#science fiction

„Is That A Pita In Your Pocket?“

Der Science-Fiction-Autor David Gerrold wurde 1999 gebeten für das „Sm@rt Reseller“-Magazin eine kurze Einschätzung zur „Future of Computing“ zu geben und traf damit, wie sich 19 Jahre später herausstellt, voll ins Schwarze, was Technik, Anwendungsfälle und Datenschutz angeht:

Aktuell hat sich Gerrold übrigens über die Zukunft der Robotik geäußert. In 20 Jahren wissen wir dann, wie richtig oder falsch er damit lag.

Geostorm (2017)

Meine Frau und ich haben ein Guilty Pleasure: Katastrophenfilme. Und zwar die seichte Sorte von Katastrophenfilm, die gerade noch so viele Hollywood-Dollars zugesteckt bekommen hat, um vom Direct-to-DVD-Stigma verschont zu bleiben.

»Geostorm« ist der neueste Vertreter dieser Zunft und steht den Days after Tomorrow und San Andreasen in nichts nach. Nur dass der Klimawandel hier die Erde schon fast zerstört hat, was man mit einem globalen Wetter­satelliten­netz aber noch in der Griff bekommen hat. Doch – oh no! – wird eben diese Technik jetzt von konspirativen Kräften als Waffe eingesetzt. Klar, dass nur Erfinder des Systems und Part-Time-Badass Gerard Butler Tag und Planeten retten kann.

Captain Obvious war dabei besonders fleißig, hält »Geostorm« dank offensichtlicher Besetzung und „beiläufig“ erwähnter Plot Points genau gar keine Überraschungen betreit. Ordentliche Effekte und Kinder-Voiceover runden das platte, aber überraschend amüsante Erlebnis ab. Prädikat: Schreck- und herrlich zugleich. Rating: 3/5

Blade Runner 2049 (2017)

Wenn Art Direction, Score und World Building das sind, was einen Film alleine ausmacht, würde hier die volle Punktzahl stehen.

Leider gehört jedoch noch ein bisschen mehr dazu und dahingehend fand ich den Film eher enttäuschend. Chosen One mit Kafka-Referenz? Geschenkt. Die Handlung ist komplett irrelevant und scheinbar nur auf ein Wiedersehen mit Harrison Ford ausgelegt.1 Das Schlimmste (für Science Fiction): Es gibt hier keine Botschaft. Während das Original essentielle Fragen aufwirft2, vermittelt uns »Blade Runner 2049« was genau? Dass Spike Jonzes »Her« ein ziemlich guter Film ist. Und nur weil wir sehen, wie Schnee auf die Hand eines zweifelnden Protagonisten fällt, ist das noch lange kein Tiefgang.

Dennoch: Meckern auf ästhetisch so hohem Niveau, dass sich ein Kinobesuch dennoch lohnen kann.3 Rating: 2.5/5

  1. Mr. Ford, please stop destroying my childhood!
  2. Was macht einen Menschen zum Menschen? Sind Maschinen, die wie Menschen fühlen, nicht auch Menschen?
  3. Es sei denn, ihr habt ein kräftiges 4K-Heimkino-Setup. Dann könnt ihr auch getrost noch etwas warten.

A good science fiction story should be able to predict not the automobile but the traffic jam.

Frederik Pohl, US-amerikanischer Science-Fiction-Autor über gute Zukunftsgeschichten. (via Dave Rupert, der mit dem Zitat seine Beobachtung illustriert, dass die sozialen Medien unfähig/unwillig waren/sind ihre Nebenwirkungen – Stichwort „The Donald“ – zu antizipieren)

Neill Blomkamp’s »Oats Volume 1«

Neill Blomkamp, Regisseur von »District 9«, »Elysium« und »Chappie« und Namensgeber des hiesigen Themes, teasert seit einigen Wochen seine neue Kurzfilmreihe an, für die er unter dem Namen „Oats Studios“ firmieren wird. Nun ist der erste Trailer zu »Oats Volume 1« erschienen, was nach einer Anthologie von Blomkamp’schen SciFi-Kurzfilmen aussieht.

 
(YouTube Direktlink)

Ich bin überaus gespannt, was dabei rumkommt und wie sich das entwickelt. Das ein eigentlich etablierter Regisseur sich (warum auch immer) wieder der Kurzfilmform annimmt und das Netz, oder genauer gesagt Steam, als Distributionsweg wählt, ist spannend und eine gute Entwicklung. Vorbei an blockierenden Studios, finanziert direkt durch den Long Tail.

Würde doch bloß jemand ein Netflix für Kurzfilme bauen… 😉

Ghost in the Shell

Seit Sichtung der grandios aussehenden Trailer freute ich mich auf die Realverfilmung des populären Animes, der mir damals™ zwar gut gefiel, mich aber zugegebenermaßen nicht weiter beeindruckte und -flußte, weshalb ich das weitere Franchise-Treiben auch nicht weiter verfolgte. Die dann veröffentlichten Realfilm-Trailer versprachen jedenfalls nicht zu viel: Rupert Sanders‘ »Ghost in the Shell« sieht grandios aus. Die Special Effects überzeugen, der eigentliche Star des Films sein Setting: die futuristische Stadt mit all ihren Hologramen, Reklamen, Technologien und Bewohnern sieht fantastisch aus.

Das war’s dann allerdings auch (für mich). Die Neuauflage der 22 Jahre alten Story ist weitestgehend belanglos. Bösewichte sind böse, weil sie böse sind – na vielen Dank. Der Vordergrund der Szenerie verdeckt den Blick auf die Kulisse, die ach so schwerwiegenden Beweggründe der Figuren unterbrechen die immerhin halbwegs unterhaltsamen Actionsequenzen. Und was Scarlett Johansson anstelle einer asiatischen Schauspielerin da macht, weiß ich immer noch nicht.

Nichtsdestotrotz wegen der tollen Präsentation:

Rating: 2/5