#terrorismus (13)

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Bill Biggard – September 11th

André Pitz hat auf Bluesky auf die Fotos des Foto­journalist Bill Biggart hinge­wiesen, die dieser vor dem Einsturz des zweiten Turms des WTC in New York City machte, der ihn das Leben kostete. Biggard machte an diesem Tag rund 300 Fotos, von denen später rund 154 wieder­herge­stellt werden konnten. Auf seiner Website sind einige der erschütternden Bilder, die die symbol­trächtigen Attacken und ihre Folgen in zuvor schönstem Wetter zeigen, zu sehen.

Hier auf YouTube zudem eine vor wenigen Tagen veröffent­lichte Doku­menta­tion des Imperial War Museums London über seine Arbeit an diesem Tag, wo seit kurzem eine permanente Ausstellung seiner Bilder stattfindet.

September 11th — Bill Biggart Photographer | OpenGraph Preview Image
billbiggart.com

September 11th — Bill Biggart Photographer

It was a beautiful day in New York. The morning calm was broken by a passing taxi driver who yelled out that a plane had hit the World Trade Center. Bill ran home, grabbed three cameras (two film, one digital) and began heading toward the WTC. Walking and shooting as he went, he moved quickly downtown toward the smoke and flames.

9/11

Jeder der vor 25 Jahren ein halbwegs fertiger Mensch in der westlichen Welt war, weiß, was sie oder er gerade gemacht hat, als die Nachricht vom ersten, dann zweiten Flugzeug im World Trade Center sie erreichte.

Der 16-jährige Stefan kam gerade von der Schule, wurde von seiner Oma bekocht, wo nebenbei das Nachmittags­programm von Sat.1 lief, die wie ich heute las, damals die ersten waren, die berichteten. Relativ schnell schaltete ich auf ntv, N24 und CNN um, wo ich kurze Zeit später das zweite Flugzeug live oder wenige Minuten später in den zweiten Turm einschlagen sah, gefolgt von den weiteren Flugzeugen, Menschen, die in Panik und Todes­angst tödliche Sprünge wagten, den einstürzenden Türmen, dem apokalyptischen Manhattan.

Meiner damaligen Freundin, mit der ich an diesem Nachmittag verabredet war, sagte ich ab – ich müsse vor dem Fernseher sitzen bleiben, hier passiere Historisches. Bis in die Nacht schaute ich Peter Kloeppels Bericht­erstattungs­marathon, die diversen Nachrichten­sender und Sonder­sendungen und wie das Musik­fern­sehen, den Betrieb einstellte. Im Netz staunte ich, wie cnn.com zusammen­brach und all die US-Blogger, die das Geschehen live – und teils direkt aus New York – begleiteten, zu gefragten und umfänglichen Quellen wurden.

Wie ein jede*r, die/der in den 90ern aufwuchs, liebte ich fast alles an und aus Amerika. New York, zu dem ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht war, war vermutlich die Stadt, der ich am meisten entgegen­fieberte und in der ich mich am besten auskannte. Meine Kumpels und ich waren Knicks-Fans und all unsere Pop­kultur spielte in New York. An dem Tag und den Tagen danach waren wir und alle anderen irgendwie auch New Yorker.

Und wir waren erschüttert. Es gibt einen guten Grund, warum sterbende Menschen in der Regel nicht im Fernsehen gezeigt werden. An diesem Tag war das anders. Und seit diesem Tag die Welt eine andere.

Fefe im FAZ-Interview über PRISM & Co.

Terrorismus ist ja definiert als Einschüchterung, als Angriff, der nicht mich direkt angreift, sondern mir Angst macht und ich so meine Lebensart ändere. Das ist doch genau, was hier gerade passiert! Nur dass eben nicht „die Terroristen“ diesen Angriff durchführen, sondern die Geheimdienste. […] Im öffentlichen Diskurs muss mal jemand die Frage stellen, ob der real erlebte Terror nicht eher von den Diensten ausgeht, anstatt dass sie uns vor ihm schützen.

Ich kann Fefe (das Blog) ja nicht immer ertragen, aber hiermit hat er recht.

Zombinladen – The Axis of Evil Dead

Als wäre der Umstand, dass US-Spezialeinheiten mitten in der Nacht das Versteck von Osama bin Laden stürmen, dort einen Haufen tote Terroristen hinterlassen und seine Leiche so schnell wie möglich ins Meer werfen, nicht eh schon wie aus einem von Hollywoods (schlechteren) Action-Thrillern, setzt der französische Regisseur Clement Deneux noch einen drauf, erweckt Osama zu neuem, untoten Leben und spinnt die Geschichte so zu einem erstklassigem Zombie-Streifen weiter. Leider nur als Trailer, aber der ist so gut, dass Troublemaker, Troma und Asylum hellhörig geworden sein könnten… Zumindest hoffen Trashkultur-Deutschland und ich das. (via Mister Honk und Minds Delight)

Vorschaubild zum Video. Aktivieren, um das Video zu laden und abzuspielen.
(Vimeo Direktlink)

Der Mann, der niemals schrieb

Der Mann, der niemals lebte ist ein weiterer Versuch seitens Leonardo DiCaprio sich von seinem ewigen Milchbubi-Image zu verabschieden. Und das gelingt ihm meines Erachtens nach, wie schon bei Scorseses grandiosem The Departed, ziemlich gut. Und vor der Kamera von Regisseur-Legende Ridley Scott, der immerhin dreimal erfolglos für den Oscar als „Bester Regisseur“ nominiert war, sollte auch die größte Pfeife glaubhaft zum gescheiten Geheimagenten werden.

Zu Beginn von Scotts (Anti-)Terror-Streifen erfahren wir, dass es um die Weltsicherheit nicht gut bestimmt ist: selbstentzündende Terroristen in England und Bombenanschläge in Amsterdam. Dahinter steht eine neue so viel besser organisierte Terrororganisation – und wer das friedliebende Holland angreift, muss es schon faustdick hinter den Ohren haben. Gut, dass der Sesselpupser Ed Hoffman (ein dicklicher Russell Crowe) mit Roger Ferris (DiCaprio) einen ambitionierten Agenten vor Ort im nahen Osten hat. Ferris spricht fließend arabisch und ist mit den lokalen Gepflogenheiten so gut vertraut, wie kein anderer. Doch als er die Jagd auf die Terroristen eröffnen möchte, stellt sich heraus, dass sowohl Freund als auch Feind ein doppeltes Spiel spielen…

Wenngleich der wunderbar fotografierte Film keine großen Überraschungen bietet und zu Binsenweisheiten à la „im Krieg ist jeder schuldig“ neigt, so ist das Erzählte doch durchgehend spannend, interessant und bietet die ein oder andere neue Sichtweise auf den war on terror. Und vor allem der dargestellte Kontrast hat es mir angetan: zum einen DiCaprios Figur als Wandler zwischen den Kulturen, zum anderen der Kampf der hochtechnologisierten Amerikaner gegen die vermeintlich primitiven Bauern. Andere Filme haben hier zuletzt zu sehr pauschalisiert und so ist Der Mann, der niemals lebte für Freunde des Genres durchaus sehenswert.

EMDb – Rating: 3/5

(Die Überschrift bezieht sich natürlich darauf, dass ich dieses Review aus persönlichen Gründen vor mich hin prokrastinierte. In Wirklichkeit habe ich dieses Review immer noch nicht geschrieben, sondern meiner frisch eingestellten Sekretärin Limpi diktiert.)