#blogging

Bring back personal blogging

Absolut richtiger Artikel von Monique Judge bei The Verge, wo man ja vor kurzem auch wieder zu den Blogwurzeln zurückgekehrt ist. Und natürlich hat sie ihren ersten Verge-Artikel auch in ihrem Personal Blog querverlinkt.

Nur eine Sache, die mich stört und die auch sie als langjährige Bloggerin wissen sollte: Wir schreiben und fordern das jedes Jahr, in der deutsch­sprachigen, wie englisch­ssprachigen „Blogosphäre“ und sicherlich auch anderswo. Gerne zum Jahreswechsel, gerne zwischendurch. Gerne mal andere, gerne mal ich. Und das seit Jahren.

Das macht ihren Appell nicht falsch, aber bringt uns nicht weiter (außer natürlich, dass es auf einer großen Bühne wie bei The Verge passiert, während das hier preaching to the choir ist). Es wäre meiner Meinung nach viel mehr an der Zeit zu überlegen, wie man „personal blogging“ auf das nächste Level heben kann? Das Fediverse mit Lösungen wie Shuttlecraft und Micro.blog klingt in Punkto Vernetzung sehr gut, letzteres auch, was Ease of Use angeht, sofern man dafür bezahlen kann.

Denn generell bleibt Geld ein limitierender Faktor, was Personal Blogs angeht, wie Matt Birchler richtiger­weise festhält:

[…] I think there is value in being able to chat in a common space, as well as the cost benefits of being able to post things and not worry about the cost of hosting that stuff. For example, I don’t post many videos to this blog because the hosting costs would add up and I don’t want to pay that much to host them. And I’m fortunate enough where I can even think about paying for that hosting, for many people it’s out of the question.

Wenn man auf’s Geld gucken muss, sind Bewegtbild­blogs™ jenseits von YouTube und TikTok schlicht­weg nicht zu stemmen. Sobald wir also das Ver­netzungs­problem endgültig gelöst haben (das Fediverse und Webmentions werden hier die Lösung sein), sollten wir uns dem dezentralen Hosting-Problem widmen. Aber das ist ein Thema für ein anderes mal.

In diesem Sinne: Start a fucking blog!

16 Jahre Twitter

Ich bin heute seit genau 16 Jahren auf Twitter – als Nutzer Nr. 16.563 kam ich am 23.11.2006 dazu (Elon Musk ist Twitter-Nutzer Nr. 44.196.397).

In der Zeit habe ich 31.100 Tweets gepostet (Elon Musk 20.667 und der twittert in den letzten Jahren wie ein Wahnsinniger) und man kann sagen, dass Twitter stets meine liebste Social-Web-Plattform war. Zu Beginn noch per SMS bestückt, später über all die tollen Apps.

Wenn man sich meine mit #twitter getaggten Blogposts ansieht (Woher hatte ich eigentlich die Idee mit den Hashtags?), kann man jedoch live mitverfolgen, wie Twitter und ich uns mit jeder Fehlentscheidung des Managements voneinander entfernt haben. Was dieser Tage passiert, übertrifft das alles nochmal.

Dass es offene, dezentrale Alternativen braucht, die all dem nicht unterliegen, sage ich seit Jahren. Dass Blogs das sein sollten auch. Aber wenn es nun selbst­gehostete Mammut­instanzen sind, ist das auch fein für mich. Hauptsache kritische, demokratische Infrastruktur liegt nicht weiter in den Händen Einzelner (that’s you, Elon), die kommerziellen Interessen oder ihrer eigenen, wirren, elitären Agenda verpflichtet sind.

In diesem Sinne: Twitter, es war (nicht immer) schön mit dir. Ich bleibe dir zwar noch erhalten, aber ich bin schon lange nicht mehr mit dem Herzen dabei. Es liegt an dir, nicht an mir.

“Federation isn’t about giving users freedom, it’s about giving nerds a sense of control.“

Which is funny, because when you use a federation protocol, that dictates how your software works and functions. You don’t get to control how your social network functions, the people writing the software do, and even then they don’t always have that much control either.

Interesting take on the Fediverse und Mastodon by tef, posted on the nice and new, „weird web“-friendly, centralized (micro-)blogging platform cohost.

That said, “follow me on cohost here”. 😉

Tumblr führt doppelte “Important Blue Internet Checkmarks“ ein – für 7,99$, einmalig.

We’re introducing Important Blue Internet Checkmarks here on Tumblr. They’re a steal at $7.99—that’s cheaper than some other places, when you consider that you get not one but TWO checkmarks for your blog on web only (for now). Why, you ask? Why not? Nothing matters! ¯\_(ツ)_/¯

Großartig & Instant Buy! 😄

Im Zuge dessen habe ich mich nochmal etwas durch Tumblr geklickt und muss Marcel recht geben: Beeindruckend und angenehm weird (wie auch dieses Beispiel zeigt), was Automattic seit dem Kauf 2019 aus der Plattform gemacht hat. Alles wirkt/wird weiterentwickelt und die werbefreie Version hat mich ja schon Anfang des Jahres positiv gestimmt.

Jetzt noch ActivityPub-Support… Behalte ich mal weiter im Auge.

Update, 11.11.: Es wird immer besser – man kann Tumblr Checkmarks insgesamt 12 Mal kaufen und es so auf imposante 24 Häkchen bringen. Take that, Elon.

Update, 22.11.: Das ging schnell. Der Automattic-Chef hat wirklich ActivityPub-Support für Tumblr angekündigt.

Was m.E. fehlt: Eine simple 1-Person-Microblogging-Lösung, die ActivityPub-/Mastodon-kompatibel ist und sich so leicht installieren/betreiben lässt wie WordPress.

You should blog. Yes, you. It’s really easy to get started. Use whatever platform you want. And you can subscribe to all your friends‘ updates too.

True. Except that your friends don’t blog.

»Revolutionizing the media with blog posts«

Das Tech-Onlinemagazin The Verge hat am Dienstag den Relaunch seiner Website veröffentlicht: neues Branding, neues Design und vor allem eine Website, die mit den gängigen Gewohnheiten von Onlinemagazinen bricht, indem sie neben klassischen Artikeln prominent Micro-Blog-Posts und Linked-List-Items1 einführt.

Hier z.B. ein kompletter Post zum nächsten Zelda in der Startseiten-Ansicht:

Die Idee dahinter ist, so wird es im Relaunch-Artikel und im Podcast erklärt, kurzum „ein guter Web Citizen“ zu sein. Anstatt den eigenen Content primär auf den Plattformen anderer Leute zu veröffentlichen, wie es in den vorherigen Verge-Iterationen der Fall war, kehrt der Content nun auf die eigene Plattform zurück und verweist auf die guten Inhalte anderer – so wie es einst im Web gedacht war:

Our plan is to bring the best of old-school blogging to a modern news feed experience and to have our editors and senior reporters constantly updating the site with the best of tech and science news from around the entire internet. If that means linking out to Wired or Bloomberg or some other news source, that’s great — we’re happy to send people to excellent work elsewhere, and we trust that our feed will be useful enough to have you come back later.

Alter, aber immer noch guter und mittlerweile vermutlich auch gewagter und spannender Ansatz, der zumindest bei mir (Oldschool-Blogger) dazu führt, dass ich The Verge derzeit zwei Mal am Tag aufrufe anstatt wie bisher alle zwei Tage. Themen lassen sich in dem neuen Format schneller konsumieren und bei Bedarf könnte man per klassischem Artikel eintauchen. Wie früher.

Bitte mehr davon!

  1. Im hörenswerten Vergecast zum Relaunch erwähnt Chefredakteur Nilay Patel dann auch, dass John Grubers Daring Fireball eine große Inspiration für das Format war – wie auch hier. []