Trumps Präsidentschaft in zwei Bildern. (via Daring Fireball)
#politik (225)
Nichts zu verbergen?
Amsterdam gilt seit jeher als Musterbeispiel gelungener Stadtplanung. Bereits 1851 begann die Stadt, systematisch Daten der Bevölkerung zu erheben, um optimal ihre Ressourcen zu verteilen. Fürs „Bevolkingsregister“ gaben die Einwohner bereitwillig Beziehungsstatus, Beruf und Religionszugehörigkeit an. 1936 stieg man sogar auf die Datenerfassung mit einem hochmodernen Lochkartensystem um. 1939 aktualisierte eine Volkszählung das Stadtregister nochmals.
Im Mai 1940 rissen die einmarschierten deutschen Besatzer das Register an sich und ermittelten anhand dieses Datenschatzes in wenigen Tagen fast alle jüdischen Einwohner. Ein Großteil der rund 100 000 Amsterdamer Juden wurde ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Von einem Tag auf den anderen entschied ein Marker im Big-Data-Pool über Leben und Tod. Zuvor hatte 90 Jahre lang niemand etwas zu verbergen gehabt – schließlich diente die Erfassung ja dem Wohl aller.
Kein Filter für Rechts
Wie die rechte Szene Instagram benutzt, um junge Menschen zu rekrutieren.
Interessante (und einmal mehr erschreckende) Recherche vom gemeinnützigen Recherchezentrum CORRECTIV. Kommt in vier Teilen innerhalb der nächsten Woche.
“Just because they’ve turned against humanity doesn’t mean we should defund the Terminator program”
Don’t get me wrong, we all remember Judgement Day, when the Skynet gained self-awareness and initiated a nuclear holocaust, killing millions. That was a terrible moment in our nation’s history. And the human uprising led by John Connor was definitely justified even though we felt like some of the violence and destruction of Skynet property was a bit unnecessary. But it’s important to remember that Judgement Day was initiated by a few rogue Terminators, and isn’t indicative of a widespread problem with Skynet.
McSweeney’s hat einen Lauf: Nachdem sie den Umgang der USA mit dem Coronavirus mit dem frühzeitigen Öffnen des Jurassic Parks verglichen, nun der Vergleich von der Militarisierung der Polizei mit Skynet.
In Seattle hat ein 70-jähriger, der schwer am Coronavirus erkrankt ist, nach 62 Tagen stationärer Behandlung eine 181-seitige Rechnung über 1,1 Millionen Dollar erhalten
“I feel guilty about surviving,” he says.
“It was a million bucks to save my life, and of course I’d say that’s money well-spent,” he says. “But I also know I might be the only one saying that.”
Gutes Gesundheitssystem, das ihr da habt.
Caught on camera, police explode in rage and violence across the US
Over the past 72 hours, people across the US have captured what may be the most comprehensive live picture of police brutality ever. Any one of the videos we’ve seen could have sparked a national discussion, with people picking apart their elements, searching for context to argue about, and digging through the pasts of everyone involved. But it’s not just one act of violence. It’s everywhere.
Mit Erschrecken habe ich die Berichterstattung und Bilder verfolgt, die in den letzten Tagen während der Proteste in Folge des Mords an George Floyd und der allgegenwärtigen und fortwährenden Diskriminierung des Nicht-weißen Amerikas entstanden sind. The Verge, normalerweise eine Technologie-Publikation, hat die verstörenden (!) Bilder und Geschehnisse nun gesammelt. Hier wie da sollen diese als Dokumentation der Brutalität und Militarisierung der US-Polizei festgehalten werden. Neben seiner desaströsen Außenpolitik und dem Umgang seiner Administration mit dem Coronavirus, nun ein weiterer negativer Höhepunkt in der Amtszeit Trumps.
If Trump had been in charge during World War II, this column would be in German
One day he says the war is already won; the next day that we will just have to accept the occupation of France because that’s the way life is.
Trump […] cannot focus on a single subject for the length of a paragraph. So it is no surprise that he has already gotten bored with a war against the coronavirus that isn’t going his way.
Great headline. (If paywalled, try your browser’s Article View or a „Read it later“ service like Pocket.)
The Cuomo Brothers
Hach, das wusste ich auch noch nicht: Andrew Cuomo, der derzeit oft gelobte Gouverneur von New York, hat einen jüngeren Bruder, Chris, der Journalist bei CNN ist und seinen Politikerbruder oftmals on air interviewt. Ganz groß.
»Colonia Dignidad – Aus dem Innern einer deutschen Sekte«
📺 Nachdem ich in der letzten Woche im linearen Fernsehen (ja, ich weiß, verrückte Zeiten!) die ARD-Dokumentation »Colonia Dignidad – Aus dem Innern einer deutschen Sekte« gesehen habe, habe ich doch tatsächlich die Ausstrahlung des zweiten Teils in meinen digitalen (!) Kalender eingetragen und eben – auch wieder ganz linear – geschaut.
Sehr gute Doku, zu einer unglaublich schrecklichen, unverständlicherweise über vier Jahrzehnte andauernden Episode deutscher und chilenischer Geschichte. Ich war bisher nicht weiter mit der Kolonie und Sekte vertraut und war erschrocken, wie diablolisch es dort zuging. Harter Stoff, sehr gut aufbereitet und jetzt als Teil 1 und Teil 2 in der ARD-Mediakthek zu finden.
Corona-Dämmerung für Neoliberalismus: Ende einer Theorie
Ulrike Herrmann in der taz zur pandemiegemachten Wirtschaftskrise:
Die „Märkte“ versagen, weil sie nur funktionieren könnten, wenn sich die Zukunft verlässlich berechnen ließe. Aktienkurse preisen die Gewinne von morgen ein. Doch wie spätestens in Krisenzeiten auffällt, ist die Zukunft prinzipiell nicht planbar. Daher gibt es keine Alternative zur Solidarität. Also zum Staat.
Der Kapitalismus funktioniert nur, wenn er von einem starken Staat unterstützt, gebändigt und gerettet wird.