Die quantifizierte Agentur Sid Lee

Die Agentur Sid Lee aus Paris hat sich das Internet der Dinge in ihre Büroräume geholt und quantifiziert so das Agenturleben. Zusammengefasst wird das alles in diesem tollen, interaktiven Dashboard, dem sich unter anderem entnehmen lässt, wieviele Devices gerade im Firmennetzwerk sind, wie viel Blatt Papier am Tag bedruckt wurden, wie viel Kaffee geflossen ist, welche Kicker-Mannschaft derzeit vorne liegt oder wie oft die Toilettenspülung getätigt wurde.

In diesem Video wird das alles in Aktion gezeigt. Technisch umgesetzt wurde es auf Basis eines Arduino mit 17 Sensoren und 39 Komponenten. Sehr coole Sache, die neben dem Gamification-Element sicherlich auch die eine oder andere neue Einsicht, z.B. beim Papierverbrauch, ermöglicht hat. (via Postscapes)

· am verlinkt 03.03.2015

Minimal Status Bar for Safari

Safari-Erweiterung, die die praktische kleine Statusbar vom Chrome in Apples Desktop-Browser nachrüstet. Gesehen bei Garrett Murrays neuem Weblog Useful Mac, das deswegen auch gleich in den Feedreader gewandet ist.

· am verlinkt 02.03.2015

Blogsoftware

Letzten Monat konnte ich mit diesem Blog zwölfjähriges Bestehen feiern. Heute vor genau acht Jahren erfolgte dann der Wechsel zu WordPress, das ich seitdem als treibende Kraft hinter diesen Zeilen verwende. Ein guter Anlass, um den zuvor da gewesenen, den Verblichenen, den Ex-CMSen mal die Ehre zu erweisen, dachte ich mir. Und das waren im Fall dieses Weblogs:

  • Blogger, das damals noch von Pyra Labs betrieben wurde, der ersten Firma des späteren Twitter- und Medium-Gründers Ev Williams, die dann von Google gekauft wurde. Den von mir damals verwendeten FTP-Support zur Verwendung von Blogger auf eigenen Servern hat Google zwar mittlerweile gekillt, der Bloghosting-Dienst Blogspot erfreut sich aber weiterhin großer Beliebtheit. Auch wenn ich nicht so richtig verstehen kann wieso. Und Google(+) bestimmt auch nicht.
  • Sunlog, eine Blogsoftware aus Deutschland, die in der frühen Blogosphäre besonderen Anklang fand, dann aber vom Entwickler eingestellt wurde. Dann doch nicht, dann doch wieder (wenn ich mich richtig erinnere, heute zeugen nämlich nur noch Beiträge in verwaisten Foren von der Existenz Sunlogs).
  • Movable Type, das mittlerweile sehr angestaubt wirkt, aber immer noch fröhlich eingesetzt wird, war mein drittes Blog-CMS und das erste, das ich um eigene kleine Plugins erweiterte. Movable Type, das hier ca. von 2005 bis 2007 lief, brachte eigentlich bereits all das mit, was auch moderne Blogsoftware ausmacht. Ein Pluspunkt für MT, aber ein Armutszeugnis für den Zustand des Bloggings, hat sich in all den Jahren doch nur kaum was getan.

Und wenn sich was getan hat, dann bei WordPress.1 Die von Matt Mullenweg initiierte Blog-Software ist wie gesagt seit Februar 2007 das CMS meiner Wahl, bei dem ich bis heute geblieben bin. Mullenweg und seine Firma Automattic entwickeln WP fortwährend weiter, so dass das ehemalige Blogging-only Tool mittlerweile für fast jeden CMS-Einsatzzweck geeignet ist. Ich bin zwar nicht mit jeder Entscheidung und Entwickung, die das Team trifft, einverstanden (z.B. halte ich Jetpack für viel zu überladen), aber dennoch kann ich mir nicht vorstellen in naher Zukunft das CMS zu wechseln. Allein schon, weil ich WordPress so berrsche wie kaum ein anderes Tool und daraus fast alles bauen kann – und damit mitunter auch Geld verdiene.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf all die Autoren von Blogsoftware! Und jetzt baut mal was neues… ;)

  1. Ja, ja, es gibt auch noch tolle Plattformen wie Ghost und Jekyll oder Neuentwicklungen wie Typed, aber die passen gerade nicht zu meiner Argumentation… []

Kickstarter der Woche: Beam

Ein smarter Beamer, der in die Fassungen normaler Glühbirnen passt und so völlig neue Einsatzzwecke ermöglicht. Das Funding Goal ist natürlich schon erreicht.

· am verlinkt 24.02.2015

How much Hollywood depends on worldwide box office

Nicht nur, dass der App Store mittlerweile mehr Geld erwirtschaftet als die US-Kinokassen, auch das internationale Box Office hat in den letzten Jahrzehnten ordentlich zugelegt. Wie Konrad Lischka zeigt, übertreffen die Einnahmen aus internationalen Märkten seit 2003 sogar die des US-Marktes. Was sich natürlich auch in den furchtbar allgemein tauglichen Filmen widerspiegelt.

· am verlinkt 24.02.2015

Spaceprob.es, ein Raumsonden-Katalog

Spaceprob.es catalogs the active human-made machines that freckle our solar system and dot our galaxy. For each space probe, we’ve affectionately crafted a short-and-sweet summary as well as handpicked geeky hyperlinks we think are worth exploring.

(via Kottke)

· am verlinkt 23.02.2015

Oscar-Prognose 2015

Nachdem mein Verhältnis zu den Best-Picture-Nominierten nun geklärt ist, hier meine alljährliche, wie immer kurz vor knapp veröffentlichte 5. Einschätzung zur Lage im Dolby Theatre, wo heute zum 87. Mal die Academy Awards verliehen werden. In diesem Jahr ist die Qualität der Nominierten besonders hoch, ein klarer Überflieger scheint mir aber nicht dabei zu sein. Das macht die Sache besonders schwer. Ob ich meinen Bestwert vom letzten Jahr, wo ich 19 von 24 Kategorien richtig tippte, dieses Jahr übertreffen oder auch nur halten kann, ist also eher fraglich, befürchte ich.

Die große Frage: »Birdman« oder »Boyhood«? Persönlich tendiere ich ganz klar zu Linklaters Epos, aber die Herren der Academy könnten das anders sehen. Daher glaube ich auch, dass Keaton den “Best Actor” abräumen wird, obwohl Eddie Redmayne in »The Theory of Everything« so viel besser war. Aber der ist halt erst 33 und hat noch alle Zeit der Welt seinen Goldjungen abzugreifen. Wenn ich mich täusche, wäre mir das in diesem Fall aber auch sehr recht. Ansonsten sehe ich »Grand Budapest Hotel« und »Whiplash« ganz weit vorne.

Best Picture: Boyhood ✘ Birdman
Best Directing: Richard Linklater – Boyhood ✘ Alejandro González Iñárritu – Birdman
Best Actor: Michael Keaton – Birdman ✘ Eddie Redmayne – The Theory of Everything
Best Actress: Julianne Moore – Still Alice
Best Supporting Actor: J. K. Simmons – Whiplash
Best Supporting Actress: Patricia Arquette – Boyhood
Original Screenplay: Grand Budapest Hotel ✘ Birdman
Adapted Screenplay: Whiplash ✘ The Imitation Game
Animated Feature Film: How to Train Your Dragon 2 ✘ Big Hero 6
Foreign Language Film: Ida
Documentary Feature: Citizenfour
Documentary Short: Crisis Hotline: Veterans Press 1
Live Action Short Film: The Phone Call
Animated Short Film: The Dam Keeper ✘ Feast
Original Score: The Theory of Everything ✘ Grand Budapest Hotel
Original Song: “Glory” aus Selma
Sound Editing: American Sniper
Sound Mixing: Whiplash
Production Design: Grand Budapest Hotel
Cinematography: Birdman
Makeup and Hairstyling: Grand Budapest Hotel
Costume Design: Grand Budapest Hotel
Film Editing: Whiplash
Visual Effects: Interstellar

= 4x Grand Budapest Hotel, 4x Whiplash, 3x Boyhood, 2x Birdman, 2x The Theory of Everything
= 4x Grand Budapest Hotel, 4x Birdman, 3x Whiplash

Morgen früh wissen wir mehr. Aus meinem letztjährigen “Nächstes Jahr bin ich aber hoffentlich wieder live dabei” wird nämlich nichts (aber vielleicht ja nächstes Jahr?). Doch so oder so bin ich gespannt, wie die Academy sich entscheidet, was Steven Gätjen wieder so reißt (oder eben nicht) und wie Neill Patrick Harris sich so als Host macht. YouTube wird es mich wissen lassen.

Update, 23.02.2014, 07:00 Uhr: 16 von 24 Kategorien richtig, drei weniger als letztes Jahr. Wenn man bedenkt, dass ich auf’s falsche Pferd gesetzt habe (»Boyhood«), aber immer noch okay. Das Showbusiness liebt halt doch Filme über’s Showbusiness (»Birdman«). Dennoch: »Grand Budapest Hotel« holte erfreulicherweise doch vier Oscars, Wes Anderson geht – Skandal! – jedoch weiterhin leer aus. Über die Oscars für »Whiplash« und Eddie Redmayne freue ich mich besonders. Die Show-Highlights hole ich dann heute Abend nach.

Oscars 2015: Review-Rundumschlag

Heute Nacht findet im Dolby Theatre in Los Angeles wieder die Nacht der Nächte statt, in der Hollywood sich selbst auf die Schulter klopft und die besten Leistungen des vergangenen Kinojahres prämiert. Bevor ich nachher meine alljährliche Oscar-Prognose abliefere, zunächst noch ein paar Worte zu den Filmen selbst. In diesem Jahr habe ich sechs der acht Filme, die für’s Best Picture nominiert sind, gesehen1 – und bisher nur »The Theory of Everything« an dieser Stelle rezensiert (und mit 4,5 von 5 Sternen bewertet). Höchste Zeit also, sich die restlichen Nominierten auch mal etwas genauer anzusehen.

Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)

Michael Keaton als gealterter Schauspieler, der durch die Superhelden-Trilogie “Birdman” berühmt wurde, sich nun aber am Theater versucht und generell mit seiner Karriere hadert. Die schauspielerische Leistung allen voran von Keaton, aber auch die seiner Mitstreiter ist dabei schlichtweg überragend, die Form – es scheint als sei der 119 Minuten lange Film eine einzige, ungeschnittene Aufnahme – beeindruckend und außergewöhnlich. Und dennoch hat mich das alles nicht so sehr gepackt, wie der Hype und ich es erhofft hatten, weil alles irgendwie zu artsy, zu verkopft und zu gewollt wirkt. Keine Frage, Birdman ist ein herausragender Film, in Anbetracht der Konkurrenz in diesem Rundumschlag, aber der klare “Verlierer”. Bei den Oscars schätze ich vor allem Keatons Chancen jedoch sehr gut ein, wobei ich Eddie Redmayne noch besser fand.

EMDb – Rating: 3/5

Boyhood2

Richard Linklater hat es hiermit wahrscheinlich geschafft, das unepischste Epos der Kinogeschichte abzuliefern. Denn während »Boyhood« über einen Zeitraum von elf Jahren gefilmt wurde, die Figuren und ihre Schauspieler also tatsächlich wachsen und altern, geht es um nicht viel mehr als das Heranwachsen eines einzelnen Jungen, aus einer immer mal wieder halbwegs glücklichen, halbwegs zerrütteten Familie. Die fast drei Stunden lange Real-Time-Coming-of-Age-Geschichte nimmt sich dabei (manchmal zuviel) Zeit für das Unwesentliche und bietet dem Zuschauer diverse Anknüpfungspunkte an die eigene Jugendzeit. Und vielleicht ist gerade das doch das Überepos? Wenn Linklater heute Abend nicht mit dem Regie-Oscar nach Hause geht, weiß ich es auch nicht mehr.

EMDb – Rating: 4,5/5

Grand Budapest Hotel

Mit »Grand Budapest Hotel« hat Wes Anderson seine einzigartige Handschrift formvollendet. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem Concierge Monsieur Gustave und dem Pagen und Protegé Zéro ist das konsequente Ergebnis von dem, was Anderson bereits seit Jahren (aus)macht und wofür ihn seine Fans (und ich) zutiefst verehren. Persönlich gefiel mir »Moonrise Kingdom« noch einen Ticken besser, aber auszusetzen habe ich in der Tat nichts. Wer Andersons Filme mag, wird »Grand Budapest Hotel« lieben. Daher bin ich auch sehr zuversichtlich, dass es nach drei erfolglosen Nominierungen diesmal was mit dem Oscar wird (für’s beste Originaldrehbuch, schätze ich.)

EMDb – Rating: 5/5

The Imitation Game

Endlich: Ein großer Film, der die Großartigkeit Alan Turings in die Kinosäle und vor ein breites Publikum trägt. Benedict Cumberbatch, der Turing hier als Ur-Sheldon-Cooper darstellt, sei Dank! Da die Arbeit Turings und seine Auswirkungen auf die Welt bzw. unser aller Alltag eines der zentralen Themen war, mit denen ich mich während meines Studiums beschäftigt habe, war meine Erwartungshaltung an »The Imitation Game« natürlich riesig. Auch wenn das Schauspiel toll und der Aufbau innovativ genug waren, ganz gerecht werden konnte ihr Morten Tyldums Film leider nicht. Das größte Problem ist dabei der Fokus des Films: Enigma. Turings Leben. Beides. Oder eben doch nicht. Man war sich da offenkundig nicht ganz einig. Wie schon bei Stephen Hawking wird dem gemeinen Zuschauer zudem nur oberflächlich erklärt, was hier eigentlich die Lebensleistung war. Eine finale, fatale Texttafel muss das dann richten.3 Fazit: Gut, aber nicht gut genug.

EMDb – Rating: 3,5/5

Whiplash

Die Geschichte eines jungen Schlagzeugers, der an der renommiertesten Musikschule des Landes versucht, deren Überlehrer von seinem Talent und Können zu überzeugen, ist der gar nicht so geheime Geheimtipp der diesjährigen Academy Awards. »Whiplash« ist eine Tortur. J.K. Simmons, der hier als übermächtiger Dirigent von seinen Musikern und insbesondere dem von Miles Teller gespielten Andrew, alles abverlangt und noch mehr. Der von Tränen und Blut getränkte Weg ist gut, das Ende umso besser. Danach will man Schlagzeuger werden – trotz allem. Schließlich hat man gerade was über den Anspruch an sich selbst gelernt. Mein Tipp: Ein Oscar für Simmons. Und »Whiplash« wird zum modernen Klassiker.

EMDb – Rating: 4/5

Ich bin mal gespannt, ob die Academy da mit mir geht und wer am Ende der große Gewinner des Abends sein wird. Meine komplette Oscar-Prognose findet ihr gleich an dieser Stelle.

  1. »Selma« habe ich verpasst, »American Sniper« bringt der deutsche Verleiher leider erst nächste Woche nach der Oscar-Verleihung raus. Ich bitte abermals darum, in Zukunft ein bisschen mitzudenken. []
  2. Dankenswerterweise diese Woche noch rechtzeitig zum Geburtstag geschenkt bekommen und gestern gesichtet. []
  3. Die zu meinem Entsetzen ein Raunen und Staunen in unserem Kinosaal auslöste. []
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