#netzkultur (571)

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Drei Interviews mit Internetmenschen

Drei aktuelle Interviews mit im weitesten und besten Sinne Internet­menschen, die mir gut gefallen habe:

  1. Und wieder ein Podcast, der keine Canonical URL für seine einzelnen Episoden bereitstellt; ich finde das sehr nervig, aber es scheint gerade ein Ding zu sein. []
  2. Aaaaahhh. Und Canonical-URL-Fun-Fact: Bei Craig Mod habe ich vor drei Jahren gelobt, dass er so ein tolles Archiv seines Newsletter bereitstellt. []

Blogging Can Just Be Stating The Obvious

Yes!!! This!!!

Zu genau diesem Post von Jim Nielsen, der wiederum John Grubers Dickover-Beschreibung zum Anlass nimmt, um über die Aussagekraft des Bloggens zu diskutieren, hat Michael einen, aus quasi einem Satz bestehenden Blogeintrag geschrieben, was ihm nicht nur Spaß beim Schreiben, sondern mir auch beim Lesen bereitet hat.

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blog.jim-nielsen.com

Blogging Can Just Be Stating The Obvious

Writing about the big beautiful mess that is making things for the world wide web.

Om Malik, 1966-2026

Om Malik, einer der Ur-Techjournalisten und -Blogger (”a blogger’s blogger“), den ich seit ungefähr zwei Jahr­zehnten lese, ist diese Woche an einer Herz­erkrankung ver­storben. John Gruber hat seinem Freund einen tollen Artikel gewidmet, Jim Nielsen eine schöne Anekdote über ihn festgehalten. Beim von ihm genutzten, alter­nativen Foto-Sharing-Dienst Glass gedenkt man ihm und seiner Fotos („He recognized that the internet was the source of so much good in his own life and that our current iteration is broken.“) ebenso wie Automattic-CEO Matt Mullenweg, der bald auch eine kleine Konferenz zu seinen Ehren – das „OmFest“ – veranstalten will und darüber hinaus weitere Blogposts über Om sammelt.

Update, 29.06.: Falls ihr Om nicht gelesen habt/kanntet und euch fragt, warum er und seine Arbeit so relevant waren: Die New York Times hat einen Nachruf auf ihn veröffentlicht (Gift-Link), wo sie sein Oeuvre nochmal einordnet. (via Darling Firewall)

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om.co

Om Malik, 1966-2026

Om Malik passed away on June 24, 2026, at Stanford Hospital after a long health journey with his heart. He was surrounded by family and friends. We invite you to share your remembrances of Om in th…

Bubbles

Seit Tagen verfolge ich mit großem Interesse Felix‚ Posts aus dem Maschinen­raum über seine Experimente mit ATmosphere, standard.site und heute Markdown. Vor ein paar Tagen hat er dabei auf Bubbles aufmerksam gemacht, einer Art Blog-Aggregator mit Upvote-Funktion, angeknüpft ans Fediverse.

Der Macher Ben aus Mül­heim an der Ruhr erklärt es in seinem Blogpost „Why I Built Bubbles“ so:

I’ve been an RSS obsessive for years. Hundreds of feeds, hand-picked one by one. But RSS only shows you sources you already know. New voices don’t find you there.

What’s been missing: a front page like Hacker News, but exclusively for personal blogs. No tech bros, no AI hype, no trendy startups. Just an endless stream of thoughtful blog posts, curated by real people.

Und das beschreibt ganz schön, was an Bubbles gerade für mich den Reiz ausmacht: Blogs und Blogposts finden, die man in seiner noch so großen Feedreader-Bubble eben nicht gefunden hätte. Aus dem Netz, für das Netz. Englisch- und Deutschsprachig. Mit abonnierbaren Zusammenfassungen. Toll!

Und das hiesige Blog ist erfreulicherweise auch schon dort vertreten (wo lustigerweise auch eine thematische Klassifizierung mitgeliefert wird: Tech 58% · Kultur 6% · Gaming 6% · Politik 5% · Film & TV 4% · Musik 4% – was es ziemlich gut trifft. 😅)

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bubbles.town

Bubbles

Independent blog posts, ranked by the community. Good stuff bubbles up. The rest pops.

I could’ve rickrolled the entire FIFA World Cup. All I needed was my ID.

BobDaHacker hat sich mit seinem Personalausweis als Agent bei der FIFA angemeldet, um dann festzustellen, dass jegliche Authentifizierung für diverse FIFA-Systeme nur Client-seitig geprüft wurde, nicht auf dem jeweiligen Server. Wodurch er sich problemlos Zugang zur Livestream-Verwaltung verschaffen konnte. Er hätte dadurch jeden Stream manipulieren können und z.B. Millionen Zuschauer weltweit rickrollen oder beim Finale mit Subway Surfers-Gameplay trollen können, wie er selbst schreibt.

Die Sicherheitslücke zu melden, war dann wohl gar nicht so einfach. Erst als er sich an US-Behörden wandte, ging es weiter. Die FIFA selbst hat sich bis heute nicht gemeldet – oder bedankt.

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bobdahacker.com

I Could've Rickrolled the Entire FIFA World Cup. All I Needed Was My ID.

How I found that anyone could register on FIFA's public Agent Platform, gain access to the Football Data Platform's Streaming Management panel, and get RTMP ingest URLs and stream keys for every live FIFA World Cup 2026 camera feed. I then spent hours calling FIFA, MediaKind, HBS, CISA, and the F...

Rejected Emoji Proposals

Collage aus acht verworfenen Emoji-Entwürfen, angeordnet in zwei Reihen auf weißem Hintergrund. Oben von links nach rechts: ein pinkes Mädchen-Gesicht mit asymmetrischem Ausdruck und Träne, ein grinsendes gelbes Gesicht mit dem Schriftzug „OK“ statt Augen, ein gelangweilt blickendes Emo-Gesicht mit schwarzem Pony sowie ein wütender Kackhaufen. Unten: eine Person, die ein Selfie mit einem Smartphone macht, eine grüne Giftflasche mit Totenkopf-Symbol, eine rosa Taschentuchbox und eine stilisierte Darstellung der Goldenen Spirale. Alle Emojis sind gleichmäßig groß dargestellt und im typischen plastischen Apple-Emoji-Look gestaltet.

This list only includes emoji that were part of a formal character proposal submitted to the Unicode Consortium.

Sample images are usually taken directly from the proposals and may not accurately reflect best practices.

Weitere Planeten und diverse Dinosaurier wurden genau so abgelehnt, wie böse Häufchen, Emo-Smilies oder, klar, die Giftflasche. (via iPhoneBlog, wo Alex die einzige iMessage-Sticker-App, die man jemals braucht – Very Necessary Emojis – empfiehlt, dem ich mich, wie alle, die mit mir in Apples Nachrichten schreiben, wissen, nur anschließen kann)

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charlottebuff.com

Rejected Emoji Proposals

Proposed emoji that didn’t make the cut.

‘Bots have now passed human traffic online,’ Cloudflare boss laments — says agentic traffic wasn’t expected to eclipse real people until next year

Bot (automated) vs. human HTTP requests are split 57.5 vs. 42.5 percent, according to the firm’s latest data.

Es geht dabei nicht um klassische Suchmaschinen-Bots und Website-Crawler, sondern tatsächlich um AI-Agenten:

Cloudflare reckons these AI agents are online doing stuff like reading product pages, checking prices, performing multi-step tasks online like comparing flights, scraping and indexing web content (but for AI models, not search engines), and acting as personal assistants to order food, compare and shop, and handle customer service interactions.

„Wenn die Temperatur steigt, steigen auch die Preise. Die Serverfarmen müssen gekühlt werden.“ (via Waxy)

‘Bots have now passed human traffic online,’ Cloudflare boss laments — says agentic traffic... | OpenGraph Preview Image
tomshardware.com

‘Bots have now passed human traffic online,’ Cloudflare boss laments — says agentic traffic...

Bot (automated) vs. human HTTP requests are split 57.5 vs. 42.5 percent, according to the firm’s latest data.

The European Social Stack — An open declaration

Eine Deklaration für offene, dezentrale Social-Plattformen und Messaging-Protokolle in, aus und für Europa. Heute vorgestellt auf der PublicSpaces Conference in Amsterdam und mitgetragen u.a. von A New Social, Eurosky und Mastodon. Das neue, europäische Netzwerk W Social, das wie Bluesky oder eben Eurosky ebenfalls auf dem AT-Protokoll aufsetzt, fehlt hier allerdings auffälligerweise.

Ansonsten richtig und wichtig. Während Demokratie, Meinungsfreiheit, Vernetztheit und Gemeinsamkeit überall auf der Welt ins Hintertreffen geraten, sollten wir das, was Europa und die EU auszeichnet, auch im Netz fördern und vorleben.

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european.social

The European Social Stack — An open declaration

Social media’s impact on society and citizens clearly shows the need for change. Europe has a strong ecosystem of social companies and a deep well of expertise in designing and operating social protocols. We are building on this to move away from large monopolistic platforms with their authoritarian governance and editorial positions, and are joining forces to establish a diverse and resilient information infrastructure in Europe.

Daily Vergecast with Casey Neistat’s guide to posting every day

Speaking of Podcasts (diesmal echte Podcasts): Der von mir überaus geschätzte Vergecast, der Flagship-Podcast unser aller Lieblings­tech­publi­kation The Verge erscheint seit dieser Woche täglich. Die freitägliche Episode mit David Pierce und Nilay Patel bleibt unberührt.

In der ersten Daily-Vergecast-Episode ist wieder Casey Neistat zu Gast und sie sprechen über die Heraus­forderungen von täglicher Content-Produktion. Schön meta und – ich sag mal so – can relate. Und ich mache hier nur kurzen Text. 🙈

Ebenso meta, die Episode von vorletzter Woche in der David und Nilay über den Kauf von Teilen von Vox Media1 und den neuen Vergecast-Schedule sprechen.

Ersteindruck: Gefällt und 90 Seconds on the Verge ist zurück. Die Verlängerung meines Abos steht gerade bevor und ist gesetzt.

  1. Succession Staffel 3, oder? []
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theverge.com

Casey Neistat’s guide to posting every day

What you learn posting 800 videos in 800 days.

Enzyklika Magnifica Humanitas des heiligen Vaters Leo XIV. über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Schon zu Recht überall durchgereicht, ist das doch für eine Enzyklika unge­wöhnlich aktuell und trifft den Zeit­geist und die bevor­stehenden Heraus­forderungen für unseren globalen und gesamt­gesellschaftlichen Umgang mit Künst­licher Intelligenz, der Konzen­tration von Kapital und Macht doch sehr genau.

Hier z.B. Definition und Abgrenzung von KI [Absätze und Soft-Hyphens von mir für etwas bessere Lesbarkeit hinzugefügt; das Zitat ist im Original ein einzelner, langer Absatz (#99).]:

Es ist nicht möglich, eine eindeutige und umfassende Definition von Künst­licher Intelli­genz zu geben. Fest steht jedoch, dass das Miss­verständnis zu vermeiden ist, diese „Intelli­genz“ mit der menschlichen gleich­zusetzen. Diese Systeme ahmen bestimmte Funktionen der menschlichen Intelli­genz nach. Dabei übertreffen sie sie oft an Geschwindig­keit und Rechen­leistung und bieten somit in zahlreichen Bereichen konkrete Vorteile. Diese Leistungs­fähigkeit hat jedoch ausschließlich mit der Daten­verarbeitung zu tun: Sogenannte Künstliche Intelli­genzen machen keine Erfah­rungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Bezie­hungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freund­schaft und Verant­wortung bedeutet.

Sie haben auch kein moralisches Gewissen: Sie unter­scheiden nicht zwischen Gut und Böse, sie erkennen nicht den eigentlichen Sinn von Situa­tionen und sie nehmen die Last der Konse­quenzen nicht auf sich. Sie können Sprache, Verhalten und Beur­teilungen imitieren, sie können Empathie oder Verständnis simulieren, aber sie verstehen nicht, was sie damit bewirken, denn sie bewegen sich nicht in jenem affektiven, relationalen und geistigen Horizont, in dem der Mensch zur Weisheit gelangt.

Auch wenn diese Werkzeuge als „lernfähig“ dargestellt werden, unter­scheidet sich ihre Art des Lernens von der einer menschlichen Person. Es handelt sich nicht um die Erfahrung eines Menschen, der sich vom Leben formen lässt und im Laufe der Zeit durch Entschei­dungen, Fehler, Vergebung und Treue wächst; vielmehr ist es eine statistische Anpassung auf der Grundlage von Daten und Rück­meldungen, die zwar sehr effektiv sein kann, aber kein inneres Wachstum impliziert.

Und Tolkien zitiert er dann auch noch (#213).

Bevor ihr euch aber jetzt das sehr lange, sehr päpstliche Dokument durchlest, sei euch die Episode „API et Orbi“ von Haken dran vom vergangenen Freitag empfohlen, in der Gavin Karlmeier und Stefan Schulz sich der Einordnung des Papstes annehmen:

Wir versloppen uns zu Tode: Der Papst hat eine Meinung zu KI – und sie fällt sehr deutlich aus. Die KI ist kein Mensch, die Tech-Broligarchie ist moderner Kolonialismus, KI muss entwaffnet werden und unsere Daten gehören uns und nicht denen, die sie verarbeiten. Über diese Deutlichkeit, über den Widerstand, den wir dagegen aufbringen müssen […]. Der Podcast zum größten Raubzug der Menschheit gegen die Menschheit.

Darüber hinaus haben sich beide noch weiter mit der Thematik beschäftigt: Gavin in seinem Blogeintrag „Ist Claude ein ‚Kind Gottes‘?“ und Stefan in der aktuellen Ausgabe (hier z.B. auf YouTube) seines Podcasts Die neuen Zwanziger.

Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ (15. Mai 2026) | OpenGraph Preview Image
vatican.va

Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ (15. Mai 2026)

ENZYKLIKA MAGNIFICA HUMANITAS DES HEILIGEN VATERS LEO XIV. ÜBER DIE BEWAHRUNG DES MENSCHEN IM ZEITALTER DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ [ Multimedia ] ___________________________