Review-Rundumschlag: Dezember 2013

Machen wir mal was anderes: regelmäßige, über-ausführliche Rezensionen bekomme ich schon seit längerem zeitlich einfach nicht gestemmt. Daher versuche ich jetzt jeden Monat einen „Review-Rundumschlag“ rauszuhauen, in dem ich die Kinofilme der vergangenen vier Wochen nochmal Revue passieren lasse. Den Anfang macht der Dezember mit (nur) vier Sichtungen – und zwar »The Counselor«, »Der Lieferheld«, der zweite Hobbit und der zweite Machete.

Die Kommentare sind – wie immer bei Reviews hier – geöffnet. Gerne könnt ihr mir auch sagen, was ihr von der Idee des monatlichen Review-Roundup haltet.

The Counselor

»The Counselor« beweist eindrucksvoll, dass gute Namen noch keinen guten Film bedeuten. Da hätten wir zunächst Ridley Scott auf dem Regiestuhl, eigentlich ein Garant für solide Unterhaltung. Dann Cormac McCarthy, der zuvor mit »The Road« und »No Country for Old Men« zu begeistern wusste, als Autor. Und vor der Kamera Menschenmassen an die Kinokassen treibende Schauspielgrößen wie Michael Fassbender, Penélope Cruz, Cameron Diaz, Javier Bardem und Brad Pitt. Was kann da eigentlich schief laufen? Wie sich im Verlauf der zwei Stunden Counselor herausstellt, sehr viel. Zu keinem Zeitpunkt ist hier klar, wer was mit wem und warum. Drogen, klar, aber sonst? Keine Ahnung. Unkonventionelle Erzählweisen olé, aber das hier ist gewollt-kreativer und langweiliger (!) Mist. Damit der Zuschauer das nicht merkt, gibt’s zwei, drei nette Ideen und eine skurrile Szene, in der Ms. Diaz sich bizarr selbstbefriedigt. Doch das täuscht alles nicht darüber hinweg: Wäre Tarantino tot, würde er mit tausend Umdrehungen pro Minute im Grab rotieren.

EMDb – Rating: 1/5

Der Lieferheld

»Der Lieferheld« ist das Hollywood-Remake der kanadischen Komödie »Starbuck« aus dem Jahr 2011. Hier wie da geht es um den 42 jährigen David Wozniak (im Remake Vince Vaughn), der in der elterlichen Fleischerei als Lieferfahrer arbeitet, ansonsten aber nicht viel gerissen hat in seinem Leben. Als seine Freundin ihm offenbart, dass sie Schwanger ist, kommt es jedoch knüppeldick: Wozniak, der in seinen Zwanzigern quasi im Alleinbetrieb eine Samenspendeklinik betrieben hat, erfährt, dass er der biologische Vater von 533 Kindern ist, von denen 142 eine Sammelklage angestrengt haben, um seine Identität zu erfahren. Ihm passt das natürlich gar nicht, aber dennoch beginnt er nach und nach seine Kinder kennenzulernen. Und das inszeniert Regisseur Ken Scott, der auch schon für’s Original verantwortlich war, grundsolide, während Vince Vaughn seine Paraderolle mimt. Also wahrlich nichts besonderes. Und dennoch ist »Der Lieferheld« ausgesprochen liebenswert. Eine typische “Loser hat Beziehungs- und Geldprobleme”-Komödie in besser.

EMDb – Rating: 3/5

Der Hobbit – Smaugs Einöde

Rechtzeitig zur Weihnachtszeit kam die zweite Episode von Peter Jacksons »Herr der Ringe«-Zweitverwertung in die Kinos. Ich konnte ja mit der eigentlichen Trilogie damals nicht allzu viel anfangen, war aber überrascht, wie gut mir das erste Installment des Hobbits gefallen hat. »Smaugs Einöde« schließt (nach kurzer Rückblende) nahtlos an »Eine unerwartete Reise« an und führt Bilbo Beutlin und seine Kumpanen nach einigen Umwegen endlich zum Einsamen Berg und dem Drachen Smaug. Und obwohl mir Hobbits, Elben und Zwerge ebenso egal sind wie der Düsterwald, Erebor und der Rest von Mittelerde, hatte ich wieder einen Heidenspaß. HFR ist zwar nach wie vor überflüssig, aber in der Fassszene, meiner Kampfchoreographie des Jahres, war es vielleicht nötig. Ansonsten krankt der Hobbit an den typischen HdR-Symptonen: ein paar Längen und generell zu lange Laufzeit. Davon abgesehen ist das bisher mit Abstand meine liebster Ausflug nach Mittelerde gewesen. Vor allem auch wegen der Ergänzungen (wie z.B. die Figur Tauriel) die Jackson zum Original gemacht hat.

EMDb – Rating: 3,5/5

Machete Kills

Machete ist zurück! Was 2007 als Fake-Trailer für »Grindhouse« begann und 2010 im Exploitation-Revival »Machete« mündete, geht nun in die nächste Runde. In »Machete Kills« hat es ein Irrer Mexikaner auf die USA abgesehen und US-Präsident Charlie Sheen Carlos Estévez engagiert Good ’Ol Machete Cortez um ihn zu stoppen. Was folgt sind 107 Minuten abgedrehtes Action-Spektakel vom feinsten – oder schlimmsten, je nachdem wie es um euren Filmgeschmack bestellt ist. »Machete Kills« ist nämlich nicht einfach nur trashig und übermäßig gewalttätig, sondern vor allem auch sehr albern. Nach einer Stunde droht das alles zur bizarren Space Opera zu verkommen, was man mögen muss. Wenn man damit allerdings kein Problem hat, kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus. Wo der erste »Machete« sich viel zu Ernst genommen hat, wird hier mit futuristischen Feuerwaffen und Gedärmen nur so um sich geschmissen. Wenn’s nach mir geht, kann »Machete Kills Again… In Space« gerne kommen. Und zwar schnellstmöglich, bitte. Gerne auch wieder mit Real-Life-Arschloch Mel Gibson, der hier schon gekonnt das Fictional-Arschloch geben durfte.

EMDb – Rating: 3,5/5

· am veröffentlicht 27.12.2013

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