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Afghanistan und die Taliban: Der digitale Notausgang fehlt

Technik, Internetdienste und Datenbanken könnten jene Menschen in Afghanistan verraten, die Rachetaten der Taliban fürchten müssen – das ist das Horrorszenario.

Patrick Beuth beschreibt beim SPIEGEL, wie die Taliban über digitale Spuren, auf die sie nun Zugriff haben, ihre Gegner ermitteln könnten. Was vielleicht als abschreckendere Beispiel im Westen wirken könnte, wie er hofft:

Vielleicht braucht es so ein drastisches Beispiel wie Afghanistan, damit westliche Politiker besser verstehen, warum Digitalexpertinnen und -experten seit vielen Jahren vehement gegen die Datensammelwut der großen Konzerne oder eine staatlich verordnete Vorratsdatenspeicherung protestieren, gegen Staatstrojaner und die zunehmenden Überwachungs- und Zugangsbefugnisse von Sicherheitsbehörden, gegen Kameras mit Gesichtserkennung in jeder Bahnhofsecke. Es geht ihnen nicht unbedingt um die Behörden und Regierungen von heute. Sondern um die, die niemand kommen sieht.

Dass Beispiele wie dieses aber helfen, darf dabei jedoch gut und gerne bezweifelt werden, gibt es doch schon aus der nicht allzu weit entfernten, nicht-digitalen Vergangenheit etliche Beispiele für späteren Datenmissbrauch, wie etwa das Amsterdamer Bevölkerungsregister, das die Nationalsozialisten 1940 an sich rissen, um innerhalb kürzester Zeit die jüdischen Einwohner zu ermitteln, zu deportieren und zu ermorden.

Ungeschützte, digitale Daten machen all das noch einfacher.

How we fix the climate

Hank Green von den vlogbrothers mit einem Überblick der politischen Dekarbonisierungs­maßnahmen, die es weltweit so gibt:

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We should act as if this is an emergency, because it is. But part of that is understanding the tools and strategies countries are using to decarbonize and stabilize the climate. This is work that’s already being done. We have already decoupled economic growth from the emission of greenhouse gasses which, frankly, was unthinkable just a couple decades ago.

Das Social Media Dashboard zur Bundestagswahl 2021

Tolles, interaktives Dashboard vom Tagesspiegel, das aufzeigt, wie und wo die Spitzen­kandida­tinnen und Spitzen­kandidaten dieser Tage posten. Wie zu erwarten, dominiert z.B. die AfD das tiefbraune… äh, tiefblaue Facebook, während Annalena Baerbock die meiste Resonanz auf Twitter bekommt und Van-Laack-Influencer Laschet, klar, auf Instagram steil geht.

“Hört nicht auf die Verlierer”

Christian Stöcker in einer lesenswerten Kolumne über den europäischen Fußballverband UEFA und den Ölkonzern Exxon, die für den kurzfristigen Gewinn ihrer Mitglieder/Aktionäre langfristige Folgen für die Gesellschaft in Kauf nehmen. Er sieht den Grund dafür, in der „psychologischen menschlichen Grundkonstante »Verlustaversion«“, wonach „Menschen im Zweifel bereit [sind], viel mehr zu tun, um einen nahen Verlust zu vermeiden, als sich – oder gar anderen! – einen Gewinn zu verschaffen“, und zitiert passend den Psychologen Daniel Kahneman:

»Reformpläne, so wie sie ursprünglich ausgearbeitet wurden, produzieren fast immer viele Gewinner und einige Verlierer, während sie insgesamt eine Verbesserung erzielen. Wenn die von den Maßnahmen Betroffenen politischen Einfluss besitzen, werden die potenziellen Verlierer allerdings aktiver und entschlossener sein als die potenziellen Gewinner; das Ergebnis wird daher zu ihren Gunsten verzerrt (…) sein.« (Schnelles Denken, langsames Denken, 2012)

(via daMax)

Zusammenfassungen der Digitalpolitik in den Wahlprogrammen

Johannes Kuhn hat in seinem Internet-Obser­vatorium die Digitalisierungs­bestrebungen aus den einzelnen Wahlpro­grammen zusammen­gefasst. Spoiler und meine Einschätzung (ohne Reihenfolge): Digital­politisch scheint man am besten bei SPD, Grünen und der FDP aufgehoben zu sein. (via Ole Reißmanns Newsletter)

Aus dem Internet-Observatorium #17 | OpenGraph Preview Image
internetobservatorium.substack.com

Aus dem Internet-Observatorium #17

Digitalpolitik in den Wahlprogrammen

Urheberrechtsreform: Bundestag stimmt für Upload-Filter und Leistungsschutzrecht

Der Bundestag hat das überarbeitete Urheberrechtsgesetz beschlossen, dass uns schöne neue Upload-Filter und weitere Ausprägungen des bei Verlags­lobbyisten beliebten Leistungsschutzrechts bringt. Aber keine Sorge, die private Nutzung / Veröffent­lichung von „Schnipseln“ ist nun erlaubt und total sinnvoll. Nicht.

Die Ausnahme vom exklusiven Verwertungsrecht für solche Schnipsel aus Video-, Audio- und Textmaterial für nichtkommerzielle Zwecke umfasst 15 Sekunden je eines Filmwerks oder Laufbilds und einer Tonspur, 160 Zeichen eines Texts sowie 125 Kilobyte je eines Fotos oder einer Grafik. Die Klausel erstreckt sich auf nutzergenerierte Inhalte, die weniger als die Hälfte eines Werkes von Dritten enthalten, und grundsätzlich zulässige Auszüge zu den genannten Zwecken „mit anderem Inhalt kombinieren“.

(Hervorhebung von mir. Und das obige Zitat ist schon 495 Zeichen lang…)

Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

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Schon eine Woche alt, aber seitdem ständiger Begleiter in meiner Ohrwurm­gegend: Danger Dan von der Antilopen Gang feat. Pianist Igor Levit feat. Rundfunk Tanz­orchester Ehrenfeld mit Danger Dans‘ Single »Das ist alles von der Kunst­freiheit gedeckt«, aus dem gleichnamigen Klavier­album, das am 30. April erscheint. Sehr gut und wichtig.

The Complete List of Trump’s Twitter Insults (2015-2021)

As a political figure, Donald J. Trump used Twitter to praise, to cajole, to entertain, to lobby, to establish his version of events — and, perhaps most notably, to amplify his scorn. This list documents the verbal attacks Mr. Trump posted on Twitter, from when he declared his candidacy in June 2015 to Jan. 8, when Twitter permanently barred him.

(via John Gruber, who comments this perfectly: „How great, too, that it can be said to be complete.“)