Zur Einstimmung auf heute Abend…
Update am Tag danach: Toll wars. Sogar sehr toll. Wenn Art Brut (oder die Vorband Buster Shuffle) mal bei euch in der Gegend spielen, unbedingt hingehen!
Das Weblog von Stefan Grund, der im Netz als @eay unterwegs ist und hier seit 2003 über Medien, Popkultur und Technologie schreibt. Mehr »
Zur Einstimmung auf heute Abend…
Update am Tag danach: Toll wars. Sogar sehr toll. Wenn Art Brut (oder die Vorband Buster Shuffle) mal bei euch in der Gegend spielen, unbedingt hingehen!
Die über 15jährigen unter euch werden sich vielleicht erinnern: Bevor jedermann ein Smartphone in der Tasche hatte, wurde Twitter außer Haus vornehmlich per SMS befüllt und konsumiert. So auch im Sommer 2008 als am Nürburgring das größte, schönste, beste und vor allem meiste Rockfestival Deutschlands stattfand – Rock am Ring. Doch waren wir Twitter-Opis zu jener Zeit nicht nur auf einen vergleichsweise steinzeitlichen SMS-Dienst angewiesen, sondern auch auf externe Dienste: eine Twitter-eigene Suche, mit der man #RaR-Tweets hätte finden können, gab es nicht.1 Ebenso wenig wie einen App Store, iPhone-Apps oder einen Twitter-Client.2
Doch damit wir alle auch während diesem dunklen Zeitalter nicht twitterlos ringrocken mussten, richtete Stefan von dasistdasen.de (@dasistdasende) glücklicherweise den später legendären @rarbot ein. Einen Twitter-Bot, der sämtliche Rock am Ring-Tweets retweetete. Das hatte den Vorteil, dass man nur dem @rarbot folgen musste und schon wurde man per SMS darüber informiert, was die anderen Ringrocker so trieben.
Tolle Sache. Bis der @rarbot – zumindest in seiner ersten Version – ein Eigenleben entwickelte, sich selbst retweetete und jedem von uns hunderte SMS schickte. Ich konnte mein Handy zeitweise nicht mehr nutzen, weil die Software unter der Last der Kurznachrichten zusammenbrach. Aber hat uns das gestört? Keineswegs. Unsere alkoholgetränkten Geister (ja, Mama, wir trinken da ziemlich viel) hat auch das nicht gestört, im Gegenteil: es hat uns extremst belustigt.
Daher freue ich mich, euch mitteilen zu können, dass der @rarbot nach einjähriger Ring-Abstinenz wieder seinen Dienst aufgenommen hat. Dieses Mal unter meiner Leitung, Stefan hat mir erfreulicher- und dankenswerterweise die Zugangsdaten zukommen lassen. Klar, könnte man das Treiben des @rarbots mittlerweile mit einer entsprechenden Twitter-Suche (zum Beispiel dieser hier: "Rock am Ring" OR #rockamring OR #rar OR #rar11 OR #rar2011 OR #rockamring2011) selbst nachahmen, trotzdem fehlt dann aber immer noch eine zentrale Instanz, an der früher oder später3 kein #RaR-Twitterer mehr vorbei kommt. Zuerst dachte ich noch an eine Twitter-Liste, aber 1. sind die auf 500 Gelistete begrenzt und 2. würde ich sowieso nie alle Rock am Ring-Twitterer zwecks Auflistung erreichen können.
Daher dieser erprobte, tolle, vollautomatische Weg. Also folgt dem @rarbot (oder schaut mal vorbei), um zu erfahren, was bei den anderen Festvialbesuchern so geht. Und wer genervt ist, darf ihn gerne blocken. Rock on. Wir sehen uns am Ring.
Update, 03.06.2013: Twitter hat den rarbot getötet. Seitdem treibt er hier bei Tumblr sein Unwesen.
Nico fragt sich drüben in seinem Blogeintrag, warum wir eigentlich scrobbeln, also unsere im iPod, iTunes & Co. abgespielten Songs an Last.fm übertragen. Bei mir selbst sind seit dem 14. Februar 2006 bereits 45.910 Titel übertragen worden und im Gegensatz zu vielen anderen gibt es bei mir einen gewaltigen Grund, das auch in Zukunft nicht einzustellen: die persönlichen Event-Empfehlungen.
Es ist nämlich so, dass Last.fm einem aufgrund seiner Hörgewohnheiten nicht nur weitere Interpreten empfiehlt (was ich allerdings nie nutze), sondern auch einen ganz persönlichen Konzertguide zusammenstellt. Diesen habe ich dann per RSS-Feed abonniert und erfahre so stets, wann Künstler, deren Musik ich höre, in meiner Nähe auftreten. Das tolle dabei: Im Gegensatz zu den Alert-Funktionen von Eventim & Co. muss ich hier nichts mehr machen, nirgendwo hinklicken, nichts abonnieren. Ich höre einfach meine Musik, die wird im Hintergrund zu Last.fm übertragen – gescrobbelt –, und bekomme dann entsprechende Tipps. Und das alles völlig automatisch, ohne dass ich irgendwem Bescheid sagen müsste, dass mich diese eine neue Band, deren Album ich zur Zeit so oft höre, interessiert.
Natürlich kommen da mitunter merkwürdige Empfehlungen, größtenteils entspricht es aber meinem Geschmack und ich habe auf diesem Weg schon von etlichen Konzerten erfahren, die ansonsten völlig an mir vorüber gegangen wären. Jedenfalls ein tolles Feature, bei dem mich immer wieder wundert, warum Last.fm es nicht viel massiver bewirbt/herausstellt.
In mehr als drei Jahrzehnten ihrer Karriere haben Laternen-Joe keine Anzeichen von Ermüdung gezeigt. Damals wie heute ist dieser Band eine unerschöpfliche Quelle von Kraft und Energie für die ganze Welt und berührt die Herzen von Millionen Menschen, denen sie mit ihren schwermütigen und trotzdem hoffnungsvollen Liedern einen Weg zur Flucht aus dem oftmals so bitteren Alltag bieten.
Die Frage, die sich da nur stellt, ist: Laternen-Who? Wer verbirgt sich hinter die ominösen Band? Und während sich Fanclubmitglieder und gut informierte Fans der besten Band der Welt, nun an den Kopf fassen, „Eay, der Idiot!“ brüllen und die Schande, die sie mir anschliessend über mein Haupt schütten, zusammensuchen, blieben für mich heute nur Gefühle der Belustigung und der Trauer übrig. Denn Laternen-Joe, die „während der gesamten 1970er, 1980er, 1990er und 2000er Jahre Bestseller-Alben [veröffentlichten], die von restlos ausverkauften Konzerten, Touren und Festival-Auftritten begleitet wurde[n]“, stehen zusammen mit „Nudo Tra I Cannibali“ und „Die Zu Späten“ in bester Ärzte-Clubtour-Tradition.
Doch bevor sich der ein oder andere ebenso verpeilte Belafarinrodfan schon freut: die Provinztour ist natürlich schon längst ausverkauft. Aber nichtsdestotrotz ist die Webseite mit ihrer Fake-Bandgeschichte und vor allem den Fake-Songs aus drei Jahrzehnten mehr als einen Blick wert – und verkürzt uns Normalsterblichen das Warten auf eine hoffentlich demnächst anstehende, große DÄ-Tour.


(by Gustavo Gialuca via Hey Oscar Wilde)
Gregg Gillis aka Girl Talk, der Kerl mit den zwei besten, weil total unterschiedlichen Wikipedia-Bildern out there, hat es wieder getan: Mit All Day hat er sein nun schon fünftes Mashup-Album rausgebracht und bringt es dieser Tage wieder kostenlos unter die Leute. Dass es erneut überaus umfassend und hörenswert ist, muss ich Girl Talk-Kennern nicht sagen. Alle anderen können sich im folgenden selbst überzeugen:
Da das Label Illegal Art den Download-Ansturm nicht annähernd geregelt bekommt, hier der Verweis auf einen Rapidshare-Mirror (zwölf Tracks) und den Soundcloud-Direktdownload (ein Track, wie’s von Herrn Gillis erdacht war). (via Nerdcore)
Update, 18.11.2010: Sehr cool: Hier hat jemand ein Real-Time-Sample-Display-Player-Ding zu „All Day“ gebastelt, das einem während des Abspielens die gerade verwendeten Samples anzeigt. (via misterhonk)
Folgendes Musikvideo von und mit Rachel Bloom macht derzeit die internationale Blogosphäre unsicher, was in Anbetracht des Themas auch nicht verwundert: singt sie doch davon, dass sie gerne vom fast 90 jährigen Science-Fiction-Autor Ray Bradbury flachgelegt werden würde. Und wenn das ganze auch noch so perfekt produziert und mit Ohrwurmambitionen daherkommt, kein Wunder, dass alle und ihre Oma mit auf den Zug aufspringen. Den Download gibt’s übrigens hier (für lau, versteht sich). (via Minds Delight und eigentlich alle anderen)
Update, 23.08.2010: Mittlerweile dürfte so ziemlich jeder Netznutzer Rachel Blooms sexuelle Präferenzen kennen, so dass man auch mal ein Interview mit ihr führen und verlinken kann. Außerdem wird dort folgende Neuigkeit verkündet, die der 23 jährigen Studentin mit Sicherheit gefallen dürfte: „It has been reported […] that Ray Bradbury has watched the video twice and liked it.“ Und das wiederum wurde angeblich sogar fotodokumentiert. Großartige Sache. (via)