#künstliche intelligenz (96)

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Astropad Workbench

Seit Anfang Juni benutze ich Astropad Workbench, die selbstbetitelte Remote-Desktop-App „for the AI era, not IT support“, um mich von meinem iPhone, iPad oder Mac auf einen meiner (anderen) Macs zu verbinden und diesen fernzusteuern. Alles, was mich an anderer VNC-Software gestört hat (Setup, Steuerung, Preismodell, Unterschiedlichkeit der Apps auf iOS/iPadOS/macOS), ist hier deutlich zugänglicher gelöst.1

Diese Woche ist Workbench 1.3 erschienen und bringt allerlei Verbesserungen mit sich, die in diesem kurz Video aufgezeigt werden. U.a. gibt es nun (noch) schnelleres Streaming, besseres iPad-Keyboard-Shortcut-Mapping, Picture-in-Picture für iOS/iPadOS, damit die Verbindung bestehen bleibt, einen Privacy-Vorhang, der den laufenden Mac „verdeckt“ und einen Watchdog, der die Mac-App neu startet, wenn mal was ist.

Für meine Use Cases, zu denen mitunter tatsächlich gehört, einen AI Agent auf dem Mac mini laufen zu lassen und zwischendurch & unterwegs drauf schauen, weiterhin ideal. Empfehlung!

  1. Ich muss allerdings zugeben, dass ich den vermutlichen Marktführer Screens ewig nicht ausprobiert habe, damals aber aus den genannten Gründen ebenfalls verworfen habe. []
Workbench | Remote Desktop for AI Agents & Headless Mac Mini | OpenGraph Preview Image
astropad.com

Workbench | Remote Desktop for AI Agents & Headless Mac Mini

Monitor AI agents remotely, check in on running workflows, and control your Mac from anywhere. Crisp visuals, simple setup.

Marvel in den Backrooms gefangen: Avengers: Doomsday funktioniert wie KI

Der neue »Doomsday«-Trailer ist besser als der erste, aber dennoch schlecht. Sascha beschreibt das Problem ganz treffend, u.a. mit einer Analogie zum diesjährigen Überraschungshit »Backrooms«1:

[Wie] sehr mich dieses Drehbuch an Kane Parsons Interpretation der Backrooms erinnert, in denen die Realität bis zur Unkenntlichkeit prismatisch verfälscht wird. Die Einzelteile sind noch da, sie sind erkennbar, aber der Kontext geht verloren.

  1. Den ich noch nicht gesehen habe, aber auf dessen Home Video Release in der nächsten Woche, ich mich gespannt bin. []
Marvel in den Backrooms gefangen: Avengers: Doomsday funktioniert wie KI - PewPewPew | OpenGraph Preview Image
pewpewpew.de

Marvel in den Backrooms gefangen: Avengers: Doomsday funktioniert wie KI - PewPewPew

Avengers: Doomsday hat nichts zu bieten, so viel ist mehr als klar. An dem Special Look einer D23 Präsentation ist nichts speziell, die Bilder sind visuell ebenso lasch, ausgewaschen und abgedroschen wie eh und je sowie auf eine besonders tragische Art bemüht, groß zu wirken. Aber je mehr von ...

Der Experte

Screenshot der Übersichtsseite von »Der Experte« mit zahlreichen, generierten Experten.

Im deutschen Fernsehen gibt es zu jedem Thema einen Experten. Diese Seite erfindet neue, für Fachgebiete, zu denen noch nie jemand eine Experten­meinung ange­fordert hat. Namen und Fachge­biete sind kombiniert, die Porträts maschinell erzeugt.

Tolles Projekt von Gregor Weichbrodt, auf das mich dankens­werter­weise André aufmerksam gemacht hat und das alte, weiße Männer mit vermeintlich typisch deutschen Namen und wichtigen Titeln samt (generierten) Köpfen vor schlecht gefilmten Hintergründen präsentiert, die „Experte für Namens­tage“, „Wasser­hahn­forscher“ oder „Leiter des Instituts für Verschleiß“ sind.

In diesem Mastodon-Thread gibt’s ein interessantes Behind the Scenes von Gregor, in dem er treffsicher erklärt, dass es zwei Arten von Zugeschalteten gibt (den Selbst­gefilmten mit Webcam-Bild, Komplessions­artefakten und über­steuertem Bild vor Bücher­wand oder Akten­ordnern und den vom Kamerateam vor trostlosen Büro­szenerien gefilmten) und wie schwer es war, solch authen­tisch schlechte Bild vom Bild­modell generieren zu lassen. Ganz groß!

Der Experte | OpenGraph Preview Image
derexperte.ggor.de

Der Experte

Im deutschen Fernsehen gibt es zu jedem Thema einen Experten. Diese Seite erfindet immer neue: Titel, Name, Fachgebiet, Ort. Keiner von ihnen existiert.

Updates zu Posts über Desktop-UX, den Lil Finder Guy, Open Minis und hitzegeplagten Atomstrom

Ein paar Ergänzungen zu Posts aus den letzten Monaten:

What just happened to TheNumbers.com should worry us all

Interessantes Substack Interessanter Artikel von Stephen Follows über die Website The Numbers, die seit 1997 Box-Office-Daten für die Film­industrie liefert, und Anfang des Jahres unter der Last von KI-Agenten zusammen­gebrochen ist – vermutlich weil jemand noch nicht veröffent­lichte Informationen für Wetten auf Prediction Markets verwenden wollte.

What just happened to TheNumbers.com should worry us all | OpenGraph Preview Image
stephenfollows.com

What just happened to TheNumbers.com should worry us all

If you work in or around the film industry, there is a decent chance you have used the work of The Numbers this month, whether you realise it or not.

OverpAId — Fire Your CEO. Hire The Future.

Your CEO costs $22,000,000 a year. We cost $4,699. Once.

OverpAId is an Artificial Intelligence built from the ground up to do your CEO’s entire job — strategy, „vision,“ motivational all-hands emails — better, faster, and without ever once asking the board for a bigger jet.

Dieses Projekt von lys teasert eine nicht ganz so reale und ernst gemeinte KI an, die CEOs und ihre Arbeit ersetzt, um – veranschaulicht mit dem „Where Did The Money Go“-Calculator – das eingesparte Geld zurück an die Mitarbeiter zu verteilen, die es eigentlich verdient haben.

Vorher auf eay.cc: AI CEO – Replace your Boss before they replace you.

OverpAId — Fire Your CEO. Hire The Future. | OpenGraph Preview Image
overpaid.lol

OverpAId — Fire Your CEO. Hire The Future.

OverpAId is the AI Executive Platform that replaces your nine-figure leadership team with something that actually works. (Satire.)

Sammelsurium aus dem Maschinenraum mit Markdown, llms.txt, MCP-Server, Social Replies und Bubbles

Ich habe es auf Mastodon und Bluesky1 die Tage schon mal erwähnt: Wir sind aktuell im Urlaub. Den Tag verbringe ich mit der Familie am Strand, auf Spielplätzen und mit der Duplo-Eisenbahn. Abends, nachdem der Zwerg ins Bett gebracht ist (und ich wieder aufgewacht bin 😅), habe ich beim YouTube-Schauen noch das ein oder andere Feature gecoded. In Yonks und für diese Website. Zu Yonks später mehr, zu den hiesigen Changes im Folgenden mehr.

Markdown-Format

Natürlich bei Felix las ich vor ein paar Wochen, dass er seine Artikel nun auch im Markdown-Format samt Kopieren-Funktion bereitstellt, was sicherlich die ein oder andere LLM ebenso wie menschliche User erfreuen dürfte. Und weil ich hier sowieso schon jeden Blogpost im JSON- bzw. genauer gesagt JSON Feed-Format bereitstelle, dachte ich, das mach ich auch.

Post-Metadaten mit dem neuen Markdown-Format samt Kopieren-Funktion.

An jeden Blogpost kann nun ein /markdown angehängt werden, um die Markdown-Version aufzurufen. Der Klick auf „Kopieren“ im Post-Footer fetcht und kopiert genau diese Version direkt in die Zwischenablage.

Der Jurassic-Park-Computer-Beitrag sieht im Markdown-Format z.B. so aus.

Static Archive

Das im ewigen Eis gespeicherte Static Archive dieses Blogs unterschied sich damit in seinen Markdown-Dateien etwas von der dynamischen /markdown-Route, weshalb ich das angeglichen habe. Tatsächlich habe ich die Gelegenheit genutzt, die Archiv- und Markdown-Generierung gleich an mehreren Stellen zu modernisieren und zu optimieren, wie dieser Pull Request offenbart.2

llms.txt

Für besagten LLM-Support bin ich nun auch der llms.txt-Konvention gefolgt und habe eine solche hier hinzugefügt. Mögen unsere neuen Maschinen-Overlords mir gnädig sein!

MCP-Server

Wer Markdown und LLMs sagt, muss auch MCP sagen, so will es das Gesetz. Daher habe ich KI-unterstützt ein WordPress-Plugin erstellt und getestet, das mir die Inhalte dieses Blogs als MCP-Server lesend zur Verfügung stellt. Konkret gibt es nun search_posts, get_post, list_recent_posts, list_categories und list_tags mit denen Agenten die hiesigen Inhalte durchsuchen und abrufen können. Die Antwort orientiert sich dabei wiederum an der oben beschriebenen Markdown-Ausgabe. Synergie!

Screenshot aus der Quick-AI-View von Raycast, die den eay.cc MCP-Server aufruft.
Quick-AI-View von Raycast, die den eay.cc MCP-Server aufruft.

Der MCP-Server lässt sich nun wunderbar in Claude, Codex ChatGPT, Raycast (siehe Screenshot) oder etwa Open Minis hinterlegen. In Open Minis habe ich dann auch GPT-5.5 gebeten, mir eine Zusammen­fassung des letzten Monats zu schreiben und die erwähnten Themen mit Links zu den Blogposts zu versehen. Das Ganze ist wenige Minuten gelaufen und hat folgenden, wie ich finde, guten Output produziert.3

Bisher habe ich Auswertungen und Analysen meiner Bloginhalte immer über das oben beschriebene, statische Archiv gefahren (das zuvor natürlich immer aktualisiert werden musste), nun sollte das auch dynamisch und up-to-date gehen. Der MCP-Server ist aktuell tokengeschützt nur für mich zugänglich, aber wenn jemand Bedarf hat, möge sie/er sich melden und dann würde ich das ggf. auch öffentlich machen – ist ja eh alles online.

Social Reply

In „Spaß mit Kommentaren“ hatte ich bereits einige Optimierungen an den Kommentaren vorgenommen, die, würde ich jetzt mal sagen, vor allem für mich selbst nützlich sind. Dies geht in die gleiche Richtung: Wird ein über eine Webmention (per brid.gy) eingegangener Kommentar von Mastodon und Bluesky durch mich hier beantwortet, wird diese Antwort über meinen Mastodon-/Bluesky-Account auch gleich als Reply zur jeweiligen Plattform gesendet – und hier mit einem entsprechenden Icon+Link ausgestattet.

Screenshot eines per Social-Reply-Plugins veröffentlichten Antwort mit Mastodon-Link/Crosspost.
Reply auf einen Mastodon-Webmention-Kommentar mit Mastodon-Link/Crosspost.
Screenshot eines per Social-Reply-Plugins veröffentlichten Antwort auf Mastodon.
Die gleiche Reply nun auf Mastodon.

Hänge ich auf oberster Ebene einen Kommentar (≠ Kommentar-Reply) an einen Blogpost dran, um z.B. wie unten beim Jurassic-Park-Computer-Beitrag zu sehen, noch eine nicht direkt inhalt­liche Ergänzung hinzu­zufügen, wird das ebenfalls an meinen ent­sprechenden Mastodon- und/oder Bluesky-Post als Reply gehangen.

Screenshot eines per Social-Reply-Plugins zu Mastodon und Bluesky gecrossposteten Kommentars.
Per Social-Reply-Funktion zu Mastodon und Bluesky gecrossposteter Kommentar.

Über eine nur für mich sichtbare Checkbox habe ich allerdings die Möglichkeit, das zu verhindern:

Screenshot der nur für den Autoren sichtbaren Social-Reply-Checkbox im Kommentarformular.
Nur für mich sichtbare Social-Reply-Checkbox im Kommentarformular.

Bubbles

Vor einem Monat habe ich die neue, tolle Blog-Discovery-Plattform Bubbles an dieser Stelle empfohlen. Diese Empfehlung gilt weiterhin, meine RSS-Abos der deutschsprachigen und englischsprachigen Briefings möchte ich nicht mehr missen.

Die Einträge zu diesem Blog bei Bubbles werden jetzt jedenfalls auch in der Syndication-Liste als bubbles.town angezeigt und so gleichwertig mit den anderen Social-Plattformen behandelt:

Screenshot der Post-Metadaten mit Bubbles-Link bei den Syndication-Links.
Post-Metadaten mit Bubbles-Link bei den Syndication-Links.

Und da Bubbles sehr schön ins Fediverse integriert ist, prüfe ich auch auf Kommentare, die bei Bubbles zu hiesigen Blogposts hinterlassen werden, und synce diese dann auch hierher (siehe Felix‘ Kommentar hier bzw. bei Bubbles) – was aber ehrlicherweise noch nicht so häufig passiert ist. Aber das kann ja noch werden mit weiterer Bubbles-Verbreitung!

Backlinks

Last but not least: Die Backlinks-Übersichtsseite, siehe Einführung der Backlinks hier und Nachtrag dazu mit Ergänzung besagter Seite, wird nun besser und regelmäßiger erzeugt und gecached, so dass sie beim „ersten“ Aufruf so schnell wie der Rest hier laden sollte.

Und was macht ihr so im Urlaub?4

  1. Gecrossposted mit Indigo, dem im Mai veröffentlichten Client für Mastodon und Bluesky von Soapbox Software Aniline Applications, den Machern von Croissant, für die Apple-Plattformen. Habe ich seitdem sehr in mein Social-Herz geschlossen und jahresweise abonniert. Auch ohne das Lesen & Bespielen beider Plattformen ist das eine sehr gute und sehr schöne Social-App. []
  2. Kinder, niemals so große Commits machen, es sei denn, ihr wisst, was ihr tut. []
  3. Keine Sorge, hier wird es – bis auf die KI-Monats­zusammen­fassungen – weiterhin keine KI-generierten Texte geben, aber ich fand das als Test ganz brauchbar. []
  4. Zumindest von Thomas wissen wir, dass er es ähnlich gemacht hat. []

Vortrag zur Relevanz von (Event-)Apps im Zeitalter von KI und Hyperpersonalisierung

Collage aus vier Fotos vom dimedis Connect Circle 2026. Oben links sitzt Jens von der Heydt, Geschäftsführer von Hypercode, mit einem Mikrofon auf einem orangefarbenen Sofa und beteiligt sich an einer Paneldiskussion. Oben rechts ist die gesamte Gesprächsrunde mit mehreren Teilnehmenden auf der Bühne zu sehen. Unten links steht u.a. Stefan Grund, Geschäftsführer von Hypercode, auf der Bühne vor einer Präsentation mit dem Titel “Wie Event-Apps zu persönlichen Messe-Assistenten werden”. Unten rechts spricht Stefan Grund mit Mikrofon vor dem Publikum. Die Veranstaltung findet in einer modernen Eventlocation statt und thematisiert den Einsatz digitaler Event-Apps und AI-gestützter Funktionen im Messekontext.

Noch ein kleiner Crosspost von Instagram: in der unteren Reihe bin ich zu sehen, wie ich zusammen mit unserem Kollegen Flo darüber spreche, wie (Event-)Apps im Zeitalter von KI und Hyper­personali­sierung relevant bleiben bzw. noch relevanter werden können. Oben sieht man unseren Co-Geschäftsführer Jens bei einer Panel­diskussion zu Female Leadership und warum das alle – auch und gerade uns Männer – etwas angeht.

Mehr zu der Veranstaltung und unseren Vorträgen steht im Hypercode-Blog. Und die Event-App von der hier die Rede ist, ist übrigens diese hier.

Jurassic Park computers in excruciating detail

Fabien Sanglard bloggte neulich über die Veränderungen, die Large Language Models (LLMs), gemeinhin KI genannt, für die Software-Entwicklung bedeuten, und verglich das mit dem „Don’t you mean extinct?“-Dialog aus Jurassic Park, dessen Ursprung nämlich darin lag, dass Phil Tippett, der zunächst eingeplante Stop-Motion-Künstler, nach Sichtung der CGI-Dinosaurier genau das sagte.

Dr. Ellie Sattler: So, what are you thinking?
Dr. Alan Grant: We’re out of a job.
Dr. Ian Malcolm: Don’t you mean extinct?

Er zieht daraus einige, meines Erachtens richtige Schlüsse („The best way to avoid becoming extinct is to evolve“; smaller teams; if you can’t beat them, join them) und nutzt seine JP-Analogie schließlich dazu, sich nochmal den Film von 1993 anzusehen und mit einem weiteren Blogpost schließlich komplett abzu­nerden, indem er jeden Computer in »Jurassic Park« auflistet, screen­shoted und mit Hinter­grund­infos ausstattet.

Szene aus Jurassic Park mit Dennis Nedry, der an seinem Schreibtisch vor dem Computer sitzt.

So lernen wir z.B., dass im Control Room des Parks ausschließlich echte Computer verwendet wurden, die heutzutage inflationsbereinigt rund 4 Mio. US-Dollar kosten würden und von Apple und SGI bereitgestellt wurden. Und dass es sich bei der legendären „It’s a Unix system. I know this“-Szene1 um eine experimentelle SGI-Datei-Explorer-Anwendung namens fsn handelt. (Mit fsv, dem File System Visualizer, gibt es übrigens einen OpenGL-Klon für Linux und Unix-like Betriebssysteme, der zwar seit 25 Jahren nicht aktualisiert wurde, aber theoretisch immer noch laufen sollte.)

That said, ich habe alles an diesem Blogpost geliebt. Und um den Bogen zum Beginn zu schlagen: Dank LLMs könnte selbst den Junior-Programmierern in einem Real-Life-Park heutzutage früher auffallen, was Nedry da im Schilde führt. Andererseits: small teams. 🤷‍♂️ (via Yewknee)

  1. Auch in unserem Büro vergeht keine Woche, in der diese Szene nicht mindestens einmal referenziert wird. []
Jurassic Park computers in excruciating detail | OpenGraph Preview Image
fabiensanglard.net

Jurassic Park computers in excruciating detail

After I mentioned a Jurassic Park anecdote the other day, I watched the movie again. I must have seen it at least ten times now. This time, I researched every computer/software I spotted.

Open Minis is the iOS agent I wish Siri AI could be

Es passiert nicht so häufig – allerdings in den letzten Jahren häufiger –, dass MacStories‘ Federico Viticci vollends begeistert von einer App ist und prophe­zeit, dass wir hier eine neue App-Kategorie in Entstehung sehen. Nach den Klassikern (Editorial, Workflow und Obsidian1) waren es zuletzt Sky, das mittlerweile von OpenAI übernommen wurde und in eurer Codex-App ChatGPT-Super-App auf macOS die fantastischen Computer-Use-Features ermöglicht, sowie OpenClaw (siehe Fußnote #5), Peters Steinbergers Mac-mini-Bestand dezimierender Open-Source-KI-Agent, den (also Steinberger) sich ebenfalls OpenAI einverleibt hat.

Nun berichtet er begeistert von Open Minis, einer kostenlosen, vermeint­lichen Open-Source-App2 für iOS, die es im Chatbot-Stil ermöglicht, mit den von Apple bereit­gestell­ten APIs (also Calendar, Reminders, HealthKit, HomeKit, MusicKit, etc.) zu inter­agieren, was alleine schon ein großer Schritt für einen KI-Agenten wäre und wobei dem man sich fragt, warum ChatGPT, Claude & Co., dies nicht schon längst inkludiert haben. Nein, darüber hinaus, läuft ein kleines Linux-Shell-Image innerhalb der Sandbox der App, das es ermöglicht, darüber hinaus Aufgaben an ein Modell eurer Wahl (!) zu delegieren, MCPs zu nutzen und MinisSkills zu bauen.

Viticci erklärt die Funktions­weise und Möglichkeiten von Open Minis anhand diverser Beispiele und zieht dazu naturgemäß immer wieder den Vergleich zum neuen Siri AI, das den englisch­sprachigen, Nicht-EU-Nutzer­*innen unter uns vielleicht mit iOS 27 zuteil wird. Und sagen wir es mal so: Siri AI schneidet im Power-User-Vergleich nicht ganz so gut ab, wie die Multi-Purpose-Frontier-Modelle mit Zugriff auf Apple-APIs.

Schließlich sieht er Open Minis als einen Beginn einer neuen Welle von KI-Agenten, die sich die APIs auf iOS zu nutze machen werden und so auch in Apples vermeint­lichem Walled Garden die Möglich­keiten von KI-Agenten ausreizen werden:

It is ironic that, on the cusp of Siri AI launching to millions of users in English only in a few months, here we have a single indie developer who is shipping an app that puts Siri AI to shame when it comes to getting work done with LLMs on iPhone and iPad today – with any model you want, in any language or region.

Open Minis kommt von einem chinesischen Indie-Entwickler namens Ethan Wang (hier sein GitHub-Profil) und es wird angegeben, dass die App selbst keinerlei Daten sammelt und vollständig lokal läuft (bei den KI-Modellen sieht das natürlich anders aus). Hier findet ihr die Privacy Policy der kosten­losen App, die aber natürlich ein Abo oder API-Keys der diversen KI-Anbieter voraus­setzt.3

Ich habe Open Minis gerade installiert, erste, spannende Tests gemacht und werde das weiter beobachten. Egal, ob es nun diese App oder eine andere wird: Die iOS-Büchse der KI-Agenten-Pandora ist geöffnet und ich bin gespannt, was da noch kommen wird. Siri AI wird sicherlich eine schöne Convenience-Lösung für den Alltag, dürfte für unsereins aber doch recht schnell an seine Grenzen stoßen.

Update, 03.08.: In der aktuellen Folge des AppStories-Podcast gibt Federico nochmal eine Einführung in die App und berichtet auch von einigen seiner Use Cases.

  1. Alles Links zu Erwähnung der Apps in diesem Blog – allerdings habe ich Obsidian, das ich auch nutze, tatsächlich nie hier erwähnt. []
  2. Im GitHub-Repo der App heißt es: „At the moment, the public source code is still being organized, cleaned up, and optimized for release. We expect to open more of the project in the near future.“ []
  3. Ob ihr dieser App und/oder der Bewertungs­fähigkeit des Apple-Reviews vertrauen möchtet, ist natürlich noch eine andere Frage, aber da die Daten, die in die KI-Modelle fließen, ohnehin als öffentlich zu behandeln sind, vielleicht zu vernachlässigen. []
Open Minis Is the iOS Agent I Wish Siri AI Could Be | OpenGraph Preview Image
macstories.net

Open Minis Is the iOS Agent I Wish Siri AI Could Be

Every once in a while, I come across a third-party app that either resets my expectations for a particular niche of software on iOS or creates an entirely new category altogether. I’ve had quite a few of these moments in the 17 years I’ve been writing app reviews at MacStories: Editorial, Wor...