#künstliche intelligenz (92)

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„Siri AI will never come to the EU“

John Gruber, der neben der ominösen Pressemeldung auch noch ein Briefing von Apple zum Ausbleiben von Siri AI in der EU bekommen hat1:

There’s a massive gulf between what Apple is willing to do with Siri AI in the EU and what the Commission is demanding from Apple for DMA compliance. As things stand there’s no middle ground. Apple’s offers for compromise have been rejected. Unless one side changes its mind and concedes its current position, Siri AI will never come to the EU, and what Apple is saying here is that they’re unwilling to create the open-access-to-user-data system that the EC is demanding.

Michael Tsai wiederum schätzt insbesondere Apples der EU vorgeschlagenen Plan zur Entwicklung in den nächsten 18 Monaten wie folgt ein:

Apple is trying to give the impression that it did all this extra work to meet the DMA’s requirements, and yet the EC rejected its proposals, so it’s their fault Siri AI isn’t shipping in the EU. But it looks like the crux is that the Trusted System Agent is currently vaporware. What the EC rejected is that Apple wanted to be able to ship Siri AI now on the promise of future openness. The TSA would actually be built during this 18-month window of exclusivity. It’s not surprising that the EU would reject that proposal. The App Store doesn’t approve apps that flout the guidelines but promise to comply later. It doesn’t even entertain proposals of the form, “If I built this would it be approved?”

Vaporware“ klingt deutlich anders. Und mehr nach dem, was EU-Kom­missions­sprecher Thomas Regnier auf LinkedIn (what?) preisgibt:

[Instead] of offering a compliant solution, Apple asked to be exempted from its interoperability obligations under the DMA — and this for 18 months.

That’s not an option. EU rules are non negotiable.

Ich schätze, der Markt wird‘s richten. Als könnte Apple es sich langfristig leisten, iOS in der EU ohne AI-Integration anzubieten, während die Konkurrenz genau das tut. Allerdings könnte das noch etwas dauern.

  1. Gruber ist bekanntlich ein hervor­ragender, von mir sehr geschätzter Apple-Beobachter, ist aber in seiner Bericht­erstattung zum Machtkampf zwischen Cupertino und Brüssel für meinen Geschmack oft zu nah an Apple-Positionen. Um nicht zu sagen, er übernimmt deren EU-kritische Standpunkte. []
Apple: ‘Due to DMA, Siri AI Delayed in EU for iOS 27 and iPadOS 27’ | OpenGraph Preview Image
daringfireball.net

Apple: ‘Due to DMA, Siri AI Delayed in EU for iOS 27 and iPadOS 27’

Link to: https://www.apple.com/newsroom/2026/06/due-to-dma-siri-ai-delayed-in-eu-for-ios-27-and-ipados-27/

Chipotlai Max

The AI coding agent that steals Chipotle’s support bot. Free inference paid for by burritos.

Ein Coding Agent, der nicht auf Claude oder Codex aufbaut, sondern auf dem Support-Chatbot der Burrito­restaurant­kette Chipotle. Der kann hier unter „Ask Pepper“ getestet werden, basiert auf der „Conversa­tional AI Platform“ Amelia und ist vor ein paar Wochen viral gegangen als er neben Fragen zu Gerichten und Bestellungen auch Programmier­fragen beant­wortete (mittlerweile aber einge­schränkt).

Das selbst ernannte „greatest meme project“ von 2026 stellt Pepper und weitere Firmen-Chatbots nun als OpenAI-kompatible Proxies zur Verfügung, die sich direkt in eure Entwicklungsumgebungen einbetten lassen. Was ganz klar gegen deren Terms of Service verstößt, aber halt auch kostenlose Tokens bedeutet. 🤷‍♂️ (via Kottke)

Not affiliated with Chipotle. They will probably sue us. Worth it.

GitHub - cyberpapiii/chipotlai-max: The AI coding agent that runs on stolen Chipotle compute 🌯... | OpenGraph Preview Image
github.com

GitHub - cyberpapiii/chipotlai-max: The AI coding agent that runs on stolen Chipotle compute 🌯...

The AI coding agent that runs on stolen Chipotle compute 🌯 Fork of OpenCode with Pepper AI as default model. Community project to add providers from Home Depot, Lowes, Target, Starbucks & more....

‘Bots have now passed human traffic online,’ Cloudflare boss laments — says agentic traffic wasn’t expected to eclipse real people until next year

Bot (automated) vs. human HTTP requests are split 57.5 vs. 42.5 percent, according to the firm’s latest data.

Es geht dabei nicht um klassische Suchmaschinen-Bots und Website-Crawler, sondern tatsächlich um AI-Agenten:

Cloudflare reckons these AI agents are online doing stuff like reading product pages, checking prices, performing multi-step tasks online like comparing flights, scraping and indexing web content (but for AI models, not search engines), and acting as personal assistants to order food, compare and shop, and handle customer service interactions.

„Wenn die Temperatur steigt, steigen auch die Preise. Die Serverfarmen müssen gekühlt werden.“ (via Waxy)

‘Bots have now passed human traffic online,’ Cloudflare boss laments — says agentic traffic... | OpenGraph Preview Image
tomshardware.com

‘Bots have now passed human traffic online,’ Cloudflare boss laments — says agentic traffic...

Bot (automated) vs. human HTTP requests are split 57.5 vs. 42.5 percent, according to the firm’s latest data.

How people secretly record you with Meta glasses

Ihr erinnert euch an Metas KI-Brillen, die intime Aufnahmen an externe Mitarbeiter weiterleiten? Ja, stellt sich heraus, dass es für genau diese Meta Ray-Bans einen Schwarzmarkt gibt, der den LED-Indikator, der nach außen signalisiert, dass gerade aufgenommen wird, entfernt. Für 50-100$. So Joanna Stern, die zuletzt mit ihrem eigenen, neuen Channel gestartet ist, in ihrem neuesten Video:

Vorschaubild zum Video. Aktivieren, um das Video zu laden und abzuspielen. 
(YouTube Direktlink)

Amazon has invented the world’s least necessary podcast

Amazon has launched a new feature that uses AI to generate a short, podcast-like audio segment where two „hosts“ discuss the merits and reviews of a specific product.

Hier ein Beispiel auf X (habe leider keines auf anderen Plattformen gefunden). Während AI-Podcasts per NotebookLM z.B. zu einem wissen­schaft­lichen Doku­ment ja durchaus hilf­reich sein können, ist das, nun ja, vertonter AI-Slop wie er im KI-generierten Buche steht.

Oder wie John Gruber schreibt:

I don’t know what’s worse: that anyone at Amazon thought actual people would really listen to these, or if actual people really are listening to them.

Amazon has invented the world's least necessary podcast | OpenGraph Preview Image
businessinsider.com

Amazon has invented the world's least necessary podcast

Amazon's new AI shopping podcasts are like QVC without the humans. They turn product reviews into mini-shows — complete with a live Q&A.

Enzyklika Magnifica Humanitas des heiligen Vaters Leo XIV. über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Schon zu Recht überall durchgereicht, ist das doch für eine Enzyklika unge­wöhnlich aktuell und trifft den Zeit­geist und die bevor­stehenden Heraus­forderungen für unseren globalen und gesamt­gesellschaftlichen Umgang mit Künst­licher Intelligenz, der Konzen­tration von Kapital und Macht doch sehr genau.

Hier z.B. Definition und Abgrenzung von KI [Absätze und Soft-Hyphens von mir für etwas bessere Lesbarkeit hinzugefügt; das Zitat ist im Original ein einzelner, langer Absatz (#99).]:

Es ist nicht möglich, eine eindeutige und umfassende Definition von Künst­licher Intelli­genz zu geben. Fest steht jedoch, dass das Miss­verständnis zu vermeiden ist, diese „Intelli­genz“ mit der menschlichen gleich­zusetzen. Diese Systeme ahmen bestimmte Funktionen der menschlichen Intelli­genz nach. Dabei übertreffen sie sie oft an Geschwindig­keit und Rechen­leistung und bieten somit in zahlreichen Bereichen konkrete Vorteile. Diese Leistungs­fähigkeit hat jedoch ausschließlich mit der Daten­verarbeitung zu tun: Sogenannte Künstliche Intelli­genzen machen keine Erfah­rungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Bezie­hungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freund­schaft und Verant­wortung bedeutet.

Sie haben auch kein moralisches Gewissen: Sie unter­scheiden nicht zwischen Gut und Böse, sie erkennen nicht den eigentlichen Sinn von Situa­tionen und sie nehmen die Last der Konse­quenzen nicht auf sich. Sie können Sprache, Verhalten und Beur­teilungen imitieren, sie können Empathie oder Verständnis simulieren, aber sie verstehen nicht, was sie damit bewirken, denn sie bewegen sich nicht in jenem affektiven, relationalen und geistigen Horizont, in dem der Mensch zur Weisheit gelangt.

Auch wenn diese Werkzeuge als „lernfähig“ dargestellt werden, unter­scheidet sich ihre Art des Lernens von der einer menschlichen Person. Es handelt sich nicht um die Erfahrung eines Menschen, der sich vom Leben formen lässt und im Laufe der Zeit durch Entschei­dungen, Fehler, Vergebung und Treue wächst; vielmehr ist es eine statistische Anpassung auf der Grundlage von Daten und Rück­meldungen, die zwar sehr effektiv sein kann, aber kein inneres Wachstum impliziert.

Und Tolkien zitiert er dann auch noch (#213).

Bevor ihr euch aber jetzt das sehr lange, sehr päpstliche Dokument durchlest, sei euch die Episode „API et Orbi“ von Haken dran vom vergangenen Freitag empfohlen, in der Gavin Karlmeier und Stefan Schulz sich der Einordnung des Papstes annehmen:

Wir versloppen uns zu Tode: Der Papst hat eine Meinung zu KI – und sie fällt sehr deutlich aus. Die KI ist kein Mensch, die Tech-Broligarchie ist moderner Kolonialismus, KI muss entwaffnet werden und unsere Daten gehören uns und nicht denen, die sie verarbeiten. Über diese Deutlichkeit, über den Widerstand, den wir dagegen aufbringen müssen […]. Der Podcast zum größten Raubzug der Menschheit gegen die Menschheit.

Darüber hinaus haben sich beide noch weiter mit der Thematik beschäftigt: Gavin in seinem Blogeintrag „Ist Claude ein ‚Kind Gottes‘?“ und Stefan in der aktuellen Ausgabe (hier z.B. auf YouTube) seines Podcasts Die neuen Zwanziger.

Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ (15. Mai 2026) | OpenGraph Preview Image
vatican.va

Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ (15. Mai 2026)

ENZYKLIKA MAGNIFICA HUMANITAS DES HEILIGEN VATERS LEO XIV. ÜBER DIE BEWAHRUNG DES MENSCHEN IM ZEITALTER DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ [ Multimedia ] ___________________________

Ad Infinitum / Zu Googles angekündigter AI-Suche

Matthias fast zusammen, was Google eigentlich auf seiner AI-durchtränkten I/O-Keynotehier der 54 Sekunden lange AI-Supercut – angekündigt, aber nicht explizit gesagt hat: Nämlich dass sie ihre bisherigen Quellen – das Open Web – und das eigene Geschäfts­modell – die Werbelinks in den Suchergebnis­seiten – zugunsten von generativen UIs mit AI-Antworten und dort einge­betteten AI-Ads opfern.

Was das wiederum für Webpublikationen bedeutet, wenn die „ten blue links“ nun offiziell vorbei sind, beschreibt Sascha sehr eindringlich.

Ob Googles AI-Suche allerdings so angenommen werden wird, steht auf einem anderen Blatt. Studierende buhen AI-Befürworter aus, Menschen verurteilen AI-verursachte (oder -begründete) Entlassungen, hassen AI-Rechenzentren und „what if people don’t actually want to use search this way?“, wie Matthias auch eingangs fragt. Zumindest letzteres scheint seit den ersten ChatGPT-Versionen jedoch beantwortet zu sein: Antworten, die keine Website-Aufrufe erfordern, werden gut und gerne in LLMs genutzt. Das wird (leider) auch so bleiben.

Meine langfristige These daher: Das „Web“ wird bei Google & Co. nur noch ein untergeordneter Tab/Reiter sein. So wie „Bilder“ und „Nachrichten“ heute und, *hust*, das Usenet zuvor. „Kaufen Sie sich hier unbegrenzten Zugriff auf das World Wide Web für nur 19,99 Euro/Monat!“

Aber denkt dran, [hier bitte meinen obligatorischen Hinweis auf Kagi als bessere, privatere Suchmaschine einsetzen; auch wenn das natürlich nur eine Lösung für besagte digitale Bohème sein wird].

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matthiasott.com

Ad Infinitum · Matthias Ott

Web design engineer, UX designer, teacher, and speaker – helping teams build websites and digital products with a focus on CSS, accessibility, and performance.

Podcast: Die OpenAI Story

Bleiben wir bei ChatGPT: Von dem Team hinter der (nicht unumstrittenen) Peter Thiel Story ist gerade ein neuer, sechsteiliger Podcast erschienen, in dem es um die Entstehungs­Geschichte von OpenAI, den ursprüng­lichen Ideen dahinter und natürlich Sam Altmann geht.

Habe ich gestern auf meinem Arbeitsweg und heute bei der Garten­arbeit durch­gehört und bietet auf jeden Fall einen guten Einstieg und Überblick, aller­dings ohne alle Facetten, Probleme aber auch Möglich­keiten betrachten zu können (oder zu wollen). Dennoch hörenswert!

Die OpenAI Story | OpenGraph Preview Image
deutschlandfunk.de

Die OpenAI Story

Mit ChatGPT hat Sam Altman OpenAI in ein milliardenschweres Tech-Imperium verwandelt. Das ist die Geschichte der KI-Revolution, einer entfesselten Technik - und des Mannes, der sie geprägt hat. Von den Machern der Peter Thiel Story.

ChatGPT Suicide Machine

Werbeanzeige in einer Londoner U-Bahn (Piccadilly Line). Auf einem dunklen Schild steht in weißer Schrift: „Yes, we built a machine that tells teenagers to kill themselves. But — it might also help them with their homework.” Darunter befindet sich das Logo von ChatGPT. Unterhalb der Anzeige ist eine blaue TfL-Werbung (Transport for London) mit Informationen zur Heathrow-Airport-Verbindung zu sehen.
By Darren Cullen, licensed under Creative Commons BY-NC-ND 4.0.

LLM chatbots like ChatGPT have been responsible for dozens of confirmed suicides, murders and serious mental health crises, particularly involving children and young people. Any product that is this dangerous to young people would normally be nowhere near a classroom. And would likely be banned outright. But thanks to the cult-like AI-hype that has consumed the brains of our government and corporate leaders, they only want more integration of these products into education, not less.

Leider hervorragendes, satirisches Werbebanner von Darren Cullen, das die Problematik ziemlich gut zusammenfasst. Ich meine, im obigen Zitat verlinkt er auf einen endlos langen Wikipedia-Artikel der „Deaths linked to chatbots“ heißt.

Auf seiner Seite kann man das Werbebanner herunterladen. Würde mich freuen, das demnächst in der KVB zu sehen. (via @reeft)

CHATGPT SUICIDE MACHINE | OpenGraph Preview Image
spellingmistakescostlives.com

CHATGPT SUICIDE MACHINE

New anti-chatbot ad that has started appearing on the London transport network.LLM chatbots like ChatGPT have been responsible for dozens of confirmed suicides, murders and serious mental health crises, particularly involving children and young people. Any product that is this dangerous to young ...

Never talk about goblins

Aus den OpenAI Codex base_instructions für GPT 5.5:

Never talk about goblins, gremlins, raccoons, trolls, ogres, pigeons, or other animals or creatures unless it is absolutely and unambiguously relevant to the user’s query.

Wtf. (via Simon Willison)

Update, 05.05.: OpenAI hat zwischenzeitlich einen Blogeintrag zum Thema veröffentlicht, der erklärt, warum es zu dieser Häufung an Goblins & Co. kam. Die im März eingestellte Nerdy-Persönlichkeit der KI wurde im Training nämlich dazu ermutigt, in Metaphern zu sprechen, für die sie dann besagte Kreaturen heranzog. Die nachfolgenden Modelle wie das aktuelle GPT-5.5 wurden dann wiederum mit diesen speziellen Anweisungen trainiert, weshalb sich das bis jetzt fortsetzt.