Nochmal zu Omarchy und noch geheime Hypercode-Apps

Nachträge zu Posts der letzten Tage:

  • Ich habe meinen Beitrag zu Omarchy mit einem genau so langen Stück Text nochmals konkreti­siert. Kurz­fassung: Passt auf Sicherheits­lücken auf; ja, es ist nur Ricing; und DHH ist evil. Dennoch finde ich es ein schönes Beispiel für die Zukunft von Personal-Computing-Indivi­duali­sierung.
  • Im Hypercode-Social­versum haben wir heute ein kleines Sneak-Peek1 zu einer der hier zuletzt, kryptisch erwähnten Apps gepostet. Außerdem – und das ist eay-exklusiv – haben wir heute nicht eins, nicht zwei, sondern gleich drei (“Are you getting it?”) Plugins für ein popu­läres Hardware-Gadget einge­reicht, die wir bereits seit Monaten intern nutzen und wir nicht mehr missen möchten.2 Warten wir mal ab, wie lange die Reviews dauern.

  1. Hier Mastodon, aber auch auf Bluesky und Threads. []
  2. Ehrlicherweise trifft das nur auf zwei zu. Das dritte ist exklusiv für mich. Und vielleicht einige von euch. Bei Hypercode hat das eigentlich nichts zu suchen, aber … nun ja, wer will mich daran hindern? 😌 []

Something’s Happening to the Ozone Hole

Vorschaubild zum Video. Aktivieren, um das Video zu laden und abzuspielen. 
(YouTube Direktlink)

Aber speaking of Klimawandel, hier ein positives Beispiel der wie immer her­vor­ragenden Cleo Abram, die zeigt, wie sich die Welt­gemein­schaft zunächst zugunsten der wissen­schaftlichen Aus­einander­setzung mit der Antarktis 1959 im Antarktis-Vertrag und 1987 nach der Entdeckung des Ozonlochs im Montrealer Protokoll für deren Schutz eingesetzt hat.

Sie sieht das richtiger­weise als positive Beispiele dafür, wie unsere Großeltern- und Eltern­generationen im notwendigen Moment das Richtige getan haben, und schluss­folgert daraus, dass auch unsere Generation richtig handeln wird, was nicht nur die aktuellen Herausforderungen der Antarktis sondern die des gesamten Planeten angeht.

Allerdings hat sie die Rechnung ohne die in den letzten hundert Jahren ent­standenen Lobbyisten, Industrien und Billionäre gemacht (vielleicht schon, aber sie erwähnt sie zumindest nicht). Wir sollten uns also – meiner Meinung nach – nicht nur auf uns selbst bzw. unsere gewählten Vertreter verlassen, sondern umwelt­feindliches Verhalten alsbald im großen Stil und international straf­rechtlich verfolgen, damit auch die, die jetzt noch davon profi­tieren, davor zurück­schrecken.

Und jetzt habe ich wieder aus einem eigentlich positiven Beitrag wieder etwas Negatives gemacht. 😅

Europe’s summer drought is so extreme that desertification is a growing threat

Na toll, jetzt auch noch Desertifikation.

That said, ich habe den zuletzt nach der ersten Episode empfohlenen Podcast »Reich – Das Geschäft mit dem Zweifel« zu Ende gehört, der sich, wie sich heraus­stellt, sehr gekonnt vom Playbook des Zweifel­säens der Alkohol- und Tabak­industrie zu den so genannten Klima­skepti­kern annähert und aufzeigt, wie diese nun die selben Taktiken an den Tag legen – finanziert von Öl- und Gasindustrie. Und ihren Fokus nach den USA nun auf Europa gerichtet haben.

Europe's summer drought is so extreme that desertification is a growing threat | Fortune | OpenGraph Preview Image
fortune.com

Europe's summer drought is so extreme that desertification is a growing threat | Fortune

Around 99% of Hungary’s lands are currently under severe or extreme drought conditions.

Support your local eay!

Dir gefällt, was ich hier tue, und du arbeitest in der Digital­branche? Dann sieh dir mal an, was wir bei Hypercode so tun, dem von mir gegründeten Digital Product Studio.

Omarchy – Keyboard- and AI-First, Opinionated Linux

Kurze Lebendmeldung aus dem Krankenlager: Ich liege seit gestern Abend halbwegs flach, was 1. unge­wöhn­lich für mich ist und 2. insbesondere da es dem Rest der Familie gut geht (hoffen wir, dass das so bleibt!).

Heute hatte ich jedenfalls tagsüber genug Gelegen­heit, zwischen Couchschlaf und dem FC‑Spiel – ein sehr schöner Auftakt, siehe meinen Mastodon‑Post – mich durch YouTube zu klicken1. Dabei wurde mir immer wieder Omarchy vorge­setzt, die seit letztem Jahr von David Heinemeier Hansson entwickelte Linux-Distri­bution, die gerade in Version 4.0 „Quattro“ erschienen ist und sich auf die Fahnen geschrieben hat, gut auszu­sehen, Keyboard- und AI-first zu sein und natürlich opinionated von ihrem Autor zu sein. Dass ich den aus offen­sicht­lichen Gründen schwierig finde, ist klar.

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(YouTube Direktlink)

Was ich jedoch in den Videos von seinem auf Arch Linux, Hyprland und Wayland basierenden Open-Source-Betriebssystem gesehen habe, stimmt mich bzgl. Linux und der Zukunft von Personal Computing ganz positiv, ist es hier doch einer kleinen Gruppe gelungen, ein spannendes, entwickler­freund­liches, etwas anderes OS zu bauen bzw. so vorzu­konfigu­rieren, das man keine Technik­teile gegen die Wand werfen möchte [drama­tisierte Darstellung von Linux-Nutzung].

Klar, auf den Schultern von Giganten und unter Einsatz einer Trilliarde Tokens, aber es zeigt, was möglich ist. Insbesondere, dass jegliches Verhalten bis hin zum UI über Configs angepasst werden kann, zeigt, hier noch im freien Developer-Umfeld, was in Zukunft für jedermann in einer Sandbox möglich sein wird. Und es motiviert OpenAI & Co. vermutlich doch noch ein eigenes OS zu bauen. Ohje.


Update, 31.08: Auf Mastodon/in den Kommentaren hat libewa richtigerweise angemerkt, dass es diese Individualisierung, genannt Ricing, schon immer gab und man vielleicht nicht seinen eigenen „Rice mit Extra-Bash als Distro ver­kaufen und dafür Millionen sammeln“ sollte – vor allem wenn man die darunter liegenden Sicherheits­konzepte nicht vollends durch­blickt. Und natür­lich finden sich solche Probleme auch bei Omarchy Quattro sofort: “Omarchy: Any User Process Can Escalate to Root”. Oh-oh.

Kurz zur Konkretisierung: Dass die AI-erarbeitete Linux-Distribution eines Linux-Neulings nicht ideal ist, war zu erwarten – wenn auch nicht so schlimm. Aller­dings ging es mir darum nicht: Was ich an dem Projekt interessant finde, ist das jemand mit vergleichs­weise geringen Mitteln (außer Zeit und natürlich dem Geld für die Trilliarde Tokens) in der Lage ist, sowas umzu­setzen. Stellen wir uns jetzt mal vor, hier wäre kein Blender, sondern jemand am Werk, der oder die genau weiß, was er oder sie tut. Und das stimmt mich positiv.

Und nochmal zu DHH: Matt Birchler hat in seinem Podcast in der letzten Woche (Folge “This phone folds. It folds!”) ganz gut einge­ordnet, warum Omarchy gerade verfängt:

It’s gotten quite a bit of press. And it’s because DHH is a really annoying, kind of evil guy in some ways. Let’s just say extremely problematic. But anyway, he gets attention.

Und auch das stimmt natürlich. Omarchy ist nur eine weitere Distribution. Ricing ist bei allen von diesen möglich. Und das hier ist nur bekannt, weil DHH bekannt ist.

Was ich also hätte schreiben sollen: AI-basiertes Ricing stimmt mich positiv was die Zukunft von Personal Computing angeht, in der man sein System (dann hoffent­lich sicher) einstellen kann, wie es einem beliebt.

  1. Falls Google fragt, lebe ich jetzt in einem Hotel ist Bratislava. []
Omarchy | OpenGraph Preview Image
omarchy.org

Omarchy

Beautiful, Fun & Opinionated Linux by DHH

Nitter und XCancel nach Cease-and-Desist-Schreiben von X offline

Nitter’s zedeus:

On 24 August 2026 cease and desist letters have been sent by X Corp. demanding a permanent takedown of Nitter instances and the project’s repository.

XCancel:

On Monday 24th August at 8PM EST, we received at letter from X Corp. asking to cease and desist the service XCancel. The service XCancel is stopped until further notice. We are seeking legal advice and won’t share more details for now. Thank you for the trust you have put in these two years of XCancel.

Nitter und zuletzt die populäre Instanz XCancel waren die letzten Möglich­keiten, X auf erträglichem Wege zu lesen. Also nicht, was den oftmals zweifel­haften Content angeht, sondern als Alternativ­weg zu diesem Grok-durch­tränkten Chaos, das X seine Mobile- oder Web-App nennt. Insbesondere bot Nitter auch RSS-Feeds an, so dass man einzelnen Personen, die denn Absprung noch nicht geschafft haben, noch im Feed­reader folgen konnte, ohne das Moloch öffnen zu müssen. Nun geht das auch nicht mehr. 🎻


Frage für einen Freund, der genügend Tokens beim ebenfalls immer schlechter und ebenso Grok-durchtränkten Cursor hat(te): Hätte dieser Freund Grok 4.6 eine Cursor-Extension namens „Ungrokify“ bauen lassen, die sämtlichen Grok-Bezug aus Cursor heraus­patcht, dann sollte er die vermutlich aus eben solchen Abmahnungs­gründen nicht veröffentlichen, oder?

Aber er könnte Grok doch eine detaillierte Spezifikation schreiben lassen, die jeden genau das bauen lässt. Am besten ebenfalls mit Grok, um dort ordentlich Geld damit zu verbrennen, damit Grok sich selbst frisst. Das ginge doch, oder? Oder doch lieber einen Liedtext draus machen?

Things Blog: Repeating To-Dos, Refined

Repeating to-dos just got far more flexible, with two highly requested improvements: You can now complete them early, and easily reschedule them when plans change! […] Available now in Things 3.23.

Nach all den Jahren – und ich habe gerade nachge­guckt, ich nutze Things v3 seit Mai 2019 durchgehend und habe v1 auch schon im Juli 2009 ausprobiert 🤯 – können sich wieder­holende Aufgaben nun endlich vor ihrem vergebenen Wieder­holungs­datum als erledigt abhaken lassen. Kein verspätetes „Kontakt­linsen wechseln“-Abhaken mehr, Tage nachdem man eben diese gewechselt hat. Der Wahnsinn!

Things bleibt in seiner dritten Version weiterhin die Todo-App, die für mich am meisten „geklickt hat“. Und ich habe einige davor und während­dessen auspro­biert. Seit Jahren wird ja auch bzgl. v4 spekuliert, die dann wohl auf ein Abo umstellen müsste, aber bisher geht es immer weiter mit der 3er, nun eben v3.23, weiter.

Das Geschäftsmodell ist nämlich ganz spannend. Im Mai 2019 habe ich insgesamt nur 87,97 Euro (10,99 Euro für die iPhone-Variante + 21,99 Euro für die iPad-Variante + 54,99 Euro für die Mac-Variante) bezahlt, was bis heute 1,01 Euro pro Monat entspricht. Ein für den Nutzer guter Kurs, was aber für Cultured Code, die Stuttgarter Firma hinter der App, vermutlich nur wegen des fortlaufenden Stroms an weiteren, hohen Einmal­käufen machbar ist.

Repeating To-Dos, Refined - Things Blog - Cultured Code | OpenGraph Preview Image
culturedcode.com

Repeating To-Dos, Refined - Things Blog - Cultured Code

Things 3.23 brings new flexibility to repeating to-dos: complete them early when you’re ahead, or reschedule them to a new date if plans change.

World’s oceans hit highest temperature on record as El Niño grows

The average surface temperature of the planet’s seas outside the polar regions hit 21.1C (70F) on Saturday, according to figures from the European Copernicus climate change service.

Ein | Rekord | jagt | den | nächsten.

Aber keine Sorge auch Europa ist wieder vorne mit dabei. Hier eine Meldung von vor zwei Wochen: „Alarmstufe Rot: Das Meer brodelt wie im Golf von Mexiko“, Auszug:

Italien glüht. In Neapel werden 48 Grad registriert. Selbst das Mittelmeer erreicht Temperaturen von 32 Grad. Der Sommer 2026 könnte zum heißesten der Geschichte werden.

World's oceans hit highest temperature on record as El Niño grows | OpenGraph Preview Image
bbc.com

World's oceans hit highest temperature on record as El Niño grows

The record "is another clear signal of an ocean under growing stress", according to Dr Samantha Burgess from the European Copernicus climate change service.

Galactic Compass 2

Vor zweieinhalb Jahren hat Matt Webb seine „compass app that points to the centre of the galaxy“ veröffent­licht. Diese Woche wurde sie bei uns nochmal relevant, als meine Tochter und ich beim Zubett­gehen ein Welt­raum­buch (Amazon-Partnerlink) lasen und sie mich gefragt hat, wo wir uns in der Milch­straße befinden. Ich zückte also die App, um ihr und mir die unendliche Weite wenigstens etwas zu veran­schau­lichen. Nun ist Version 2.0 von Galactic Compass erschienen, die nun auch eine Augmented-Reality-Verortung des Richtungs­pfeils im Raum ermöglicht, wie Matt hier berichtet. Was heute von uns erneut für gut befunden wurde.