Anfang Januar hatten wir die delphitools von Ruby Morgan Voigt a.k.a. delphi hier, die eine Vielzahl überaus nützlicher Tools u.a. für Bildbearbeitung, Farben, Social Media und Typographie, kosten- und trackingfrei vereinen. Jetzt, ein paar Monate später, lohnt sich ein erneuter Blick, denn es sind nicht nur mehr Tools geworden, nein, delphi stellt diese neuerdings auch als iOS- und iPadOS-App (inkl. Shortcuts-Support!) und CLI-Tools zur Verfügung. Sehr cool – und das Bild im letzten Beitrag wurde direkt mit der iOS-App freigestellt. 😌
#netzkultur (561)
Ad Infinitum / Zu Googles angekündigter AI-Suche
Matthias fast zusammen, was Google eigentlich auf seiner AI-durchtränkten I/O-Keynote – hier der 54 Sekunden lange AI-Supercut – angekündigt, aber nicht explizit gesagt hat: Nämlich dass sie ihre bisherigen Quellen – das Open Web – und das eigene Geschäftsmodell – die Werbelinks in den Suchergebnisseiten – zugunsten von generativen UIs mit AI-Antworten und dort eingebetteten AI-Ads opfern.
Was das wiederum für Webpublikationen bedeutet, wenn die „ten blue links“ nun offiziell vorbei sind, beschreibt Sascha sehr eindringlich.
Ob Googles AI-Suche allerdings so angenommen werden wird, steht auf einem anderen Blatt. Studierende buhen AI-Befürworter aus, Menschen verurteilen AI-verursachte (oder -begründete) Entlassungen, hassen AI-Rechenzentren und „what if people don’t actually want to use search this way?“, wie Matthias auch eingangs fragt. Zumindest letzteres scheint seit den ersten ChatGPT-Versionen jedoch beantwortet zu sein: Antworten, die keine Website-Aufrufe erfordern, werden gut und gerne in LLMs genutzt. Das wird (leider) auch so bleiben.
Meine langfristige These daher: Das „Web“ wird bei Google & Co. nur noch ein untergeordneter Tab/Reiter sein. So wie „Bilder“ und „Nachrichten“ heute und, *hust*, das Usenet zuvor. „Kaufen Sie sich hier unbegrenzten Zugriff auf das World Wide Web für nur 19,99 Euro/Monat!“
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Aber denkt dran, [hier bitte meinen obligatorischen Hinweis auf Kagi als bessere, privatere Suchmaschine einsetzen; auch wenn das natürlich nur eine Lösung für besagte digitale Bohème sein wird].
Ad Infinitum · Matthias Ott
Web design engineer, UX designer, teacher, and speaker – helping teams build websites and digital products with a focus on CSS, accessibility, and performance.
This is where my tech comes from
Kleines Tool von Martin Holland, um sich einen Überblick zu verschaffen, woher die selbst genutzte Software in den größten Kategorien (OS, Browser, Messaging, usw.) kommt. Und um das gleich auf Social Media zu teilen. Bei mir – oh je, nicht teilbar – sind’s immer noch 79% 🇺🇸.
Der nächste Di-Day kann also gar nicht früh genug kommen.
Tech Origin
Select the software you use — a ready-to-copy text showing their origin will be generated automatically.
personalsit.es – Directory of Personal Websites
This site was built to share and revel in each others‘ personal sites, and is currently home to ~1003 of them. Witness these in wonderment and awe. Immaculate. Stunning. How did they do that? Yes, you should definitely get around to redesigning yours soon.
Ich bin gestern auf diesen Post von Declan Chidlow gestoßen, der erwähnte, das personalsit.es, eine Sammlung von, nun ja, Personal Websites, nun über eintausend Einträge umfasst. Das Directory ist mir auch schon lange bekannt und ich gucke immer mal wieder gerne rein, um zu sehen, wie die Websites anderer Leute aussehen, aber dann ist mir bewusst geworden, dass ich hier noch nie darauf verlinkt habe, was ich hiermit nachhole, denn wir ihr wisst, bin ich Fan davon, wenn einjede*r ein eigenes Stückchen Internet besitzt.
Und sobald meine persönliche Website gelauncht wurde, reiche ich die dann auch hier ein. 😌
PersonalSit.es
Personal sites are sick as hell, so this site was built so we can all discover each other's. This directory of links are by folks that want to share their site with the world.
144
Dies ist der 144. Blogpost in diesem Jahr und damit bereits am 12. Mai einer mehr als es 2025 im ganzen Jahr waren. (Ihr erinnert euch: Aus irgendeinem Grund versuche ich dieses Jahr täglich zu bloggen, was bis jetzt auch tatsächlich geklappt hat. 242 Tage to go. 😅)
What now-familiar domain names looked like before they were bought by big-time companies
Jason Kottke weist auf diesen schönen Bluesky-Thread von Annie Rauwerda hin, in dem sie berichtet, was vorher auf den Domains von jetzt bekannten Firmen passierte:
What now-familiar domain names looked like before they were bought by big-time companies, e.g. openai.com was „the personal homepage of a guy named glenn“, doordash.com was a porn site, threads.com sold spools of thread.
Ihr Resümee ist dann auch sehr treffend:
before the internet was a corporate hellscape it was built by ordinary people!
Bluesky Feed for beyond tellerrand
Ich bin gerade endlich wieder auf der beyond tellerrand, die in diesem Jahr 15 jähriges Bestehen feiert, nachdem ich das letzte Mal von 2016 bis 2018 hier war und eine Post-Corona-Wiederaufnahme in 2022 kurzfristig scheiterte.
Damals™ 2016-2018 stellte Twitter noch den dominanten digitalen Rückkanal dar, heute wird das verteilt auf Mastodon, Bluesky, Threads und Instagram. Während davon alle die Suche nach Hashtags wie #btconf ermöglichen, hat Bluesky bekanntlich noch ein cooleres Feature: Custom Feeds, also Timelines, die man nach Belieben algorithmisch zusammenstellen kann. Und nach dem FC-Köln-News-Feed habe ich das nun mit dem beyond tellerrand Bluesky-Feed gemacht, der den offiziellen Account, „beyond tellerrand“-Mentions und besagten Hashtag in einer Timeline vereint.
Überaus nett, wenn man auf der Konferenz sitzt (oder von anderswo zuschaut) und man sehen will, was andere so denken und umtreibt.
beyond tellerrand by @eay.social
The unofficial Bluesky timeline for beyond tellerrand: talks, side events, design, code, typography, creativity, and the web.
Own Your Web – Issue 18: Curators
Nach einer etwas längeren Pause ist der hier auch schon empfohlene Newsletter Own Your Web von Matthias Ott zurück mit einer Ausgabe über „Curators“. Denn das Kuratieren wird in Anbetracht des noch anwachsenden AI-Slops um uns herum noch wichtiger, wie Matthias schreibt:
So what becomes valuable, in a world like this? Not more content. We are drowning in content. What becomes valuable is someone you trust, saying: This is worth your time. Here’s why.
That’s curation. And it’s not new.
Und als jemand, der einen Großteil seines privaten Onlinelebens genau damit verbringt, wird es euch wenig verwundern, dass ich diese Ansicht teile. „Aber wieviel auf andere Inhalte zeigen, passiert hier eigentlich?“ habe ich mich im Zuge dessen gefragt und mal kurzerhand das Archiv analysiert. Und siehe da:
- Seitdem ich die Post-Typen hier eingeführt habe, sind 53,10 % aller Posts Link-Posts; insgesamt 1.227 (vor diesem).
- Aber auch schon davor wurde rege verlinkt, denn insgesamt 3.693 Posts der bisher 4.318, also insgesamt 85,53 %, verlinken auf externe Quellen.
- Dabei habe ich insgesamt 11.843 externe Links von 3.350 unterschiedlichen Domains verlinkt.
In a web full of noise, that act of caring – of curare – might be the most important signal any of us can send.
Exakt. Also freut euch auf viele weitere, handverlesene Links hier. 😌
Own Your Web – Issue 18: Curators
Hi All! 🤗 The Latin word curare means “to take care of.” It’s the root of curator – a person whose work is not to create, but to care. To select, to arrange,...
Launching XOXO Explore
Zwei Jahre nach dem Ende des XOXO Festivals, das von 2012 bis 2019 und 2024 „independent artists and creators from the internet“ zelebrierte, haben Andy & Andy zusammen mit Collin Joyce und Friends of the Web eine Website fertiggestellt, die das umfassende Archiv an herausragenden Talks zentral zugänglich macht. Das Stöbern darin lohnt sich; im hiesigen #xoxo-Tag finden sich auch ein paar Empfehlungen.
Update, 01.05.2026: Andy Baio hat in seinem Blog auch noch ein paar Worte zum XOXO-Archiv geschrieben.
Launching XOXO Explore · Blog · XOXO
We launched a complete archive of all eight years of the festival, along with a limited-edition merch collection to mark the occasion.
Dritter Versuch: Bundesregierung beschließt anlasslose Vorratsdatenspeicherung
Die Bundesregierung nimmt einen dritten Anlauf zur Vorratsdatenspeicherung. Internet-Zugangs-Anbieter sollen IP-Adressen aller Nutzer speichern – anlasslos und massenhaft. Internet-Dienste wie E-Mails und Messenger müssen auf Anordnung ebenfalls Daten speichern und herausgeben.
Das ist bereits das dritte Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland. Sowohl das erste Gesetz von 2007 als auch das zweite Gesetz von 2015 wurden von höchsten Gerichten gekippt.
Sieht aus als bekäme jedes Jahrzehnt seinen Versuch zur Vorratsdatenspeicherung. Was wohl dieses Mal passiert?
Dritter Versuch: Bundesregierung beschließt anlasslose Vorratsdatenspeicherung
Die Bundesregierung nimmt einen dritten Anlauf zur Vorratsdatenspeicherung. Internet-Zugangs-Anbieter sollen IP-Adressen aller Nutzer speichern - anlasslos und massenhaft. Internet-Dienste wie E-Mails und Messenger müssen auf Anordnung ebenfalls Daten speichern und herausgeben.