#retro (111)

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Land of the Lost, damals™ und heute

Erinnert ihr euch noch an die Serie Land of the Lost, die hierzulande irreführenderweise Im Land der Saurier hieß? Die Serie von 1974, die sich vor allem durch die überaus schlechten Stop-Motion-Dinosaurier auszeichnete, hat in den US of A, wie das halt so ist, mittlerweile Kultstatus erreicht, ist auf DVD erschienen und kommt in diesem Jahr neu verfilmt ins Kino. Mit Hauptdarsteller Will Ferrell und einem verhältnismäßig günstigen Budget von 100 Millionen.

Heute erscheint im Rahmen der Superbowl-Werbeunterbrechung der, klar, Superbowl-Trailer, der aber mittlerweile auch schon (in bester Qualität!) bei YouTube angesehen werden kann. Und obwohl der Film nach ner gehörigen Portion seichtem Popcorn-Kino-Spaß aussieht, bleibt doch die Gewissheit, dass Trash von damals auch heute noch Trash ist. Immerhin.

Um diese Aussage zu bekräftigen, hier ein Bildvergleich der Sleestak, der bösartigen Ureinwohner des Land of the Lost, deren bösartigste und beängstigendste Eigenschaft darin besteht, fiese Zischlaute von sich zu geben.



Immerhin die Dinosaurier sehen ganz gut aus. Man darf gespannt sein. Land of the Lost startet bei uns am 6. August. Wer es jetzt verständlicherweise mit der Angst zu tun bekommen hat, kann sich ja den Sleestak are scary-Song geben. Oder sowas.

Sylvesterpunch

Wie gesagt: die Folge „Sylvesterpunch“ von Ein Herz und eine Seele – oder kurz: Ekel Alfred -, die erstmals am Silvesterabend 1973 ausgestrahlt wurde, ist mein persönliches Dinner for One. Aber nicht nur meins, weshalb der WDR uns auch in diesem Jahr nicht enttäuscht und die Tetzlaffs heute pünktlich um 18:05 in unsere Wohnzimmer bringt. Wer’s nicht kennt, sollte unbedingt reinschalten – jeder der’s kennt, tut das sowieso. Als kleiner Vorgeschmack ein Ausschnitt aus der besagten, legendären Folge:


(YouTube Direktdusseligekuh)

In diesem Sinne: Guten Rutsch euch allen und schon mal frohes neues Jahr!

Der braune Kapitän

Wer neulich dachte, dass DC Comics bereits mit dem Nazi-Dinosaurier Tyrannosaurus Reich (Zitat: „Fliegende Affen??!! Ich hab’s Gefühl ich bin nicht mehr in der Kaiserzeit…“) den nationalsozialistischen Vogel abgeschossen hat, den muss ich enttäuschen, denn scheinbar hat DC noch weitere, ebenso fehlgeleitete Figuren im Ärmel. Etwa Captain Nazi.


Hinter diesem einfallsreichen Namen verbirgt sich ein Erzfeind von (DCs) Captain Marvel, der das erste Mal 1941 in Whiz Comics #21 auftauchte und seitdem immer mal wieder sein braunes Unwesen im DC-Universum treibt und die Marvel Family auf die Palme bringt. Die obigen Panel („… nobody much liked this symbol in the past, and I guarantee it’s less popular now!“) stammen übrigens aus einer Ausgabe von „The Power of Shazam!“ von 1996, in der Captain Marvel Jr. den ollen Fascho zur Strecke bringt und ihn zurück nach Europa schickt, wo er für seine im Krieg begangenen Verbrechen verurteilt wird.

Im Januar 2006 wird Captain Nazi, der mit bürgerlichem Namen übrigens Albrecht Krieger heißt, in Batman #647 (!) endlich besiegt. Leider ist sein Ableben jedoch nicht von langer Dauer und schon bald taucht er wieder auf und macht der JLA und insbesondere Wonder Woman das Leben schwer. Bleibt zu hoffen, dass diese ihm schwer zusetzen kann. Und DC nicht noch mehr Nazi-Figuren rumlungern hat…

Update: Ohje. Haben sie doch. Baron Blitzkrieg zum Beispiel.

Mega Drive Portable (tätä!)


Heute ein Mega Drive Portable der etwas anderen Art: In Taschenform. Und wenn ich damit etwas anfangen könnte, dann wäre ich soeben um 55 Dollar leichter. Soviel kostet nämlich die obige, dem Mega Drive I nachempfundene Tasche aus diesem Shop. (via)

Mein Mega Drive I ist damals übrigens bereits nach zwei, drei Jahren Dauerbetrieb verreckt. Dem darauffolgenden Mega Drive II erging’s dan meinem jugendlichen kindlichen Leichtsinn ähnlich. Seit fünf Jahren bin ich dank Freundin wieder im Besitz eines Mega Drive II, und der wird so gut behütet, dass ich mich drin spiegeln kann.

Der Tag, an dem Klaatu kam

Vor einer Woche überlegten sich die zwei New York City Boys und meine neidische Wenigkeit den Abend mit leichtester Kost á la Death Race ausklingen zu lassen. Also Uhrzeit der Aufführung gecheckt, zum Kino gefahren und an der Kasse drei Karten bestellt. „Oh, die Herren, der läuft heute nicht.“ Aber, aber! „Es sind noch Plätze in der Premiere von Der Tag, an dem die Erde stillstand frei…“ Na gut! Drei Getränkebestellungen später betreten wir den menscheleersten Saal, den das Kino wahrscheinlich jemals bei einer Premiere hatte. Es handelt sich um ein Remake eines Sci-Fi-Streifen aus den 50ern, Neo spielt die Hauptrolle und auf dem Original-Poster ist ein Roboter, der Laserstrahlen aus seinem Auge schießt, zu sehen, soviel wussten wir. Und dass der Trailer beschissen war. Aber wir wollen ja fair bleiben und erst mal abwarten…

Da saßen wir also, sahen wie Sphären auf der Erde auftauchen und aus der größten ein riesiger Roboter und ein schmieriges Keanu-Reeves-Alien mit dem klangvollen Namen Klaatu rausstolpert. Die amerikanische Regierung bekommt’s natürlich mit der Angst zu tun und macht einen Film mehr alles falsch, was man nur falsch machen kann. Klaatu (Klaatu!) kann derweil flüchten und was der Zuschauer schon in den ersten zwanzig Minuten erahnt, erfahren die Verantwortlichen erst endlos lange 80 Minuten später: <Spoiler>Klaatu will die Menschheit vernichten, weil diese die Erde vernichtet. Und das, da sind sich Klaatus Volk und Al Gore einig, geht ja mal gar nicht.</Spoiler>

Woah. Ein weiteres Beispiel dafür, wie man 100 Minuten seines Lebens verschwenden kann und auch noch dafür zur Kasse gebeten wird. Während die Original-Story die Zuschauer 1951 noch fesseln, zum Nachdenken bewegen und schockieren konnte, ist das, was man dem Zuschauer 2008 vorsetzt einfach nur noch nervig. Liebe Filmemacher, wir wissen doch bereits das wir den Planeten zerstören! Warum also muss Klaatu kommen und erstmal sein Tänzchen aufführen, bevor er ebenfalls zu diesem Schluß kommt, dann aber doch irgendwie die Kurve kriegt? Ja, „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ ist in keiner Weise überraschend oder interessant und nur im Entferntesten unterhaltsam. Die Animationen sind schlechter als – festhalten! – bei Fantastic Four 2 und alles in allem verlässt man den Kinosaal mit dem Gedanken, dass es produktiver und amüsanter gewesen wäre, hätte 20th Century Fox die 80 Millionen Dollar, die der Film gekostet hat, im und mit dem Regenwald verbrannt und kurzen Prozess mit unserem Planeten gemacht. Damit die Erde nie mehr stillstehen muss.

Einziger Pluspunkt: Der M. Night Shyamalan-Film The Happening vom Sommer diesen Jahres, der uns ja mit einer ähnlich innovativen Handlung bekehren wollte, ist noch schlechter.

EMDb – Rating: 0,5/5

Super Mario Super Englisch

Da war ich doch neulich auf der Suche nach einem handlichen Englisch-Wörterbuch in meinem verstaubten Schulbuchschrank unterwegs. Zwischen den NoNames, Oxfords, Langenscheidts und Ponsen von Sprachen, an deren Erlernen ich mich nicht mal mehr erinnern kann und dies dementsprechend stark bezweifele, fand ich dann diesen bizarren Beweis dafür, dass man bei Langenscheidt schon lange vor Deutsch-Frau / Frau-Deutsch auf Lizenz-Wörterbücher und Marios gesetzt hat:

Dieses für Englisch-Anfänger, also zumeist Kinder, konzipierte Wörterbuch erschien laut Angaben im Buch erstmals 1993 und wurde scheinbar ein letztes Mal 1997 in fünfter Auflage veröffentlicht. Ich denke, wir können daraus schließen, dass Eltern, Onkels und Tanten von der Idee begeistert waren, ihre Schützlinge mit dem kleinen Klempner, der eh schon die Freizeit der „Kids“ beanspruchte, an die neue Fremdsprache heranzuführen.

Und genau das macht auch Mario im Buch: während der Großteil des Wörterbuchs sich nicht von anderen Langenscheidt-Büchern unterscheidet, erläutern Illustrationen mit Mario & Co. Probleme und Schwierigkeiten. Zum Beispiel den Unterschied von happy und lucky oder was sich hinter den ganzen Sportarten verbirgt. Das könnte natürlich auch jede andere Figur sein, weil sich Worte und Sätze so gut wie nie auf das Nintendo-Maskottchen beziehen, aber zur Hochzeit von Gameboy und Super Nintendo bot sich der Mario wohl einfach an.

Damit dieses feine 90er-Jahre-Relikt nicht auf alle Zeit verloren geht und damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt, habe ich mal ein paar Fotos gemacht und bei flickr reingestellt.

Die Kunst des Batman Adam West

Adam West, der Schauspieler des 60er-Jahre-Batman und der alternde Chick Checker auf den unten stehenden Bildern, scheint mir ein äußerst merkwürdiger Zeitgenosse zu sein. Und dass er sich seinerzeit als 38 jähriger Mann in hautengen Strumpfhosen durchs Kinderfernsehen bewegte und vor jedes Wort die Bat-Silbe hängte, meine ich nicht. Nein, ich beziehe mich auf sein Tun im Alter: Adam West malt Adam West.

Und zwar in seiner berühmtesten Rolle: Batman. Man sollte sich das einmal vor Augen halten: Adam West, der Zeit seines schauspielerischen Schaffens versuchte das Image des ewigen Batmans loszuwerden, hat im Rentenalter nicht nur eine Webseite im Bat-Look, nein, er versucht sich auch als Künstler zu etablieren über Wasser zu halten, indem er die Figur, die er abzustreifen versuchte, malt. Wunderschöne Ironie der Schicksals.





(Stills aus einem G4-Videobeitrag zur Batman/Adam West-Ausstellung.)

Wenngleich der Volksmund zwar lehrt, dass sich über Geschmack nicht streiten lässt, lässt sich erahnen, dass Onkel Volksmund Wests Werke nicht kannte. Ein Rentner malt infantile Gemälde seines verhassten Alter-Egos?! Zu offensichtlich, was er damit bezweckt: gutgläubigen Batman-Fans das hart erarbeitete Geld aus der Bat-Tasche ziehen, damit die Enkelchen ihr Süppchen von Goldlöffelchen schlürfen dürfen. Oder so. Jedenfalls: FAIL. Was kommt als nächstes? Ein singender Captain Kirk?