#urheberrecht

“The books will stop working”

Microsoft schließt seinen eBook-Store wegen Erfolglosigkeit zum heutigen 1. Juli, was bedeutet dass alle gekauften Bücher mit Abschaltung der dazugehörigen DRM-Server aufhören zu funktionieren (!). Das ganze wurde mit nur zwei (!) Monaten Vorlaufzeit angekündigt. Kunden sollen ihre Einkäufe erstattet bekommen. Wer sich Notizen in den DRM-geschützten Microsoft-eBooks gemacht hat, verliert diese, bekommt aber 25$ „Entschädigung“.

Der Fall unterstreicht einmal mehr die offenkundigen Probleme, die es mit dem DRM-gestützten Content-Vertrieb gibt: once it’s gone, it’s gone. Microsoft – und wenn es bei ihnen soweit ist wahrscheinlich auch Amazon und Apple – ist natürlich in der glücklichen Lage das Problem mit Geld aus dem Weg zu räumen, was für kleinere Anbieter mit DRM-Content oftmals keine Lösung ist und mit dem Abschalten der Rechteinfrastruktur wären Inhalte und Geld unwiderruflich weg.

Ich würde daher weiterhin dazu raten, DRM-freie Inhalte zu kaufen, wo es nur geht. (Streaming ist mit seiner sowieso zeitlichen Restriktion da eine Ausnahme.) Da ich aber hauptsächlich Sach- und Fachbücher auf meinem Kindle lese, kann ich die meistens direkt ohne lästiges DRM kaufen. Wenn es aber doch mal ein eBook direkt von Amazon sein muss, gibt es da auch Wege.

Also befreit euren Content, damit er so lange funktioniert (!), wie ihr wollt. Das ist die Welt, in der wir jetzt leben.

Bundesregierung befürchtet „bürokratisches Monster“ weil neues EU-Leistungsschutzrecht auch für freie Software-Entwickler gelten soll

Filed under: „Die Geister, die ich rief“. Denn damit hätte jeder an einem Projekt beteiligte, freie Entwickler die Möglichkeit Anspruch auf einzelne Codezeilen zu erheben und das Projekt so rechtlich schachmatt zu setzen.

Das belustigt mich gerade sehr, weil das, wie Die Welt, die ich hier in Ermangelnung von leistungs­schutzrecht­freier Alternativ­bericht­erstattung verlinken musste, berichtet, die Digitalstragie der deutschen Politik torpediert und den Digitalstandort Europa gefährdet. Was natürlich fatal wäre, aber hey, welch grandiose Ironie des Schicksals!

The future is here today: You can’t play Bach on Facebook because Sony says they own his compositions

Boing Boing-Posting von letzter Woche, das zeigt, was für ein Wahnsinn nach der Pro-Upload-Filter-Abstimmung von heute absofort noch viel häufiger auf uns zukommen wird:

James Rhodes, a pianist, performed a Bach composition for his Facebook account, but it didn’t go up — Facebook’s copyright filtering system pulled it down and accused him of copyright infringement because Sony Music Global had claimed that they owned 47 seconds‘ worth of his personal performance of a song whose composer has been dead for 300 years.

Technology is neither good nor bad: you are

Peter Sunde of The Pirate Bay fame schlägt in diesem unterhaltsamen Vortrag von der TNW Conference1 in eine ganz ähnliche Kerbe wie Ted Nelson und meine Urgroßtante, indem er über einen Schwenk aus der Historie von TBP dazu kommt, wie man Technologie politisch einsetzen kann und dass man öfter mal nach dem „Warum?“ fragen sollte.

 
(YouTube Direktlink)

Startups and the tech industry are the new community bearers. What does that mean for how programmers need to think, and what types of responsibilities come with that role? How can we build solid, long term solutions and build next generations of infrastructure in a responsible way? At TNW Conference, Peter Sunde will share his vision on the bigger picture and ways for tech entrepreneurs to create real value for society.

  1. Fun-Fact: Wir waren 2008 bei der „The Next Web Conference“, um der legendären Amsterdam-Live-Episode von Diggnation beizuwohnen. []

“MP3 is dead” missed the real, much better story

Wer sich in den letzten Tagen über Meldungen zum „Tod“ der MP3 gewundert hat1, sollte einen Blick in diesen Blogpost von Marco Arment werfen. Sein Pro-MP3-Fazit:

MP3 is supported by everything, everywhere, and is now patent-free. There has never been another audio format as widely supported as MP3, it’s good enough for almost anything, and now, over twenty years since it took the world by storm, it’s finally free.

  1. 🤔  Das müssen wohl diese Fake News sein, von denen seit Monaten alle sprechen… []

Abmahnbeantworter

Sie haben eine Abmahnung für einen Urheberrechtsverstoß erhalten? Erzeugen Sie mit diesem Schriftsatz-Generator in fünf Schritten ein Antwortschreiben, das die abmahnende Kanzlei über die Unrechtmäßigkeit der Abmahnung in Kenntnis setzt.

Tolles und wichtiges Tool vom CCC und den Freifunkern, dass, so Netzpolitik.org, „das Abmahnrisiko wieder dahin [verlagert], wohin es bei unberechtigten Abmahnungen auch gehört: zum Abmahnenden.“

Update, 24.08.: Rechtsanwalt und CCC-Mitglied Markus Kompa kritisiert den Abmahnbeantworter, weil man damit im Vorfeld zuviel von sich preisgibt.