#netzkultur

Digg kommt zurück

Es hat sich bereits in den letzten Monaten angekündigt, als Kevin in den ersten neuen Diggnation-Episoden offen darüber nachdachte, dass er digg.com, „the internet’s homepage„, eigentlich zurückkaufen und relaunchen sollte. Jetzt ist dieser Teaser und eine Platzhalter-Website erschienen:

 
(YouTube Direktlink)

Der oben verlinkten Verge-Artikel verrät dann noch, dass Kevin sich mit Alexis Ohanian, seines Zeichens Mitgründer von Reddit für das Projekt zusammengetan hat. Ebenso sind Textbox-Pioniere wie Ev Williams mit von der Partie. Und standesgemäß strotzt der Artikel nur so vor Buzzwords:

Digg aims to build the kind of community-first social platform that basically no longer exists on the internet. And its new founding team thinks AI could be the secret to pulling it off.

Heute lassen wir das nochmal durchgehen, aber es bleibt auf jeden Fall spannend zu sehen, ob und wie sich der Erfolg der 2000er Jahre wiederholen und in die Jetztzeit transferieren lässt. Ich vermute: gar nicht, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Mal gucken, ob ich meinen alten Account noch finde…

Digg is coming back, thanks to its founder — and Reddit’s | OpenGraph Preview Image
theverge.com

Digg is coming back, thanks to its founder — and Reddit’s

It’s 2004 again, y’all.

The Social Web is The Web

Support for links is the basic requirement of the web, the same way we say feeds are required to be a podcast. If you don’t support links not only aren’t you the web, you’re anti-web.

This is important because the „social“ side of it is where that ignorance propagated. We started off with a network of writers, and ended up with business models of oligarchs. It’s time to start building webs like we mean it and damn all the wannabe-billionaires. The web is not just a name, it’s an idea, a basic value, a way of working with each other.

Dave Winer hat auf oursocialweb.org ein kleines, sehr richtiges Manifest geschrieben.

Pixelfed & Loops – Kickstarter-Kampagne für die Fediverse-Alternativen zu Instagram und TikTok

Wenn ihr im Fediverse unterwegs seid oder euch mit Social-Web-Themen beschäftigt, ist euch diese Crowdfunding-Kampagne sicherlich während meiner zweiwöchigen Pause untergekommen: Passend zu Metas Masku­linitäts­offensive ist das auf ActivityPub basierende Photosharing-Netzwerk Pixelfed in den App-Store-Charts unter „Soziale Netzwerke“ in die vorderen Ränge aufgestiegen. Pixelfed-Entwickler Daniel Supernault nutzte die ideale Gelegenheit, um seinen Finanzierungs-Kickstarter zu positionieren – und erreichte dabei das inzwischen verdoppelte Ziel von 33.000 Euro in nur 13 Stunden. Ein tolles Ergebnis, das angesichts der noch 32-tägigen Kampagne weiterhin Unter­stützung verdient!

That said, ich habe ein paar Probleme mit dem Projekt:

  • Finanzierung: Die Summe erscheint zu gering, um sowohl die Infra­struktur­kosten als auch angemessene Gehälter zu decken.
  • Fokus: Der Versuch, mit drei Apps (Pixelfed, Loops und Sup) sowie einem ActivityPub-SDK (Pubkit) ein breites Spektrum abzudecken, wirkt in Anbetracht der Finanzierung etwas über­ambitio­niert.
  • Positionierung: Die Pläne, Pixelfed als Ersatz für Instagram, Loops für TikTok und Sup für WhatsApp zu positionieren – und das mit vergleichs­weise geringen Mitteln, während anderer­seits nahezu unbegrenzte finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen – sind, nun ja, etwas hoch gegriffen.

Dennoch: die Idee bleibt unter­stützens­wert. „The Future is Federated“, wie es in der Kampagne richtiger­weise heißt. Es wird halt nur noch zwei, drei, vier, fünf Kampagnen mehr brauchen. 😉

Beziehungen definieren sich heute bekanntlich darüber, dass man schweigend nebeneinander sitzt und sich kommentarlos Memes hin und her schickt, die man gerade im Web entdeckt hat.

Solange beide das gleiche Netzwerk nutzen, kein Problem. Verzichtet ein*e Parter*in auf eine App, auch unproblematisch so lange sich die zuge­sandten Links im Open Web ansehen lassen. Ist das nicht der Fall, bricht urplötzlich ein elementarer Bestandteil zeit­genössischer Partner­schaften weg.

So z.B. in den letzten Monaten bei TikTok geschehen, die auf iOS hartnäckig die App-Installation einfordern, klickt man einen Link an ohne die TikTok-App bereits installiert zu haben. Ein Ungleich­gewicht, wie wir selbst erfahren mussten.

Hast du die Videos gesehen, die ich dir geschickt habe?

Nee, das geht bei mir nicht mehr.

Sprich: das wars. Es sei denn man nutzt eine iOS-Safari-Extension wie OpenTok, die das Abspielen im Browser wieder ermöglicht. Glück gehabt!

(via iPhoneBlog)

Wir sind 100!

Der von Thomas initiierte UberBlogr-Webring freut sich seit gestern über 100 Mitglieder (heute sogar schon 101). Dieses Blog ist seit März dabei und das Besuchen der Nachbarn links und rechts, ebenso wie das Verfolgen der aktuellen Posts aus der Ubersphäre (bei mir via Mastodon & RSS) möchte ich nicht mehr missen.

Wir sind 100! | Thomas Gigold | OpenGraph Preview Image
gigold.me

Wir sind 100! | Thomas Gigold

Aus der lustigen Idee namens „UberBlogr“ (ein Name, der im besten Sinn an Web 2.0 Firmen wie Flickr und Co erinnern soll) ist in den vergangenen zwei Jahren ein

Crossposten auf Bluesky, Mastodon und Threads mit Openvibe

Bleiben wir beim Microblogging1: Roland über Openvibe, eine iOS- und Android-App, die ich dieser Tage auch gerne nutze und empfehle. Neben dem Crossposting und der erwähnten, schick gelösten Crossmention unterscheidet sich Openvibe aber von anderen Crossposting-Tools wie dem hervorragend betitelten Croissant dadurch, dass es eben auch alle Timelines/Feeds von Mastodon, Bluesky und Nostr darstellt und sogar in einer Unified Timeline vereint (Threads ist aus ewig gestrigen API-Beschneidungs­gründen nur beim Posten verfügbar).

  1. Thementag im Blog! 🎉 []
Crossposten auf Bluesky, Mastodon und Threads mit Openvibe | nerdlicht.net | OpenGraph Preview Image
nerdlicht.net

Crossposten auf Bluesky, Mastodon und Threads mit Openvibe | nerdlicht.net

Kennt ihr schon den großartigen Crossposting-Client Openvibe?

18 Jahre Twitter

Screenshot von Yonks, was 18 Jahre seit meinem ersten Tag auf Twitter zählt.

Gestern war mein 18. Twitter-Geburtstag bzw. wäre er gewesen, wenn ich die zum radikalen, rechten Höllenschlund verkommene Plattform, die heute X heißt, noch aktiv nutzen würde. Zum 16. Jubiläum schrieb ich:

Wenn man sich meine mit #twitter getaggten Blogposts ansieht, [kann man] live mitverfolgen, wie Twitter und ich uns mit jeder Fehlentscheidung des Managements voneinander entfernt haben. Was dieser Tage passiert, übertrifft das alles nochmal.

Das ist zwei Jahre her und seitdem ist alles rund um X und Elon Musk, der dieser Tage die Kumpelei mit Donald Trump strapaziert, noch sehr viel schlimmer geworden. Was X angeht und weltpolitisch, wobei die Grenzen hierbei fließend sind.

Seit der Übernahme von Musk habe ich meine Mastodon-Posts dennoch weiter automatisiert zu X gecrossposted, weil ich hoffte, den ein oder anderen somit subtil darauf hinweisen zu können, dass es eine bessere Microblogging-Welt außerhalb von X gibt. Die unsägliche App ist schon lange gelöscht. Bereits im Juli 2023 habe ich alle Verweise auf Twitter/X von meinem Profilen/Websites (und denen von Hypercode) entfernt. Heute schalte ich endgültig das Cross­posting ab. @eay, @eaybot, @hypercodestudio und meine anderen Accounts werden nicht weiter aktualisiert.1

Es gibt noch rund ein Dutzend Leute, deren Tweets ich gerne gelesen habe, die weiterhin ausschließlich auf X aktiv sind. Die meisten davon mit privat geschalteten Accounts, was Bluesky und Threads eben noch nicht bieten (Mastodon schon, aber das wird ja wegen vermeintlicher Komplexität klein geschrieben). Für diejenigen, die öffentlich posten, habe ich mir einen privaten (siehe vorherigen Satz) Mastodon-Bot gebaut, der deren Tweets in meine Mastodon-Timeline spült, was über Umwege an der nicht mehr wirklich vorhandenen Twitter-API gut funktioniert. Wenn das noch ein paar Monde läuft, fein. Wenn nicht, schade, aber auch ok.

Twitter ist nicht mehr tragbar. Ich bin raus. That’s it.

Wie passend, dass ich heute Abend beim Live-Podcast der Twitter-Trauer­bewältigungs­selbst­hilfe­gruppe von Haken dran bin.

  1. Die Ausnahme bildet @fcnewsbot, hierzu demnächst mehr. []