#blogging (160)

Seite 1 von 16

Own Your Web – Issue 18: Curators

Nach einer etwas längeren Pause ist der hier auch schon empfohlene Newsletter Own Your Web von Matthias Ott zurück mit einer Ausgabe über „Curators“. Denn das Kuratieren wird in Anbetracht des noch anwachsenden AI-Slops um uns herum noch wichtiger, wie Matthias schreibt:

So what becomes valuable, in a world like this? Not more content. We are drowning in content. What becomes valuable is someone you trust, saying: This is worth your time. Here’s why.

That’s curation. And it’s not new.

Und als jemand, der einen Großteil seines privaten Onlinelebens genau damit verbringt, wird es euch wenig verwundern, dass ich diese Ansicht teile. „Aber wieviel auf andere Inhalte zeigen, passiert hier eigentlich?“ habe ich mich im Zuge dessen gefragt und mal kurzerhand das Archiv analysiert. Und siehe da:

  • Seitdem ich die Post-Typen hier eingeführt habe, sind 53,10 % aller Posts Link-Posts; insgesamt 1.227 (vor diesem).
  • Aber auch schon davor wurde rege verlinkt, denn insgesamt 3.693 Posts der bisher 4.318, also insgesamt 85,53 %, verlinken auf externe Quellen.
  • Dabei habe ich insgesamt 11.843 externe Links von 3.350 unter­schied­lichen Domains verlinkt.

In a web full of noise, that act of caring – of curare – might be the most important signal any of us can send.

Exakt. Also freut euch auf viele weitere, handverlesene Links hier. 😌

Own Your Web – Issue 18: Curators | OpenGraph Preview Image
newsletter.ownyourweb.site

Own Your Web – Issue 18: Curators

Hi All! 🤗 The Latin word curare means “to take care of.” It’s the root of curator – a person whose work is not to create, but to care. To select, to arrange,...

The next evolution of The Verge’s homepage is here

Speaking of Tech-Journalismus: The Verge hat seine Homepage restrukturiert und die 2022 eingeführten, von mir und anderen Leser*innen gefeierten Quick Posts rechts in eine eigene Spalte verschoben, anstatt sie wie bisher mit den eigentlichen Artikeln zu durchmischen. Die Begründung dafür, nämlich dass Stories so zu schnell untergingen, ist nachvollziehbar, raubt dem Ganzen aber etwas von seinem innovativen Charme. (Andererseits sieht’s ein bisschen aus, wie das Sidebar-Gastblog beim 2003er BoingBoing damals.1)

Im Vergecast gibt’s eine interessante „Inside Baseball“-Folge zu den Änderungen und weiteren Behind-the-Scenes-Neuigkeiten von The Verge, u.a. mit der Info, dass sie bald das Föderieren mit Bluesky testen wollen2 und an einer Verge-App arbeiten.

  1. Vielleicht sollte also „Bring back sidebar blogs!“ gelten? []
  2. Bis dahin bleibt theverge.space eine hervorragende, externe Lösung um Verge-Autoren, -Inhalten und Quick Posts im Feviverse zu folgen. []
The next evolution of The Verge’s homepage is here | OpenGraph Preview Image
theverge.com

The next evolution of The Verge’s homepage is here

We’re continuously improving how The Verge works for you.

Das eigene Blogarchiv lesen – oder: KI-Zusammenfassungen im Blogarchiv

Da das Bloggen über’s Bloggen für den Bloggenden bekanntlich nicht langweilig wird, soll es heute kurz um das Lesen des eigenen Blogs gehen.

Darüber haben sich zuletzt auch Marco und dann Thomas Gedanken gemacht, die beide berichten, dass sie gerne in ihren eigenen Blogarchiven lesen, Veränderungen und Entwicklungen beobachten. Marco erkennt dabei für sich:

Vielleicht ist genau das der größte Wert eines Blogs für mich. Nicht, dass jemand ihn liest. Nicht, dass er wächst. Sondern dass ich später nach­schauen kann, was mich zu einem bestimmten Zeitpunkt beschäftigt hat.

Mir geht es da tatsächlich ähnlich. Nicht wegen der hoffentlich vorhandenen Weiter­entwicklung meiner Persönlichkeit und meines geschriebenen Worts, sondern vielmehr wegen des Rückblicks auf die Themen, mit denen ich mich damals™ beschäftigt habe. Da – wie es auf der About-Seite heißt – „alles andere zwischen den Zeilen [steht]“, wird mir und z.T. euch natürlich auch einiges an Privatem offenbart, aber eigentlich sind es die Interessen und Obsessionen, die mich gerne und – wie bei Thomas – sehr regelmäßig zurück in mein Blogarchiv führen.1

Bei – mit diesem – 4.239 Posts ist das Stöbern im Archiv nicht nur voller Überraschungen, sondern auch immer öfter Glückssache. Die Suche (einfach s-Taste drücken) ist vor allem seit den letzten Änderungen gut, wenn man sich aber auf der Archiv-Übersichtsseite in die aktuell 227 monatlichen Archiv­seiten verirrt, ist man verloren.

Weshalb ich mir nach dem Vorbild der US-Wirtschaft dachte: „AI to the rescue!“ Schließlich habe ich ein gepflegtes, statisches Archiv meines dynamischen WordPress-Blogs, das immer mehr zur Working Copy meiner Arbeit mit dem Textkorpus hier wird. Ob ich nun Romane zähle oder – wie jetzt – kurze, einleitende Highlights und Zusammen­fassungen für jeden Monat seit Anbeginn der Zeit des Archivs ergänze.

Die Idee ist offenkundig, einen schnellen Überblick zu bekommen, worum es in besagtem Monat geht. Dazu habe ich die LLMs meiner Wahl, namentlich Claude Sonnet 4.5 und GPT-5.3, einmalig (!) über das Static Archive laufen lassen und entsprechend eines Regelsets jährliche _summary.json-Dateien erzeugen zu lassen (Beispiel), die anschließend hier importiert und angezeigt werden. Was dann so aussieht:

Screenshot eines Blog-Monatsarchivs („Einträge von Oktober 2022 (12)

Unten drunter dann noch der Hinweis, dass es sich um KI-generierte Zusammen­fassungen handelt, inklusive Ausklapper, der offenbart, welches Modell zu welchem Zeitpunkt benutzt wurde (hier z.B. Januar 2026 via GPT-5.3 und Dezember 2025 via Sonnet 4.5). Überaus wichtig, denn 1. ist hier ansonsten nichts KI-generiert und 2. lesen sich etwa die KI-Highlights von Februar 2025 so:

Highlights: Bundestags­wahl AfD 20%, USA keine Demokratie, Merz-Ära

Was eindeutig Lowlights sind. Sehr low sogar. Und qualitativ gibt es system­bedingt natürlich eine große Bandbreite. So erwecken die Zusammen­fassungen z.B. den Eindruck, ich hätte im November Geburtstag, nur weil ich dort mal über das Älterwerden gejammert habe. Oder sie schließen mit Erkenntnissen à la „Ein dichter Monat zwischen Netzpolitik, Nerdkultur und Pop“. Na danke.

Dennoch freue ich mich über die kurze Einleitung, wann immer ich jetzt auf einen Monat klicke. Und irgendwie trägt es auch zur (technischen) Weiter­entwicklung von Blogs bei, finde ich. Ein Thema, dem ich mich, wie kryptisch angekündigt, in diesem Jahr noch mehr widmen will.

Update, 12.02.: Ich habe heute noch Links zu den Summaries hinzugefügt, so dass diese direkt auf die entsprechenden Posts verlinken, wenn möglich. Ursprünglich dachte ich, dass das zu sehr vom Weiterlesen im Archiv ablenken würde, aber in der Benutzung merkte ich, dass das Suchen nach einem bestimmten Punkt der Zusammenfassung doch deutlich anstrengender ist.

  1. Bei Kagi, meiner Such­maschine der Wahl, habe ich dieses Blog sogar nach oben gepinnt, damit mir Inhalte/Themen, die ich schon verbloggt habe, direkt dort wieder nach oben gespült werden, sollte ich erneut nach ihnen suchen. Es ist nämlich schon einige Male passiert, dass ich Jahre später Links bloggen wollte, die es schon längst hierher geschafft hatten. 😅 []

posting frequenz ≥ 7/woche

Felix hat beobachtet und festgehalten, dass aktuell einige Blogger – so auch ich – wieder täglich ins Internet schreiben. Unter anderem AnJe, die das sogar schon seit 2015 tut und beschreibt, was sie damals dazu bewegt hat:

Irgendwo las ich damals ein Interview mit einem Künstler, der sagte, er würde jeden Tag einen Text schreiben, 364 davon wären nicht gut, aber der eine 365ste, der wäre super, nur hätte er den nie geschrieben, wenn er die anderen 364 nicht auch geschrieben hätte.

Durch den selbst auferlegten Zwang, jeden Tag etwas abliefern zu müssen, egal was, Hauptsache irgendetwas, gelänge es ihm, seine eingebaute, eigene, oberkritische Qualitätskontrolle zu überwinden, die ansonsten so kritisch wäre, dass sie auch gute Texte gnadenlos verrisse.

Ich kenne besagtes Interview nicht, finde den Gedanken aber überaus nachvoll­ziehbar. So habe ich nach diesem Blogpost von November, in dem ich passenderweise Felix zitiere, festgehalten, dass „50 bis 60% meiner potentiellen Posts niemals meinen Kopf, meine Bookmarks oder meinen Entwurfsordner [verlassen]“. Worauf Sascha, den ich hier zuletzt wiederum begeistert für sein tägliches Bloggen in 2025 feierte, damals kommentierte:

Das habe ich jahrelang gemacht und es hat mich sehr unglücklich gemacht. Dieses Jahr nahm ich mir vor, jeden Tag mindestens einmal zu posten, egal was. Das war ein göttlicher Segen für mein Wohlbefinden. Agree to disagree! Blog weg den Shit!

Und genau das mache ich gerade mit großem Spaß. Ich bin mir zwar sicher, dass ich das arbeits- und lebens­bedingt die nächsten 341 Tage nicht durch­gehend schaffen werde, aber alleine den „Blog weg den Shit!“-Spirit wieder­entdeckt zu haben, ist ein großer Gewinn für mich und hoffentlich auch euch. Umso besser, dass es anderen auch so geht. 💪

posting frequenz ≥ 7/woche | OpenGraph Preview Image
wirres.net

posting frequenz ≥ 7/woche

ich sehe in meiner „blogrolle“ und meinem feedreader, dass sehr viele menschen aus meiner blogblase jetzt wieder regelmässig oder gar täglich ins internet schreiben.

23 Jahre

Die Zeit rennt: Heute ist es 23 Jahre her, dass ich dieses Blog gestartet habe (siehe auch 22, 21, 16, 15, 12 und 10 Jahre).

Und es bleibt verrückt: Ich habe mittlerweile Mitarbeiter­*innen, die in dem Alter oder jünger sind. Ebenso unter­richte ich Studierende, deren Durch­schnitt­salter sogar etwas unter 23 liegt. 🤯

Es macht mir immer noch Spaß und ich glaube immer noch, dass es wichtig ist. In diesem Sinne also wie immer: Vielen Dank für’s Mitlesen und auf die nächsten 23! 🎉

Bloggen mit Habit-Tracker

Als ich vor ein paar Tagen auf die beneidenswerte Daily-Blogging-Habit von Sascha verwies und scherzte, dass ich es in diesem Jahr bisher auch noch schaffte jeden Tag zu bloggen, kommentierte Philipp auf Mastodon, dass es bei ihm auch noch so sei – und Philipp hatte eine Grafik angehangen, die sein Archiv zeigte, das nach Wochen aufgebaut ist und dort jeweils die einzelnen Tage mit Post oder ohne ausweist. Was ich cool fand und mich heute veran­lasst, etwas ähnliches zu bauen.1

Daher gibt es jetzt auf der Archiv­über­sichts­seite eine Github-Commit-History-ähnliche Post-Heatmap, die zeigt an welchen Tagen ich in diesem Jahr gebloggt habe:

Was sicherlich förderlich ist, um (noch) regelmäßiger zu bloggen. Dass es 365 Tage in Folge werden, glaube ich – auch wenn es an Tag 11 noch funktioniert –, allerdings leider nicht. 😅

  1. Auch cool und somewhat related: Matt Webb hat in seinem Blog Interconnected am Seitenende seinen Blog-Streak nach Wochen stehen. []

The Case for Blogging in the Ruins

Jedes Jahr rund um den Jahreswechsel gibt es diesen einen Beitrag, der allerorts verlinkt wird und sich für den Aufstieg alternativer Social-Web-Strukturen ausspricht – seien es dezentrale Netzwerke, Blogs oder generell Personal Websites. Hier etwa passende Artikel von 2024, 2023, 2021, 2019 oder auch 2014.

In diesem Jahr kommt er von JA Westenberg, der Blogs in der Tradition von Diderots Encyclopédie und Montaignes Essais sieht und ihren Vorteil im tiefer gehenden, gemeinsamen Diskurs anstelle von kurzen, untergehenden Social-Media-Posts sieht. Was natürlich alles richtig ist, Blogs schön als Kulturtechnik verortet und klar gegen das vergängliche Big-Tech-„Bloggen“ positioniert.

Ich teile das alles. Ihr solltet definitiv mehr bloggen, aber wenn ihr hier mitlest, stehen die Chancen gut, dass ihr 1. selbst bereits bloggt oder 2. dem obigen Blogethos so nah seid, dass ihr zumindest schon mal hier mitlest. Ich glaube daher – keine Kritik an JA Westenberg, sondern eher am jährlich ausgerufenen Blog-Revival –, dass es neue Ideen und technische Weiterentwicklungen fürs Bloggen braucht. Weshalb ich mal versuchen werde – Achtung, Vorsatz! –, mir das in diesem Jahr etwas genauer anzuschauen. Denn tatsächlich sehe ich hier und da schon einige spannende Ansätze. Vielleicht geht’s dann zum nächsten Jahreswechsel darum. 😉

The Case for Blogging in the Ruins | OpenGraph Preview Image
joanwestenberg.com

The Case for Blogging in the Ruins

In 1751, Denis Diderot began publishing his Encyclopédie, a project that would eventually span 28 volumes and take more than two decades to complete. The French government banned it twice. The Catholic Church condemned it, Diderot's collaborators abandoned him, his publisher secretly censored e...

One Year of Daily Blogging

Speaking of feiernswerte Blog-Milestones: Sascha is back und hat im vergangenen Jahr jeden Tag auf PewPewPew – nach meinen Aufzeichnungen im 17. Blogjahr – gebloggt, was ich als Leser überaus begrüße und als Blogger sehr beneide.

Aber hey, bisher habe ich‘s auch jeden Tag in 2026 geschafft. 😅

One Year of Daily Blogging - PewPewPew | OpenGraph Preview Image
pewpewpew.de

One Year of Daily Blogging - PewPewPew

I did it! :) — Ich bin ein Freund von Neujahrsvorsätzen. Nicht, weil sie notwendigerweise der Königsweg zu Erfolg oder lebensverändernden Maßnahmen sind, sondern weil sie das, was man lange als diffusen Wunsch mit sich herumträgt, pl...

„Dieses Blog ist ein Überbleibsel der Internet-Steinzeit“

Thomas‘ Blog ist am 5. Januar 25 Jahre alt geworden. Unglaublich. Ich gratuliere!1

P.S.: Ich sammele feiernswerte Jubiläen meiner Lieblingsblogs hier unter #bloggeburtstag, was sich auch hervorragend als Blogempfehlungsliste eignet. Und Chronik unseres Älterwerdens.

  1. Bei mir sind’s am kommenden Dienstag 23 Jahre. Auch irre. Hier mein Post zum 22sten. []
Dieses Blog ist ein Überbleibsel der Internet-Steinzeit | Thomas Gigold | OpenGraph Preview Image
gigold.me

Dieses Blog ist ein Überbleibsel der Internet-Steinzeit | Thomas Gigold

Wer hätte das gedacht, als ich Ende 2000 mit Userland Manila von Dave Winer rumgespielt habe …

Das Große Nerdlicht-Abecedarium: E

Roland von Nerdlicht ist bei seinem Abecedarium (was für eine tolle Blogrubrik!) beim Buchstaben E angekommen, wo sich neben Entenhausen, Enterprise, Eskapismus und Edieh auch ein Eintrag zu „Eay“ findet. Was mich sehr gefreut hat – vielen Dank für die netten Worte und die Empfehlung!

Das Große Nerdlicht-Abecedarium: E | nerdlicht.net | OpenGraph Preview Image
nerdlicht.net

Das Große Nerdlicht-Abecedarium: E | nerdlicht.net

Nerdlicht von A bis Z. Das Große Nerdlicht-Abecedarium lässt keine Fragen offen, diesmal zum Buchstaben E.