In der aktuellen Folge des MacStories-Podcasts AppStories sprechen Federico Viticci und John Voorhees noch einmal über Open Minis, von dem Federico und ich ja sehr angetan sind. Sehr hörenswert, wenn man a) nochmal eine Einführung ins Thema will oder b) etwas über Federicos Use Cases erfahren möchte. Einer meiner Use Cases ist es derweil, dass ich Open Minis per iOS-Dateifreigabe Zugriff auf meinen Obsidian-Vault gegeben habe und nun unterwegs vorzüglich mit KI in meinen Notizen und meiner Knowledge Base arbeiten kann.
Nach Frankreich – eay.cc berichtete – ist die Atomstromproduktion wegen der hitzebedingten, niedrigen Wasserpegel nun auch anderswo in Europa eingeschränkt, etwa in Ungarn und Rumänien. Und das – jetzt wird’s ernst – verlangsamt auch die dortige Autoproduktion.
Interessantes Substack Interessanter Artikel von Stephen Follows über die Website The Numbers, die seit 1997 Box-Office-Daten für die Filmindustrie liefert, und Anfang des Jahres unter der Last von KI-Agenten zusammengebrochen ist – vermutlich weil jemand noch nicht veröffentlichte Informationen für Wetten auf Prediction Markets verwenden wollte.
Your CEO costs $22,000,000 a year. We cost $4,699. Once.
OverpAId is an Artificial Intelligence built from the ground up to do your CEO’s entire job — strategy, „vision,“ motivational all-hands emails — better, faster, and without ever once asking the board for a bigger jet.
Dieses Projekt von lys teasert eine nicht ganz so reale und ernst gemeinte KI an, die CEOs und ihre Arbeit ersetzt, um – veranschaulicht mit dem „Where Did The Money Go“-Calculator – das eingesparte Geld zurück an die Mitarbeiter zu verteilen, die es eigentlich verdient haben.
Ich habe es auf Mastodon und Bluesky1 die Tage schon mal erwähnt: Wir sind aktuell im Urlaub. Den Tag verbringe ich mit der Familie am Strand, auf Spielplätzen und mit der Duplo-Eisenbahn. Abends, nachdem der Zwerg ins Bett gebracht ist (und ich wieder aufgewacht bin 😅), habe ich beim YouTube-Schauen noch das ein oder andere Feature gecoded. In Yonks und für diese Website. Zu Yonks später mehr, zu den hiesigen Changes im Folgenden mehr.
Markdown-Format
Natürlich bei Felix las ich vor ein paar Wochen, dass er seine Artikel nun auch im Markdown-Format samt Kopieren-Funktion bereitstellt, was sicherlich die ein oder andere LLM ebenso wie menschliche User erfreuen dürfte. Und weil ich hier sowieso schon jeden Blogpost im JSON- bzw. genauer gesagt JSON Feed-Format bereitstelle, dachte ich, das mach ich auch.
Post-Metadaten mit dem neuen Markdown-Format samt Kopieren-Funktion.
An jeden Blogpost kann nun ein /markdown angehängt werden, um die Markdown-Version aufzurufen. Der Klick auf „Kopieren“ im Post-Footer fetcht und kopiert genau diese Version direkt in die Zwischenablage.
Das im ewigen Eis gespeicherte Static Archive dieses Blogs unterschied sich damit in seinen Markdown-Dateien etwas von der dynamischen /markdown-Route, weshalb ich das angeglichen habe. Tatsächlich habe ich die Gelegenheit genutzt, die Archiv- und Markdown-Generierung gleich an mehreren Stellen zu modernisieren und zu optimieren, wie dieser Pull Request offenbart.2
llms.txt
Für besagten LLM-Support bin ich nun auch der llms.txt-Konvention gefolgt und habe eine solche hier hinzugefügt. Mögen unsere neuen Maschinen-Overlords mir gnädig sein!
MCP-Server
Wer Markdown und LLMs sagt, muss auch MCP sagen, so will es das Gesetz. Daher habe ich KI-unterstützt ein WordPress-Plugin erstellt und getestet, das mir die Inhalte dieses Blogs als MCP-Server lesend zur Verfügung stellt. Konkret gibt es nun search_posts, get_post, list_recent_posts, list_categories und list_tags mit denen Agenten die hiesigen Inhalte durchsuchen und abrufen können. Die Antwort orientiert sich dabei wiederum an der oben beschriebenen Markdown-Ausgabe. Synergie!
Quick-AI-View von Raycast, die den eay.cc MCP-Server aufruft.
Der MCP-Server lässt sich nun wunderbar in Claude, Codex ChatGPT, Raycast (siehe Screenshot) oder etwa Open Minis hinterlegen. In Open Minis habe ich dann auch GPT-5.5 gebeten, mir eine Zusammenfassung des letzten Monats zu schreiben und die erwähnten Themen mit Links zu den Blogposts zu versehen. Das Ganze ist wenige Minuten gelaufen und hat folgenden, wie ich finde, guten Output produziert.3
Bisher habe ich Auswertungen und Analysen meiner Bloginhalte immer über das oben beschriebene, statische Archiv gefahren (das zuvor natürlich immer aktualisiert werden musste), nun sollte das auch dynamisch und up-to-date gehen. Der MCP-Server ist aktuell tokengeschützt nur für mich zugänglich, aber wenn jemand Bedarf hat, möge sie/er sich melden und dann würde ich das ggf. auch öffentlich machen – ist ja eh alles online.
Social Reply
In „Spaß mit Kommentaren“ hatte ich bereits einige Optimierungen an den Kommentaren vorgenommen, die, würde ich jetzt mal sagen, vor allem für mich selbst nützlich sind. Dies geht in die gleiche Richtung: Wird ein über eine Webmention (per brid.gy) eingegangener Kommentar von Mastodon und Bluesky durch mich hier beantwortet, wird diese Antwort über meinen Mastodon-/Bluesky-Account auch gleich als Reply zur jeweiligen Plattform gesendet – und hier mit einem entsprechenden Icon+Link ausgestattet.
Hänge ich auf oberster Ebene einen Kommentar (≠ Kommentar-Reply) an einen Blogpost dran, um z.B. wie unten beim Jurassic-Park-Computer-Beitrag zu sehen, noch eine nicht direkt inhaltliche Ergänzung hinzuzufügen, wird das ebenfalls an meinen entsprechenden Mastodon- und/oder Bluesky-Post als Reply gehangen.
Über eine nur für mich sichtbare Checkbox habe ich allerdings die Möglichkeit, das zu verhindern:
Nur für mich sichtbare Social-Reply-Checkbox im Kommentarformular.
Bubbles
Vor einem Monat habe ich die neue, tolle Blog-Discovery-Plattform Bubbles an dieser Stelle empfohlen. Diese Empfehlung gilt weiterhin, meine RSS-Abos der deutschsprachigen und englischsprachigen Briefings möchte ich nicht mehr missen.
Die Einträge zu diesem Blog bei Bubbles werden jetzt jedenfalls auch in der Syndication-Liste als bubbles.town angezeigt und so gleichwertig mit den anderen Social-Plattformen behandelt:
Post-Metadaten mit Bubbles-Link bei den Syndication-Links.
Und da Bubbles sehr schön ins Fediverse integriert ist, prüfe ich auch auf Kommentare, die bei Bubbles zu hiesigen Blogposts hinterlassen werden, und synce diese dann auch hierher (siehe Felix‘ Kommentar hier bzw. bei Bubbles) – was aber ehrlicherweise noch nicht so häufig passiert ist. Aber das kann ja noch werden mit weiterer Bubbles-Verbreitung!
Gecrossposted mit Indigo, dem im Mai veröffentlichten Client für Mastodon und Bluesky von Soapbox SoftwareAniline Applications, den Machern von Croissant, für die Apple-Plattformen. Habe ich seitdem sehr in mein Social-Herz geschlossen und jahresweise abonniert. Auch ohne das Lesen & Bespielen beider Plattformen ist das eine sehr gute und sehr schöne Social-App. [↩]
Kinder, niemals so große Commits machen, es sei denn, ihr wisst, was ihr tut. [↩]
Noch ein kleiner Crosspost von Instagram: in der unteren Reihe bin ich zu sehen, wie ich zusammen mit unserem Kollegen Flo darüber spreche, wie (Event-)Apps im Zeitalter von KI und Hyperpersonalisierung relevant bleiben bzw. noch relevanter werden können. Oben sieht man unseren Co-Geschäftsführer Jens bei einer Paneldiskussion zu Female Leadership und warum das alle – auch und gerade uns Männer – etwas angeht.
Mehr zu der Veranstaltung und unseren Vorträgen steht im Hypercode-Blog. Und die Event-App von der hier die Rede ist, ist übrigens diese hier.
Dr. Ellie Sattler: So, what are you thinking?
Dr. Alan Grant: We’re out of a job.
Dr. Ian Malcolm: Don’t you mean extinct?
Er zieht daraus einige, meines Erachtens richtige Schlüsse („The best way to avoid becoming extinct is to evolve“; smaller teams; if you can’t beat them, join them) und nutzt seine JP-Analogie schließlich dazu, sich nochmal den Film von 1993 anzusehen und mit einem weiteren Blogpost schließlich komplett abzunerden, indem er jeden Computer in »Jurassic Park« auflistet, screenshoted und mit Hintergrundinfos ausstattet.
So lernen wir z.B., dass im Control Room des Parks ausschließlich echte Computer verwendet wurden, die heutzutage inflationsbereinigt rund 4 Mio. US-Dollar kosten würden und von Apple und SGI bereitgestellt wurden. Und dass es sich bei der legendären „It’s a Unix system. I know this“-Szene1 um eine experimentelle SGI-Datei-Explorer-Anwendung namens fsn handelt. (Mit fsv, dem File System Visualizer, gibt es übrigens einen OpenGL-Klon für Linux und Unix-like Betriebssysteme, der zwar seit 25 Jahren nicht aktualisiert wurde, aber theoretisch immer noch laufen sollte.)
That said, ich habe alles an diesem Blogpost geliebt. Und um den Bogen zum Beginn zu schlagen: Dank LLMs könnte selbst den Junior-Programmierern in einem Real-Life-Park heutzutage früher auffallen, was Nedry da im Schilde führt. Andererseits: small teams. 🤷♂️ (via Yewknee)
Auch in unserem Büro vergeht keine Woche, in der diese Szene nicht mindestens einmal referenziert wird. [↩]
Es passiert nicht so häufig – allerdings in den letzten Jahren häufiger –, dass MacStories‘ Federico Viticci vollends begeistert von einer App ist und prophezeit, dass wir hier eine neue App-Kategorie in Entstehung sehen. Nach den Klassikern (Editorial, Workflow und Obsidian1) waren es zuletzt Sky, das mittlerweile von OpenAI übernommen wurde und in eurer Codex-App ChatGPT-Super-App auf macOS die fantastischen Computer-Use-Features ermöglicht, sowie OpenClaw (siehe Fußnote #5), Peters Steinbergers Mac-mini-Bestand dezimierender Open-Source-KI-Agent, den (also Steinberger) sich ebenfalls OpenAI einverleibt hat.
Nun berichtet er begeistert von Open Minis, einer kostenlosen, vermeintlichen Open-Source-App2 für iOS, die es im Chatbot-Stil ermöglicht, mit den von Apple bereitgestellten APIs (also Calendar, Reminders, HealthKit, HomeKit, MusicKit, etc.) zu interagieren, was alleine schon ein großer Schritt für einen KI-Agenten wäre und wobei dem man sich fragt, warum ChatGPT, Claude & Co., dies nicht schon längst inkludiert haben. Nein, darüber hinaus, läuft ein kleines Linux-Shell-Image innerhalb der Sandbox der App, das es ermöglicht, darüber hinaus Aufgaben an ein Modell eurer Wahl (!) zu delegieren, MCPs zu nutzen und MinisSkills zu bauen.
Viticci erklärt die Funktionsweise und Möglichkeiten von Open Minis anhand diverser Beispiele und zieht dazu naturgemäß immer wieder den Vergleich zum neuen Siri AI, das den englischsprachigen, Nicht-EU-Nutzer*innen unter uns vielleicht mit iOS 27 zuteil wird. Und sagen wir es mal so: Siri AI schneidet im Power-User-Vergleich nicht ganz so gut ab, wie die Multi-Purpose-Frontier-Modelle mit Zugriff auf Apple-APIs.
Schließlich sieht er Open Minis als einen Beginn einer neuen Welle von KI-Agenten, die sich die APIs auf iOS zu nutze machen werden und so auch in Apples vermeintlichem Walled Garden die Möglichkeiten von KI-Agenten ausreizen werden:
It is ironic that, on the cusp of Siri AI launching to millions of users in English only in a few months, here we have a single indie developer who is shipping an app that puts Siri AI to shame when it comes to getting work done with LLMs on iPhone and iPad today – with any model you want, in any language or region.
Open Minis kommt von einem chinesischen Indie-Entwickler namens Ethan Wang (hier sein GitHub-Profil) und es wird angegeben, dass die App selbst keinerlei Daten sammelt und vollständig lokal läuft (bei den KI-Modellen sieht das natürlich anders aus). Hier findet ihr die Privacy Policy der kostenlosen App, die aber natürlich ein Abo oder API-Keys der diversen KI-Anbieter voraussetzt.3
Ich habe Open Minis gerade installiert, erste, spannende Tests gemacht und werde das weiter beobachten. Egal, ob es nun diese App oder eine andere wird: Die iOS-Büchse der KI-Agenten-Pandora ist geöffnet und ich bin gespannt, was da noch kommen wird. Siri AI wird sicherlich eine schöne Convenience-Lösung für den Alltag, dürfte für unsereins aber doch recht schnell an seine Grenzen stoßen.
Alles Links zu Erwähnung der Apps in diesem Blog – allerdings habe ich Obsidian, das ich auch nutze, tatsächlich nie hier erwähnt. [↩]
Im GitHub-Repo der App heißt es: „At the moment, the public source code is still being organized, cleaned up, and optimized for release. We expect to open more of the project in the near future.“ [↩]
Ob ihr dieser App und/oder der Bewertungsfähigkeit des Apple-Reviews vertrauen möchtet, ist natürlich noch eine andere Frage, aber da die Daten, die in die KI-Modelle fließen, ohnehin als öffentlich zu behandeln sind, vielleicht zu vernachlässigen. [↩]
A TTF font that hides what you’re typing from AI. Type a message where each letter contains a decoy.
Bleiben wir bei AI: Soweit ist es schon gekommen, eine Schriftart, die es künstlichen Intelligenzen schwerer macht, sie zu lesen. Ironischerweise entwickelt von Eric Lu, der ansonsten ein Tool baut, mit dem sich aus begrenztem Material per AI eine passende Font generieren lässt.
Drüben bei Hypercode, dem von mir gegründeten und geleiteten Digital Product Studio, haben wir seit einiger Zeit nicht mehr nur mit KI- bzw. AI-Assistenz, etwa in der Softwareentwicklung, zu tun, sondern auch mit AI-Features in den Digitalprodukten, die wir im Auftrag unserer Kunden entwickeln. Konkret bedeutet das, dass wir lokale LLMs, ebenso wie die Frontier-Modelle in unterschiedlichen Formen in echte Produkte integrieren, Workflows mit KI automatisieren und natürlich auch Websites im Zuge der Generative Engine Optimization (GEO) für Agenten besser bereitstellen.
Hier kommt ihr ins Spiel: Die AI-Seiten werden erst nach den Sommerferien in einer kleinen Kampagne beworben, bis dahin ist es ein öffentlicher Beta-Test und ich lade euch schon mal ein, in den Assistenten reinzugucken, Kuchenrezepte rauszuholen, Systemprompts zu erraten, uns zu chipotlaiten und uns gerne Feedback zukommen zu lassen.
Desktop apps, reimagined by you. Create any app in minutes by chatting with AI. Beautiful, powerful, and truly personal.
In der letzten Woche wurde Glaze, die zweite App des Raycast-Teams, die es per AI-Prompts ermöglicht, macOS-Apps zu kreieren, als Beta-Version gelaunched. Ich war bereits Teil des geschlossenen Betatests und konnte daher die Frage, die ich im März zur Glaze-Ankündigung gestellt hatte („Fraglich ist natürlich, ob darin nicht doch Web-Technologien stecken, schließlich sind die Raycast-Extensions auch in einer Mischung aus React und nativem Code geschrieben.“), selbst beantworten, den es ist genau wie ich vermutet hatte: Intern sind es Web-Apps im nativen App-Wrapper. D.h. Windows dürfte alsbald auch kommen.
Die Idee ist weiterhin gut, aber auch so offensichtlich, dass ich eher auf Betriebssystem-Sherlocking (Shortcuts und Safari-Extensions kann man sich mit macOS 27 bereits herbeiprompten) und generische AI-Tools (Claude Code, Codex) setzen würde. Allerdings kommt Glaze direkt mit einem eigenen, kleinen App Store daher, in dem man die geteilten App-Kreationen anderer User durchstöbern und direkt runterladen kann. Für Teams gibt’s analog dazu und kostenpflichtig interne App Stores.
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Ich war am Freitag übrigens auf dem zweiten Kölner Raycafé, was erneut wieder sehr nett und interessant war. Dieses Mal ging es dabei weniger um konkrete Raycast-Features, sondern mehr um die ganz großen Fragen: Was kommt als Nächstes (wenn vor allem das Angleichen von Mac- und Windows-Version, sowie die Raycast 2 Beta abgeschlossen ist)? Wo will das Team hin? Und wie geht es mit der gevibecodeten oder alles könnenden Konkurrenz links und rechts um? Braucht es die AI-Subscription in Raycast dann überhaupt noch?
Beim dritten Raycafé, das gerade für Anfang Oktober geplant wird, wissen wir dann sicherlich mehr.