#netzkultur

The Case for Blogging in the Ruins

Jedes Jahr rund um den Jahreswechsel gibt es diesen einen Beitrag, der allerorts verlinkt wird und sich für den Aufstieg alternativer Social-Web-Strukturen ausspricht – seien es dezentrale Netzwerke, Blogs oder generell Personal Websites. Hier etwa passende Artikel von 2024, 2023, 2021, 2019 oder auch 2014.

In diesem Jahr kommt er von JA Westenberg, der Blogs in der Tradition von Diderots Encyclopédie und Montaignes Essais sieht und ihren Vorteil im tiefer gehenden, gemeinsamen Diskurs anstelle von kurzen, untergehenden Social-Media-Posts sieht. Was natürlich alles richtig ist, Blogs schön als Kulturtechnik verortet und klar gegen das vergängliche Big-Tech-„Bloggen“ positioniert.

Ich teile das alles. Ihr solltet definitiv mehr bloggen, aber wenn ihr hier mitlest, stehen die Chancen gut, dass ihr 1. selbst bereits bloggt oder 2. dem obigen Blogethos so nah seid, dass ihr zumindest schon mal hier mitlest. Ich glaube daher – keine Kritik an JA Westenberg, sondern eher am jährlich ausgerufenen Blog-Revival –, dass es neue Ideen und technische Weiterentwicklungen fürs Bloggen braucht. Weshalb ich mal versuchen werde – Achtung, Vorsatz! –, mir das in diesem Jahr etwas genauer anzuschauen. Denn tatsächlich sehe ich hier und da schon einige spannende Ansätze. Vielleicht geht’s dann zum nächsten Jahreswechsel darum. 😉

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joanwestenberg.com

The Case for Blogging in the Ruins

In 1751, Denis Diderot began publishing his Encyclopédie, a project that would eventually span 28 volumes and take more than two decades to complete. The French government banned it twice. The Catholic Church condemned it, Diderot's collaborators abandoned him, his publisher secretly censored e...

Who’s who at X, the deepfake porn site formerly known as Twitter

Mir erschließt sich der Hintergrund nicht ganz, aber es gefällt mir: Die Financial Times hat einen Artikel, in dem sie 1. die obige Überschrift nutzt und 2. das Führungs­team von X vorstellt – mit von Grok bear­beiteten Fotos der Personen als Clowns. 🤡 (Giftlink; via Daring Fireball)

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ft.com

Who’s who at X, the deepfake porn site formerly known as Twitter

A look inside Elon Musk’s big tent

Digital Independence Day

Heute findet der auf dem 39C3 angekündigte, erste Digital Independence Day statt, der Aktionstag für digitale Souveränität und Abkehr von den großen Techkonzernen. Der heutige Tag soll den Auftakt für eine Reihe an dazuge­hörigen Projekten und Veranstaltungen bilden, die fortan immer am ersten Sonntag im Monat stattfinden sollen.

Wie Thomas finde ich die kurze Vorlaufzeit (Ankündigung auf dem Congress im sehenswerten Vortrag von Marc-Uwe Kling am 27.12.) und den Namen nicht ideal, das Ansinnen jedoch schon. Denn es ist, wie Michael es zuletzt festhielt nach dem hier berichteten Fall der Apple-ID-Sperrung:

Sich zu sehr auf einige wenige, externe Services zu verlassen, kann ein gewaltiges Problem werden. Es funktioniert alles wunderbar, bis nichts mehr funktioniert. […]

Bedeutet das aber, dass wir nun alles selbst hosten und uns um alles selbst kümmern sollen? Mitnichten! AAber wir sollten unsere Daten so gut als mög­lich redundant speichern und mehrere, bestenfalls voneinander unab­hängige Dienste nutzen1. So können wir die Vorteile moderner Cloud­services nutzen, müssen nicht immer an vollständige Backups denken, sind aber nicht total aufgeschmissen, wenn einer der Anbieter aus welchem Grund auch immer unseren Account sperrt.

Und genau so ist es.

Ich habe selbst noch einige Eisen im Feuer der großen US-amerikanischen Konzerne, was mich zunehmend beunruhigt. Insbesondere meine Verzahnung mit dem Apple-Universum ist etwas, auf das ich aktuell wegen all seiner Vorteile nicht verzichten möchte. Aber: Ich habe redundante Backups, online wie offline, die ein plötzliches Verschwinden eben dieser zwar schlimm, aber nicht katastrophal machen würden.

Dennoch: Da geht noch mehr. Und von mir aus ab sofort gerne am ersten Sonntag im Monat. ✊

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di.day

Digital Independence Day

Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können.

delphitools – Simple handmade conveniences

A collection of small, low stakes and low effort tools.

Einmal bookmarken, bitte: delphitools ist eine hilfreiche Sammlung verschie­dener Tools von Ruby Morgan Voigt a.k.a. delphi aus Karlsruhe, wie z.B. einem QR-Code-Generator, einem Papier­größen­referenz-Tool, Kontrast­checks, SVG-Optimierer und Social-Media-Bild­erstellungs­werkzeugen. Alles davon läuft direkt im Browser, ohne Tracking etc., genau so wie es eigentlich sein sollte:

No logins, no registration, no data collection. I can’t believe I have to say that. Long live the handmade web.

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tools.rmv.fyi

delphitools

A collection of small, low stakes and low effort tools. No logins, no registration, no data collection.

getfullyear.com – Never have outdated footer dates again

Every January 1st, millions of developers face the same crisis: outdated footer years. It’s 2026, and we’re still updating copyright years manually like we’re in 1999. It’s time for a change.

After 4 years of relentless development, we’ve crafted the ultimate API to solve this problem forever. Our team of +10 engineers poured their hearts and souls into building the perfect solution (before budget cuts hit). Consider this our gift to the developer community. You’re welcome, internet.

Frohes neues Jahr euch allen und euren Footern! 🎉

Vorher Vor 11 Jahren im Blog: It’s 2015. Update Your Footer.

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getfullyear.com

Never have outdated footer dates again

Say goodbye to outdated footer years, forever.

20 Years of Digital Life, Gone in an Instant, thanks to Apple

Der Australier Paris Buttfield-Addison ist seit über 20 Jahren Apple-Enthusiast, hat tausende Dollar in verschiedene das Ökosystem und Downloads investiert und ist darüber hinaus Autor von Objective-C- und Swift-Programmierbüchern. Nachdem er nun eine scheinbar kompromittierte Apple-Prepaid-Karte gekauft hat, wurde seine Apple-ID gesperrt – und der First Level Support scheitert an Verständnis, Lösung oder ordentlicher Weitergabe. Ein digitaler Albtraum. (via vowe)

Die Geschichte reiht sich (jedoch ohne politischen Hintergrund) in die des Falls des französischen Richters Nicolas Guillou vom Internationalen Strafgerichtshof ein, der von den USA sanktioniert, nachdem dieser Haftbefehle u.a. gegen den israelischen Premierminister erlassen hat. In der Folge wurden seine Online-Dienste wie Amazon, Airbnb und Expedia gesperrt, ebenso seine Visa- und Mastercard-Kreditkarten, sowie PayPal-Konten, was einem Ausschluss aus dem internationalen Finanzsystem und Unterbinden digitaler Teilhabe gleichkommt.

Update, 27.12.: Auf Mastodon hat mich Mere Civilian auf sein sehr ähnlich gelagertes Problem aufmerksam gemacht, wonach auch seine Apple-ID gesperrt wurde. Auch hier scheiterte der Support, erst das Auftauchen von Ansprechpartnern der Apple Executive Relations brachte schließlich Abhilfe. Warum der Account genau geschlossen wurde, blieb jedoch unklar.

Paris Buttfield-Addison hat mittlerweile auch ein Update in seinem Artikel veröffentlicht, wonach auch er – nach großer Presse­bericht­erstattung – von einem Executive Relations-Vertreter kontaktiert worden sei, der den Account dann auch wiederherstellen konnte. Grund hier war wohl, wie vermutet, eine bereits eingelöste Gift Card. Warum das jedoch zu so einem drastischen Schritt führt, bleibt weiterhin besorgniserregend.

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hey.paris

20 Years of Digital Life, Gone in an Instant, thanks to Apple

Summary: A major brick-and-mortar store sold an Apple Gift Card that Apple seemingly took offence to, and locked out my entire Apple ID, effectively bricking my devices and my iCloud Account, Apple Developer ID, and everything associated with it, and I have no recourse. Can you help? Email paris ...

Pikaday – A friendly guide to front-end date pickers

David Bushell hat vor über einem Jahrzehnt – als wir im Frontend noch nichts hatten – einen JavaScript-basierten Datepicker gebaut, den auch ich in diversen Projekten eingesetzt hat. Jetzt hat er die Pikaday-Website gegen einen kleinen Guide ausgetauscht, der aufzeigt, dass man 2025 keinen JavaScript-basierten Datepicker mehr braucht, sondern einfach native Funktionen nutzen soll:

Pikaday is no longer a JavaScript date picker. Pikaday is now a friendly guide for front-end developers. I want to push developers away from the classic date picker entirely. Especially fat JavaScript libraries.

Was eine schöne Idee ist, die mehr obsolete Projekte nachahmen sollten.

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pikaday.dbushell.com

Pikaday

Who needs a JavaScript date picker? The answer, in most cases, is nobody! Complex UI leads to more errors and abandoned forms. There can be easier ways to pick a date than a calendar widget. This guide provides alternate ideas and aims to send developers on a path towards user-friendly interfaces.

Internet Archive Wayback Machine Link Fixer

Automattic hat sich mit dem Internet Archive zusammen­getan (siehe Matt Mullenwegs Post) und ein WordPress-Plugin mit dem eingängigen Namen „Internet Archive Wayback Machine Link Fixer“ entwickelt, dass zum einen die eigenen Posts zu archive.org schickt und zum anderen die externen Links auf der eigenen Seite prüft und bei wieder­holtem Nicht-Erreichen durch passende Links zur Wayback Machine ersetzt.

Klingt sehr gut; vergleich­bares hatte ich eh im Weiter­entwicklungs­backlog, weshalb ich das hier gerade mal in Betrieb genommen habe und jetzt darauf warte, dass sich das Plugin durch mehr als 4.000 Posts und noch deutlich mehr externe Links arbeitet.

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wordpress.org

Internet Archive Wayback Machine Link Fixer

Automatically fix broken links by replacing them with archived versions from the Internet Archive's Wayback Machine.

Tim Berners-Lee: Why I gave the world wide web away for free

[…] We need a Cern-like not-for-profit body driving forward international AI research.

[…] If we are able to muster it, we have the chance to restore the web as a tool for collaboration, creativity and compassion across cultural borders. We can re-empower individuals, and take the web back. It’s not too late.

Da die AI-Entwicklung in China und den USA zu sehr von „for profit“ & „for propaganda“ geprägt wird, könnte, sollte und müsste das eine europäische Initiative sein.

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theguardian.com

Why I gave the world wide web away for free | Tim Berners-Lee

My vision was based on sharing, not exploitation – and here’s why it’s still worth fighting for