#quentin tarantino

Once Upon a Time in Hollywood (2019)

Tarantino nimmt sich in seinem neunten Film1 der Tate-Morde von 1969 an. Hervorragendes Zusammenspiel von DiCaprio und Pitt in einem einerseits typischen, andererseits untypischen Tarantino. Größte Stärke und Schwäche ist das Setting, sowie die Erwartungshaltung der Zuschauer und die Erwartungs­haltung der/des Filmemacher an sich selbst. Fazit: Meh.  Rating: 3/5

  1. Btw: Ich finde dieses „Der neunte Film von Quentin Tarantino“-Marketing unabhängig von Tarantino nach wie vor großartig. []

Quentin Tarantino’s Star Trek

Nach der überraschenden Ankündigung von neulich, dass Quentin Tarantino an einem Star Trek-Film arbeite, hier nun der passende Fan-made Mashup-Trailer dazu, der Kirk & Co. in Tarantinos Grindhouse-Welt verfrachtet:

 
(YouTube Direktlink)

Set your phasers to „thrill“ with this Nerdist Presents parody that explores classic Star Trek in the style of the pulpy B-movies that influence Quentin Tarantino. With shades of Pulp Fiction, Kill Bill, and Inglorious Basterds, „Quentin Tarantino’s Star Trek: Voyage to Vengeance“ clips out the bloodiest, punchiest, killingest moments from The Original Series and recuts them in a style that Tarantino would approve of.

Everything is a Remix, Part 2

Das folgende Video findet ihr heute in jedem Blog und jedem Twitter-Stream, denn es ist einfach zu gut: Kirby Ferguson hat heute nämlich den zweiten Teil seiner vierteiligen Serie »Everything is a Remix« veröffentlicht, in der er belegt, dass jedes kulturelle Produkt ein Remix vorheriger Kulturprodukte ist. Im ersten Teil ging’s um Musik, nun geht’s um Filme. Anhand von »Avatar«, »Star Wars« und »Kill Bill« zeigt er, wie sehr Filme auf anderen Filmen – Und Büchern! Und Comics! Und Fernsehserien! – basieren und liefert so definitiv das Must-See der Woche ab. (via TubeYou, Mister Honk, Nerdcore uvm.)

 
(Vimeo Direktlink)

Update, 24.06.2011: Hier ist der dritte Teil. Must-See der Woche, again.

Inglourious Basterds – Review

Da hätten wir ihn also endlich1: Inglourious Basterds, Quentin Tarantinos neuesten Streich, der irgendwo zwischen „Blut beim Gerinnen zuschauen“ und seinem Meisterwerk liegt, wie man dieser Tage in den Feuilletons und Blogs der Republik lesen konnte. Und ehrlich gesagt, ich hatte auch meine Zweifel, ob die Basterds das werden könnten, was Millionen Filmfans sich erhofften. Denn seien wir mal ehrlich: die bei jedem neuen Tarantino geäußerte Kritik, dass der Regisseur einmal mehr den selben Film in ein anderes Genre transferiert, ist nicht unbegründet. Bei Tarantino sind alle Figuren Tarantino. Ob Auftragskiller, Bauernopfer oder Nazi-Oberst – sie alle sind wahre Film- und Popkulturfreaks, die nebenbei ganz selbstverständlich über Dinge philosophieren, von denen der gemeine Zuschauer noch nie etwas gehört hat. Auch Inglourious Basterds ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme.

Doch – wie die meisten von euch bereits wissen – ist die Geschichte um die Truppe jüdischer US-Soldaten auf Nazijagd nicht nur eine Geschichte um eben diese Inglourious Basterds. Aldo Raines (Brad Pitt) Mannen sind nur ein Puzzleteil in Tarantinos Kriegsfilmpuzzle. Ein anderes ist die Geschichte von Shosanna Dreyfus, einer jungen Jüdin, die mit ansehen muss, wie SS-Mann und Oberpuzzleteil Hans Landa (Christoph Waltz) ihre Familie ermorden lässt. Sie selbst kann zwar fliehen, doch wie es der Autor so will, kreuzen sich Shosannas und Landas Wege einige Kriegsjahre später erneut: sie betreibt mittlerweile unter falschem Namen ein Kino in Paris, in dem die Weltpremiere zu Goebbels neuestem Propagandafilm „Stolz der Nation“ stattfinden soll, Landa ist für die Sicherheit der Veranstaltung zuständig – denn die gesamte nationalsozialistische Führungsetage hat sich angekündigt. Hier kommen wiederum die Basterds ins Spiel, die hier die einmalige Chance wittern, besagte Veranstaltung zu sprengen und Hitler & Co. auszuschalten. Doch natürlich plant auch Shosanna ihren ganz eigenen Rachefeldzug…

Der Triumpf des Kinos über Nazi-Deutschland! – Wer das nicht liebt, der kann kein guter Mensch sein. Aber ist Inglourious Basterds wirklich so gut, wie man überall liest? Kurz und knapp: Ja. Ausführlicher: Der Film ist großartig. Selten hat man so lange Dialoge so spannend inszeniert gesehen, selten so gutes Schauspiel in einem Film und ja, auch in einer Person vereint. Ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei Tarantinos Buch und seiner Figur Hans Landa um kleine Geniestreiche handelt: Chistoph Waltz brilliert als Landa. Wenn der SS-Standartenführer spricht, dann brennt die Luft. Wenn er in einer Szene nicht mitspielt, so ist er dennoch präsent. Fantastisch und zu Recht Oscar-… äh, in Cannes prämiert.2

Doch auch seine Kollegen können sich sehen lassen: Aldo Raine lässt Tyler Durden fasst schon alt aussehen und selbst unser Kartoffelkopf Til Schweiger kommt ungeahnt cool rüber (was aber vor allem daran liegt, dass er so gut wie nichts sagen, sondern nur finster dreinschauen muss). Selbst kleine(re) Rollen wie die von August Diehl als SS-Sturmbannführer Hellstrom, der einige Basterds in einer Bar aufmischt, zeigen derart große Schauspielkunst, so dass deren Darsteller demnächst wohl vermehrt in Hollywood-Produktionen auftauchen werden.

Kurzum: ein geniales Buch und ein fabelhaft inszenierter Film, der uns hier und da mit leckersten stilistischen Schmankerln (und natürlich Damenfüßen) versüßt wird und überragendes Schauspiel zeigt. Großartig! – Was wohl auch Tarantino selbst weiß, lässt er doch Aldo Raine in der letzten Einstellung – Minispoiler! –, nach getaner Arbeit in die Kamera blicken und zu seinem Co-Basterd sagen:

Weißt du was, Utivich, ich glaube, das könnte mein Meisterwerk sein.

Und, Quentin, das glaube ich auch.

EMDb – Rating: 5/5

  1. Ich wäre wegen der Uraufführung im Mai ja fast nach Cannes gereist… []
  2. Aber keine Angst, die Academy rockt der eher früher als später auch noch… []