Einträge von März 2011

Exporting Raymond

 
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Ich habe »Alle lieben Raymond« nie so richtig verfolgt, euch aber vorvorgestern davon erzählt, dass der russische Fernsehsender CTC, der gerade »How I met your Mother« lokalisiert, auch schon ein erfolgreiches, russisches Remake von »Everybody loves Raymond« produziert hat. Perfektes Timing, denn wie sich herausstellte, hat Philip Rosenthal, der Erfinder von Raymond, gerade zu genau diesem Umstand eine Dokumention gedreht: »Exporting Raymond« zeigt seine überaus bizarre Reise in die russische Kultur und Fernsehlandschaft. Könnte (sehr) gut werden – vor allem wenn man schon mal ein „westliches“ Studio von innen gesehen hat. (via Spreeblick)

Batman’s Sexcave


Woran erkennt man, dass das eigene Batman-Fanboytum zu weit geht? Daran, dass man sich im Erotikmotel Eden in Taiwan in die Batman-Suite einmietet. Drei Stunden fünfzig Dollar, inklusive Bat-Whirlpool und Batmobil-Sexride-Dingens. Falls ihr also schon immer mal weniger dunkler Ritter und mehr Bruce Wayne sein wolltet, könnt ihr euch hier auf der Hotelseite weitere Fotos ansehen – und sicherlich auch direkt eure Buchung für die anstößige Bathöhle loswerden. (via Techn0mancer)

How I met your Mamuschka

Der russische Fernsehsender CTC macht keine halben Sachen: Anstatt die weisen Worte des großen Barney Stinson stümperhaft zu übersetzten (wie ProSieben das hierzulande getan hat), bauen die sich einfach ihr eigenes »How I met your Mother«. Das sieht zwar ein bisschen strange aus, macht aber auf jeden Fall einen besseren Eindruck als einst die deutsche Version der IT Crowd – falls sich noch jemand an dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte erinnern kann… Kein Wunder, schließlich hat CTC mit den russischen Versionen von »Everybody loves Raymond« und »The Nanny« bereits andere US-Sitcoms erfolgreich lokalisiert.

 
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Update, 29.03.2011: Passend dazu: Der Erfinder von »Everybody loves Raymond« hat eine Dokumentation darüber gedreht, wie es war, den Russen seine Sitcom zu verkaufen. Hier mehr und der Trailer dazu.

Sonic the Unemployed

Es ist nicht mehr 1993. Sonic the Hedgehog ist ein gefallener Stern am Videospiel-Firmament und, nachdem er all seine Ringe für Koks, Igelfrauen und Sega-Aktien eingetauscht hat, mehr als pleite. Gut, dass sein treuer Freund und Finanzberater Tails ihm wieder auf die Beine helfen möchte – indem er das einstige Vorzeigemaskottchen in anderen Videospielklassikern malochen lässt. Hier Folge 1 der überaus grandiosen Machinima-Comedyserie »Sonic for Hire«, in der Sonic als Paper Boy ran muss:

 
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Zu den restlichen fünf, bisherigen Episoden geht’s hier: #2 Punch Drunk, #3 Toejam & Earl, #4 Dr. Robotnik, #5 Street Fighter, #6 Earthworm Jim. Jedenfalls ein überaus gut gemachter, großer Spaß, der im Auge behalten werden sollte. (via Doc Pop)

One Minute Puberty

Der Berliner Freelance Designer und Space Samurai Alexander Gellner hat sich für seinen anderthalb Minuten langen Kurzfilm »One Minute Puberty« ganz offensichtlich meine Jugend zum Vorbild genommen. Denn das entspricht alles genau so meinen Erinnerungen, nur dass die Wirklichkeit nicht so unglaublich gut animiert war. Mehr gute – ach was, grandiose! – Arbeiten von dem Mann gibt’s auf seiner Webseite.

 
(Vimeo Direktlink)

PS: Tja, und keine Ahnung, ob das nsfw ist oder nicht?! Wenn ihr bei Disney arbeitet, würde ich die Finger davon lassen. Im Priesterseminar ist’s wohl kein Problem. (via Laughing Squid)

Steve Jobs = Apples Auteur

Im September letzten Jahres hat John Gruber während der dConstruct-Konferenz in Brighton einen überaus hörenswerten Vortrag zum Thema „The Auteur Theory of Design“ gehalten. Nach einem Schwenk durch die Filmgeschichte kommt Gruber zu der Feststellung, dass die (umstrittene) Auteur-Theorie, die im Regisseur den zentralen Gestalter – also den Autor – eines Films sieht, auch wunderbar auf die Technologiebranche – oder besser: Apple – angewandt werden kann. Demnach wäre Steve Jobs Apples Auteur, der geistige Vater von Mac, iPod, iPhone und iPad.

Wenngleich wir natürlich wissen, dass der Auteur-Ansatz hinkt und hakt, da der Regisseur niemals allein für die Umsetzung seines Films verantwortlich sein kann, finde ich Grubers Schlussfolgerung durchaus reizvoll. Denn wann immer ein neues Apple-Produkt erscheint schreien Medien und Apfeljünger1 gleichermaßen auf und bejubeln Jobs‘ Genialität. Was wiederum ein klassischer Fall von „Auteur Desire“, dem Verlangen nach dem Genie hinter dem wie auch immer gearteten Endprodukt, ist.

Soweit geht Gruber in seinem Vortrag zwar nicht – er spricht schließlich vor Programmierern und Web 2.0-Fuzzis und will keine kulturelle Einordnung des Apple-Mythos liefern –, aber es ist, wie gesagt, ein sehr hörenswerter Speedrun durch die Auteur-Theorie, der ein paar nette Denkanstöße zum Film und Apple liefert.

(.mp3-Download, mehr Infos)

  1. Jaja, mich eingeschlossen.