Guardians of the Galaxy Vol. 2

Nicht nur dass »Guardians of the Galaxy« 2014 aus dem Stand in die Top 2 der Marvel-Filme einstieg, nein, Regisseur und Autor James Gunn schaffte damit auch noch das Unmögliche, indem er im streng reglementierten Marvel-Kosmos einen Film mit Herz und Seele produzierte, der durch seine ungewöhnliche Figuren, seinen Witz und seine unzähligen Popkultur­referenzen bestechen konnte. Wie sollte Volume 2 das toppen können?

Gar nicht. Aber indem man bei Dialogen und Witz nochmal eine Schippe drauf legt, kommt man immerhin schon ganz gut ran. Da sieht man auch über die hauchdünne Story hinweg, die schließlich in einem zu langen und belanglosen Showdown endet, zu dessen Ausgang zu keinem Zeitpunkt Zweifel besteht. Dennoch: Der Weg dorthin macht Spaß, so dass es eigentlich nur noch einen Wermutstropfen gibt – dass es bis Volume 3, der bisher für 2020 angedacht ist, noch so lange hin ist.

EMDb – Rating: 4/5

Amazon Echo Look

Amazon hat mit dem Echo Look nun das erste Alexa-Device mit Kamera vorgestellt. Der beworbene Use-Case: Unterstützung bei der Auswahl von Outfits und dass man sich auch mal von hinten sehen kann. WTF.

Klar kann Amazon das Featureset auf Cloud-Seite stetig erweitern, aber das ist schon eine merkwürdige, initiale Positionierung, anstatt das Gerät als Alternative zur Indoor Nest Cam aufzubauen. Und dass man sich nach der potentiellen Abhörtechnik nun auch noch Videoüberwachung nach Hause holen soll, war natürlich unabwendbar.

FFFFOUND!

In anderthalb Wochen schließt mit FFFFOUND!, einem im Juni 2007 von der japanischen Design-Agentur Tha gestarteten „Visual Bookmarking“-Dienst, einer meiner Lieblings­webdienste seine Pforten. Lange bevor das Konzept mit Pinterest & Co. in der breiten Masse ankam, konnte man hier schon über ein cleveres Bookmarklet Bilder von anderen Webseiten speichern – was meinen bis dahin stetig wachsenden, lokalen „Webfounds“-Ordner endlich ablöste. Durch die eigenen Likes und die Likes anderer erstellte die Plattform selbst Follower und präsentierte den Usern fortan die Bilder von Usern mit ähnlichem Bildergeschmack.

Ich selbst war bereits fünf Monate nach dem Start, seit dem 5. November 2007, mit von der Partie, nachdem aus irgendeinem Grund eine der seltenen Einladungen für die „Invite only“-Plattform ihren Weg zu mir fand. Bis 2015 habe ich den Dienst regelmäßig genutzt1 und so insgesamt 6765 Bilder in meinem Profil angehäuft. Das brachte mir immerhin 5969 Follower ein, was mich im Vergleich zu den Followerzahlen meiner Mitstreiter wohl zu einem der Heavy User von FFFFOUND! gemacht hat.2

Dass am 8. Mai Schluss ist, ist natürlich schade, aber nach dem Ende von The Deck, dem Werbenetzwerk, das wahrscheinlich die Betriebskosten gedeckt hat, auch nachvollziehbar. Eines allerdings nicht: Es gibt keinen Export, also keinerlei Möglichkeit die Stunden, die man in das Sammeln ansehnlicher Bilder investiert hat, irgendwie zu sichern. Dass sich das Internet Archive seinerzeit eine Kopie unserer Fundstücke anlegte, wurde leider über die robots.txt verboten.3 Andy Baio hat das Ende von FFFFOUND! dem ebenfalls bevor­stehenden Ende von Mlkshk gegenübergestellt, einer sehr ähnlichen Plattform, die mit Exportfunktion und Zusammenarbeit mit dem Internet Archive zeigt, wie’s richtig geht, wenn’s mal soweit ist.

FFFFOUND! exportieren

Um die eigenen (oder andere) FFFFOUND!-Sammlungen zu sichern, muss man also auf Dritt-Lösungen zurückgreifen. Es finden sich auch ein paar Skripte, das zuverlässigste scheint mir ffffound-export von Phil Gyford zu sein, der hier näher darauf eingeht. Das Python-Skript speichert nicht nur die Bilder, sondern auch die HTML-Seiten, was wegen der Metadaten (Quelle, Datum) interessant sein könnte und erstellt darüber noch eine maschinenlesbare JSON-Datei mit all diesen Daten. Ich habe damit gerade jedenfalls direkt 146 meiner 271 Profil­seiten sichern können und kann mir jetzt überlegen, wie ich an den Rest komme und was ich mit diesem Backup anfange.4

Jedenfalls: Danke, FFFFOUND!! Ich hab dich gerne befüllt und stundenlang in dir gestöbert. Sterben üben wir aber nochmal.

 
Update, 27.04.: Ich habe mittlerweile alle Bilder mit ffffound-export backupen können. Das Script läuft zwar nicht in einem durch, aber nach vier Anläufen hatte ich alles. Dazu habe ich in der ffffind.py jeweils die Start, mit der begonnen werden sollte, angepasst (Zeile 22: page = 1), so dass der nächste Durchlauf immer da startete, wo der letzte aufhörte.

Darüber hinaus bin ich auf diesen Quora-Beitrag von Christoph gestoßen, der Gründer von Wookmark, einem Bilder-Bookmarking-Dienst aus Deutschland, ist und der dort interessierten Nutzern, die sich für 20 Dollar einen Wookmark-Account schießen, anbot, deren FFFFOUND!-Library zu importieren. Gutes Angebot, hab ich ihn direkt mal machen lassen und hat super geklappt.

Update, 09.05.: Pinterest ist kurz vor knapp mit einem eigenen Importer auf den Plan getreten, woraufhin FFFFOUND! die Deadline vom 8. auf den 15. Mai verlängert hat.

Update, 15.05.:

  1. Zu der Zeit gab es immer mehr Probleme, weil FFFFOUND! nicht auf HTTPS lief und das Bookmarklet so nicht auf den ganzen neuen, mit SSL-Zertifikaten ausgestatteten Seiten genutzt werden konnte.
  2. Funfact: Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich René, der drüben bei Nerdcore auch vom Aus von FFFFOUND! berichtet, damals eingeladen.
  3. Das Internet Archive hat gerade erst letzte Woche angekündigt, dass es sich fortan nicht mehr an die robots.txt-Anweisungen halten wird. 👍🏻
  4. Ich hatte mal überlegt, die Bilder in Zufallswiedergabe auf einem Display/digitalen Bilderrahmen in meinem Arbeitszimmer laufen zu lassen, weil… weil es geht. 🤔

Wikitribune

The news is broken and we can fix it.

Neues Projekt von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, das sich der „Fake News“-Problematik annimmt und als Crowdfunding-finanzierte Plattform Journalisten, Experten und Community zusammenbringen will. Hört sich viel­ver­sprechend und dieser Tage unterstützenswert an – ich habe eben meinen Zehner eingeworfen (woraufhin mir allerdings 11 Euro abgebucht wurden).

Fast & Furious 8

Nicht nur, dass die achte Episode von »The Fast and The Furious«, dem »Police Academy« der Neuzeit, das Kunststück gelungen ist, mit 532,5 Millionen Dollar am Startwochenende aus dem Stand den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten hinzulegen, nein, sie hat es sogar geschafft, mich als alten Fast-and-Furious-Verweigerer1 dazu zu bewegen, mich freiwillig in einen von Testosteron durchtränkten Raum voller Autofanatiker zu setzen und 135 Minuten dem Nonsens um „La Familia“ zu folgen. Denn auch, wenn dieses Review jetzt gleich andere Töne anschlägt, genau das ist auch »The Fate of The Furious«: Nonsens. Abermals wendet sich einer aus dem Raser-Team gegen seine Kollegen, es wird „gehackt“ bis sich die Balken biegen und Autos zerstört bis zum Geht-nicht-mehr. Getreu dem Motto mit Pferdestärken den dritten Weltkrieg abwenden.

Capital-A-Aber: Die größte Stärke von »Fast & Furious 8« ist, dass der Film um genau diese Schwächen weiß und sie bis zur Perfektion zelebriert: Gut aussehende Menschen, die sich in Traumautos die Köpfe einschlagen und dabei immer einen coolen Spruch auf den Lippen haben. Und weil das alles schon sieben Mal da war, übertrifft jede Szene die nächste. Wenn die Qualität von Filmen in „What The Fucks per Minute“ gemessen würde, wäre das hier das Meisterstück. Wenn man sich darauf einlassen kann, hat man einen Mordsspaß. Wenn nicht, wird man jede Sekunde hassen.

EMDb – Rating: „3,5/5“

  1. Ich habe Teil 1-6 erst kurz vor dem Release von Teil 7 in einem wahnwitzigen Filmmarathon bei Freunden nachgeholt.

Best of the web

Tim Carmody, seineszeichens regelmäßige Urlaubsvertretung von Jason Kottke, sammelt seit ein paar Tagen mit Hilfe der Leser von und auf kottke.org das Beste, was das Web zu bieten hat. Mittlerweile fast ein Dutzend Beiträge, randvoll mit Internetgold. Blogging at it’s best.

Update, 28.04.: Jason hat Tims Treiben nun auch kommentiert: „I always enjoy Tim’s residencies here, but this one made me clap my hands in joy and stomp my feet in a jealous rage. It’s not entirely fair that he does the site better than I do, but I’m glad he does.“ 😅

Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewissen Leuten die Freiheit genommen wird, alles zu tun.

– Louis Terrenoire, französischer Journalist und Politiker, über die Bedeutung der Pressefreiheit. (Wikipedia, via turi2)

#YourFirstAmazonOrder

Schöner Hashtag bei Twitter für etwas persönliche Webnostalgie (und Verwunderung wie spät manch einer Amazon erst für sich entdeckt hat). Meine erste Bestellung ging am 25. November 2002 raus und umfasste zwei Mal die damals frisch erschienene System of a Down-Platte „Steal this Album“ zum Preis von je 14,99 Euro. Eine CD war für mich, die andere für meine damalige Freundin – und jetzige Frau. 😄

Bestellung Nr. 2 war dann im Dezember 2002 schon ein aus diversen Alben, Büchern und Filmen bestehender Rundumschlag, den ich mir selbst zu Weihnachten gönnte. Damals noch mit Spannung erwartet, trudeln hier heutzutage so oft und so viele Amazon-Bestellungen ein, dass ich mir fast gar nicht mehr vorstellen kann, dass es jemals anders war.