Review: Avatar – Aufbruch nach Pandora

Und dann war da natürlich noch Avatar, der letzte große Film des Jahres und – auch auf die Gefahr hin, mein Fazit bereits vorweg zu nehmen – ich bin sogar gewillt, der größte Film des Jahres zu sagen. Und klar: wenn James Cameron, der selbsternannte „König der Welt“, nach zwölf Jahren Kinoabstinenz endlich wieder über den Abspann läuft, dann darf man schon mal die Superlative auspacken. Doch um ehrlich zu sein: Trotzdem ließ mich die „Vorberichterstattung“ zu Avatar für meine (SciFi-Fanboy-)Verhältnisse außergewöhnlich kalt. Irgendwie haben Comic Con-Panels, Trailer und Previews keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass ich in Anbetracht des großen Namens zwar gespannt, aber auch ohne jegliche Erwartung das hiesige, mittlerweile auch mit 3D-Klimbim ausgestattete Kino aufsuchte. (Denn dass man unbedingt dreidimensional nach Pandora aufbrechen sollte, ging auch nicht an mir vorbei.)

Meine Haltung zum Film sollte sich bereits in den ersten Minuten schlagartig ändern. Während die Geschichte vom Ureinwohnervolk (hier in Form blauer Katzen-Aliens), das vom bösen weißen Mann aus ihrem Land vertrieben wird, weil der sich das große Geld erhofft, zwar alles andere als neu ist und auch die Heldenreise, die der gehbehinderte Marine Jake (solide gespielt von Sam Worthington) hier durchlebt, normalerweise keinen Cineasten mehr hinter dem Ofen hervor lockt, funktioniert Avatar hervorragend. Das liegt zum einen daran, dass Cameron sein Handwerk versteht wie kaum ein anderer und wahrscheinlich selbst aus einem Wurstwerbespot ein actiongeladenes Epos machen könnte, zum anderen daran, dass der Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr raus kommt.

Denn Pandora sieht (in 3D) fantastisch – und ich meine hier wirklich sowas von absolut fantastisch! – aus, das man auf die vergangenen 162 Minuten zurückblickt als hätte man einen Kurztrip dorthin unternommen. In keinem Moment zweifelt man an der Echtheit der Flora und Fauna oder der Na’vi, der Aliens. Und überhaupt: die Aliens! Nie waren realistisch animierte CGI-Figuren so ausdrucksstark und glaubwürdig wie hier. Ja, Avatar ist ein wahres Fest für die Augen (sofern man diese simplen Regeln beachtet) und Ohren (toller Score von James Horner), das man nicht mehr missen möchte.

Und obwohl die Story nicht allzu viel neues bietet, die Dialoge mitunter etwas zu gewollt sind und hier und da Logiklöcher auftreten, wird auch euer Kopf viel Freude auf Pandora haben, denn selten hat man einen so fesselnden, perfekt (wenn auch sehr klassisch) gemachten und absolut epischen Film gesehen wie eben Camerons Avatar. Vielerorts darf man deswegen vom „Star Wars unserer Generationen“ lesen, aber ob ich wirklich soweit gehen würde, weiß ich noch nicht. Das wird erst mein zweiter Kinobesuch zeigen und ob ich danach erneut so begeistert bin. Bis dahin ist es nur der beste Science-Fiction-Film des Jahres und ein bis zwei Sequel würde ich herzlich willkommen heißen.

EMDb – Rating: 5/5

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3 Reaktionen

  1. Ich freue mich wirklich schon sehr auf unseren nächsten Ausflug nach Pandora 😀 Und obowohl ich ja eigentlich eh von fast jedem Film begeistert bin, muss ich doch sagen, dass dieser mich noch ein ganzes bisschen mehr begeistern konnte, als die restlichen diesen Jahres :jaja:

  2. hm. fand den jetz nich so toll. mit 300 millionen bau ich dir den tollsten wurstwerbespot e-v-e-r / und das MIT ner besseren story. mit wurst!

  3. Der Film hat wirklich geflasht!
    Die Fauna & Flora waren so grandios – speziell als die da Nachts durch den Busch sind – so toll, da juckt mich auch wenig die Klischee-Kritik die man vielerorts lesen konnte.