
Aus unserer neu begrĂŒndeten Fotoserie: Kinderhand trifft Geburtstagskuchen. Siehe „3“ vom letzten Jahr.
Das Weblog von Stefan Grund, der im Netz als @eay unterwegs ist und hier seit 2003 ĂŒber Medien, Popkultur und Technologie schreibt. Mehr »

Aus unserer neu begrĂŒndeten Fotoserie: Kinderhand trifft Geburtstagskuchen. Siehe „3“ vom letzten Jahr.

Mein Opa (rechts im Bild đ) wĂŒrde heute seinen 100. Geburtstag feiern. TatsĂ€chlich ist er aber leider schon vor seinem 69. Geburtstag, als ich 10 war, verstorben.
Was mich aber immer wieder beeindruckt: Mit 35 hat er das Haus, in dem ich aufgewachsen bin und das heute meines ist, gebaut. Auch wenn wir vieles verĂ€ndert haben, RĂ€ume, WĂ€nde und deren Innereien anders sind, werde ich doch immer noch regelmĂ€Ăig mit seinen guten Ideen, Bau- und Designentscheidungen konfrontiert.
Also Happy Birthday und auch danke dafĂŒr, Opa! đ
WĂŒrde ich Weeknotes schreiben, hĂ€tte ich in dieser Woche folgendes zu erzĂ€hlen:


Alles Gute zum Siebzigsten, Mama! Wir haben fĂŒr dich ein schönes, rot-weiĂes Gesteck aufgegeben, das Ariane und ich heute abgeholt und zu dir gebracht haben. Davor, wĂ€hrenddessen und danach durfte ich Fragen beantworten, wie man von unter der Erde in den Himmel kommt, warum du nicht einfach wieder runter kommst und ob du jetzt ein Geist seist â was, wie mir eindringlich erklĂ€rt wurde, fĂŒr Kinder etwas zu gruselig sei. Danach haben wir noch etwas Fangen auf dem Friedhof gespielt. HĂ€tte dir gefallen.
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Meine Mutter, oben zu sehen auf der Feier ihres 60. Geburtstags, wĂ€re heute 70 Jahre alt geworden. Leider ist so vor ĂŒber drei Jahren, noch vor ihrem 67. verstorben, nachdem sie an einem aggressiv wachsenden Hirntumor erkrankt war. Die Deutsche HirnÂtumorÂhilfe setzt sich dafĂŒr ein, dass die Krankheit Hirntumor so schnell wie möglich heilbar wird. Setzen wir uns dafĂŒr ein, dass ihr das gelingt.

Zwei Jahre, Muttje. đ
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Meine Mutter ist Ende 2021 an einem aggressiv wachsenden Hirntumor erkrankt und am 07.01.2023 verstorben. Die Deutsche Hirntumorhilfe setzt sich dafĂŒr ein, dass die Krankheit Hirntumor so schnell wie möglich heilbar wird. UnterstĂŒtzen wir sie dabei.
Jan Miksovsky hat fĂŒr seine seit einer OP unter Amnesie leidende Mutter aus E-Ink-Display und Web-Technologien ein Device â das „MomBoard“ â gebaut, auf das er und seine Geschwister Nachrichten fĂŒr sie schicken/hinterlegen können. Eine sehr schöne Arbeit oder wie Jim Nielsen den nachahmenswerten Ethos in The Beauty of Building auf den Punkt bringt:
Just building cool shit for people you love on the ethos of an open platform.
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Ich hatte hier schon mal kurz erwĂ€hnt, wie ich das iPhone meiner Mutter umkonfiguriert habe, nachdem sie durch Krankheit, Gehirn-OP und Chemo ihre FĂ€higkeit zu lesen gröĂtenteils verloren hat. Das hat mich natĂŒrlich hieran erinnert.
Technologie kann und sollte schwierige Dinge leichter machen. Technikaffine und Entwickler sind hier noch im Vorteil. Die vielbeschworenen KI-Tools werden diese Möglichkeiten auch fĂŒr weniger Versierte zugĂ€nglich machen.
Today marks two years since I first set up an e-ink display in my momâs apartment to help her live on her own with amnesia.
Tim Urban hat 2014 und 2015 zwei viel beachtete Blogposts auf Wait but why veröffentlicht, in denen es um die LÀnge des eigenen Lebens geht:
Die wichtigste Beobachtung ist aber diese: Wenn er davon ausgeht, dass er als Erwachsener seine Eltern nur fĂŒr rund 10 Tage im Jahr sieht, dann sĂ€he er sie â wĂŒrden seine Eltern leben bis er 60 ist â nur noch rund 300 Tage. Was nur 3% aller Zeit, die er in seinem Leben mit ihnen verbracht, umfasst. That’s it.
FĂŒr ihn ergeben sich daraus drei Handlungsempfehlungen, nicht nur im Bezug auf Eltern, sondern loved ones generell:
- Living in the same place as the people you love matters. I probably have 10X the time left with the people who live in my city as I do with the people who live somewhere else.
- Priorities matter. Your remaining face time with any person depends largely on where that person falls on your list of life priorities. Make sure this list is set by youânot by unconscious inertia.
- Quality time matters. If youâre in your last 10% of time with someone you love, keep that fact in the front of your mind when youâre with them and treat that time as what it actually is: precious.
WĂ€hrend mir mit unserer gerade 14 Monate alten Tochter noch die 95% bevorstehen, die wir gemeinsam verbringen werden, sah das bei meiner verstorbenen Mutter anders aus: Wir wussten seit Anfang 2022, dass wir nur ein paar Monate, vielleicht noch ein gemeinsames Jahr haben wĂŒrden.
Weshalb ich so viel Zeit mit ihr verbracht habe wie möglich. Als die Diagnose klar war, habe ich mich um eine Wohnung bemĂŒht, die nur fĂŒnf Minuten FuĂweg von uns entfernt war, so dass ich jeden Tag bei ihr vorbeischauen konnte. War sie eine Woche im Krankenhaus, war ich sechs Tage davon da.
Meine Mutter hatte zwischen ihrer plötzlichen Erkrankung und ihrem Tod noch 382 Tage2, von denen, wie ich Anfang 2023 festhielt, „es mehr gute und schöne als schlechte Tage fĂŒr sie und uns [gab].“ Von diesen 382 Tagen war ich rund 350 bei ihr. Oft auch mehrfach am Tag, meistens vor und nach der Arbeit.
Mehr Tage hÀtten wir, nach Tim Urbans obiger Rechnung eh nicht gehabt. Von daher bin ich froh, dass wir das Maximum rausgeholt haben.

Heute vor einem Jahr ist meine Mutter, Karin Linowski-Grund, nach plötzlicher Erkrankung und zwölf Monate andauerndem Kampf im Alter von nur 66 Jahren verstorben. Meine Mutter war der lebenslustigste, lustigste und liebste Mensch, den man sich nur vorstellen kann. Betrat sie einen Raum voller Fremder, kann man sich sicher sein, dass sie mit neuen Freunden herausging.
Im vergangenen Jahr haben mir einige, mir zuvor teils unbekannte Menschen dankenswerterweise berichtet, was meine Mutter ihnen bedeutet hat. Wie ihre jungen Kolleginnen zu ihr aufgeschaut haben, als sie ein von MĂ€nnern dominiertes Feld aufgewirbelt und Karriere gemacht hat. FĂŒr wen sie sich beruflich und privat eingesetzt hat, ohne je selbst etwas einzufordern.
Zu sehen mit welcher Klarheit, mit welchem Kampfesgeist und mit wie viel Humor man selbst in Anbetracht einer aussichtslosen Situation weitermachen kann, war beeindruckend und inspirierend. Sie selbst hat gesagt, dass sie nur noch ihr „kleines MĂ€dchen“ sehen wolle, denn kurz nach ihrer Erkrankung konnten wir ihr eröffnen, dass sie Oma wird. DafĂŒr dass Ariane und sie sich noch kennenlernen durften, bin ich unfassbar dankbar. DafĂŒr dass ihr einander nur so kurz hattet, so sauer.
Ich vermisse dich, Muttje. GrĂŒĂ Oma & Opa und alle anderen von mir. Ich bin mir sicher, Jörg, Jupp, Sascha und du haben zusammen wieder eine hervorragende Zeit.
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Meine Mutter ist an einem Glioblastom erkrankt, einem aggressiv wachsenden Hirntumor, der bis heute als unzureichend therapierbar gilt. 5-7 Personen je 100.000 Einwohner erkranken hieran. Die Deutsche Hirntumorhilfe setzt sich dafĂŒr ein, dass die Krankheit Hirntumor so schnell wie möglich heilbar wird. UnterstĂŒtzen wir sie dabei.