„XCancel service is suspended“

Und XCancel ist wieder weg, nachdem es letzte Woche zurückgekehrt ist:

Unfortunately, due to a new development in the ongoing legal proceedings, we are required to suspend this service again until further notice. We can’t share more details.

nitter.net ist komplett offline, ohne Info. Abermals schade um die RSS-Funktion.

Lokale Alternativen, die es einem über die „Tweet“-Embed-Funktion ermöglichen, kurz in einen X-Post zu gucken, sind

Nachtrag zu Omarchy, DHH und „Ricing“

Vor zwei Wochen hatte ich mich mit der neuen heißen Linux-Distribution Omarchy beschäftigt, die gerade vielerorts Aufmerk­samkeit erregt und erfährt, da sie agentisch entwickelt und vor allem auch so angepasst werden kann.

Damit passt sie eigentlich genau hierher. Openness, DIY und KI1 sind wieder­kehrende Themen in diesem Blog, aber so einfach ist es diesmal eben nicht.


Erkenntnisgewinn

Ich hatte bereits mitbekommen, dass David Heinemeier Hansson, kurz DHH, dessen Firmenblog (Link zur Wayback-Machine) ich damals las und von dem ich in den 2000ern und 2010ern staunend Bücher zu Software-Management und Unternehmens­führung gelesen habe, zwischen­zeitlich äußerst konservativ und kontrovers geworden ist. Aber nach Veröffent­lichung des Beitrags und des ersten Nachtrags habe ich dann erfahren – und es wurde mir dankens­werter­weise auch von Felix per Kommentar zugetragen –, wie katastrophal das ist, was DHH da von sich gibt. Wie etwa der Medienbäcker aufklärt:

Oh wait, this DHH guy seems to be pretty racist anyways. Holy shit, he openly talks about „re­mi­gra­ti­on“ and „de­mo­gra­phic re­pla­ce­ment“. Well, I sure hope I don’t have to read that name ever again. Or anything about „re­mi­gra­ti­on“ for that matter.

Besonders bitter wird es dann, wenn man sich ansieht, wie der Ruby on Rails-Creator DHH — der gerne damit prahlt, dass Claude sich weigerte, einen seiner rassistischen Texte ins Italienische zu übersetzen (Quelle) — mit Omarchy weiteren Einfluss in der Open-Source- und Linux-Szene gewinnen will und gewinnt und diese damit weiter nach seinen Vor­stellungen formen könnte. tante hat dazu mit „Power Grab“ einen sehr guten, Überblick gebenden Artikel veröffent­licht:

DHH is using his position and his influence to accumulate donations that he then can distribute to projects that align with his fascist worldview and ambitions. […] The Omarchy foundation will be where projects in desperate need of funding will be pointed. And will a project focused on human rights and social justice get funding from our fascist overlord?


Prominente Unterstützer

Screenshot von der 'Stop Omarchy'-Website.

Ein Problem ist nämlich bereits, dass und wie viel Funding die Omarchy-Foundation bekommt. Brennan Kenneth Brown hat dazu mit „Stop Omarchy“ eine kleine Neocities-Seite erstellt, die aufzeigt, wer Omarchy wie finanziell unterstützt. Ein Auszug:

Despite this [Anmerkung von mir: Gemeint ist all der Scheiß von DHH.], more than a dozen top tech executives and corporations have pledged millions to the Omarchy / Omacom Foundation. They include the CEOs of Shopify, Stripe, Dell, Cloudflare, Block, Dropbox, Coinbase, and others, as listed on Omarchy’s patrons page.

Corporations including 1Password and DigitalOcean are also contributing to Omarchy’s funding, with DigitalOcean giving $1 million a year for three years.

Man sollte also in Betracht ziehen, diesen Unternehmen in Zukunft aus dem Weg zu gehen und/oder ihnen gegenüber zu protestieren, was ihre Unter­stützung für Omarchy und DHH angeht. … What is wrong with you, 1Password?


That said, ich bin kein Fan von Online-Prangern. Dass hier Firmen und CEOs von großen Tech-Unternehmen gelistet werden, ist fein für mich, aber wenn ich das richtig sehe, sind darunter auch Einzel­personen, die sich sicherlich falsch verhalten, aber vielleicht nicht derart in der Öffent­lichkeit stehen, dass man sie hier erwähnen müsste. Andererseits (Minute 3:33).


„Ricing“

Aber es geht noch weiter: daMax hat mich zudem in den Kommentaren dankens­werterweise weiter darauf hingewiesen, dass der im Linux-Umfeld gängige Begriff „Rice“ bzw. „Ricing“ problematisch ist, weil er eine rassistische Abwertung ist.

Der Hintergrund des Begriffs, der im Linux-Kontext die Individuali­sierung des Desktops durch Window-Manager, Themes, Icons usw. meint, ist der US-amerikanischen Auto- und Motorrad­szene der 80er-Jahre entliehen, wo „rice burner“ eine abwertende Bezeichnung für japanische beziehungs­weise ost­asiatische Fahrzeuge war und „riced out“ ober­flächliche Modifi­kationen ohne Leistungs­gewinn beschrieb. Das später erfundene Backronym „Race Inspired Cosmetic Enhancement“ beseitigt den problema­tischen Ursprung nicht, sondern verschleiert ihn.

Ich hatte „Ricing“ bisher immer mit der klein­teiligen Konfiguration (wie eben bei Reiskörnern) assoziiert, was rück­blickend wohl etwas naiv war. Ich werde darauf selbstredend fortan verzichten und habe den ent­sprechenden Beitrag plus Nachtrag-Teaser – die einzigen „Ricing“-Nennungen in diesem Blog – um eine ent­sprechende Infobox mit Verweis auf diesen Beitrag ergänzt und Textstellen ent­sprechend angepasst.


Den gesamten Omarchy-Beitrag habe ich aber, bis auf die dokumentierten Änderungen, aus Gründen der Nachvollzieh­barkeit unverändert gelassen.

Was eine Shit Show.

  1. Ja, der Diskrepanz meiner KI- gefolgt von Klima-Posts bin ich mir schmerzlich bewusst. []

Support your local eay!

Dir gefällt, was ich hier tue, und du arbeitest in der Digital­branche? Dann sieh dir mal an, was wir bei Hypercode so tun, dem von mir gegründeten Digital Product Studio.

An Ode to Links

A URL is a technical thing: a hostname, a path, a port, an origin, some query parameters, etc.

But a link is a cultural thing: an invitation, a citation, a gift, a shortcut, a connection.

Jim Nielsen kurz und gut beobachtet über Hyperlinks und deren kulturelle und sprachliche Bedeutung.

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blog.jim-nielsen.com

An Ode to Links

Writing about the big beautiful mess that is making things for the world wide web.

BlizzCon 2026

Drei kurze Gedanken zur BlizzCon, die gerade in Anaheim, Kalifornien, stattfand:

  • Es wurden 30 Jahre Diablo gefeiert und Diablo V wurde mit einem Teaser Trailer für 2029 angekündigt. Mal kurz zur Übersicht: Diablo 1 erschien 1996, Teil 2 dann 2000, Teil 3 in 2012 und Teil 4 erst 2023 – und irgendwie hat sich das nicht groß weiterentwickelt. Diablo ist nun also ein Franchise, in dem alle paar Jahre ein neuer Eintrag in der dann aktuellen Grafik erscheint.
  • Bei Netflix wird es eine Animationsserie zu Diablo geben. Dass Netflix Spieleserien kann, wissen wir seit »Arcane« (hab ich mir sagen lassen), aber Diablo zeichnet sich nun wirklich durch vieles, aber nicht durch die belanglose Story aus.1
  • Für Frühjahr 2030 wurde natürlich mit einem Cinematic Trailer (= kein Gameplay) ein StarCraft-Shooter angekündigt. Bei Blizzard möchte man wohl etwas vom Helldivers-Fame abhaben und geht laut diesem Trailer in eine ähnliche, aber etwas ernst­haftere Starship-Troopers-Richtung. Na hoffentlich läuft das besser als mit StarCraft: Ghost damals.

  1. Als ich mit meinem CoOp-Partner-in-Crime und Jump’n’Run-Experten Dominik (Grüße!) Diablo IV im CoOp spielte, gab es die lustige Situation, dass ich nicht wusste, warum nach einer Cutscene alles brannte, weil ich diese unsäglichen Dinger – zu Dominiks Entsetzen – bei Diablo einfach immer wegklicke. 🤷‍♂️ []

Ask Me Anything mit Wile E. Coyote

Bilder vom Wile E. Coyote AMA.

Passend zum US-Release von »Coyote vs. Acme« – eay.cc berichtete – hat sich der Zeichen­trick­kojote Wile E. Coyote den Fragen der Reddit-Community gestellt bzgl. seiner Person, Cartoon-Physik­gesetzen, seinem Rechts­streit mit Acme Corp. und natürlich zum Road Runner. Der Clou: Geant­wortet hat der wort­karge Kojote, wie man es aus den Cartoons kennt, mit hoch­gehalte­nen Schildern, auf denen seine Antworten standen. Schöne Marketing-Aktion.

Hierzulande erscheint der Film am kommenden Donnerstag. Meep, meep!

At 25, we are all New Yorkers, again

Every year, for 25 years, I’ve written on the observance of this anniversary. Some years, it’s been for me, some years it’s been for the people who’ve been with me along the way. Some years, I didn’t know why I was even doing it any more. But this year, for the first time in a long time, I can feel exactly what story I want to tell.

Anil Dash, wie jedes Jahr.

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anildash.com

At 25, we are all New Yorkers, again - Anil Dash

A blog about making culture. Since 1999.

Bill Biggard – September 11th

André Pitz hat auf Bluesky auf die Fotos des Foto­journalist Bill Biggart hinge­wiesen, die dieser vor dem Einsturz des zweiten Turms des WTC in New York City machte, der ihn das Leben kostete. Biggard machte an diesem Tag rund 300 Fotos, von denen später rund 154 wieder­herge­stellt werden konnten. Auf seiner Website sind einige der erschütternden Bilder, die die symbol­trächtigen Attacken und ihre Folgen in zuvor schönstem Wetter zeigen, zu sehen.

Hier auf YouTube zudem eine vor wenigen Tagen veröffent­lichte Doku­menta­tion des Imperial War Museums London über seine Arbeit an diesem Tag, wo seit kurzem eine permanente Ausstellung seiner Bilder stattfindet.

September 11th — Bill Biggart Photographer | OpenGraph Preview Image
billbiggart.com

September 11th — Bill Biggart Photographer

It was a beautiful day in New York. The morning calm was broken by a passing taxi driver who yelled out that a plane had hit the World Trade Center. Bill ran home, grabbed three cameras (two film, one digital) and began heading toward the WTC. Walking and shooting as he went, he moved quickly downtown toward the smoke and flames.

9/11

Jeder der vor 25 Jahren ein halbwegs fertiger Mensch in der westlichen Welt war, weiß, was sie oder er gerade gemacht hat, als die Nachricht vom ersten, dann zweiten Flugzeug im World Trade Center sie erreichte.

Der 16-jährige Stefan kam gerade von der Schule, wurde von seiner Oma bekocht, wo nebenbei das Nachmittags­programm von Sat.1 lief, die wie ich heute las, damals die ersten waren, die berichteten. Relativ schnell schaltete ich auf ntv, N24 und CNN um, wo ich kurze Zeit später das zweite Flugzeug live oder wenige Minuten später in den zweiten Turm einschlagen sah, gefolgt von den weiteren Flugzeugen, Menschen, die in Panik und Todes­angst tödliche Sprünge wagten, den einstürzenden Türmen, dem apokalyptischen Manhattan.

Meiner damaligen Freundin, mit der ich an diesem Nachmittag verabredet war, sagte ich ab – ich müsse vor dem Fernseher sitzen bleiben, hier passiere Historisches. Bis in die Nacht schaute ich Peter Kloeppels Bericht­erstattungs­marathon, die diversen Nachrichten­sender und Sonder­sendungen und wie das Musik­fern­sehen, den Betrieb einstellte. Im Netz staunte ich, wie cnn.com zusammen­brach und all die US-Blogger, die das Geschehen live – und teils direkt aus New York – begleiteten, zu gefragten und umfänglichen Quellen wurden.

Wie ein jede*r, die/der in den 90ern aufwuchs, liebte ich fast alles an und aus Amerika. New York, zu dem ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht war, war vermutlich die Stadt, der ich am meisten entgegen­fieberte und in der ich mich am besten auskannte. Meine Kumpels und ich waren Knicks-Fans und all unsere Pop­kultur spielte in New York. An dem Tag und den Tagen danach waren wir und alle anderen irgendwie auch New Yorker.

Und wir waren erschüttert. Es gibt einen guten Grund, warum sterbende Menschen in der Regel nicht im Fernsehen gezeigt werden. An diesem Tag war das anders. Und seit diesem Tag die Welt eine andere.

Kids Trends

Kids shape culture, and their drawings show what captures their attention. I scraped over 100 million drawings and paintings from Artsonia, an online student art gallery, to explore almost 20 years of favorite characters, passing obsessions, and everyday life.

Neues Projekt von Riley Walz, den wir bereits mit seinem Viewer früher iPhone-YouTube-Uploads, dem Gmail-Interface für die Epstein-Files und der weltweit unterschiedlichen Bebilderung von Wikipedia-Artikeln hier hatten. Diesmal also ein Katalog auf Basis von Artsonia, „the world’s largest collection of student art“, der Themen und Trends der Kunstwerke der Kleinen aus den letzten 20 Jahren aufzeigt. Toll! (via Waxy)

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walzr.com

Kids Trends

Twenty years of childhood, one drawing at a time.