#netzkultur

The Return of the 90s Web

In big cultural concepts like music or fashion, things have a way of coming around full circle. […] When I look at some of the trends on the web today, I wonder if we’re at that point yet. I wonder if we’re ready to revisit some of the ideas of the early web again.

Max fragt sich, ob es auch im Web wiederkehrende Trends gibt, wie wir sie aus anderen Medien kennen, und hat tatsächlich ein paar Early-Web-Prinzipien wiederentdeckt.

„The code was never the important part“

 
(YouTube Direktlink)

Speaking of APIs: Dieses Video von Tom Scott, den ich bis zu eben diesem Video zu meiner und seiner Überraschung nicht kannte, ist vor kurzem vielerorts dadurch aufgepoppt, dass er den Videotitel über die YouTube-API ständig mit dem (fast) aktuellen View-Count aktualisiert hat („This Video Has 11,385,557 Views“).

Passend zu dieser unerwartet-guten API-Nutzung erzählt er im Video davon, wie damals™ im Web 2.0 alle Dienste mit offenen APIs ausgestattet waren und Tools wie Yahoo Pipes es uns ermöglichten, Daten und Dienste kostenlos und kinderleicht miteinander zu verbinden. Gute, vergangene Zeiten, was dann auch die Botschaft seines Videos ist: Machen, auch wenn es – wie alles – vergänglich ist; Hauptsache es hatte einen positiven Effekt.

Eine Botschaft, die ich, klar, so unterschreiben würde und die seinem sehr sehenswerten Channel mindestens ein weiteres Abo eingebracht hat.

Facebook kauft Giphy für 400 Millionen Dollar

Giphy, im Februar 2013 gegründet und hier auch im selben Monat erstmals erwähnt, war und ist vordergründig eine lustige, coole, kreative Plattform zum Auffinden, Hosten und Teilen der allseits beliebten GIFs.

Tatsächlich steht Giphy aber auch für die Kommerzialisierung von GIFs als Marketing-Werkzeug und kommt dank seiner offenen und einfach zu handhabbaren Programmier­­schnittstelle zugleich als trojanisches Pferd daher: Die Giphy-Integration in all unsere Lieblingsapps, wie Twitter, TikTok, Reddit, Snapchat, Signal und Slack, haben die animierten Bildchen zu Tracking-Pixeln werden lassen. Wer nutzt wann und wo welche Apps – Informationen, die Facebook jetzt sehr viel Geld wert sind. Und womöglich wie nächsten Investitionen von Facebook datentechnisch belegen.

Die Giphy-nutzende Konkurrenz wird indes aufhorchen und Giphy-Anbindungen abkappen, austauschen oder betonen, dass man bereits alle Vorkehrungen getroffen hat, dass erst Giphy und jetzt Facebook keine Nutzer­informationen erhalten. So bereits bei Slack und Signal geschehen.

Jedenfalls: Gut für Facebook, schade für den Rest des Webs.

”Boing Boing is 20 (or 33) years old today“

Wow, Boing Boing, das Gruppen-Blog von und um Mark Frauenfelder, Cory Doctorow, David Pescovitz und Xeni Jardin ist gestern in seiner Inkarnation als Weblog 20 (!) Jahre alt geworden.

Da ich mir eine Zeit vor oder ohne Boing Boing gar nicht mehr vorstellen kann und das Treiben von Frauenfelder & Co. auch eine der Haupt­inspirationen für das mittlerweile 17 Jahre alte eay.cc bzw. eayz war, das zu Beginn übrigens auch als Gruppen-Blog startete, vermute ich, dass ich die Seite irgendwann als 15 oder 16 jähriger entdeckt haben muss.

Wow. Und Gratulation! 🎉

Automattic übernimmt Tumblr

Der Chronik der gescheiterten Social-Web-Akquisitionen durch Yahoo wurde in dieser Woche ein weiteres Kapitel hinzugefügt: Tumblr, die Blogging-Plattform, deren Single-Serving-Blogs wir hier seit Jahren abfeiern und die Yahoo 2013 für 1,1 Milliarden Dollar übernommen hat, wechselt den Besitzer – für weniger 3 Millionen Dollar (!). Neuer Besitzer ist Automattic, die Firma hinter WordPress. Automattic-Matt hat sich derweil in einem Blogpost und einem Interview ausführlich zu den Beweggründen geäußert.

Bei Tumblr selbst ist man verständlicherweise „[excited to join] a team that has a similar mission“. Tumblr-Founder David Karp freut sich, ebenso der ehemalige CTO und erste Tumblr-Entwickler Marco Arment.

Tumblr reiht sich damit in Riege der teuer von Yahoo erstandenen und später billig verkauften Services ein, wie del.icio.us, flickr und Upcoming ein, die im Web 2.0 einst wegweisend waren und dann von Yahoo bzw. später Verizon gekonnt an die Wand gefahren wurden.

Where are all the Bob Ross paintings?

Bob Ross painted more than 1,000 landscapes for his television show — so why are they so hard to find? We solve one of the internet’s favorite little mysteries.

Bob Ross hat in 403 Episoden der 31. Staffeln von »The Joy of Painting« zwischen 1983 und 1994 genau 381 Landschaften gemalt hat und die jeweils in drei Versionen, also insgesamt mindestens 1.143 Bilder. Dennoch kann man keines seiner Werke kaufen. Nicht online, nicht in Galerien, nicht bei großen Auktionshäusern. Die New York Times ist dem Grund dafür nachgegangen und hat daraus eine sehenswerte, 10-minütige Videodokumentation gemacht.

Into the Personal-Website-Verse

If we would make the conscious decision to find better ways to connect our personal sites and to enable more social interaction again, and if we would then persistently work on this idea, then we could, bit by bit, influence the development of Web technologies into this direction. What we would end up with is not only a bunch of personal websites but a whole interconnected personal-website-verse.

Matthias hält ein lesenswertes Plädoyer für Personal Websites und Blogs, dem ich mich nur anschließen kann. (Und denjeningen von euch, die mit dem Web arbeiten, sei zudem Matthias‘ hervorragender Newsletter Prototyping.news, zu all things prototyping empfohlen.)