#politik (239)

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Oh weh: Holzmedien drücken Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote durch

Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für ein neues Telemediengesetz.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern.

Genau, nehmt den Nutzern doch einmal mehr das, was sie zu schätzen wissen (looking at you, tagesschau.de & sportschau.de + Apps) und wofür sie bezahlen, nur weil eine Lobby-Gruppe nicht in der Lage ist, anstelle ihrer überholten Geschäftsmodelle neue Refinanzierungswege aufzubauen. Was übrigens auch nicht mit weniger Text-Konkurrenz durch die Öffentlich-Rechtlichen funktionieren wird.

Immerhin: Der Verweilzeit von Inhalten in den Mediatheken sollen erhöht werden, bevor sie depubliziert werden und den dafür bereits gezahlt habenden Rezipienten weiterhin wieder weggenommen werden.

koest.lich.es (13/2018)

Bundesrechnungshof veröffentlicht Bericht über Planungschaos bei Breitbandausbau

Die Rüge der Kassenprüfer für den früheren Minister für digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, ist neuerdings schwarz auf weiß nachzulesen: Mitten in den schwarz-roten Koalitionsgesprächen hat der Bundesrechnungshof seine Kritik am Berliner Breitband-Planungschaos publik gemacht.

Man kann ja viel über die Herausforderungen der Digitalisierung für Industrie und Gesellschaft sprechen, wenn es aber an der flächendeckenden Infrastruktur für eben diese fehlt, ist das alles eine Luftnummer.

Den Bericht sandten die Kontrolleure vor zwei Jahren an die Berichterstatter im Haushaltsausschuss des Bundestags. Große Folgen für Dobrindt und seine Breitbandpolitik hatte dies nicht.

Weiter so. 😐

Altkanzler Schmidt wollte Glasfaser-Spitzenreiter werden

Bereits Anfang der Achtzigerjahre wurde der Ausbau des Glasfasernetzes von der damaligen Bundesregierung geplant. Wäre der Plan umgesetzt worden, hätte Deutschland heute das beste Glasfasernetz der Welt.

Doch dann:

Nach seinem Wahlsieg 1983 stoppte Schmidts Nachfolger Helmut Kohl das Projekt und startete stattdessen den Bau von TV-Kabelnetzen. Heute gehört Deutschland mit gerade mal 2,7 Millionen Haushalten, die direkt an Glasfasernetze angeschlossen sind, zu den Schlusslichtern unter den Industrieländern.

Bezeichnend, dass die CDU-geführte Regierung auch heutzutage nicht in der Lage ist, adäquat auf die Anforderungen des Digitalwandels zu reagieren.

One island, two worlds: The story of Haiti and the Dominican Republic

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Haiti and the Dominican Republic share a border, and an island. But the two countries are very different today: the Dominican Republic enjoys higher quality of life for many factors than Haiti. I went to this island and visited both countries, to try and understand when and how their paths diverged. And I began to learn how those differences are playing out in the present.

Johnny Harris hat für die Miniserie „Vox Borders“ (die US-Webseite, nicht der deutsche Fernsehsender) die Grenze zwischen Haiti und der dominikanischen Republik bereist und zeigt, wie unterschiedlich die Lebenswelten in einer Region sein können, wie es dazu kam und wie die Diskrimierung und der Rassismus gegenüber den Haitianern zum System der ✌🏻Domrep✌🏻 gehört.

Nobel geht die Welt zugrunde

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Man kann die G20-Gipfel verurteilen und die Krawalle von Hamburg sowieso, aber mit dieser Übertragung des Beethoven-Konzerts aus der Elbphilharmonie und gleichzeitigem Live-Bild der Ausschreitungen per Splitscreen (!) hat N24 – bewusst oder nicht – ganz große Medienkunst geschaffen. Auf der linken Seite Aufbegehren und Zerstörung, auf der rechten Hochkultur und Unterhaltung. Rechts für die Führungselite des Planeten, links für die übrigen Milliarden vor ihren heimischen Fernsehgeräten oder Social-Media-Screens. Alles live und in Farbe dokumentiert von Fernsehteams und den anwesenden Passanten.

Der Titel, den N24 dafür bei YouTube gewählt hat („G20-Kulturunterschied: Beethoven in der Elbphilharmonie – Rock’n Roll im Schanzenviertel“), ist in Anbetracht der Ausmaße der Ausschreitungen zwar sehr unglücklich, aber das ist medienwissenschaftlich auf so viele Weisen interessant (René, bei dem ich das Video entdeckt habe, bringt selbst zu Recht ein »Clockwork Orange«-Zitat an), ich erwarte Dutzende von Aufsätzen dazu in den nächsten Jahren.

Bundestag beschließt Ehe für alle

Jahrelang wurde der Gesetzentwurf in den Ausschüssen blockiert. Jetzt hat der Bundestag beschlossen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Neben SPD, Linken und Grünen stimmte auch fast ein Viertel der Union mit Ja. Kanzlerin Merkel votierte dagegen (Hervorh. von mir).

Ich frage mich schon seit Jahren, was mit Unionspolitikern eigentlich schief gelaufen ist. Warum sie sich daran, wie andere Leute ihr Leben führen, so stören. Gut, dass die Mehrheit im Bundestag das heute auch so sah und zumindest diese Form der Diskriminierung endlich beendet hat. 🌈