#sprache

KI-gestützte „Sprache zu Text“-Apps

App-Icon for Wispr Flow

Alex hatte drüben im iphoneblog vor ein paar Tagen einen erneuten Hinweis auf KI-gestützte Sprachdiktat-Apps. In dem Videobeitrag empfiehlt er Willow Voice. Davor hatte er bereits in seinem Premium-Feed, den ich selbstredend schon ewig abonniert habe, Wispr Flow empfohlen.

Letzteres nutze ich seit September. Seit November auch im kostenpflichtigen Abo, denn tatsächlich möchte ich die Funktion sowohl auf dem Desktop, als auch auf meinem Smartphone nicht mehr missen.

Auf macOS zeichnet die App bei gedrückter fn-Taste oder nach Double Press der fn-Taste zum Aktivieren / Deaktivieren auf, was ihr ins Mikrofon sprecht1 und fügt euch den verschrift­lichten Text anschließend – je nach Länge nach weniger oder mehr Sekunden – in das aktuell ausgewählte Textfeld ein. KI macht hier im Vergleich zu klassischer Diktat­software den Unter­schied, wie auch Alex bestätigt2, da sie (kleine) Korrekturen erlaubt und oftmals treff­sicherer ist. Für unbekannte Worte gibt es eigene Dictionaries, die auto­matisch erweitert werden. Selbst der Stil (casual, professionell, etc.) lässt sich oftmals sogar pro aktiver App, aus der heraus aufgezeichnet wird, vorgeben.

Unter iOS stellt Wispr Flow ein Keyboard bereit, über das systemweit die Spracheingabe getriggert werden kann. Eine Live-Aktivität zeigt dabei an, wie lange die App noch mithört, und lässt sich per Dynamic Island beenden. Unter den geltenden iOS-Vorgaben sicherlich die bestmögliche Implementierung.

Das Ganze ist für mich tatsächlich ein Game Changer, was meinen Textinput angeht. Während ich meine Blog­einträge noch gar nicht damit schreibe, verfasse ich während der Arbeit Tickets, Prompts und E-Mails oftmals direkt per (redigiertem) Voice-Diktat. Auf dem iPhone lasse ich mir meine Messaging-Antworten oftmals transkribieren, um nicht für jeden Blödsinn Sprach­nach­richten zu verschicken. Es ist sogar schon so weit, dass ich in unserem offenen Büro manchmal den Eindruck habe, dass ich durch das Tippen etwas ausge­bremst werde im Vergleich zum niemanden störenden Diktat im Homeoffice.3

That said: eine klare Empfehlung für derartige Software. In wenigen Monden wird die sicherlich durch gesher­lockedte KI-Diktat-Funktionen eher auf Betriebs­system­ebene wandern, bis dahin kann man aber auch jetzt schon vorzüglich mit seinem Device sprechen.45

Und wenn ihr (m)einen Affiliate-Link wollt, der euch einen Monat Wispr Flow Pro schenkt, dann dürft ihr den hier nehmen (Affiliate-Link).

Update, 31.01.: Ich habe ein paar über Nacht reingeschmuggelte Typos korrigiert (war wohl spät gestern) und noch einen Absatz zur Funktionsweise unter iOS ergänzt.

  1. Apropos Mikrofon: Da empfiehlt sich immerzu Micro Snitch von den Machern von Little Snitch, das euch auf macOS das sichere, globale Deaktivieren des Mikrofons erlaubt. []
  2. „Klar, das wird alles als AI und volle Kanne Produktivität verkauft. In der Praxis macht das aber ernsthaft einen Unterschied.“ Fun-fact: Das Zitat habe ich per Wispr Flow aus dem Video mithören und transkribieren lassen. []
  3. 😅 []
  4. 😅🙈 []
  5. Nicht auszudenken, wohin sowas in Kombination mit einem AI-Assistenten wie Clawdbot Moltbot OpenClaw führen würde bzw. wie das, wenn man diesen mit Sprach­funktionali­täten ausstattet, schon jetzt funktioniert. Ich empfehle gerade jedem diesen Artikel von Federico Viticci zum Einstieg ins Thema OpenClaw. []

Word of the Year 2025: Slop

Merriam-Webster’s human editors have chosen slop as the 2025 Word of the Year. We define slop as “digital content of low quality that is produced usually in quantity by means of artificial intelligence.”

Like slime, sludge, and muck, slop has the wet sound of something you don’t want to touch. Slop oozes into everything.

Könnte für die ganze zweite Hälfte des Jahrzehnts ganz passend sein.

2025 Word of the Year: Slop | OpenGraph Preview Image
merriam-webster.com

2025 Word of the Year: Slop

Plus 'gerrymander', 'touch grass', 'performative', and other words that defined the year

Prioritäten

Zwei Nachrichten, heute in der Prime-Time-Tagesschau aneinander gereiht:

  • State of the Global Climate 2023, wonach erneut Rekorde bei den Treibhaus­gas­konzentrationen, den Oberflächen­temperaturen, der Erwärmung und Versauerung der Ozeane, dem Anstieg des Meeres­spiegels, der antarktischen Meereis­bedeckung und dem Gletscher­rückgang gebrochen und z.T. massiv übertroffen wurden.
  • Bayern beschließt Verbot von Gendersprache, womit es Verwaltung, Schulen und Hochschulen nun untersagt ist, Gendersternchen („Bürger*innen“), Binnenmajuskel („LehrerInnen“), Doppelpunkt („Arbeiter:innen“) und Gendergap („Verkäufer_innen“) zu verwenden.

Dass der WMO-Klimareport in der Tagesschau erst als vierter Beitrag dran kam, weil die Eröffnung richtigerweise dem Ukrainekrieg gehören muss, ist schlimm genug.

Dass das Gender-Verbot etwas ist, mit dem sich eine Landesregierung in Anbetracht aller gegenwärtigen Krisen ernsthaft beschäftigt (was uns dann in Nachrichten­formaten präsentiert werden muss), ist eine Katastrophe.

Ein Eingeständnis von Dilettanz und Ignoranz. Bitte priorisieren Sie Ihre Politik.

Aus Citroën wird Zitrön

Begleite in dieser kurzen Doku den Citroën-Händler Michael. Und erlebe, wie unsere Frohnatur erstmal sein Lachen wiederfinden musste. Unser neuer Name kam eben nicht bei jedem gut an – zumindest nicht sofort.

 
(YouTube Direktlink)

Als ich klein war, hat mein Vater bei Citroën gearbeitet. Die zutiefst deutsche und vor allem zutiefst kölsche Aussprache als „Zitrön“ ist mir daher seit Kindertagen mehr als geläufig. Nur konsequent, dass der französische Automobilhersteller nun zum 100. Firmenjubiläum endlich seine deutschen Kunden adelt und hierzulande konsequenterweise zu Zitrön wird.

Zumindest wenn es nach der Düsseldorfer Werbeagentur Havas geht, die sich für Citroën den Online-Marketing-Gag und die hervorragende, Stromberg-eske Minidoku ausgedacht haben. „Nach einiger Zeit werde man zum bewährten Namen zurückkehren“, weiß die Welt. (via @ot)

The World Wide Web is the only thing I know of whose shortened form takes three times longer to say than what it’s short for.

Douglas Adams. Schönes, mir bis zu WMR #92 unbekanntes Adams-Zitat. Der Wikipedia-Artikel offenbart, wie sich WWW in anderen Sprachen anhört.