»Vice« erzählt vom Werdegang Dick Cheneys, der als Vize-Präsident unter Obermarionette George W. Bush zum de-facto mächtigsten Mann der Welt wurde. Das ganze ist hervorragend geschminkt, besetzt und gespielt (Chirstian Bale als Cheney, Sam Rockwell als Bush und Steve Carell als Donald Rumsfeld) und zeigt in ungewohnter Essayform, wie der Taugenichts Cheney zum rücksichtslosen Taktierer wurde. Regisseur und Autor Adam McKay reiht dabei absurd Komisches und abartig Erschreckendes so gekonnt aneinander, dass außer Frage steht, dass die politischen Geschehnisse von damals das mehr als beunruhigende, politische Amerika der Gegenwart zu verantworten haben.
#politik (239)
„Kaltgestellt – Endspiel für Assange“
Was macht eigentlich Julian Assange? Theaterregisseurin Angela Richter hat ihn in der ecuadorianischen Botschaft in London besucht, in der er seit sieben Jahren ausharrt, um einer Auslieferung in die USA zu entgehen, in der, wie sich zwischenzeitlich herausstellte, tatsächlich undurchsichtige Strafanzeigen gehen ihn bestehen.
Seit März letzten Jahres lebt Assange in der Botschaft unter Vollüberwachung praktisch in Isolation, zuletzt hat man ihm die Heizung abgestellt und das Bett weggenommen. Ecuador will ihn offensichtlich loswerden und ihm den weiteren Aufenthalt dazu möglichst schwierig gestalten. Derweil verliert die Öffentlichkeit das Interesse am Fall Assange. Warum dessen Schicksal aber so wichtig ist, egal wie man zu seiner Person und seinem Schaffen steht, stellt Richter konsequent heraus:
Was ihm mitten in Europa seit Jahren widerfährt, zeigt, was jedem widerfahren könnte, der es wagt, seine Stimme zu erheben und die Wahrheit über die Mächtigen zu enthüllen. Und das nicht etwa in Russland oder China, sondern im freien Westen.
Der Ball liegt beim Vereinigten Königreich, wo man die Zusage einer Nicht-Auslieferung in die USA aber weiterhin verweigert.
House of Cards – Season 6
📺 »House of Cards – Season 6« – Okayer Abschluss, aber „er“ fehlt halt doch. So hätte ich mir eher noch eine Claire-only Staffel gewünscht. Dennoch gut, dass es vorbei ist. Die Realität hat die Fiktion längst ein- und überholt: Gegen 🍊 sind die Underwoods ja Bilderbuchpolitiker.
SPD-Politiker Ulrich Kelber zum neuen Bundesdatenschutzbeauftragten gewählt
Nicht nur, dass es mit Kelber sowieso nur besser als mit Andrea „The Invisible Woman“ Voßhoff werden kann, nein, der Mann ist auch noch gelernter Informatiker.
Bundesregierung plant offenbar automatisierte Massenüberwachung bei Diesel-Fahrverboten
Natürlich: anstelle von Hardware-Nachrüstung auf Kosten der schuldigen Hersteller bekommen wir jetzt einen vom Steuerzahler finanzierten Überwachungsapparat und bestrafen den Otto-Normal-Fahrer damit gleich doppelt. Welch schöne neue Welt!
Bundesregierung befürchtet „bürokratisches Monster“ weil neues EU-Leistungsschutzrecht auch für freie Software-Entwickler gelten soll
Filed under: „Die Geister, die ich rief“. Denn damit hätte jeder an einem Projekt beteiligte, freie Entwickler die Möglichkeit Anspruch auf einzelne Codezeilen zu erheben und das Projekt so rechtlich schachmatt zu setzen.
Das belustigt mich gerade sehr, weil das, wie Die Welt, die ich hier in Ermangelnung von leistungsschutzrechtfreier Alternativberichterstattung verlinken musste, berichtet, die Digitalstragie der deutschen Politik torpediert und den Digitalstandort Europa gefährdet. Was natürlich fatal wäre, aber hey, welch grandiose Ironie des Schicksals!
Europaparlament stimmt für Upload-Filter und ein EU-Leistungsschutzrecht
Genau, lassen wir doch den Rest der Welt Innovation betreiben, während unsere eigene IT-Branche, eingezwängt durch dieses neue Rechtskorsett, stagniert und wir zur Aufrechterhaltung von überholten Geschäftsmodellen auch gleich eine weitreichende Zensurmaschinerie etablieren. 🤦🏻♂️
#SaveYourInternet ⚠️
Wer’s noch nicht getan hat, sollte heute unbedingt die letzte Gelegenheit nutzen und sich gegenüber unseren EU-Abgeordneten gegen die geplanten Upload-Filter aussprechen, auf das diese morgen gegen Etablierung einer Überwachungs- und Zensurmaschinerie stimmen. Julia Reda erklärt dazu im Detail, was es zu verhindern gilt.
Podcast: Spiel mit der Bombe – Der Albtraum vom beherrschbaren Atomkrieg
Seit Hiroshima und Nagasaki hat niemand mehr gewagt, Atombomben einzusetzen. Und doch war da immer der Wunsch mancher Strategen, atomare Sprengköpfe beherrschbar zu machen, für eine glaubwürdigere Abschreckung. Eine Idee, die in der aktuellen geopolitischen Lage Aussicht auf Erfolg hat.
Die neuen, kleineren Atombomben laden mit ihrem kleineren Wirkungskreis zu „chirurgischen“ Eingriffen ein, durch die dann gezielt ein Vorort oder eine Kleinstadt und eben nicht mehr ein ganzer Landstrich vernichtet werden kann. Eine beunruhigende Entwicklung, die in diesem 29 minütigen Deutschlandfunk-Feature behandelt wird.
Der Untergang
Es gibt plötzlich zwei Meinungen darüber, ob man Menschen, die in Lebensgefahr sind, retten oder lieber sterben lassen soll. Das ist der erste Schritt in die Barbarei.
Das ist der Anfang vom Ende der europäischen Idee. Wir können uns nicht auf Menschenrechte, Aufklärung und Humanismus berufen und gleichzeitig die Rettung Ertrinkender kriminalisieren.