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Playdate

Vor knapp zwei Wochen hat Panic, eigentlich eine Software-Schmiede für macOS- und iOS-Apps, die Entwicklern das Entwicklerdarsein erleichtern, völlig überraschend eine eigene Handheld-Konsole namens Playdate angekündigt, die 2020 für 149 Dollar auf den Markt kommen soll und die sie in Zusammen­arbeit mit Teenage Engineering mehrere Jahre lang entwickelten.

Zwar hat die mittlerweile 25-köpfige Firma, die 1998 von Steven Frank und Cabel Sasser gegründet wurde, mit dem hervorragenden Walking Simulator Indie-Adventure »Firewatch« bereits 2016 als Publisher Erfahrung in der Spielebranche sammeln können, aber damit, dass sie nun eine tragbare, quietschgelbe Konsole mit Schwarzweiß-Display und Kurbel als zusätzlichem Bedienelement herausbringen, hätten wohl die wenigsten gerechnet.

Playdate Handheld in einer Hand

Wer mir auf Twitter folgt, dürfte in den letzten Tagen mitbekommen haben, dass · ich · ein · bisschen · gehyped · bin, was das Playdate angeht. Und wer mit mir in den letzten zehn Jahren „über’s Business“ gesprochen hat1, den dürfte das kaum verwundern:

Wann immer es um Firmen mit Vorbildcharakter geht, verfalle ich eher früher als später in einen Lobgesang auf Panic, deren Software ich mit Transmit 3 seit 2006 tagtäglich nutze. Denn obwohl es sich hierbei nur um ein Software-Utility handelt, das zwar zuverlässig, dafür aber eine wenig spannende Aufgabe wie das Übertragen von Dateien per FTP übernimmt, hat Panic es bereits hier durch außergewöhnlich viel Liebe zum Detail, einer ungewöhnlichen Webseite und einer etwas anderen Unter­nehmens­kultur und Außen­darstellung geschafft, die Aufmerk­sam­keit des jungen Stefan zu gewinnen.

In den Folgejahren habe ich alles (ja, wirklich alles) an Software aus dem Hause Panic gekauft und jeden ihrer Newsletter aufgrund des sympathischen, unkonventionellen Stils gerne gelesen. Irgendwann hatte ich sogar mal einen Manga von Cabel im Briefkasten. Und dass einer von Cabels Songs aus dem »The Incident«-Soundtrack – was übrigens mein All-Time Favorite iOS Game ist und das wiederum von Neven Mrgan, seineszeichens Designer bei Panic, mitentwickelt wurde – dann auch noch auf Platz 44 meiner All-Time Top Tracks bei Last.fm ist, überrascht dann auch nicht mehr wirklich. Ich bin scheinbar ein Panic-Fanboy. 😅

Playdate Handheld auf dem Cover des EDGE Magazine #333

Oder mit anderen Worten: Ich traue den Jungs & Mädels aus Portland einiges zu. Noch mehr feiere ich aber den DIY-Ansatz, den sie mit dem Playdate vorleben. Sie beweisen, dass es heutzutage – das Internet und asiatische Produktions­linien machen’s möglich – einjeder mit internationalen Konzernen aufnehmen kann. Indem sie sich einfach ins Konsolen­geschäft wagen, das bisher Nintendo, Sony & Co. vorbehalten war. Klar, der angestrebte Scope ist hier deutlich kleiner, aber dass eine derartige Firma ein vergleichbares Produkt entwickeln und veröffentlichen kann, beeindruckt mich sehr.

Das ganze erinnert, wie John Gruber bemerkt, an die Hardware-Releases früherer Jahrzehnte, die oft unverhofft von kleinen Teams kamen (Apple anyone?) und wie man sie heutzutage gar nicht mehr kennt.2 Auch Anil Dash lobt den DIY-Geist, der mit dem Playdate mitschwingt, wonach wir uns einfach selbst gute Technologie bauen können, wenn Großkonzerne uns nur schaden wollen. Ich kann beiden nur beipflichten: Das Ganze hat eine Punk-Attitüde, die man von Unternehmen oft schmerzlich vermisst. Egal, ob Playdate ein Erfolg wird oder nicht – und ich gehe von einem Erfolg und viel zu großer Nachfrage aus –, alleine dass das Panic-Team sich hieran gewagt hat, ist großartig.

  1. Ja, wir hippen Firmengründer reden ständig über’s Business. 😌 []
  2. John Gruber spricht sogar davon, dass Playdate für ihn „the most amazing and exciting product announcement […] since the original iPhone“ ist. []

Nintendo 2DS, ein 3DS ohne 3D, angekündigt

Eigentlich macht Nintendo mit dem für Oktober angekündigten 2DS genau das, was mich mir von einem „neuen“ Nintendo-Handheld erhofft hatte (ein ordentliches Gerät, frei von diesem 3D-Mist), um’s dann doch wieder zu versauen: Warum nur diese furchtbare Türstopper-Optik, anstelle eines zusammenklappbaren Geräts wie eh und je? So gehört das Ding wirklich nur ins (Klein-)Kinderzimmer…

Mega Drive Portable Deluxe


Die Mega Drive-Liebhaber unter euch erinnern sich sicherlich an das Mega Drive-Handheld, das letztes Jahr die Runde machte und zu Weihnachten auch in unser aller Aldi verkauft wurde. Von der Idee bin ich nach wie vor begeistert: ein Gameboy Micro-ähnliches Gadget, das mir unterwegs das Zocken der alten Mega Drive-Klassiker ermöglicht – hui, das wär was.

Besagter Mega Drive Portable enttäuschte dahingehend aber auf ganzer Linie. Zwar waren im kleinen Genesis bereits 20 Spiele integriert, eine Möglichkeit weitere einzuspeisen, gab’s aber nicht.1 Doch Leser Hoobsy ließ mich wissen (vielen Dank dafür!), dass passend zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft ein neues Mega Drive-Handheld in den Startlöchern steht2, das diesmal eine bessere Figur machen könnte und sollte.

Und siehe da, die Eckdaten hören sich in der Tat besser an. Denn neben dem etwas größeren Display (2,8″ statt 2,5″) und der Verdopplung der Buttons (6 statt 3) verfügt das „Mega Drive Portable Deluxe“ getaufte Handheld über einen – festhalten! – SD-Kartenslot, mit dem, laut Sega-Portal.de, „sowohl originale Mega Drive-Roms sowie neuentwickelte Firecore-Spiele verarbeitet werden können“. Womit das Gerät für Entwickler und Raubkopierer offen wäre und dem endlosen Spielspaß praktisch nur noch der lange Arm des Gesetzes entgegen stünde. Klingt jedenfalls gut.

Ende des Monats/Anfang Dezember soll’s hierzulande für 50 bis 60 Euro soweit sein. Wer nicht solange warten will, kann sich den Mega Drive Portable Deluxe bereits bei Play-Asia bestellen, wo er mit rund 26 Euro zum Schnäppchenpreis zu haben ist. Meine Bestellung geht gerade raus. Demnächst also mehr.

  1. Man ist geneigt an dieser Stelle „FAIL!“ zu brüllen. []
  2. Ist ja auch klar: Sega vertickt zum Jahresende noch ein paar Uralt-Lizenzen, um die Bilanz zu schönen… []

PSP Go


Das soll sie also sein, die Neuauflage von Sonys PSP, die während der E3 offiziell vorgestellt werden soll. Technische Daten gibt’s noch keine, aber scheinbar verzichtet man fortan auf UMDs und vertreibt die Spiele stattdessen digital. Äußerlich sieht das ganze meines Erachtens jedoch wie das Requisit eines Low-Budget-SciFi-Films aus den 80ern, also ziemlich trashig aus. Aber wer weiß, vielleicht verbirgt sich hinter der kleinen Grässlichkeit ja die Technologie-Bombe? Sofern ihr mehr Bilder sehen wollt, gibt’s die bei den electrobeans.

Update, 3. Juni 2009: Sony hat es sich tatsächlich gewagt, Jahre alte Hardware in ein neues, absolut trashiges Äußeres zu packen und verlangt dafür auch noch satte 250 Dollar. Genaueres steht bei engadget, aber ich denke, man kann das Dingen – es sei denn man ist ein absoluter PSP-Fanboy, falls es sowas überhaupt gibt – getrost sowas von links liegen lassen. Hätte man sich besser am Vorbild des günstigeren, stilsicheren GBA Micro orientiert.

Sega Vision – Wtf?!


Der Markt der mobilen Konsolen ist bekanntlich zwischen Nintendo und Sony aufgeteilt. Ab 2009 will Sega aber angeblich wieder mit einem eigenen Handheld mitmischen. Zwar sind noch keinerlei technische Spezifikationen für das „Sega Vision“ getaufte Gerät bekannt, was man aber schon weiß, ist, dass es praktisch alles (und daher voraussichtlich nichts richtig) können soll. Namentlich nämlich Videos und Musik abspielen, Foto- und Videokamera sein, Fernsehen empfangen, Ebooks darstellen, Diktiergerät sein und (Java-)Spiele abspielen. Das alles vereint auf der Größe einer Kreditkarte.

Ich – selbst großer Sega-Fan, der eine neue Sega-Konsole blind kaufen würde – hoffe jedoch, dass es sich dabei um einen schlechten Witz handelt. Ein derartiger Allrounder klingt zwar auf dem Papier gut, in der Praxis prophezeie ich aber einen Reinfall wie er im Sega-Buche steht. Zumal das Gerät, wenn man diesem Video denn glauben darf, extrem scheiße aussieht. Also: Sega-Handheld? Yeah! Sega Vision? Nein danke… (via)

Nintendo DSi


Wie die Köche der Gerüchteküche schon seit einigen Wochen vermuteten, gab’s heute Neuigkeiten aus Nintendos Handheld-Abteilung. Leider ist’s kein DS 2 geworden, sondern nur ein DSi, eine weitere Überarbeitung vom akutellen DS. Zu den Neuerungen gehören zwei Kameras, ein Slot für SD-Karten und die Integration vom Opera-Browser. Letzteres ermöglicht den Zugang zum neuen DS-Onlineshop, in dem sich neue Spiele kaufen und auf der SD-Karte speichern lassen. Die (Mini-)Spiele sollen maximal 6 Euro kosten. Außerdem wurden die Bildschirme vergrößert (von 3 Zoll auf mächtige 3,25 Zoll) und der GBA-Slot zugunsten der Flachheit geopfert. Der DSi erscheint in Japan Anfang November für umgerechnet 127 Euro, zu uns kommt er wohl er 2009. Genaueres steht bei Golem.

Und was soll ich sagen? Werde ich meinen DS ein weiteres Mal verkaufen, um die neue Version zu bekomme? Keine Ahnung, denn die Neuerungen sind ja bis auf den DS-Shop eher bescheiden. Wer braucht Kameras, wenn ihre Funktionalität auf blöde Party-Spiele begrenzt ist? Immerhin um GBA-Spiele würde ich mir keine Sorgen machen, denn dank SD-Karten-Slot wird die DS-Homebrew- und Piraterie-Szene erst richtig aufblühen. Und das würde wiederum dafür sprechen, doch ein Auge auf den DSi zu werfen…

Dreamcast-Spiele auf der PSP


Als ich gerade die auch hier verwendete Überschrift bei OniPepper, meinem Lieblings-Game-News-Blog, erblickte, hätte ich fast den nächsten Elektronikmarkt gestürmt und mir eine PSP gekauft. Denn da hat doch tatsächlich jemand den Dreamcast-Emulator nullDC für Sonys Handheld portiert!

Doch leider – der Konjunktiv aus Satz 1 lies es erahnen – ist’s wohl zu schön um wahr zu sein: Ein Video von Shenmue auf der PSP zeigt eindringlich, dass die mobile Konsole wohl doch zu wenig Rechenpower hat. Das großartige Spiel läuft nur Standbild-haft ab und Held Ryo ist kopflos. Schade. Muss man halt warten bis es sämtliche DC-Klassiker für Virtual Console & Co. gibt. Und dann ja vielleicht sogar für unterwegs. Auf dem DS 2.

Bis dahin bleibt uns wohl nur die Dreamcast Portable.