#blogging

Designing blogs for readers

Als ich heute in meinem Pinboard-Archiv stöberte, bin ich auf diesen vier Jahre alten Artikel von Matt Gemmell gestoßen, in dem er erklärt, welche Features moderne (as in 2013) Blogs brauchen und auf welche man getrost verzichten kann.

Da ich gerade an der neuen Version dieses Blogs arbeite, eine interessante Lektüre – vor allem weil der Beitrag nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.1 Die Erkenntnis: Man soll den Lesern das bestmögliche, einfachste Leseerlebnis bereiten – obwohl sie eigentlich nur die zweite Geige spielen:

I think that blogs are for their authors first, and their readership second.

  1. Auch weil quasi keine Weiterentwicklung bei Blogs stattgefunden hat. []

A blog is your brain, over time, on the internet

Giles Turnbull über eine der größten Stärken des Bloggens:

Over time, a blog becomes a corpus of knowledge – your knowledge, or your organisation’s knowledge. A blog is your brain, over time, on the internet. An archive of what you think now and what you thought before. And that means it’s one of the simplest and most effective ways you can make things open, and make things better.

It’s more than just the words

As we move our code to CodePen, our writing to Medium, our photographs to Instagram we don’t just run the risk of losing that content and the associated metadata if those services vanish. We also lose our own place to experiment and add personality to that content, in the context of our own home on the web.

Rachel Andrew möchte dieses Jahr nicht nur Inhalte zurück auf ihre Webseite holen, sondern auch den Kontext gestalten und neue Technologien auf ihrer Webseite ausprobieren. Guter, nachahmeswerter Vorsatz.

„Renewing Medium’s focus“

Medium entlässt ein Drittel seiner Mitarbeiter und schließt seine Büros in Washington und New York. Laut CEO Ev Williams will man weg vom klassischen Werbegeschäft und neue Erlösmodelle und Wege finden. Für die Content­lieferanten… äh, Autoren… versteht sich.

So, we are shifting our resources and attention to defining a new model for writers and creators to be rewarded, based on the value they’re creating for people. And toward building a transformational product for curious humans who want to get smarter about the world every day.

Wie das genau aussehen soll, weiß man aber wohl noch nicht:

It is too soon to say exactly what this will look like.

Würde ich auf der Plattform veröffentlichen, wäre ich spätestens jetzt beunruhigt.

„Indie Microblogging“-Service und eBook von Manton Reece

Als aufmerksamer Hörer von Core Intuition verfolge ich schon seit einigen Monaten die Arbeit an Micro.blog, einem neuen Microblogging-Service von Manton Reece. Nun hat Manton, der hier kein weiteres Silo schaffen will, sondern die Prinzipien von Open Web und Indieweb aufgreift, eine Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung des Dienstes und eines begleitenden eBooks gestartet. Selbstredend habe ich bereits meine paar Dollars eingeworfen – und ihr solltet es mir gleich tun. 😌

Passend hierzu erwehren sich zwei meiner All-Time Favorite Blogs aktuell gegen das große Blogsterben:

Jason hat eine derlei große Leserschaft, dass das mit den Memberships kein allzu schwieriger Akt werden dürfte. Ich habe meine 30 Dollar gerade eingeworfen. Aber überaus spannend, dass er elf Jahre nachdem er schon Mal auf die direkte Leserfinanzierung zurückgriff, wieder diesen Weg wählt.2

  1. Felix ebenso (um auch einen deutschen Vertreter meiner All-Time Favorite Weblogs™ zu nennen). []
  2. Mit 20 hab ich ihm mein bisschen Geld allerdings nicht gegeben und stattdessen für irgendnen Mist verprast. 😏 []

The Keyword

Google hat ein neues, schön umgesetztes Blog namens „The Keyword“, in dem sie fortan all ihre Blogs vereinen.

Man beachte, dass die dazugehörige Domain blog.google und eben nicht keyword.google ist. Deutet zusammen mit der neuen .blog-TLD von Automattic vielleicht auf eine neue Blog-Renaissance hin… 🤔

„A collection of hundreds of small blogs“

Jason Kottke hat heute sein Weblog relauncht. Im Post dazu schreibt er:

Some of my favorite things about kottke.org are the tags and tag pages. Looking at the site through the lens of tags, it becomes apparent that kottke.org is actually a collection of hundreds of small blogs […].

Der Gedanke mit den Hunderten kleinen Themenblogs gefällt mir. Genau das ist hier (und bei vielen anderen, meist persönlichen Blogs) ja auch der Fall.

Ursprünglich habe ich das hier mal als „Popkulturblog“ zusammengefasst, später als „Weblog über Medien, Popkultur und Technologie“. Das trifft zwar nach wie vor auch noch zu, allerdings fühle ich mich in letzter Zeit auch damit etwas eingeschränkt. Ab und zu würde ich hier z.B. auch gerne über Frontend-Entwicklung schreiben, nur befürchte ich, verschreckt das die (übrig gebliebenen) Leser, die bereits seit alten Filmbloggerzeiten hier mitlesen. Andererseits: It’s all about me here.

Ich habe auch schon mehrfach mit dem Gedanken geliebäugelt, mal ein weiteres Blog zu starten. Meine Linkblogideen mit koest.lich.es oder Hyperbites waren/sind davon am weitesten fortgeschritten, dann aber doch immer an eben diesem Blog hier gescheitert. Denn was passiert dann noch hier, in meinem seit Jahren gewachsenen, vollkommen persönlichen Stückchen Internet?

Und wer oder was ist eigentlich dieser „eay“? Warum lebt das hier nicht unter stefangrund.de/blog? Während die Nickname-Sache in 2003 und während der nächsten zehn Jahre gut und richtig war, ist das 2016 eher schwierig. Untergrabe ich damit nicht meine Personal Brand? Andererseits: Will ich überhaupt, dass Leute, die sich für Serious Business Stefan interessieren, auch gleich meine Star-Wars-Posts zu Gesicht bekommen? Fragen über Fragen, über die wir u.a. auch schon auf dem IndieWebCamp im Mai diskutiert haben und auf die ich immer noch keine Antwort habe.

Und sollen es überhaupt hunderte von Linkblogs sein oder nicht doch lieber ein Longform-Outlet im Indie-Kampf gegen Medium? Ich weiß es noch nicht, aber lasst es uns gemeinsam rausfinden. 😌