Und auch Tom a.k.a. Webrocker, den ich einst auf dem IndieWebCamp kennenlernte und bei dem ich mich freue, ihn alle paar Jahre auf der beyond tellerrand wiederzusehen1, feierte dieser Tage seinen 21. Bloggeburtstag und beginnt seinen Blogpost dazu so:
Happy Birthday, liebes Blog, nun bist Du wirklich volljährig und darfst auch in den Vereinigten Staaten Alkohol kaufen. Also wenn Du einreisen dürftest, was derzeit wohl eher unwahrscheinlich wäre, mit Deiner linksversifften antifaschistischen Grundhaltung und der Autokraten- und Kapitalismusaversion die Dir innezuwohnen scheint.
Was Grund genug sein sollte, ihn zu lesen!
Weiter überlegt er, ob WordPress, das sein Blog seit eben diesen einundzwanzig Jahren betreibt, nach all den Site-Builder- und Block-Editor-Veränderungen der letzten Jahre auch noch in Zukunft die richtige Wahl sein wird. Er fasst als Alternative ProcessWire und Kirby ins Auge und, was soll ich sagen, ich habe vor wenigen Wochen mein erstes Projekt mit Kirby umgesetzt und war dann doch sehr angetan.
Aber so oder so: Gratulation und auf die nächsten 21 Jahre!
ben_, der mit anmut und demut das Blog mit dem tollsten, wikihaften Archiv führt (vergesst Reddit Holes, hier gibt’s den anmut-und-demut-Strudel), feiert seinen 25-jährigen Bloggeburtstag – und hadert etwas mit der Bedeutung dieses großen Jubiläums:
Was war das hier einmal, was war es zwischendurch und was ist es nun? Vielleicht auch: Was dachte ich einst, was ich hier tue, was denke ich jetzt?
Den Wert sieht er schließlich und, wie ich glaube, richtigerweise in der Verbindung zu seinen Leser*innen. Und wenn es denen geht wie mir, schätzen sie dieses unglaubliche, stetig wachsende Archiv an Empfehlungen, Perspektiven und Ideen. Der Zeitfaktor ist dafür tendenziell egal, aber den braucht es halt, um diesen Textkorpus aufzubauen und weiter zu pflegen. Und ich hoffe, ben_, du pflegst den noch lange! Gratulation und auf die nächsten 25 Jahre!
26 Jahre feiert el flojo mit seinem DenkfabrikBlog und blickt auf seinen immer noch passenden Post zum 20. zurück: Nach Studium, Heirat und Kindern klebt er sich immer noch, was ihm gefällt in sein Blog, das, wie er selbst schreibt, heute weniger krawallig geworden und mit ihm mitgewachsen ist. Und weiter:
Ich hab meine Nische gefunden, in der ich mich wohl fühle, auch wenn ich immer unter dem Radar geblieben bin. Vielleicht aber auch gerade deshalb.
Ich 23 Jahre alter Blogjüngling kann mich damit sehr gut identifizieren, gratuliere und freue mich auf die nächsten 26 Jahre!
The people who use RSS really use RSS. They’re not trend-chasers. They’re the type who still have a working bookmark toolbar. They are, in the best possible sense, your people.
Bei Mat Duggan, dem Autor des verlinkten Blogposts, kommen rund 50% der Aufrufe aus dem RSS-Feed. Das war hier lange Zeit auch noch so, 2024 kamen z.B. noch 56% aller (Seiten-)Aufrufe via RSS. Das ist seitdem erstaunlich stark gesunken: Heute sind es nur noch 15% aller Aufrufe, die direkt aus dem RSS-Feed oder JSON-Feed kommen. Gleichzeitig sind die Aufrufe insgesamt aber um über 200% im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, was zum einen auf die tägliche Posting-Frequenz und zum anderen auf den Bot-Traffic zurückzuführen ist.
Ich habe es auf Mastodon und Bluesky1 die Tage schon mal erwähnt: Wir sind aktuell im Urlaub. Den Tag verbringe ich mit der Familie am Strand, auf Spielplätzen und mit der Duplo-Eisenbahn. Abends, nachdem der Zwerg ins Bett gebracht ist (und ich wieder aufgewacht bin 😅), habe ich beim YouTube-Schauen noch das ein oder andere Feature gecoded. In Yonks und für diese Website. Zu Yonks später mehr, zu den hiesigen Changes im Folgenden mehr.
Markdown-Format
Natürlich bei Felix las ich vor ein paar Wochen, dass er seine Artikel nun auch im Markdown-Format samt Kopieren-Funktion bereitstellt, was sicherlich die ein oder andere LLM ebenso wie menschliche User erfreuen dürfte. Und weil ich hier sowieso schon jeden Blogpost im JSON- bzw. genauer gesagt JSON Feed-Format bereitstelle, dachte ich, das mach ich auch.
Post-Metadaten mit dem neuen Markdown-Format samt Kopieren-Funktion.
An jeden Blogpost kann nun ein /markdown angehängt werden, um die Markdown-Version aufzurufen. Der Klick auf „Kopieren“ im Post-Footer fetcht und kopiert genau diese Version direkt in die Zwischenablage.
Das im ewigen Eis gespeicherte Static Archive dieses Blogs unterschied sich damit in seinen Markdown-Dateien etwas von der dynamischen /markdown-Route, weshalb ich das angeglichen habe. Tatsächlich habe ich die Gelegenheit genutzt, die Archiv- und Markdown-Generierung gleich an mehreren Stellen zu modernisieren und zu optimieren, wie dieser Pull Request offenbart.2
llms.txt
Für besagten LLM-Support bin ich nun auch der llms.txt-Konvention gefolgt und habe eine solche hier hinzugefügt. Mögen unsere neuen Maschinen-Overlords mir gnädig sein!
MCP-Server
Wer Markdown und LLMs sagt, muss auch MCP sagen, so will es das Gesetz. Daher habe ich KI-unterstützt ein WordPress-Plugin erstellt und getestet, das mir die Inhalte dieses Blogs als MCP-Server lesend zur Verfügung stellt. Konkret gibt es nun search_posts, get_post, list_recent_posts, list_categories und list_tags mit denen Agenten die hiesigen Inhalte durchsuchen und abrufen können. Die Antwort orientiert sich dabei wiederum an der oben beschriebenen Markdown-Ausgabe. Synergie!
Quick-AI-View von Raycast, die den eay.cc MCP-Server aufruft.
Der MCP-Server lässt sich nun wunderbar in Claude, Codex ChatGPT, Raycast (siehe Screenshot) oder etwa Open Minis hinterlegen. In Open Minis habe ich dann auch GPT-5.5 gebeten, mir eine Zusammenfassung des letzten Monats zu schreiben und die erwähnten Themen mit Links zu den Blogposts zu versehen. Das Ganze ist wenige Minuten gelaufen und hat folgenden, wie ich finde, guten Output produziert.3
Bisher habe ich Auswertungen und Analysen meiner Bloginhalte immer über das oben beschriebene, statische Archiv gefahren (das zuvor natürlich immer aktualisiert werden musste), nun sollte das auch dynamisch und up-to-date gehen. Der MCP-Server ist aktuell tokengeschützt nur für mich zugänglich, aber wenn jemand Bedarf hat, möge sie/er sich melden und dann würde ich das ggf. auch öffentlich machen – ist ja eh alles online.
Social Reply
In „Spaß mit Kommentaren“ hatte ich bereits einige Optimierungen an den Kommentaren vorgenommen, die, würde ich jetzt mal sagen, vor allem für mich selbst nützlich sind. Dies geht in die gleiche Richtung: Wird ein über eine Webmention (per brid.gy) eingegangener Kommentar von Mastodon und Bluesky durch mich hier beantwortet, wird diese Antwort über meinen Mastodon-/Bluesky-Account auch gleich als Reply zur jeweiligen Plattform gesendet – und hier mit einem entsprechenden Icon+Link ausgestattet.
Hänge ich auf oberster Ebene einen Kommentar (≠ Kommentar-Reply) an einen Blogpost dran, um z.B. wie unten beim Jurassic-Park-Computer-Beitrag zu sehen, noch eine nicht direkt inhaltliche Ergänzung hinzuzufügen, wird das ebenfalls an meinen entsprechenden Mastodon- und/oder Bluesky-Post als Reply gehangen.
Über eine nur für mich sichtbare Checkbox habe ich allerdings die Möglichkeit, das zu verhindern:
Nur für mich sichtbare Social-Reply-Checkbox im Kommentarformular.
Bubbles
Vor einem Monat habe ich die neue, tolle Blog-Discovery-Plattform Bubbles an dieser Stelle empfohlen. Diese Empfehlung gilt weiterhin, meine RSS-Abos der deutschsprachigen und englischsprachigen Briefings möchte ich nicht mehr missen.
Die Einträge zu diesem Blog bei Bubbles werden jetzt jedenfalls auch in der Syndication-Liste als bubbles.town angezeigt und so gleichwertig mit den anderen Social-Plattformen behandelt:
Post-Metadaten mit Bubbles-Link bei den Syndication-Links.
Und da Bubbles sehr schön ins Fediverse integriert ist, prüfe ich auch auf Kommentare, die bei Bubbles zu hiesigen Blogposts hinterlassen werden, und synce diese dann auch hierher (siehe Felix‘ Kommentar hier bzw. bei Bubbles) – was aber ehrlicherweise noch nicht so häufig passiert ist. Aber das kann ja noch werden mit weiterer Bubbles-Verbreitung!
Gecrossposted mit Indigo, dem im Mai veröffentlichten Client für Mastodon und Bluesky von Soapbox SoftwareAniline Applications, den Machern von Croissant, für die Apple-Plattformen. Habe ich seitdem sehr in mein Social-Herz geschlossen und jahresweise abonniert. Auch ohne das Lesen & Bespielen beider Plattformen ist das eine sehr gute und sehr schöne Social-App. [↩]
Kinder, niemals so große Commits machen, es sei denn, ihr wisst, was ihr tut. [↩]
Veröffentlicht auf Bell Kiosk, dem Website-Studio von Elliot Cost, was beides sehr schöne, brutalistisch anmutende Websites sind, die direkt Punkt Nr. 14 folgen und „das Web als Medium und Material nutzen“.
HyperTexting is your timeline minus the ads, algorithms, and AI slop. It’s like the „for you“ feed, but it actually works… for YOU (not the platforms).
HyperTexting ist eine neue iOS-App von Brooke & Caleb Hailey von Herd Works, die Beiträge von Websites in einer chronologischen Newsfeed-Timeline darstellt, wie man sie aus den diversen Social-Apps kennt. Da alles auf RSS-Feeds basiert, heißt der vier Monate alte Introduction-Post konsequenterweise auch “Welcome to the Feediverse”, was gar kein so schlechter Wortwitz ist, aber bei Fediversierten™ für Verwirrung sorgt.
Bei TechCrunch gibt es ebenfalls einen ausführlichen, gut bebilderten Artikel zur App, die im nächsten Schritt auch das Posten zu WordPress-, Ghost- und anderen Websites ermöglichen will, um eine direkte, bidirektionale Nutzung zu ermöglichen. Dabei funktioniert all das on device und ist aktuell zu 100% kostenlos.
Ein vielversprechender Start, allerdings war ich neben dem „Feediverse“ etwas irritiert, dass Mastodon- und Bluesky-Feeds nicht auch schon dabei sind – vor allem, weil die Profile in HyperTexting den gleichen Aufbau wie bei Bluesky haben (etwa @eay.cc für diese Website). Nichtsdestotrotz toll, dass es einen weiteren, interessanten Open-Web-Client gibt. Vor allem, wenn Discovery und demnächst Posten bereits mit von der Partie sind.
Make HyperText.
Ich bin mittlerweile auch sehr von scrollbaren Newsfeeds/Timelines für meinen RSS-Feed-Konsum bzw. ein Subset davon angetan, was ich mit dem hervorragenden Tapestry abbilde und generell sehr empfehlen kann. Und Fun-Fact: Herd Works‘ Safari-Extension The Magic Highlighter, die einem nach Suchanfragen die Suchbegriffe auf den Zielseiten highlighted, nutze ich auch schon seit Release in 2023 begeistert.
Und wieder ein Podcast, der keine Canonical URL für seine einzelnen Episoden bereitstellt; ich finde das sehr nervig, aber es scheint gerade ein Ding zu sein. [↩]
Aaaaahhh. Und Canonical-URL-Fun-Fact: Bei Craig Mod habe ich vor drei Jahren gelobt, dass er so ein tolles Archiv seines Newsletter bereitstellt. [↩]