#technologie (281)

Seite 1 von 29

The European Social Stack — An open declaration

Eine Deklaration für offene, dezentrale Social-Plattformen und Messaging-Protokolle in, aus und für Europa. Heute vorgestellt auf der PublicSpaces Conference in Amsterdam und mitgetragen u.a. von A New Social, Eurosky und Mastodon. Das neue, europäische Netzwerk W Social, das wie Bluesky oder eben Eurosky ebenfalls auf dem AT-Protokoll aufsetzt, fehlt hier allerdings auffälligerweise.

Ansonsten richtig und wichtig. Während Demokratie, Meinungsfreiheit, Vernetztheit und Gemeinsamkeit überall auf der Welt ins Hintertreffen geraten, sollten wir das, was Europa und die EU auszeichnet, auch im Netz fördern und vorleben.

The European Social Stack — An open declaration | OpenGraph Preview Image
european.social

The European Social Stack — An open declaration

Social media’s impact on society and citizens clearly shows the need for change. Europe has a strong ecosystem of social companies and a deep well of expertise in designing and operating social protocols. We are building on this to move away from large monopolistic platforms with their authoritarian governance and editorial positions, and are joining forces to establish a diverse and resilient information infrastructure in Europe.

Enzyklika Magnifica Humanitas des heiligen Vaters Leo XIV. über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Schon zu Recht überall durchgereicht, ist das doch für eine Enzyklika unge­wöhnlich aktuell und trifft den Zeit­geist und die bevor­stehenden Heraus­forderungen für unseren globalen und gesamt­gesellschaftlichen Umgang mit Künst­licher Intelligenz, der Konzen­tration von Kapital und Macht doch sehr genau.

Hier z.B. Definition und Abgrenzung von KI [Absätze und Soft-Hyphens von mir für etwas bessere Lesbarkeit hinzugefügt; das Zitat ist im Original ein einzelner, langer Absatz (#99).]:

Es ist nicht möglich, eine eindeutige und umfassende Definition von Künst­licher Intelli­genz zu geben. Fest steht jedoch, dass das Miss­verständnis zu vermeiden ist, diese „Intelli­genz“ mit der menschlichen gleich­zusetzen. Diese Systeme ahmen bestimmte Funktionen der menschlichen Intelli­genz nach. Dabei übertreffen sie sie oft an Geschwindig­keit und Rechen­leistung und bieten somit in zahlreichen Bereichen konkrete Vorteile. Diese Leistungs­fähigkeit hat jedoch ausschließlich mit der Daten­verarbeitung zu tun: Sogenannte Künstliche Intelli­genzen machen keine Erfah­rungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Bezie­hungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freund­schaft und Verant­wortung bedeutet.

Sie haben auch kein moralisches Gewissen: Sie unter­scheiden nicht zwischen Gut und Böse, sie erkennen nicht den eigentlichen Sinn von Situa­tionen und sie nehmen die Last der Konse­quenzen nicht auf sich. Sie können Sprache, Verhalten und Beur­teilungen imitieren, sie können Empathie oder Verständnis simulieren, aber sie verstehen nicht, was sie damit bewirken, denn sie bewegen sich nicht in jenem affektiven, relationalen und geistigen Horizont, in dem der Mensch zur Weisheit gelangt.

Auch wenn diese Werkzeuge als „lernfähig“ dargestellt werden, unter­scheidet sich ihre Art des Lernens von der einer menschlichen Person. Es handelt sich nicht um die Erfahrung eines Menschen, der sich vom Leben formen lässt und im Laufe der Zeit durch Entschei­dungen, Fehler, Vergebung und Treue wächst; vielmehr ist es eine statistische Anpassung auf der Grundlage von Daten und Rück­meldungen, die zwar sehr effektiv sein kann, aber kein inneres Wachstum impliziert.

Und Tolkien zitiert er dann auch noch (#213).

Bevor ihr euch aber jetzt das sehr lange, sehr päpstliche Dokument durchlest, sei euch die Episode „API et Orbi“ von Haken dran vom vergangenen Freitag empfohlen, in der Gavin Karlmeier und Stefan Schulz sich der Einordnung des Papstes annehmen:

Wir versloppen uns zu Tode: Der Papst hat eine Meinung zu KI – und sie fällt sehr deutlich aus. Die KI ist kein Mensch, die Tech-Broligarchie ist moderner Kolonialismus, KI muss entwaffnet werden und unsere Daten gehören uns und nicht denen, die sie verarbeiten. Über diese Deutlichkeit, über den Widerstand, den wir dagegen aufbringen müssen […]. Der Podcast zum größten Raubzug der Menschheit gegen die Menschheit.

Darüber hinaus haben sich beide noch weiter mit der Thematik beschäftigt: Gavin in seinem Blogeintrag „Ist Claude ein ‚Kind Gottes‘?“ und Stefan in der aktuellen Ausgabe (hier z.B. auf YouTube) seines Podcasts Die neuen Zwanziger.

Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ (15. Mai 2026) | OpenGraph Preview Image
vatican.va

Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ (15. Mai 2026)

ENZYKLIKA MAGNIFICA HUMANITAS DES HEILIGEN VATERS LEO XIV. ÜBER DIE BEWAHRUNG DES MENSCHEN IM ZEITALTER DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ [ Multimedia ] ___________________________

WhatCable – macOS menu bar diagnostics for USB-C

WhatCable explains cable speed, charging limits, e-marker data, and connected devices in plain English. No more guessing why a cable charges slow or refuses to drive your display.

Ich habe zu Weihnachten USB-C-Tester verschenkt, aber das hier ist definitiv komfortabler, u.a. weil man in der Regel immer weiß, wo der Mac ist. Die Software ist Open Source und finanziert sich über einen 4,99 Pfund teueren Pro-Tier. (via vowe)

WhatCable: Know what your USB-C cable can really do | OpenGraph Preview Image
whatcable.uk

WhatCable: Know what your USB-C cable can really do

Why is my MacBook charging slowly? WhatCable shows USB-C cable speed, charging power, and e-marker data in plain English. Featured in Lifehacker, Boing Boing, and MakeUseOf.

Flipper One – Linux-Multi-Tool von den Flipper-Zero-Machern

Schwarz-oranger Flipper One im robusten Cyberdeck-Design mit Netzwerkanschlüssen, Bedientasten, Steuerkreuz und orangefarbenem Display, auf dem eine Pixel-Art-Figur mit der Sprechblase „WHY SO HARD?!“ zu sehen ist.

Das Team hinter dem Flipper Zero, der seit 2022 auch all meine Antennen-Multi-Tool-Bedürfnisse abdeckt, hat sein nächstes Device, den Flipper One, vorgestellt – und die Community um Support gebeten.

Denn das Projekt, das ausdrücklich keinen Nachfolger oder eine neue Generation liefert, sondern eine neue Multi-Tool-Geräteklasse, ist überaus ambitioniert: Während der Zero sich auf lokale Funk- und Hardware-Experimente konzentriert, ist der One als offener Linux-Computer für netzwerkbasierte Anwendungen und deutlich mehr Rechenleistung gedacht. Insbesondere die FlipperOS-Schicht mit der man unterschiedliche Linux-Konfigurationen reinladen können soll, klingt nützlich.

Für Release Dates und Preise ist es derzeit viel zu früh, aber wenn ihr euch mit Linux-Kerneln und ARM-Architektur auskennt, könntet ihr evtl. weiterhelfen das konkreter zu machen. Ich kauf euch dann einen ab.

Flipper One — we need your help | OpenGraph Preview Image
blog.flipper.net

Flipper One — we need your help

With Flipper One, we're reimagining what a Linux cyberdeck can be — it's a huge project. We're opening up the development process and asking the community for help.

Podcast: Die OpenAI Story

Bleiben wir bei ChatGPT: Von dem Team hinter der (nicht unumstrittenen) Peter Thiel Story ist gerade ein neuer, sechsteiliger Podcast erschienen, in dem es um die Entstehungs­Geschichte von OpenAI, den ursprüng­lichen Ideen dahinter und natürlich Sam Altmann geht.

Habe ich gestern auf meinem Arbeitsweg und heute bei der Garten­arbeit durch­gehört und bietet auf jeden Fall einen guten Einstieg und Überblick, aller­dings ohne alle Facetten, Probleme aber auch Möglich­keiten betrachten zu können (oder zu wollen). Dennoch hörenswert!

Die OpenAI Story | OpenGraph Preview Image
deutschlandfunk.de

Die OpenAI Story

Mit ChatGPT hat Sam Altman OpenAI in ein milliardenschweres Tech-Imperium verwandelt. Das ist die Geschichte der KI-Revolution, einer entfesselten Technik - und des Mannes, der sie geprägt hat. Von den Machern der Peter Thiel Story.

This is where my tech comes from

Kleines Tool von Martin Holland, um sich einen Überblick zu verschaffen, woher die selbst genutzte Software in den größten Kategorien (OS, Browser, Messaging, usw.) kommt. Und um das gleich auf Social Media zu teilen. Bei mir – oh je, nicht teilbar – sind’s immer noch 79% 🇺🇸.

Der nächste Di-Day kann also gar nicht früh genug kommen.

Tech Origin | OpenGraph Preview Image
fingolas.eu

Tech Origin

Select the software you use — a ready-to-copy text showing their origin will be generated automatically.

How The Heck Do QR Codes Work? (An Interactive Exploration)

Wir hatten hier vor einem Monat schon mal den sehr guten, interaktiven Explainer von PerThirtySix zur Funktionsweise von GPS, aber zwischenzeitlich hat Shri Khalpada noch weitere, spannende Artikel veröffentlicht, weshalb ein erneuter Hinweis hier nochmal mehr als gerechtfertigt ist. Denn neben der Erklärung zu QR-Codes oben, gab’s nun auch noch „How The Heck Does Shazam Work?“ und „How The Heck Do Solar Panels Work?“, die ebenso empfehlenswert sind.

How The Heck Do QR Codes Work? (An Interactive Exploration) | OpenGraph Preview Image
perthirtysix.com

How The Heck Do QR Codes Work? (An Interactive Exploration)

An interactive exploration of how QR codes work: from binary encoding and error correction to the clever geometry that makes them scannable.

The next evolution of The Verge’s homepage is here

Speaking of Tech-Journalismus: The Verge hat seine Homepage restrukturiert und die 2022 eingeführten, von mir und anderen Leser*innen gefeierten Quick Posts rechts in eine eigene Spalte verschoben, anstatt sie wie bisher mit den eigentlichen Artikeln zu durchmischen. Die Begründung dafür, nämlich dass Stories so zu schnell untergingen, ist nachvollziehbar, raubt dem Ganzen aber etwas von seinem innovativen Charme. (Andererseits sieht’s ein bisschen aus, wie das Sidebar-Gastblog beim 2003er BoingBoing damals.1)

Im Vergecast gibt’s eine interessante „Inside Baseball“-Folge zu den Änderungen und weiteren Behind-the-Scenes-Neuigkeiten von The Verge, u.a. mit der Info, dass sie bald das Föderieren mit Bluesky testen wollen2 und an einer Verge-App arbeiten.

  1. Vielleicht sollte also „Bring back sidebar blogs!“ gelten? []
  2. Bis dahin bleibt theverge.space eine hervorragende, externe Lösung um Verge-Autoren, -Inhalten und Quick Posts im Feviverse zu folgen. []
The next evolution of The Verge’s homepage is here | OpenGraph Preview Image
theverge.com

The next evolution of The Verge’s homepage is here

We’re continuously improving how The Verge works for you.

New Things with Joanna Stern

Vorschaubild zum Video. Aktivieren, um das Video zu laden und abzuspielen. 
(YouTube Direktlink)

Die hervorragende Joanna Stern hat, nachdem sie zuletzt ihren prestige­trächtigen Job als (Video-)Tech-Journalistin beim Wall Street Journal verließ, nun einen eigenen Newsletter und YouTube-Channel gestartet – und eröffnet damit, dass sie sich Tipps von niemand geringerem als YouTuber-Legende Casey Neistat abholt.

Sieht sehr vielversprechend aus und noch etwas persön­licher und humor­voller als ihre eh schon guten WSJ-Videos, wie „I Tried the First Humanoid Home Robot. It Got Weird.“ oder „How Many Steaks Can One AI Video vs. AI Image Cook?„. Klingt als bekämen wir mit New Things jetzt noch mehr davon.

The Physics of GPS

How geometry, stopwatches, and Einstein’s theories work together to make GPS possible.

Sehr schöne, kurze1 interaktive Einführung in die Funktionsweise von GPS. Auch die Seite, auf der das veröffentlicht wurde – PerThirtySix –, ist einen Blick wert: Hier haben zwei Data Scientists verschiedene Visualisierungen und interaktive Artikel zu diversen Themen aus Sport, Wissenschaft und Popkultur („Pokémon Explorer“) zusammengebracht.

Dieses Internetz mal wieder: Morgen ist bei uns Field Day, bei dem wir einen Edge Case für eine unserer Anwendungen vor Ort beim Kunden testen, weil in den heiligen Hypercode-Hallen zu Köln nicht wirklich reproduzierbar. Dabei geht es allen voran um GPS-basierte Probleme, insb. um den auch im Artikel beschriebenen Multipath-Effekt wegen besonderer, architektonischer Anforderungen. Und während man so drüber nachdenkt, taucht dann am Wochenende vorher dieser Artikel im eigenen Feedreader auf. Löst der unser Problem? Nein. Schärft er aber noch mal das Verständnis? You bet!

  1. Im Artikel wird auch noch dieser interaktive Explainer von Bartosz Ciechanowski verlinkt, der den Detailgrad noch einmal um ein Vielfaches erhöht. []
The Physics Of GPS | An Interactive Exploration | OpenGraph Preview Image
perthirtysix.com

The Physics Of GPS | An Interactive Exploration

An interactive exploration of how GPS works — from the speed of light and trilateration to the cheap clock problem and Einstein's relativity corrections.