#politik (239)

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Review-Rundumschlag #14 ¼

Bevor ich zum großen Oscar- und Blockbuster-Kino (und schließlich meiner Oscar-Prognose!) komme, hier noch die letzten Review-Schnellschüsse. Diesmal mit dabei der Zugthriller »Unstoppable«, das Politmischmasch »Fair Game«, die Fantasyschmu »Narnia 3« und der Familienwitz »Meine Frau, unsere Kinder und ich«.

Unstoppable

Eigentlich klingt »Unstoppable – Außer Kontrolle« wie der lächerlichste Actionfilm aller Zeiten: Ein mit gefährlichen Chemikalien befüllter, unbemannter Güterzug macht sich selbstständig und rast übers amerikanische Schienennetz. Niemand kann ihn stoppen. Doch Gott sie dank gibt es da diesen alten, abgebrühten von Denzel Washington gespielten Lokführer und seinen jungen, tollkühnen, von Chris Pine gespielten Kollegen, die auf einem ebenso schwerfälligen Güterzug die Jagd auf die „tickende Zeitbombe“ aufnehmen. Oh my, was habe ich Tränen beim Trailer gelacht! Nur um dann eines besseren belehrt zu werden: Altmeister Tony Scott beweist, dass er selbst aus dem zähsten Stoff eine action- und vor allem spannungsgeladene Achterbahnfahrt machen kann. Dass sich dabei dann auch ein paar Polizeiautos überschlagen, ist Ehrensache und wirkt tatsächlich weit weniger trashig als man sich das bei einem Actionfilm, dessen Grundkonstellation bereits durch die Erfindung der Schranke einiges an Potential einbüßt, vorstellt. Kurzum: Nichts weltbewegendes, dafür aber sehr, sehr grundsolide Actionkost.

EMDb – Rating: 3/5

Fair Game

Trotz geschickt gestreuter Fehlinformationen seitens der Werbung darf man sich nicht darüber hinweg täuschen lassen: »Fair Game«, „der neue Thriller von Die Bourne Identität-Regisseur Doug Liman“, ist eins dieser zutiefst US-amerikanischen Politdramen, für die sich hier hierzulande höchstens ein paar Politikstudenten und Verschwörungstheoretiker interessieren. Denn erzählt wird nicht weniger als eine tatsächliche so stattgefundene Verschwörung bei der CIA, in der plötzlich das Privatleben einer in Ungnade gefallenen Agentin öffentlich durchleuchtet wird. Perfekter Stoff für Hollywood also. Doch leider kommt »Fair Game«, obwohl handwerklich mehr als solide gemacht, einfach nicht richtig in Fahrt. Die absolut gähnende Langeweile bleibt uns zwar erspart, aber andere, ebenso actionlose Politdramen bieten da einfach mehr an Spannung und Mitgefühl.

EMDb – Rating: 1,0/5

Die Chroniken von Narnia – Die Reise auf der Morgenröte

»Die Reise auf der Morgenröte« ist die dritte Verfilmung von Clive Staples Lewis‘ Narnia-Reihe. Doch nachdem zwei der vier Hauptdarsteller mittlerweile zu alt für die Märchenwelt geworden sind, begleiten wir diesmal nur noch die zwei leider sehr unsympathischen jüngeren Geschwister zurück nach Narnia. Doch als wären sie nicht unsympathisch genug, bekommen wir noch einen äußerst ätzenden Cousin oben drauf, der in die Geschichte des Fantasyfilms als Narnias Jar Jar Binks eingehen wird. Nun denn, worum geht’s? Scheißegal, denn Narina 3 ist nicht mehr als eine bloße Aneinanderreihung von scheinbar glücklichen Zufällen. „Was? Wir brauchen ein seit Jahrtausenden verschollenes Schwert? … Och, guck mal, da vorne liegt’s ja!“ Dieses Nichtvorhandensein eines Handlungsbogens, geschweige denn eines alle drei Filme übergreifenden Handlungsbogen, hat bei den »Chroniken von Narnia« schließlich System, wird eine neue Fortsetzung von Disneys Gegenstück zu Warners Fantasy-Monopol (a.k.a. »Harry Potter«) doch nur dann gedreht, wenn der Vorgänger Erfolg an den Kinokassen hatte.

In »Die Reise auf der Morgenröte« wird dieses Improvisationserzählen zwar bis zur fast schon unterhaltsamen Absurdität perfektioniert, dass das aber irgendjemand ohne filmisch-masochistische Ader wirklich gut findet, wage ich jedoch stark zu bezweifeln. (Doch, oh je, man hört bereits von einem vierten Film mit diesem Jar Jar Binks-Verschnitt als Titelhelden…)

EMDb – Rating: 1,5/5

Meine Frau, unsere Kinder und ich

»Meine Frau, unsere Kinder und ich« [hier Kommentar über die wahnwitzige deutsche Betitelung einsetzen] ist der dritte Teil der Focker-Trilogie und wie bei den Vorgängern liegt das Thema auch hier auf dem schwierigen Verhältnis zwischen Greg Focker (Ben Stiller) und seinem Schwiegervater Jack Byrnes (Robert De Niro). Und wie schon bei seinen Vorgängern ist die Story mehr als belanglos und austauschbar. So habe ich beispielsweise alle drei gesehen, deren Handlung jedoch wiederzugeben, geschweige denn einem Film zuzuordnen, bin ich nicht im Stande. Doch das muss nichts schlechtes sein, denn Greg und Jack sind und waren seit eh und je die tragenden Elemente des Focker-Universums. Steck die beiden in ein Bällebad und der gemeine Zuschauer hat Spaß. Ich bin da keine Ausnahme. Und wenn’s ewig so weiter geht, weil die Herren Stiller und De Niro das Geld brauchen, soll es wohl einfach so sein. Ich wehre mich nicht.

EMDb – Rating: 2,5/5

Wikileaks – Rebellen im Netz

Das ging zwar schon mindestens einmal durch die komplette Blogosphäre, aber ich habe es mir gerade erst angesehen und es ist einfach zu wichtig, um es nicht zu bringen: Die schwedischen Journalisten Bosse Lindquist und Jesper Huor haben Julian Assange, den Mann hinter Wikileaks, und sein Team sechs Monate lang begleitet und berichten nun in der Dokumentation „WikiRebels – The Documentary“ über den Werdegang von Assange und Wikileaks und warum das Veröffentlichen dieser Geheimdokumente so unglaublich wichtig ist. Im folgenden findet ihr die deutsche Fassung, die der ORF vor ein paar Tagen gesendet hat und die ihr euch unbedingt ansehen solltet, sofern ihr das nicht eh schon getan habt. (via Netzpolitik)

Vorschaubild zum Video. Aktivieren, um das Video zu laden und abzuspielen. 
(Vimeo Direktlink)

Vote He-Man for Future Good!


Obiges Bild stammt von den Street-Artists Miss Bugs (ja, dahinter verbergen sich tatsächlich zwei Künstler, nämlich Miss und Bugs), deren Arbeiten ganz nach meinem Geschmack sind: popkulturell und politisch. Und mit He-Man und den Looney Tunes macht man bei mir eh nichts verkehrt. Die tollen Kunstwerke der beiden, lassen sich auf deren Webseite bestaunen. Ein Interview gibt’s bei Artasty.

Ach ja, und ich würde natürlich Skeletor wählen. Weil mir He-Mans Wahlspruch „Ich habe die Kraft!“ zu nah an der CDU ist. (via electru und Cinematze)

Joker-Präsis


Nicht, dass der Joker schon als wahnsinniger Gangster schlimm genug wäre, nein, jetzt präsentieren uns gleich zwei Künstler die letzten US-Präsidenten im bekannten Clown-Look. Einmal George W.(hy so serious?) Bush von Drew Friedman, der sein Bild passenderweise „No Joke“ getauft hat, und einmal New Hope Barack Obama von einem unbekannten Streetartist aus Los Angelos. Was uns die Bilder sagen wollen, dürft ihr euch selbst zusammenreimen, toll und erschreckend aussehen tun sie allemal. (Und ja, dieser Eintrag ist tatsächlich mit Fan-Art getaggt, auch wenn’s das wohl nicht ganz trifft…, via)

Optische Täuschung


Wahrscheinlich liegt es nur an mir, aber ich kann diese beiden Herren optisch einfach nicht auseinanderhalten: Kai Diekmann, Bundespropa… Chefredakteur der Bild-Zeitung, und Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundeswirtschaftsminister und „cooler Baron1), der seiner Chefin in Profillosigkeit wohl in nichts nachsteht.

CC-lizenzierte Fotos von Philipp Neumann (Diekmann) und Michael Panse (zu Gutenberg).

  1. Ja, ich dachte tatsächlich: was macht denn der Diekmann aufm Stern? (Und egal, was es gewesen wäre, es wäre eindeutig besser als diese peinliche Wahlwerbetitelstory gewesen… []

„Klarmachen zum Ändern!“

Dieser im Rahmen des Piratenspot-Wettbewerbs von Chris Grabinski (Director) und René Dawn-Claude (Stimme) eingereichte Werbespot ist auf jeden Fall besser als der semi-professionelle, offizielle Herzschmerzspot zur Europawahl, bringt ein paar Eckpfeiler des Piratenparteiprogramms bündig an den Mann und könnte sogar den ein oder anderen Unentschlossenen überzeugen. Etablierte Parteien sollten sich hieran an Beispiel nehmen anstatt uns ständig den Einheitsbrei der dauer grinsenden Politiker vorzusetzen.


(Vimeo Direkt-CSD-Spot, via)

Piratensendung

Beim Radio G, wo man uns zuletzt über die verschwörerischen Bestrebungen von Pharmakonzernen und Regierungen aufklärte, gibt’s aktuell ein Interview mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Piratenpartei. Wer keine Ahnung hat, wovon die Rede ist und gerade an Somalia denkt, sollte sowieso unbedingt reinhören, wer sich schon mit den Piraten auseinander gesetzt hat, erfährt aber dennoch einiges interessantes. Zum Beispiel wie sie sich auf’s Superwahljahr vorbereiten und wie die Zukunft der Freibeuter aussehen könnte.

(Radio-G Direktpiraten)