Ich hatte mit dem Buch eine komplizierte On-/Off-Beziehung irgendwo zwischen gut finden und genervt sein wegen des anstrengenden Referenz-Overkills. Wirkt so, als wäre es Spielberg gelungen, dieses undefinierte Gefühl in den Film zu „retten“. Am 5. April wissen wir mehr.
#science fiction (58)
Geostorm (2017)
Meine Frau und ich haben ein Guilty Pleasure: Katastrophenfilme. Und zwar die seichte Sorte von Katastrophenfilm, die gerade noch so viele Hollywood-Dollars zugesteckt bekommen hat, um vom Direct-to-DVD-Stigma verschont zu bleiben.
»Geostorm« ist der neueste Vertreter dieser Zunft und steht den Days after Tomorrow und San Andreasen in nichts nach. Nur dass der Klimawandel hier die Erde schon fast zerstört hat, was man mit einem globalen Wettersatellitennetz aber noch in der Griff bekommen hat. Doch – oh no! – wird eben diese Technik jetzt von konspirativen Kräften als Waffe eingesetzt. Klar, dass nur Erfinder des Systems und Part-Time-Badass Gerard Butler Tag und Planeten retten kann.
Captain Obvious war dabei besonders fleißig, hält »Geostorm« dank offensichtlicher Besetzung und „beiläufig“ erwähnter Plot Points genau gar keine Überraschungen betreit. Ordentliche Effekte und Kinder-Voiceover runden das platte, aber überraschend amüsante Erlebnis ab. Prädikat: Schreck- und herrlich zugleich.
Blade Runner 2049 (2017)
Wenn Art Direction, Score und World Building das sind, was einen Film alleine ausmacht, würde hier die volle Punktzahl stehen.
Leider gehört jedoch noch ein bisschen mehr dazu und dahingehend fand ich den Film eher enttäuschend. Chosen One mit Kafka-Referenz? Geschenkt. Die Handlung ist komplett irrelevant und scheinbar nur auf ein Wiedersehen mit Harrison Ford ausgelegt.1 Das Schlimmste (für Science Fiction): Es gibt hier keine Botschaft. Während das Original essentielle Fragen aufwirft2, vermittelt uns »Blade Runner 2049« was genau? Dass Spike Jonzes »Her« ein ziemlich guter Film ist. Und nur weil wir sehen, wie Schnee auf die Hand eines zweifelnden Protagonisten fällt, ist das noch lange kein Tiefgang.
Dennoch: Meckern auf ästhetisch so hohem Niveau, dass sich ein Kinobesuch dennoch lohnen kann.3
Good Science Fiction
A good science fiction story should be able to predict not the automobile but the traffic jam.
– Frederik Pohl, US-amerikanischer Science-Fiction-Autor über gute Zukunftsgeschichten. (via Dave Rupert, der mit dem Zitat seine Beobachtung illustriert, dass die sozialen Medien unfähig/unwillig waren/sind ihre Nebenwirkungen – Stichwort „The Donald“ – zu antizipieren)
Neill Blomkamp’s »Oats Volume 1«
Neill Blomkamp, Regisseur von »District 9«, »Elysium« und »Chappie« und Namensgeber des hiesigen Themes, teasert seit einigen Wochen seine neue Kurzfilmreihe an, für die er unter dem Namen „Oats Studios“ firmieren wird. Nun ist der erste Trailer zu »Oats Volume 1« erschienen, was nach einer Anthologie von Blomkamp’schen SciFi-Kurzfilmen aussieht.
Ich bin überaus gespannt, was dabei rumkommt und wie sich das entwickelt. Das ein eigentlich etablierter Regisseur sich (warum auch immer) wieder der Kurzfilmform annimmt und das Netz, oder genauer gesagt Steam, als Distributionsweg wählt, ist spannend und eine gute Entwicklung. Vorbei an blockierenden Studios, finanziert direkt durch den Long Tail.
Würde doch bloß jemand ein Netflix für Kurzfilme bauen… 😉
Trailer zu »Blade Runner 2049«
Sieht gut aus, allerdings erinnert mich das ganze, genauso wie Sascha, eher an »Ghost in the Shell« als den 1982er Klassiker. Mal sehen, aber das »Arrival«-Namedropping stimmt ja eigentlich zuversichtlich.
Ghost in the Shell
Seit Sichtung der grandios aussehenden Trailer freute ich mich auf die Realverfilmung des populären Animes, der mir damals™ zwar gut gefiel, mich aber zugegebenermaßen nicht weiter beeindruckte und -flußte, weshalb ich das weitere Franchise-Treiben auch nicht weiter verfolgte. Die dann veröffentlichten Realfilm-Trailer versprachen jedenfalls nicht zu viel: Rupert Sanders‘ »Ghost in the Shell« sieht grandios aus. Die Special Effects überzeugen, der eigentliche Star des Films sein Setting: die futuristische Stadt mit all ihren Hologramen, Reklamen, Technologien und Bewohnern sieht fantastisch aus.
Das war’s dann allerdings auch (für mich). Die Neuauflage der 22 Jahre alten Story ist weitestgehend belanglos. Bösewichte sind böse, weil sie böse sind – na vielen Dank. Der Vordergrund der Szenerie verdeckt den Blick auf die Kulisse, die ach so schwerwiegenden Beweggründe der Figuren unterbrechen die immerhin halbwegs unterhaltsamen Actionsequenzen. Und was Scarlett Johansson anstelle einer asiatischen Schauspielerin da macht, weiß ich immer noch nicht.
Nichtsdestotrotz wegen der tollen Präsentation:
SciFi Book covers of the 40s, 50s, 60s and 70s
(via Ligne Claire)
Trailer zu »Ghost in the Shell«
So langsam erliege ich dem Hype auch: Der neue Trailer zu »Ghost in the Shell« sieht super aus. Ich kann mich allerdings nach wie vor nicht so richtig mit dem Casting von Scarlett Johansson anfreunden.
Sam Esmail (»Mr. Robot«) soll Fritz Langs Science-Fiction-Klassiker »Metropolis« als Miniserie neuverfilmen
Wie René zu Recht anmerkt, wohl eine Folge des »Westworld«-Erfolgs. Und normalerweise ein Grund zur Besorgnis, aber Sam Esmail vertraue ich da blind.
