#konsum

Amazon Echo Show

Nachdem Amazon vor zwei Wochen mit dem Echo Look das erste Alexa-Device mit Kamera (aber ohne Display) vorgestellt hat, kommt heute der Echo Show1, konsequenterweise nun auch mit Display. Neben Videotelefonie mit anderen Alexa-Geräten kann man sich auf Zuruf YouTube-Videos ansehen oder das Bild von kompatiblen Kameras anzeigen lassen („Alexa, show me the nursery.“). 

Genau genommen hat Amazon damit den Teleschirm aus George Orwells 1984 gebaut, wie Motherboard zu Recht anmerkt. Ich persönlich kann mich ganz gut mit der potentiellen Audioüberwachung eines herkömmlichen Echos abfinden (schließlich haben wir auch eins in Küche/Wohnzimmer stehen, sowie noch einen Dot in meinem Arbeitszimmer), mir Videoüberwachung ins Haus zu holen, seh ich aber erstmal nicht. Vor allem wo doch bereits jedes Smartphone alle visuellen Vorzüge des Echo Show abdeckt.

  1. Warum auch Marketing-effektiv an einem Tag releasen?

Amazon Echo Look

Amazon hat mit dem Echo Look nun das erste Alexa-Device mit Kamera vorgestellt. Der beworbene Use-Case: Unterstützung bei der Auswahl von Outfits und dass man sich auch mal von hinten sehen kann. WTF.

Klar kann Amazon das Featureset auf Cloud-Seite stetig erweitern, aber das ist schon eine merkwürdige, initiale Positionierung, anstatt das Gerät als Alternative zur Indoor Nest Cam aufzubauen. Und dass man sich nach der potentiellen Abhörtechnik nun auch noch Videoüberwachung nach Hause holen soll, war natürlich unabwendbar.

#YourFirstAmazonOrder

Schöner Hashtag bei Twitter für etwas persönliche Webnostalgie (und Verwunderung wie spät manch einer Amazon erst für sich entdeckt hat). Meine erste Bestellung ging am 25. November 2002 raus und umfasste zwei Mal die damals frisch erschienene System of a Down-Platte „Steal this Album“ zum Preis von je 14,99 Euro. Eine CD war für mich, die andere für meine damalige Freundin – und jetzige Frau. 😄

Bestellung Nr. 2 war dann im Dezember 2002 schon ein aus diversen Alben, Büchern und Filmen bestehender Rundumschlag, den ich mir selbst zu Weihnachten gönnte. Damals noch mit Spannung erwartet, trudeln hier heutzutage so oft und so viele Amazon-Bestellungen ein, dass ich mir fast gar nicht mehr vorstellen kann, dass es jemals anders war.

Twitter might build a paid subscription service for power users

Ungefähr acht Jahre zu spät liebäugelt Twitter mit der Einführung von bezahlten Pro-Accounts. Mehrwert: eine „more enhanced version of Tweetdeck“, die Journalisten und Konsorten mehr Statistiken bereitstellen soll. Mit anderen Worten: eher uninteressant.

Interessanter wären hingegen simple Premium-Accounts, für die keine Werbung angezeigt wird und deren Profil mit einem entsprechenden Badge ausgestattet wird. Hier und da noch ein Extra-Feature obendrauf und fertig wäre ein Bezahlmodell für die breite Masse an Power Usern, die sich nicht um irgendwelche Analytics-Tools kümmern, sondern einfach nur ihr favorisiertes Social Network unterstützen wollen.

Update, nach Durchlesen meines Feedreaders: Nico sieht das ganz genau so und fordert außerdem „eine Twitterwall im Eingangsbereich der Twitter­zentrale“ auf der die Fotos der Abonnenten „in Dauerrotation gezeigt werden, mit dem Hinweis »@[username] saves your fucking job, stupid!«.“ 😄👍🏻

Woman Acceptance Factor

Der Woman Acceptance Factor oder Woman Approval Factor (WAF) ist eine Einschätzung der Zustimmung oder Ablehnung der Ehefrau oder Partnerin bezüglich einer Neuanschaffung durch den Ehemann oder Partner.

Der Woman Acceptance Factor ist umgekehrt proportional zum möglichen Konflikt, der aus den unterschiedlichen Ansichtsweisen der Ehepartner resultiert. Je niedriger der WAF, desto mehr Überredungsarbeit muss aufgebracht werden, oder desto mehr Konflikt resultiert aus der Anschaffung oder dem Projekt.

Wieder was gelernt. (via wirres.net)

The History of the iPhone, on it’s 10th Anniversary

Gestern vor zehn Jahren hat Steve Jobs die Keynote to rule them all gehalten und der wild spekulierenden Weltöffentlichkeit endlich das „Jesus-Phone“ offenbart.1 Eine hörenswerte Zusammenfassung der Entwicklung und Tragweite des iPhones gibt Brian McCullough in der aktuellen Ausgabe seines Internet History Podcasts, den ich direkt auch mal abonniert habe.2 (via iPhoneBlog)

  1. Für mich bedeutet das, dass ich seit nunmehr neun Jahren ein iOS-Device mit mir rumschleppe (in der ersten Generation noch einen iPod Touch). Unglaublich.
  2. Ärgerlich, dass das hiesige Archiv aktuell nur bis Februar 2007 zurückreicht. Ich muss mal in den alten Nicht-WordPress-Archiven gucken, was ich damals so zum iPhone geschrieben habe…

Kinostatistik 2016 (10-Jahres-Edition)

Willkommen beim Jahresende, willkommen bei meiner alljährlichen Kinostatistik! Dies ist bereits die zehnte Ausgabe in Folge, was bedeutet, dass ich bereits seit einem Jahrzehnt festhalte, wie oft ich im ausklingenden Jahr im Kino war und wieviel mich der Spaß insgesamt und durchschnittlich (ohne Speisen und Getränke) kostete und wie sich die Kosten für einen Kinobesuch seitdem hierzulande entwickelt haben. Seit 2007 sind viele neue Auswertungen dazu gekommen und auch dieses Jahr, soll das nicht anders sein, bietet es sich diesmal doch an, nochmal genauer die vergangen zehn Jahre zu betrachten. 😊


Nachdem die letzten zwei Jahre von vergleichsweise wenigen Kinobesuchen geprägt waren, war 2016 mit 45 Kinobesuchen endlich wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Während der Durchschnittsdeutsche (viele Grüße!) im Jahr auf mittlerweile 1,7 Kinobesuche kommt1, brauche ich mit 0,86 Kinobesuchen pro Woche dazu zwei Wochen. Wie in den ganzen letzten zehn Jahren konnte mein Stammkino in Kerpen davon wieder am meisten profitieren (Support your local cinema!), wenngleich das große, unpersönliche Cinedom in Köln aufgrund seiner Nähe zum Büro in diesem Jahr stark aufholen konnte.2 Im 10-Jahres-Schnitt komme ich auf genau 498 Kinobesuche, was ungefähr 50 Kinobesuchen pro Jahr entspricht. (Und jetzt ärgere ich mich, dass es nicht zwei mehr waren. 😉)


Von den 45 Filmen habe ich zwei als kostenlose Preview gesehen. Die ingesamt 406,35 Euro beziehen sich also nur auf 43 Kinobesuche. Die Kosten liegen damit zwischen 2010 und 2011, wo es für ähnliche Summen aber auch deutlich mehr Filme zu sehen gab. Der Durchschnittspreis hat sich seitdem entsprechend auf 9,45 Euro pro Kinobesuch erhöht, liegt mit nur 2 Cent Unterschied aber auf dem Niveau des letzten Jahres. Dass wir in diesem Jahr meist in der günstigeren ersten Wochenhälfte im Kino waren3, dürfte sich allerdings positiv auf den Durchschnitt ausgewirkt haben. 498 Kinobesuche haben mich in zehn Jahren 3.804,47 Euro gekostet bzw. rund 380,45 Euro pro Jahr.


Über die letzten zehn Jahre habe ich durchschnittlich 7,75 Euro pro Kinobesuch bezahlt, wobei der Trend eines massiven Preisanstiegs weiterhin unverkennbar ist. Der teuerste Film in diesem Jahr war an einem Feiertag »Doctor Strange« in 3D mit 14,50 Euro – einen Euro teurer als der Spitzenreiter »The Force Awakens« im Vorjahr. Wie schon 2014 und 2015 musste ich zwölf Mal die ungeliebten 3D-Brillen aufsetzen, was minus eine kostenlose Preview insgesamt 153,80 Euro für elf 3D-Filme (von 406,35 Euro komplett), also rund 13,98 Euro pro 3D-Film, ausmachte. Neuer Rekord nach den 11,75 Euro pro 3D-Film im letzten Jahr. Zum Vergleich: Der Durchschnittspreis ohne 3D-Filme lag bei 7,65 Euro. Es ist und bleibt die alte Leier von der Refinanzierung der Digital- und 3D-Technik.

Anhand der von der IMDb ausgegebenen Hauptgenres ergeben sich wieder 2,6 Genres pro Film. Adventure und Action dominieren weiterhin das Feld, haben allerdings die Plätze getauscht. Ebenso Science Fiction und Comedy, ansonsten ist das Verhältnis ähnlich dem des letzten Jahres.

Nachdem meine Schätzung von 100 Minuten pro Film von Owley im letzten Jahr zu Recht angezweifelt wurde, habe ich es dieses Jahr genau wissen wollen: Im Schnitt waren die 2016 gesehenen Kinofilme rund 118 Minuten lang. Insgesamt saß ich 5294 Minuten im Kinosessel, was rund 88,2 Stunden bzw. 3,7 Tage sind. Zusammen mit den 189 Stunden des Serienguckens habe ich also rund 277 Stunden bzw. rund 11 ½ Tage mit der bewussten Bewegtbildrezeption verbracht. Für meine Frau und mich wie Urlaub, den man nicht mal einreichen muss. 😎

Gerade im Vergleich zur für Serien aufgewendeten Zeit zeigt sich aber auch, dass die Aufmerksamkeit immer mehr zu Netflix und Amazon wandert. Für gerade einmal 170 Euro im Jahr (120 Euro für Netflix, 50 Euro für Amazon Prime) konnte man hier drei Mal so viel Zeit verbringen – ohne noch weiteres Geld für Speisen und Getränke drauflegen zu müssen. Es wird interessant zu sehen, wie sich die Nutzung der Streaming-Services in den nächsten zehn Jahren entwickelt und welche Auswirkungen das auf das Kino und seine Rolle haben wird.

Ein Punkt, den ich bis hierhin verschwiegen habe, der 2016 aber auch erstmals besonders auffällig wurde, ist das verstärkte Aufkommen von Buchungsgebühren. Im Kölner Raum lassen sich seit diesem Jahr fast alle Kartenkäufe online, meist von Kinoheld.de abgewickelt, tätigen. Dafür wird bei frühzeitiger Auslastung und ohne Kassenpersonal absurderweise meist ein Aufschlag von 50 Cent pro Karte berechnet. Das treibt die eh schon übertriebenen Ticketpreise noch weiter in die Höhe und verstärkt den (elitären) Eventcharakter eines Kinobesuchs immer mehr. Diese Aufpreise habe ich alle auf die regulären Kinopreise angerechnet, genau so wie ich früher (Studenten-)Rabatte abgezogen habe.

Es bleibt jedenfalls spannend und ich bin gespannt, was das (Kino-)Jahr 2017 bringt. Ich für meinen Teil werde weiterhin die Lichtspielhäuser der Republik unsicher machen und fordere euch auf, es mir gleichzutun! 😌

  1. Vgl. das Statistische Jahrbuch 2016, S. 648.
  2. 18x Euromax in Kerpen, 14x Cinedom in Köln, 6x Residenz in Köln, 2x Cinenova in Köln, 2x Cineplex in Passau, 1x Metropolis in Köln, 1x Cinecitta in Nürnberg und 1x Filmrauschpalast in Berlin.
  3. Genaue Verteilung: 10x Dienstags, 9x Mittwochs, 6x Montags, 6x Samstag, 5x Freitags, 5x Sonntags, 4x Donnerstags.