How the Blog Broke the Web

Amy Hoy beschreibt in diesem passenderweise nicht datierten Artikel, wie Blog-Software das frühe Web verändert und ihrer Meinung nach verschlechtert hat, indem Movable Type & Co. den damaligen Website-Autoren das Korsett der Chronologie und das Bearbeiten in Textfeldern aufgezwungen haben. Die individuelle Erstellung ganzer Websites wurde zugunsten der Einfachheit von Content-Management-Systemen geopfert.

Dates didn’t matter all that much. Content lasted longer; there was less of it. Older content remained in view, too, because the dominant metaphor was table of contents rather than diary entry. […] Obviously, it didn’t last.

Suddenly people weren’t creating homepages or even web pages, but they were writing web content in form fields and text areas inside a web page.

Suddenly, instead of building their own system, they were working inside one. A system someone else built.

Interessanter Punkt, der vor ein paar Jahren mit den mittlerweile wieder einge­schlafenen Art Directed Articles1 und zuletzt mit hoch indi­viduali­sierbaren Static-Site-Generatoren vielleicht wieder etwas Gegen­bewegung findet. Das Weird Web würde es freuen.

  1. Eingeschlafen im Blog-Kontext. Bei den großen Publikationen sind individuelle Artikel-Designs a.k.a. “Multimedia Features” nach Veröffentlichung von “Snow Fall” durch die New York Times seit Jahren der Heilige Gral. []
Shortlink: https://eay.li/2u7 Format: JSON

Support your local eay!

Dir gefällt, was ich hier tue? Du kaufst gerne bei Jeff Bezos ein? Dann empfehle ich dir meinen Amazon-Partnerlink und einen Blick in meine Wunschliste für Ideen zum Geld ausgeben.

4 Reaktionen / Kommentar schreiben

  1. Oh, das ist aber ein steiler Take. durch die ‚blogs‘ kamen jede menge nicht-web-affine menschen dazu, zu publizieren. mit allen nebenwirkungen, aber zu behaupten, das hätte das ‚web‘ kaputt gemacht, hmmm


  2. Absolut. Die vielen Vorteile von Blogs bzw. Content-Management-Systemen („everybody has a voice“, Demokratisierung des Webs) sind unbestreitbar und gut (!), aber mit der Absenz von Individualität und der Fixierung auf die Rückwärtschronologie hat sie schon einen Punkt, finde ich.

  3. das ist ja eins der heilsversprechen von sitebuildern… funzt halt auch nicht so echt
    ich frage mich halt, ob es nur eine kreative minderheit ist (die damals halt vornedran waren), die den freewheeling aspekt des frühen webs vermissen…


  4. Das kann durchaus sein. Viele „Creator“, die ich kenne, haben glaube ich bei YouTube & TikTok gefühlt eh den Eindruck, einen unbegrenzt kreativen Canvas vor sich zu haben. Was ja innerhalb der gesetzten Rahmen/Formate auch stimmt. Da vermisst in der Tat niemand indiv. Websites.

Kommentieren