den USA bleiben und er wird selbst zum Lektor befördert. Wenn da nur nicht das bevorstehende Wochenende bei seinen Eltern und die Untersuchung der Einwanderungsbehörde wären…

Wenngleich die Ausgangssituation hier zwar eine willkommene Abwechslung darstellt, bleibt sie dem Schema F zu Konstruktionen einer romantischen Komödie treu, was hier aber nicht weiter stört, denn schließlich ist der Weg das Ziel. Und dieser ist hier mit allerlei witzigen Dialogen, Slapstick-Einlagen und vor allem der wunderbaren Hassliebe der Protagonisten gespickt, so dass nicht nur unsere Frauen ihren Spaß haben werden. Überraschend gut, hätte ich nicht nie gedacht!

EMDb – Rating: 3/5

Warum auch Kevin Smiths „Zack and Miri make a Porno“ und Michael Manns „Public Enemies“ nicht meine Erwartungen erfüllten, steht (morgen übermorgen jetzt) im zweiten Teil dieses Rundumschlags.

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5 Reaktionen

  1. Also bei Brüni stimme ich dir zu, wobei er mir doch etwas besser gefallen hat als dir. Aber dieser Film kann in keinem Vergleich zu Borat stehen :jaja:

    Bei Selbst ist die Braut muss ich dir aber widersprechen. Der hat mir leider nicht so gut gefallen und wird meine DVD-Sammlung eher nicht erweitern dürfen. Das liegt aber weniger an der Story (die ja eigentlich fast so wie immer ist) als an Sandra Bullock. Ich hätte mir einfach eine andere Hauptdarstellerin gewünscht. Dann wäre der Film schon auf meiner amazon-Wunschliste 😉

  2. Ja gut, aber es musste schon eine „ältere“ Darstellerin sein. Wer schwebt dir denn da – außer SJP – vor? 😉

  3. SJP hätte ich auch nicht gut gefunden. Mir schwebt da auch niemand bestimmtes vor. Ich mag Sandra Bullock einfach nicht so gerne.

  4. Cameron Diaz hätte ich vielleicht noch eingesehen, aber ansonsten fand ich Sandra Bullock schon ne ziemlich gute, wenn nicht sogar (für die nicht besonders tiefgehende) Figur die beste Wahl…

  5. Cameron Diaz finde ich aber von Grund auf sympathisch, sie hätte da für mich (!) nicht reingepasst.
    Aber ich denke, ich habe ja alles in meinem ersten Kommentar gesagt: den Film an sich finde ich gut, nur die Hauptdarstellerin gefällt mir nicht. Das ist wie bei „Zufällig verheiratet“. Da hat Uma Thurman die Hauptrolle gespielt (in einem Liebesfilm!). Wäre sie durch irgendeine nette Dame ausgetauscht worden (Jennifer Aniston, Cameron Diaz, Anne Hathaway, …) wäre der Film genau meins, aber mit Uma funktioniert sowas nicht. Über diese Tatsache kann nicht mal Colin Firth (ich erinnere Mal an die grandiose Leistung in den Bridget Jones Filmen) hinwegtäuschen. Ich schweife ab und bin müde. Also gute Nacht :jaja: 😀