#google

„Getting things done ist eine Falle“

Gute Beobachtung von @mkalina, der am Beispiel von Google Duplex, Googles neuem KI-Assistenten für Telefonate, aufzeigt, wie das Privatleben immer mehr zugunsten der Erledigung von Arbeit reduziert wird:

„Get things done“, das Vaterunser der letzten und bestimmt auch der kommenden Jahre. Es ist zu wenig Zeit, um ein 30 Sekunden lang dauerndes Telefonat mit einem Friseur zu führen. […]

GTD ist eine Falle. Eine trügerische, das Leben verachtende Falle, wenn „Getting things done“ zur obersten Prämisse allen Tuns wird. Niemand kritisiert dabei das Vorhaben, Dinge abzuschließen, zu erledigen und hinter sich zu bringen, aber GTD bedeutet ja auch etwas anderes. GTD hat seine Bedeutung verändert und steht für die Aufgabe des privaten zugunsten eines beruflichen Lebens.

Auch ich kann mich davon leider nicht frei sprechen, aber Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.

How Twitter, Micro.blog and Mastodon could team up to compete with Facebook

Brian Hendrickson has a point:

When small social networks like Twitter and Google Plus start to interoperate with open source networks and blogs, they could eventually form a large enough base of users to “flip the iceberg” and have more usage than the dominant, non-interoperable player: Facebook.

I don’t know if it will be any of these services, but I’m sure this will happen sometime in the near future. The W3C is actively pushing new standards like Webmention and Micropub to boost a more interoperable, „social network-like“ open web. My guess is that Google will be on there forefront of this movement, because they’re intrinsically interested in indexable and searchable content (and meta data), while Facebook keeps building walled gardens.

When this shift happens, Twitter will be an attractive takeover target again. And the day users are able to tweet to people outside of Twitter will be the first day of the end of the Facebook as we know it.

The Keyword

Google hat ein neues, schön umgesetztes Blog namens „The Keyword“, in dem sie fortan all ihre Blogs vereinen.

Man beachte, dass die dazugehörige Domain blog.google und eben nicht keyword.google ist. Deutet zusammen mit der neuen .blog-TLD von Automattic vielleicht auf eine neue Blog-Renaissance hin… 🤔

Felix Schwenzel über eingemauerte Gärten und geteiltes Gemüse

wir sollten unser gemüse vor allem in unseren gärten anpflanzen, die kulturtechniken des gartenbaus weiter pflegen — ohne unsere gärten selbst zuzumauern. aber warum sollten wir unser selbst angebautes gemüse nicht auch auf dem grossmarkt anbieten, wenn dort die meisten interessenten sind? wenn es süsse trauben nur auf dem grossmarkt und nicht in den nachbargärten gibt, warum darauf verzichten?

Eigentlich geht es ums Bloggen und warum man seine Artikel mit AMP und als Instant Articles im Volltext zu Facebook & Co. schieben sollte.

Ich bin ja tendenz- und prinzipiell eher dafür die Leute zurück auf’s Blog zu holen, aber das ist wahrscheinlich eher utopisch und von Gestern. Im Moment werden ja nur die Headlines auf der chronisch unterliketen Facebook-Seite dieses sträflich vernachlässigten Blogs gepostet, aber ich könnte mir schon vorstellen hier bald eine ähnliche Strategie wie Felix zu fahren.

Syndizierte Königsklasse wäre dann natürlich noch ein Zusammenspiel von Blog und Messaging-Diensten zu bauen, so dass neue Artikel (in angemessener Form und Frequenz) zu WhatsApp & Co. geschoben werden. Hm…1

  1. @foodfindr, das wäre doch eigentlich unser Use-Case!

Zur Zukunft von Autoindustrie und Straßenverkehr

Zwei gute Artikel, die mir in den letzten Tagen begegnet sind:

Hans-Arthur Marsiske bietet einen guten Überblick über die Fragen, die das autonome Fahren mit sich bringt und beschreibt dazu drei Asimowsche Grundregeln:

1. Ein autonomes Fahrzeug darf nicht mit einem Fußgänger oder Radfahrer zusammenstoßen.

2. Ein autonomes Fahrzeug darf nicht mit einem anderen Fahrzeug zusammenstoßen, es sei denn, die Vermeidung so einer Kollision führt zu einer Verletzung der Ersten Regel.

3. Ein autonomes Fahrzeug darf mit keinem anderen Objekt in seiner Umgebung zusammenstoßen, es sei denn, die Vermeidung einer solchen Kollision führt zu einer Verletzung der Ersten oder Zweiten Regel.

Derweil ist Martin Oetting (noch selbst) mit einem Tesla Model S gefahren, wodurch er endlich verstanden hat, warum Apple Autos bauen will. Darin eine eindringliche, für München, Stuttgart und Wolfsburg besonders harte, aber sehr richtige Erkenntnis:

Das einzige, was die klassischen Auto-Hersteller wirklich können, was ihren großen Vorsprung heute noch ausmacht, ist es, dass sie souverän die wirklich komplexe Aufgabe meistern, die anfälligen, lauten, schweren Verbrennungsmotoren heute — nach hundert Jahren — zur absoluten Perfektion zu beherrschen. Das — und das allein! — ist es, was den Vorsprung grade der deutschen Autobauer ausmacht.