Review: R.E.D. 2

Als »R.E.D.« 1, der erfreulicherweise bis auf Titel und Namen der Hauptfigur so rein gar nichts mit der unsäglichen Comicvorlage gemeinsam hatte, vor drei Jahren ins Kino kam, handelte es sich um eine so kurzweilige und unterhaltsame Action-Comedy, dass ich mir sogar wünschte, irgendwann “ein weiteres Mal in die Welt von Frank Moses und vor allem dem von Malkovich paranoid-genial dargestellten Marvin zurückzukehren”. Knapp 200 Millionen Dollar später sollte mir dieser Wunsch erfüllt werden.

In »R.E.D. 2« kehren die gealterten Auftragskiller Frank Moses (Bruce Willis), Marvin (John Malkovich) und Victoria (Helen Mirren) also in den aktiven Dienst zurück – obwohl gerade der erst genannte eben genau das tunlichst vermeiden wollte. Viel lieber möchte der mittlerweile ebenfalls leicht paranoide Frank nur ein ruhigen Lebensabend an der Seite seiner Freundin Sarah (wie im ersten Teil die sympathische Mary-Louise Parker) verbringen, was ihm jedoch erschwert wird, als in diesem Internet – dabei ist tatsächlich von “Wikileaks” die Rede – Geheimdokumente über eine frühere Operation geleakt werden, an der Marvin und er beteiligt waren und bei der im kalten Krieg eine Massenvernichtungswaffe im Herzen Moskaus platziert worden sei. Klar, dass den beiden nun Geheimdienste und Killer aus aller Welt auf den Fersen sind, um die Sache aus der Welt zu schaffen.

Genau genommen ist die Handlung aber Nebensache und vielmehr eine Aneinanderreihung von Orten und Actionszenen. Letztere sind dabei nie ganz so gelungen, wie noch im Vorgänger, wenngleich jede Szene mit Byung-hun Lee, dessen Figur es ebenfalls auf Frank abgesehen hat, schon ein Highlight ist. Ansonsten sind sie aber Schatten ihrer Selbst: Bruce Willis gibt den Standard-Bruce Willis, John Malcovich ist nicht mehr ganz so abgedreht-überragend wie noch im ersten Teil und Helen Mirren macht hier eh immer eine gute Figur. Dann wäre da noch Anthony Hopkins, der Anthony Hopkins in nichts nachsteht, aber auch nichts mehr retten kann.

Versteht mich nicht falsch: Der Film hat seine Momente, die Action, Coolness und Lacher des Vorgängers wird man aber schmerzlich vermissen. »R.E.D. 2« ist trotz größerem Budget nur »R.E.D.« auf Sparflamme. Vielleicht also beim nächsten Mal wieder.

EMDb – Rating: 2/5

· am veröffentlicht 02.10.2013

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