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Kinostatistik 2019

Wie sich herausstellt, bleiben die Hobbies in dem Jahr, in dem man seinen Job kündigt und fast jede wache Minute in die Gründung der eigenen Firma steckt, schon mal auf der Strecke. Kein Wunder also, dass das dreizehnte Jahr meiner Kinostatistik leider das ernüchterndste und All-Time Low war, was meine Aufenthalte in den hiesigen Lichtspielhäusern anging.

Kinostatistik 2019 – Besuche

So kam ich in 2019 auf nur 27 Kinobesuche – 12 Filme weniger als 2018, was zusammen mit 2015 bisher mein All-Time Low war. Ich liege damit bei nur noch 0,52 Kinobesuchen pro Woche, war also jede zweite Woche im Kino. Der Durch­schnitts­deutsche kommt derweil, wie schon im letzten Jahr ermittelt, weiterhin auf 1,61 Kinobesuche pro Jahr (!).1

Kinostatistik 2019 – Gesamtkosten

Die 27 Kinobesuche kosteten mich ohne Speisen und Getränke ingesamt 256,52 Euro, fast 190 Euro weniger als im Vorjahr. Ein Mal war ich kostenlos im Kino (»Long Shot«), so dass sich für 26 kosten­pflichtige Filme ein Durch­schnitts­preis von 9,86 Euro pro Kinobesuch (1,53 Euro weniger als im letzten Jahr).

Kinostatistik 2019 – Durchschnittskosten

Fast ein Viertel der Filme wurde in 3D gezeigt. Konkret bedeutete dies 74,80 Euro für sechs 3D-Filme bzw. einen Durchschnitt von 12,47 Euro pro 3D-Film, was 42 Cent teurer ist, als noch im letzten Jahr. Von einem Preissturz kann also keinesfalls die Rede sein, auch wenn der Durchschnittspreis dieses Jahr mal etwas gesunken ist.

Insgesamt saß ich 3.278 Minuten im Kinosessel, was 54,64 Stunden oder einer Filmlänge von 121 Minuten im Durchschnitt entspricht. Am häufigsten war ich Mittwochs im Kino2, mein Kino der Wahl war dabei – ihr wisst schon: Support your local cinema! – einmal mehr mein Stammkino in Kerpen, wobei das nicht schwer ist, suchte ich dieses Jahr auch nur drei unterschiedliche Lichtspielhäuser auf.3 Da muss 2020 wieder mehr Vielfalt her!

Kinostatistik 2019 – Genres

Genre-technisch dominieren weiterhin Action und Adventure, wie auch schon in den Vorjahren. Die Folgeplätze wurden nur leicht durchgeshufflet.

Streamingstatistik 2019

Im letzten Jahr habe ich die Kinostatistik erstmals um die „Streamingstatistik“ ergänzt, weil die filmische Bedeutsamkeit von Netflix, Prime & Co. nicht mehr missachtet werden kann. Insbesondere wo immer mehr hochkarätige Exklusiv­produktionen (»The Irishman«) nur mit – wenn überhaupt – Minimal­spielzeiten ins Kino und dann fast direkt zu den Streaming-Plattformen kommen. Auch dürften Apple und Disney, die 2019 mit ihren Plus-Diensten auf den Markt gekommen sind, die Streamingspirale weiter anfeuern.

Kinostatistik 2019 – Verteilung

Und auch ich habe mich Abends nach langen Arbeitstagen allzu oft auch für Netflix und gegen das Aufsuchen des Lichtspielhauses entschieden. Jedoch wie oben zu sehen deutlich häufiger für Serien anstelle von Filmen. Denn von den 48 Filmen, die ich 2019 gesehen habe, habe ich tatsächlich nur zwei über meine Streaming-Abos gesehen, davon nur einen über Netflix.

Aber die knapp 55 Stunden Kino stehen 272 Stunden Serienschauen gegen­über. Und das fast ausschließlich über Streaming-Dienste und Mediatheken. D.h. 2019 wurden nur knapp 17 Prozent meiner audiovisuellen Mediennutzung vom Kino bestimmt. Und auch 2017 (23 Prozent) und 2018 (19 Prozent) zeigen bereits genau diesen Trend auf. Mit anderen Worten: TV-Serien haben das Kino gekillt – sicherlich nicht nur was mein Rezeptions­verhalten angeht.

Es bleibt spannend, wie sich die ganze Filmindustrie dahingehend weiter­entwickeln wird. Hoffen wir, dass ich sie im nächsten Jahr(zehnt) wieder etwas mehr befeuern kann als zuletzt. In diesem Sinne wie immer: Auf ein filmisch, wie sonstwie gutes 2020! ✌🏻

  1. Vgl. Statistisches Jahrbuch 2019, S. 666. 🤘🏻 []
  2. Genaue Verteilung: 9x Mittwochs, 4x Donnerstags, 4x Sonntags, 3x Dienstags, 3x Samstags, 2x Montags, 2x Sonntags. []
  3. Genaue Verteilung: 22x Euromax, Kerpen; 4x Cinedom, Köln; 1x Residenz, Köln []

Apple Arcade-Resümee nach zwei Monaten: Ich bezahle fünf Euro/Monat dafür, interessante Spiele herunterzuladen und in einen Ordner namens “Arcade” zu verschieben. In der Hoffnung irgendwann mal Zeit zu finden, da rein zu gucken. (Finde ich nicht.)

Mudita Bell

Mudita Bell Produktfoto

Sehr schicker, gerade noch in Entwicklung befindlicher Wecker von Mudita, die zuletzt mit diesem ansehnlichen Dumb Phone die Runde gemacht haben. Der Wecker kommt mit einem E-Ink-Display, Sensoren für Temperatur und Luftqualität, Meditationstimer und eigens komponierten, netten Klingeltönen daher. Und für nachts gibt’s ein warmweißes Frontlicht.

Mein alles erleuchtender, verhasster Digitalwecker begleitet mich jetzt zwar schon seit der Schulzeit, aber wenn Bell rauskommt, wird es wohl Zeit für seine Rente. (via Dense Discovery #60)

Kinostatistik 2018

Bereits seit zwöf Jahren ist es hier Tradition, dass ich zum Jahresabschluss einen Blick auf mein vergangenes Kinojahr werfe und zusammenfasse, wie oft ich in den vergangen zwölf Monaten die hiesigen Lichtspielhäuser aufsuchte und wieviel mich das insgesamt und durchschnittlich (ohne Speisen und Getränke) kostete. So soll es auch in diesem Jahr sein – allerdings mit einer Neuerung, denn ich habe in diesem Jahr nicht nur Buch über alle Kinofilme, sondern gleich alle Filme, die ich 2018 gesehen habe, geführt. Unabhängig davon aus welcher Quelle sie stammten.

Doch zunächst zurück zum klassischen Kino: 2018 war für mich ein recht arbeitsreiches Jahr, bei dem ich Abends oftmals lieber auf die Couch als in den Kinosessel fiel. Daher komme ich auch nur auf 39 Kinobesuche in 2018, was tatsächlich zehn Filme weniger als letztes Jahr waren und genau so viele wie bei meinem All-Time-Low in 2015. Immerhin kein neues Tief. 😅 Während ich damit nur noch bei 0,75 Besuchen pro Woche liege, konnte der Otto­normal­bürger seine Kinobesuche von 1,47 auf 1,61 Kinobesuche pro Jahr (!) erhöhen. Guter, überraschender Trend.1

39 Kinobesuche kosteten mich insgesamt 444,16 Euro, was zwar rund 100 Euro weniger als im Vorjahr entspricht, damit aber auch auf den unverändert hohen Durchschnittspreis für Kinokarten verweist, der für mich bei 11,39 Euro pro Kinobesuch lag (Plus von 7 Cent im Vergleich zum Vorjahr). Wenn man das mit dem Jahr 2015 vergleicht, entspricht das bei der gleichen Anzahl von Kino­besuchen einem unglaublichen Preisanstieg von insgesamt 93,92 Euro bzw. 1,92 Euro pro Film in nur vier Jahren.

Mit 11 Kinobesuchen saß ich am häufigsten Mittwochs im Kino2, wobei – support your local cinema! – alleine 21 Besuche auf mein Stammkino in Kerpen entfielen3. 11 der 39 Filme wurden mehr schlecht als recht um eine dritte Dimension erweitert, was insgesamt 132,50 Euro für die 3D-Filme bedeutete bzw. 12,05 Euro pro 3D-Film. 3D ist und bleibt damit ein unnützer Preistreiber, wobei wir uns dieses Jahr auch mehrmals aktiv gegen die 3D-Fassung entschieden haben. Der teuerste Film war mit sensationellen, IMAX-bedingten 26,86 Euro »Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald« in der Cineworld in London, gefolgt von »Solo« für 15,75 Euro im Kölner Cinedom.

Wir leben weiterhin in der Marvel-Ära des Kinos, so dass es Genre-technisch keine Überraschungen im Vergleich zum letzten Jahr gab. Der längste Film war passenderweise mit 149 Minuten »Avengers: Infinity War«, der kürzeste mit 86 Minuten »Mega Time Squad«. Insgesamt saß ich damit 4.854 Minuten, also knapp 81 Stunden oder 3 ⅓ Tage, im Kinosessel. Not bad.

Streamingstatistik 2018

Da wir alle seit Jahren über die zunehmende Dominaz von Streaming-Anbietern wie Netflix und Amazon Prime und den Untergang des Kinos sprechen, dachte ich mir zu Beginn des Jahres, dass es fortan auch interessant wäre, diese Entwicklung anhand meiner persönlichen Mediennutzung zu beobachten. Seit­dem halte ich neben den Kinofilmen auch anderweitige Filmsichtungen nach.

Ergebnis des Ganzen: Ich habe mir 2018 insgesamt 70 Filme angesehen. Das Kino bleibt mit 39 Filmen und damit knapp 56 Prozent mein Filmmedium Nr. 1, gefolgt vom iTunes Store und Netflix, womit diese Streaming-Anbieter rund 35 Prozent ausmachen. (Überraschenderweise habe ich dieses Jahr keine Filme auf Amazon Prime gesehen, sondern nur Serien.) Fernsehen und Kauf-Blu-rays kommen mit 7 Filmen nur auf 10 Prozent meines Medienmixes. Die klassische Videothek ist damit tot, was mich, und wahrscheinlich nicht nur mich, angeht.

Ich gehe davon aus, dass sich obiges Kuchendiagramm in Zukunft noch weiter zugunsten der Streaming-Anbieter verschieben wird und diese irgendwann den Großteil meiner und unser aller Filmbedürfnisse abdecken werden – wenn dies bei vielen nicht eh schon geschehen ist. Das ist einerseits schade, weil der gemeinsame Kinobesuch eindeutig einen besonderen Reiz der Rezeption ausmacht, anderseits aber nur verständlich: Zum einem Bruch­teil der horrenden Preise4 bekommt man bei immer besser ausge­statteten Heimkinos eine ähnliche, viele würden sagen identische, Leistung.

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Nichtsdestotrotz: 3 ⅓ Tage Kino wollen 2019 getoppt werden! Mal sehen, ob das klappt oder ob meine Befürchtungen schon ab morgen wahr werden und wir unsere (interaktiven?) Streaming-Zimmer fortan kaum noch verlassen. Doch so oder so: Auf ein filmisch, wie sonstwie gutes 2019! 🤘🏻

  1. Vgl. Statistisches Jahrbuch 2018, Seite 662. []
  2. Genaue Verteilung: 1x Montags, 3x Dienstags, 11x Mittwochs, 4x Donnerstags, 2x Freitags, 9x Samstags, 9x Sonntags. []
  3. Genau Verteilung: 21x Euromax, Kerpen; 10x Residenz, Köln, 3x Cinedom, Köln; 2x Cineplex, Passau; 1x Cinenova, Köln; 1x Mathäser Filmpalast, München; 1x Cineworld, London. []
  4. So haben mich die 18 Ausleihfilme iTunes Store insgesamt nur 50,82 Euro bzw. 2,83 pro Film gekostet. []