Keine Angst

Vor über fünf Jahren habe ich auf Danger Dans »Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt« verwiesen und das bald erscheinende, gleichnamige Album. Was ich damals nicht wusste, war, dass Danger Dans Klavier­album meine Top 3 aller Alben von 2021 maßgeblich mitbestimmen würde. Ein fantastisches Werk, von vorne bis hinten.

In wenigen Wochen, am 1. Oktober, erscheint mit »Keine Angst«, das nächste, zweite Soloalbum von Danger Dan. Ich bin mir sicher, dass mir dieses Album ähnlich gut gefallen wird, allen voran nach der zuletzt ver­öffent­lichten Aus­kopplung »Keine Angst«, die einen Medien­skandal auslöste, als Danger Dan und Igor Levit von der ZDF-Intendanz aus »Die Anstalt« ausgeladen wurden, die wiederum zwischen­zeitlich adäquat reagiert hat.

Jedenfalls – late to the game, jaja – möchte ich euch darauf hinweisen, dass es abermals ein hervor­ragendes Stück Musik ist. Eine Anleitung zum Bevor-es-zu-spät-ist-Widerstand, die ich euch nur empfehlen kann, solltet ihr zur der dünnen Schnittmenge der hiesigen Leser*­innen gehören, die das Lied nicht schon auf anderem Wege gehört haben.

Vorschaubild zum Video. Aktivieren, um das Video zu laden und abzuspielen. 
(YouTube Direktlink)

Reading Maps – Journeys from Fiction drawn on the Real World

Reading Maps came out of a nagging thought that every story has happened somewhere. Odysseus crossed a real sea. The Pequod sailed real water. Phileas Fogg’s eighty days ran on real railways and real steamer lines and that you could follow him in a way.

Schönes Projekt von Aires Loutsaris, das fiktionale Reisen und Abenteuer auf die echten Orte legt. Hier etwa »Moby Dick«, »Fargo«, »Forrest Gump« oder – aus natürlich aktuellem Hype-Anlass – »The Odyssee«. (via Thomas)

Reading Maps - Maps & Travel Routes from Books & Films | OpenGraph Preview Image
readingmaps.com

Reading Maps - Maps & Travel Routes from Books & Films

Reading Maps plots real-world journeys from classic novels and films - Around the World in 80 Days, Heart of Darkness, James Bond, On the Road - on an interactive atlas.

They don’t make ’em like Sublime Text anymore

David Bushell nutzt wieder Sublime Text, weil er die aufgeladenen, sich ständig verändernden Tools nicht mehr ertragen kann (wie zuletzt auch wunderbar von OpenAIs Codex-/ChatGPT-macOS-App-Schlamassel bewiesen):

Modern software sucks. It’s built by self-proclaimed “engineers” who make their chat box addiction your problem and still use Twitter.

Ich kann dem durchaus etwas abgewinnen. Besagtes Sublime Text befindet sich seit mehr als einem Jahrzehnt in meinem Dock. Es ist schnell und mächtig, versteckt seine Möglichkeiten zunächst aber hinter Minimalismus. Wenn man dagegen auf VS Code oder den Fork Cursor blickt, weiß man gar nicht, wohin man zuerst gucken soll und was die alles können.

The perfect dev stack is a collection of software that each does one job and doesn’t suffer main character syndrome.

They don’t make ’em like Sublime Text anymore | OpenGraph Preview Image
dbushell.com

They don’t make ’em like Sublime Text anymore

The one where I back to good software.

Support your local eay!

Dir gefällt, was ich hier tue, und du arbeitest in der Digital­branche? Dann sieh dir mal an, was wir bei Hypercode so tun, dem von mir gegründeten Digital Product Studio.

Der Experte

Screenshot der Übersichtsseite von »Der Experte« mit zahlreichen, generierten Experten.

Im deutschen Fernsehen gibt es zu jedem Thema einen Experten. Diese Seite erfindet neue, für Fachgebiete, zu denen noch nie jemand eine Experten­meinung ange­fordert hat. Namen und Fachge­biete sind kombiniert, die Porträts maschinell erzeugt.

Tolles Projekt von Gregor Weichbrodt, auf das mich dankens­werter­weise André aufmerksam gemacht hat und das alte, weiße Männer mit vermeintlich typisch deutschen Namen und wichtigen Titeln samt (generierten) Köpfen vor schlecht gefilmten Hintergründen präsentiert, die „Experte für Namens­tage“, „Wasser­hahn­forscher“ oder „Leiter des Instituts für Verschleiß“ sind.

In diesem Mastodon-Thread gibt’s ein interessantes Behind the Scenes von Gregor, in dem er treffsicher erklärt, dass es zwei Arten von Zugeschalteten gibt (den Selbst­gefilmten mit Webcam-Bild, Komplessions­artefakten und über­steuertem Bild vor Bücher­wand oder Akten­ordnern und den vom Kamerateam vor trostlosen Büro­szenerien gefilmten) und wie schwer es war, solch authen­tisch schlechte Bild vom Bild­modell generieren zu lassen. Ganz groß!

Der Experte | OpenGraph Preview Image
derexperte.ggor.de

Der Experte

Im deutschen Fernsehen gibt es zu jedem Thema einen Experten. Diese Seite erfindet immer neue: Titel, Name, Fachgebiet, Ort. Keiner von ihnen existiert.

Die Teaser Trailer der zwei bevorstehenden Science-Fiction-Serien, die hier nicht fehlen sollten

Zum einen hätten wir da »Blade Runner 2099«, das am 25. November auf Prime Video startet, und nochmal ein halbes Jahrhundert nach Villeneuves Sequel von 2017 spielt. Ridley Scott ist als Executive Producer mit von der Partie, ebenso Michael Green, der »2049« mitge­schrieben hat.

Nett aussehen tut es auf jeden Fall, aber ich bin als Ver­fechter des Originals und des Spiels schon beim Sequel milde enttäuscht worden, so dass ich bisher nicht allzu große Hoffnungen habe – auch wenn Pro­duktio­nen wie »Alien: Earth« m.E. trotz ein paar Schwächen hervor­ragend gezeigt haben, wie der Sprung vom Kino zu Serie gelingen kann. Hauptsache Deckard kommt nicht vor.1

Und positiv: Bisher ist es wohl als achtteilige Miniserie geplant und nicht als Auftaktsstaffel einer epischen, endlosen Serie.

Vorschaubild zum Video. Aktivieren, um das Video zu laden und abzuspielen. 
(YouTube Direktlink)

Die Vorlage der zweiten Serie galt gemeinhin als unver­filmbar, dennoch versucht es Apple TV nun mit »Neuromancer«, der Serienadaption von William Gibsons gleichnamigem Roman von 1984. Hier wird es initial 10 Episoden geben, die ab dem 22. Januar 2027 wöchentlich gezeigt werden und bei denen wiederum Gibson als Executive Producer mitwirkt.

Der Trailer sieht ganz gut aus, zeigt uns aber noch nichts vom Cyberspace, dem eigentlichen Protagonisten in »Neuromancer«. Aber spätestens seit »Foundation« traue ich den Verantwortlichen vom Apple TV zu, auch noch so schwere Sci-Fi-Vorlagen auf die Mattscheibe zu bringen.

Aber: Wird es ihnen auch gelingen, zu zeigen, wie neu und fremdartig die hier behandelten Themen und Motive waren, wo wir all das doch schon dutzende Male in den von »Neuromancer« inspirierten Nach­folgern gesehen haben? Ich will gar nicht wissen, wie viele Leute nach dem Trailer sagen, „das sieht ja aus wie Matrix“.

Vorschaubild zum Video. Aktivieren, um das Video zu laden und abzuspielen. 
(YouTube Direktlink)

  1. Für mich war der gealterte Harrison Ford ja lange Zeit ein Problemfall und Parade­beispiel dafür, sein eigenes Erbe zu sabotieren. Seitdem ich »Shrinking« gesehen und durch­geguckt habe, bin ich allerdings wieder sehr versöhnt mit ihm. []

You can absolutely have an RSS dependent website in 2026

The people who use RSS really use RSS. They’re not trend-chasers. They’re the type who still have a working bookmark toolbar. They are, in the best possible sense, your people.

Bei Mat Duggan, dem Autor des verlinkten Blogposts, kommen rund 50% der Aufrufe aus dem RSS-Feed. Das war hier lange Zeit auch noch so, 2024 kamen z.B. noch 56% aller (Seiten-)Aufrufe via RSS. Das ist seitdem erstaunlich stark gesunken: Heute sind es nur noch 15% aller Aufrufe, die direkt aus dem RSS-Feed oder JSON-Feed kommen. Gleichzeitig sind die Aufrufe insgesamt aber um über 200% im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, was zum einen auf die tägliche Posting-Frequenz und zum anderen auf den Bot-Traffic zurückzuführen ist.

Also so oder so: Abonniert (mehr) RSS-Feeds. Zum Beispiel mit meinem Feedreader der Wahl: NetNewsWire.

You can absolutely have an RSS dependent website in 2026 | OpenGraph Preview Image
matduggan.com

You can absolutely have an RSS dependent website in 2026

I write stuff here. Sometimes the stuff is good. Sometimes it reads like I wrote it at 2 AM after an argument with a YAML file, which is because I did. But one decision I made early on was that I didn't want to offer an email newsletter. Part

franken.domains: Stitched-together domains, because every dictionary .com is taken

Nützliches – oder, falls ihr zu viele Domains habt, gefährliches – Projekt von Klaus Breyer , das mir gerade so coole Domains wie cocktail.bar, rund.gang, verabscheuu.ng und autoren.film vorgeschlagen hat. Love it und öffne es jetzt nie wieder. 😅

franken.domains: Stitched-Together Domains, Because Every Dictionary .com Is Taken | OpenGraph Preview Image
franken.domains

franken.domains: Stitched-Together Domains, Because Every Dictionary .com Is Taken

Real words, cut at the seam, grafted onto donor TLDs. Every specimen verified lifeless at the registry. Throw the switch before someone else does.

Datatype – Variable font that turns text into charts

Screenshot der Datatype-Website, der aufzeigt, wie man die Schriftart benutzt, indem man z.B. {p:65} für ein zu 65% gefülltes Kuchendiagramm schreibt.

Datatype is an OpenType variable font that turns simple text expressions into inline charts. No JavaScript, no images, no rendering library – just type the syntax and Datatype’s ligature substitution does the rest.

Tolle Idee und Umsetzung von Frank Tisellano, die es schnell erlaubt z.B. mit {b:30,70,50,90} ein Balkendiagramm mit vier Balken oder {p:65} ein zu 65% gefülltes Kuchendiagramm auszugeben. Würde ich mir eigentlich bei viel mehr Schriftarten bzw. noch besser systemweit ohne Font wünschen. (via Kottke)

Datatype — variable font that turns text into charts | OpenGraph Preview Image
franktisellano.github.io

Datatype — variable font that turns text into charts

An OpenType variable font that turns simple text expressions into inline charts. No JavaScript, no images — just type.

Updates zu Posts über Desktop-UX, den Lil Finder Guy, Open Minis und hitzegeplagten Atomstrom

Ein paar Ergänzungen zu Posts aus den letzten Monaten: