Hugh Howey: Art, Money, and AI

Interessanter Blogpost von Hugh Howey, dem Autoren der zu einer Apple-TV+-Serie gewordenen, im Selbst­verlag veröffentlichten »Silo«-Trilogie, über den Unter­schied von Writers und Authors und die Aus­wirkungen von KI auf das Schreiben.

Er selbst versteht sich als Writer. Nicht als Author mit kommerziellen Interessen, weshalb er sich von KI nicht bedroht fühlt, da Schreiben eine Kunst- und Ausdrucks­form sei, die nicht durch Technik abgelöst werden wird. Wenn man das geschriebene Wort jedoch als Produkt verstehe, sei eine Gefahr durch KI durch­aus vorhanden – dann wäre allerdings nicht mehr die Rede von Kunst:

There’s a near future where young readers will have stories created just for them. Where many people will read an individually-tailored book that no one else will ever read. And there will be a huge contingent of authoring minds out there who would vastly prefer that we all purchase the latest award-winning novel that nobody actually finishes rather than millions of people read and enjoy a one-off story written by a token-prediction machine.

Writing for money is fine, I guess. I’ve fought for people to have that right. But if that’s the main goal, then the difference between that writer and the tech company is more similar than we’re willing to admit. It’s a pursuit of profits. We can stop pretending it’s about art at all.

Ich denke – wie wohl jeder Tech-affine Mensch – seit einigen Monaten viel (zu viel) über KI, deren Nutzung im Arbeits­kontext und deren Verhältnis zur Kunst nach. Ich habe das Thema, noch nicht vollends abgeschlossen (wie könnte ich auch? God in a Box steht ja unmittelbar bevor – Investieren Sie jetzt eine Fantastilliarde Trump-Dollars, um auch dabei zu sein!), sehe aber die unglaub­lichen Vorteile als Werkzeug – linguis­tische Pro­grammie­rung! – und unaus­weich­lichen Nachteile – Wahr­scheinlich­keits­maschinen! – sowohl in meiner und unser aller Privatnutzung als auch im Business­kontext, wo ja auch meine Branche einerseits bedroht, andererseits gepusht wird.

Wie schon im Web glaube ich an ein absolutes Demo­krati­sierungs­potential, das LLMs (≠ APIs von OpenAI, Anthropic, Google & Co.) für die Software-Entwicklung bieten. Matt Birchler hat gerade richtiger­weise das Year of Micro Apps ausgerufen. Bedroht das mein Geschäft? Ja und nein, aber es befähigt Menschen, sich selbst ihren Wunsch nach individueller Software zu erfüllen. Und kann das Kunst sein? Ich glaube ja.

Art, Money, and AI - Hugh Howey | OpenGraph Preview Image
hughhowey.com

Art, Money, and AI - Hugh Howey

I wrote my first novel in 2009, fulfilling a lifelong dream. That dream was simply this: write a novel. It wasn’t to get a novel published. I wasn’t to get people to read the novel. I never dreamt of making money from my writing. I was just an avid reader from my Dr. Seuss days, […]

Als ich vor ein paar Tagen auf die beneidenswerte Daily-Blogging-Habit von Sascha verwies und scherzte, dass ich es in diesem Jahr bisher auch noch schaffte jeden Tag zu bloggen, kommentierte Philipp auf Mastodon, dass es bei ihm auch noch so sei – und Philipp hatte eine Grafik angehangen, die sein Archiv zeigte, das nach Wochen aufgebaut ist und dort jeweils die einzelnen Tage mit Post oder ohne ausweist. Was ich cool fand und mich heute veran­lasst, etwas ähnliches zu bauen.1

Daher gibt es jetzt auf der Archiv­über­sichts­seite eine Github-Commit-History-ähnliche Post-Heatmap, die zeigt an welchen Tagen ich in diesem Jahr gebloggt habe:

Was sicherlich förderlich ist, um (noch) regelmäßiger zu bloggen. Dass es 365 Tage in Folge werden, glaube ich – auch wenn es an Tag 11 noch funktioniert –, allerdings leider nicht. 😅

  1. Auch cool und somewhat related: Matt Webb hat in seinem Blog Interconnected am Seitenende seinen Blog-Streak nach Wochen stehen. []

The Next Version of Yonks

Seven years ago today, Yonks, my small day counter app for iOS & Android, was released. Over the past few weeks, I’ve been working on the next version, and today – on this special occasion – I’d like to give you a small preview of what’s coming. New features include, among others:

  • 🌈 Updated design that feels right at home among your Liquid Glass apps (while still staying true to Yonks).
  • 📆 Filters for all, past and future counters directly in the overview (above the list).
  • 📦 Categories! Counters can now be assigned to any number of freely configurable categories, which can also be selected directly above the list (see also categorized items).
  • ↕️ Sorting of counters directly from the overview (top right).
  • 🔍 Search that scans all information within your counters (top right).

There’s still a bit of fine-tuning needed for some new features not mentioned here, but once that’s done, the update will soon make its way to a smartphone near you. 🤗

The Case for Blogging in the Ruins

Jedes Jahr rund um den Jahreswechsel gibt es diesen einen Beitrag, der allerorts verlinkt wird und sich für den Aufstieg alternativer Social-Web-Strukturen ausspricht – seien es dezentrale Netzwerke, Blogs oder generell Personal Websites. Hier etwa passende Artikel von 2024, 2023, 2021, 2019 oder auch 2014.

In diesem Jahr kommt er von JA Westenberg, der Blogs in der Tradition von Diderots Encyclopédie und Montaignes Essais sieht und ihren Vorteil im tiefer gehenden, gemeinsamen Diskurs anstelle von kurzen, untergehenden Social-Media-Posts sieht. Was natürlich alles richtig ist, Blogs schön als Kulturtechnik verortet und klar gegen das vergängliche Big-Tech-„Bloggen“ positioniert.

Ich teile das alles. Ihr solltet definitiv mehr bloggen, aber wenn ihr hier mitlest, stehen die Chancen gut, dass ihr 1. selbst bereits bloggt oder 2. dem obigen Blogethos so nah seid, dass ihr zumindest schon mal hier mitlest. Ich glaube daher – keine Kritik an JA Westenberg, sondern eher am jährlich ausgerufenen Blog-Revival –, dass es neue Ideen und technische Weiterentwicklungen fürs Bloggen braucht. Weshalb ich mal versuchen werde – Achtung, Vorsatz! –, mir das in diesem Jahr etwas genauer anzuschauen. Denn tatsächlich sehe ich hier und da schon einige spannende Ansätze. Vielleicht geht’s dann zum nächsten Jahreswechsel darum. 😉

The Case for Blogging in the Ruins | OpenGraph Preview Image
joanwestenberg.com

The Case for Blogging in the Ruins

In 1751, Denis Diderot began publishing his Encyclopédie, a project that would eventually span 28 volumes and take more than two decades to complete. The French government banned it twice. The Catholic Church condemned it, Diderot's collaborators abandoned him, his publisher secretly censored e...

Who’s who at X, the deepfake porn site formerly known as Twitter

Mir erschließt sich der Hintergrund nicht ganz, aber es gefällt mir: Die Financial Times hat einen Artikel, in dem sie 1. die obige Überschrift nutzt und 2. das Führungs­team von X vorstellt – mit von Grok bear­beiteten Fotos der Personen als Clowns. 🤡 (Giftlink; via Daring Fireball)

Who’s who at X, the deepfake porn site formerly known as Twitter | OpenGraph Preview Image
ft.com

Who’s who at X, the deepfake porn site formerly known as Twitter

A look inside Elon Musk’s big tent

Never forget this about Elon Musk

Aus dem ernüchternden Jahresresümee „Last Year, and the Year to Come“ von Derek Lowe bei Science:

Never forget: whenever Elon Musk walks up to a podium to bullshit you about colonizing Mars or whatever, he is walking on the bodies of dead children. He yanked their food and medicine away while telling lies and cracking stupid jokes.

(via Johnny Haeuslers RT von Kai Kupferschmidt)1

  1. Alle Personen mit ihren Bluesky-Accounts verlinkt. Hatten wir auch noch nicht hier. []

One Year of Daily Blogging

Speaking of feiernswerte Blog-Milestones: Sascha is back und hat im vergangenen Jahr jeden Tag auf PewPewPew – nach meinen Aufzeichnungen im 17. Blogjahr – gebloggt, was ich als Leser überaus begrüße und als Blogger sehr beneide.

Aber hey, bisher habe ich‘s auch jeden Tag in 2026 geschafft. 😅

One Year of Daily Blogging - PewPewPew | OpenGraph Preview Image
pewpewpew.de

One Year of Daily Blogging - PewPewPew

I did it! :) — Ich bin ein Freund von Neujahrsvorsätzen. Nicht, weil sie notwendigerweise der Königsweg zu Erfolg oder lebensverändernden Maßnahmen sind, sondern weil sie das, was man lange als diffusen Wunsch mit sich herumträgt, pl...

„Dieses Blog ist ein Überbleibsel der Internet-Steinzeit“

Thomas‘ Blog ist am 5. Januar 25 Jahre alt geworden. Unglaublich. Ich gratuliere!1

P.S.: Ich sammele feiernswerte Jubiläen meiner Lieblingsblogs hier unter #bloggeburtstag, was sich auch hervorragend als Blogempfehlungsliste eignet. Und Chronik unseres Älterwerdens.

  1. Bei mir sind’s am kommenden Dienstag 23 Jahre. Auch irre. Hier mein Post zum 22sten. []
Dieses Blog ist ein Überbleibsel der Internet-Steinzeit | Thomas Gigold | OpenGraph Preview Image
gigold.me

Dieses Blog ist ein Überbleibsel der Internet-Steinzeit | Thomas Gigold

Wer hätte das gedacht, als ich Ende 2000 mit Userland Manila von Dave Winer rumgespielt habe …

Our interfaces have lost their senses

Schönes visuelles Essay von Amelia Wattenberger über die Reduktion moderner User Interfaces und die damit einhergehende Vernachlässigung unserer Sinne dabei.1

Gina Trapani, bei der ich hierauf aufmerksam gemacht wurde, ergänzt noch eine spannende Beobachtung: Nämlich, dass Kinder früher sehen konnten, wie der Alltag durch physische Objekte strukturiert wurde – Papier­kalender, Adress­bücher, Einkaufs­listen sowie Besuche bei Post und Bank. Heut­zutage sehen Kinder hingegen meist nur noch, wie ihre Eltern auf Bildschirme starren, um all das zu erledigen. So natürlich auch bei uns. 😔

  1. Ich frage mich allerdings, ob hier KI zur Bildgenerierung genutzt wurde. Was ich nicht schlimm fände, nur wäre dann eine entsprechende Auszeichnung gut gewesen. []
Our interfaces have lost their senses | OpenGraph Preview Image
wattenberger.com

Our interfaces have lost their senses

Think about how you experience the world - you touch, you hear, you move. But our digital world has been getting flatter, more muted.

»Tulsa King« – Staffel 3 – Sylvester Stallones Oklahoma-Mafia-Soap bleibt ihrem jährlichen Ver­öffent­lichungs­rythmus treu und ich meiner jährlichen Kurz­einordnung (hier Staffel 2, hier Staffel 1): Der Downer aus dem Finale der zweiten Staffel wird okayisch gelöst, ansonsten gibt’s „more of the same“. Nicht mehr und nicht weniger. Alles schon gesehen, aber mittler­weile hat man (lies: ich) einen Sweetspot für diese Klein­gangster­truppe. Wenn ihr Staffel 2 geguckt habt, es mochtet und mal eben Zeit für zehn weitere Episoden habt, weiterschauen. Ansonsten kann man hier aussetzen. Staffel 4 sollte dann allerdings ein bisschen mehr kommen lassen.1  

  1. Ansonsten kann ich hier schon ein Rating von 2,5 von 5★ prognostizieren: bisher ging’s immer um einen halben Stern runter. []