Einträge von Dezember 2008 (46)

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Apple-Vision der Simpsons wird wahr

[Apple wird] auf der Macworld San Francisco im Januar 2009 zum allerletzten Mal als Aussteller in Erscheinung treten. […] Die «wachsende Popularität» der eigenen Ladengeschäfte und von apple.com erlaube es, «über hundert Millionen Kunden weltweit auf innovative, neue Weise zu erreichen», so Apples Begründung für die schrumpfende Bedeutung eines Messeauftritts. (Quelle: fscklog)

Sieht also so aus als würde das, was in der Simpsons-Folge Mypods and Boomsticks noch prophezeit wurde, nämlich dass Steve Mobbs‘ Steve Jobs‘ Produktpräsentationen demnächst live in den hauseigenen Stores übertragen werden, bald schon wahr werden.

bios [bible]

Weil ja das christlichste aller Feste vor der Tür steht und wir uns dem Zauber von strangen Robotern nicht entziehen können, heute ein Roboter, der die 66 Bücher der Bibel auf Papier bannt. Handschriftlich. Wie ein Mönch. Sachen gibt’s.

In der Installation bios [bible] schreibt ein Industrieroboter mit einer Schreibfeder handschriftlich die Bibel auf Papierrollen nieder. […] Die Anordnung setzt zwei für die westliche Gesellschaft grundlegende Systeme in Beziehung, die christliche Religion und den wissenschaftlichen Rationalismus.

Ein Video davon gibt’s nach dem Klick. Mehr Installationen und Performances, die sich mit Mensch-Maschine-Beziehungen auseinander setzen, gibt’s hier. (mehr …)

Whopper Virgins


„Wie wärs: Lasst uns auch die letzten eigenständigen Kulturen mit unserem Massenfrass durchtränken! Ein Hoch auf die Globalisierung!“, muss man sich bei Burger King gedacht haben und ist schnurstracks zu entlegenen Völkern gereist, die noch nie einen Hamburger gesehen, geschweige denn gegessen haben, und hat ihnen Whooper und Big Mac vorgesetzt. Klar, im „Taste Test“ präferieren die Testesser das Burger-King-Produkt, aber erfreulicherweise nimmt sich das Werbefilmchen ansonsten nicht allzu ernst („I like seal meat better.“). Wer anderen Menschen beim Essen zusehen will, kann sich „Whopper Virgins“ hier ansehen. (via)

Feiner Unfug

Die Freundin hat mich vor zwei Wochen mit einem Stöckchen beworfen. Nachdem die Wunden nun verheilt sind, fühle ich mich in der Lage, die mitgeworfene Aufgabenstellung zu erfüllen. Gefragt wird nach sechs unwichtigen Dingen, die mich glücklich machen. Also:

– ein neuer Kommentar in diesem Blog.
– jeder neue Follower bei Twitter.
– im Badezimmer Musik hören.
dieses unfassbar tolle Lied.
– diese belgischen Meeresfrüchte-Pralinen.
– Palindrome. („Reit‘ nie solo sein Tier.“)

Das ging schnell und war unspektakulär. Oder mir ist alles wichtig. Wer weiß das schon, wenn nicht ich? Weiterwurf des Stöckchens erfolgt an – haha! – all meine Twitter-Follower.

In ya faces, ZDF & RTL!


Die armselige Gestalt namens Johannes Baptist Kerner und den selbstgefälligen Möchtegern-Intellektuellen Günther Jauch können Sie getrost in der Pfeife rauchen, wie man so schön sagt. Die von den beiden präsentierten Jahresrückblicke am vergangenen Sonntag überboten sich Gegenseitig an Irrelevanz und wenn man das ganze Jahr im Koma gelegen hätte, man wäre beim Zusehen zum Entschluss gekommen, dass man 2008 rein gar nichts verpasst hat. (Wahrscheinlich aber hätte man bei einer der beiden Sendungen auf der Couch gesessen und dem mitleidigen Publikum erzählen dürfen, wie es ist, ein Jahr im Koma zu liegen.)

Gut, dass es in diesem Land jedoch immer noch Menschen gibt, die wissen, dass und wie man mit dieser Art von Exkrementenfernsehen abzurechnen hat. Am Dienstagabend konterte Pro7 gekonnt mit „Switch Reloaded – Der Jahresrückblick“, in dem neben dem besagten ZDF- und RTL-Format natürlich auch wieder Stefan Raab und Schmidt & Pocher (siehe Bild oben) auf die Schippe genommen wurden. Wer’s verpasst hat – und seien wir mal ehrlich, dass dürften so ziemlich alle eayz-Leser sein, weil ihr euch nicht mehr dem Diktat des Programmdirektors hingebt -, muss nicht weiter traurig sein, denn diese Woche kann man sich die Switch-Folge noch kostenlos auf prosieben.de ansehen. (via)

Und zum Schluss gibt’s auch ein nettes Schmankerl für Tropic Thunder-Fans.

Vom Film zum Videospiel und zurück

(Ja, auch den folgenden Film habe ich schon vor einer ganzen Weile gesehen, aber zumindest Leser meines Twitterdingens sollten wissen, dass ich an einem eher unkonventionellen Schlafrythmus leide, Montags seltenst aus dem Bett komme und banale Dinge oft mit seltsamen Feststellungen zu rechtfertigen versuche. Was manchmal sogar klappt. Etwa jetzt. Egal. Nun aber Knallgas:)

Max Payne ist einer dieser merkwürdigen Filme, den wir unserer zeitgenössischen Medienlandschaft zu verdanken haben: Da erscheint 2001 ein Videospiel, das sich in Ästhetik und Narration beim Film Noir bedient, das ganze aber als Comic, oder besser: Graphic Novel, inszeniert, dabei aber sein eigenes Medium nicht aus den Augen verliert und wunderbar selbstironisch reflektiert. Dazu noch eine Prise Bullet Time, der Special Effect aus dem zwei Jahre zuvor erschienen Erfolgsfilm The Matrix, und schon hatte man eines der besten Spiele der Zeit geschaffen, das wirklich jeder, der auch nur einen annähernd funktionierenden PC sein Eigen nannte, spielen musste.

Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass die Kuh Max Payne gemolken werden sollte: eine videospielerische Fortsetzung folgte und nun auch, ein paar Jahre später die gleichnamige Verfilmung des Stoffs. Diese orientiert sich weitestgehend am Spiel: Alte Bekannte tauchen auf und der resignierte Polizist Max Payne rutscht, während er den Tod von Frau und Kind rächen möchte, zwischen die Fronten eines Drogenkriegs, indem er natürlich niemandem trauen kann und alsbald selbst zum Gejagten wird. Dass die Kugeln in seinem Kampf gegen Junkies, korrupte Polizisten und Wirtschaftsbosse dabei ab und an in Zeitlupe durch’s Bild fliegen, ist Ehrensache.

100 Minuten später rollt der Abspann über die Leinwand und der Zuschauer hat einen Film gesehen, der vieles gut meint, aber weniges gut macht. Ja, Max Payne ist ein ambitionierter Film, der versucht dem Spiel gerecht zu werden, der versucht dabei die Handlung nicht zu kurz kommen zu lassen, der versucht innovative Action zu zeigen. Doch all das, was das Spiel ausgemacht hat, bleibt auf der Strecke. Bullet Time? Innovativ im Spiel, im Kino aber schon hundert mal gesehen. Der Humor des Spiels (etwa wenn Max Payne im Spiel träumt die Hauptfigur eines Computerspiels zu sein:“I was in a computer game. Funny as Hell, it was the most horrible thing I could think of.“)? Fehlt. Die Drogenträume? Für mich überflüssig bis zur Schmerzgrenze. Dass Marky Mark nur einen einzigen Gesichtsausdruck drauf hat, fällt da auch nicht weiter ins Gewicht. Für einen Max Payne hätte man sich schon mehr gewünscht…

EMDb – Rating: 2/5