#kunst (98)

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SuprOrdinary

 
(YouTube Direktlink)

Als der Designer Devin Mathews von der renommierten Agentur Buck vor knapp einem Jahr die oben zu sehende, erste Episode seines neuen, ersten YouTube-Channels SuprOrdinary veröffentlichte, schrieb mein Kollege Marcel auf Mastodon:

I think I have seen the most beautiful video of the day, the week, the month or maybe even the year. There are very few creators who have convinced me to subscribe within the first few minutes of a video. The storytelling, the visuals, the editing, the music and a good sense of humor make this truly amazing.

Und was soll ich sagen: Er sollte recht behalten. In den folgenden Wochen und Monaten war jedes von Devins neuen Videos – und es wurden nur 3 weitere – detail­reiches Gesprächs­thema im Hypercode-Office.

In den SuprOrdinary-Videos geht es vordergründig darum, neue Wege für die eigene Kreativität zu finden, tatsächlich dann doch aber um etwas mehr. In der ersten Folge – The Sandwich Episode – gestaltet er z.B., ohne deren Auftrag oder zunächst Wissen, einen lokalen Sandwichladen neu, um seiner Auftrags­arbeit für die ganz großen etwas entgegen zu setzen1. In The Hair Episode sammelt er ein Jahr lang die Duschhaare seiner Frau2, um daraus Kunst zu machen, verarbeitet aber eigentlich den Verlust seines Cousins.

Gerade arbeiten Devin und sein Bruder an der zweiten Staffel und sind hier und da schon in Podcasts zu Gast, sodass es bald weitergehen dürfte.

  1. Was man, wenn man mit Kreativarbeit Geld verdient, absolut nachvollziehen kann. []
  2. Ja, ekelig, aber er macht das beste daraus und es möglichst uncreepy. []

Wes Cook and the Centralia McDonald’s Mural

Cabel Sasser von Panic hat 2024 auf der letzten XOXO-Konferenz einen wunderbaren Vortrag über … McDonald’s und ein außergewöhnliches Ronald-McDonald-Wandbild von 1980 gehalten, das er in einem Vintage McDonald’s gefunden hat.

Seht euch die Video­aufzeichnung an, um zu erfahren, was aus der, wie er es nennt, Sixtinischen Kappelle der McDonald’s-Kunst geworden ist. Und lest anschließend seinen jetzt veröffentlichten lesenswerten Blogeintrag mit weiteren Infos und Behind-the-Scenes-Einblicken.

Wenn ihr euch für Kunst, Popkultur und hyperfokussierte Nonsens-Obsessionen erwärmen könnt (und wenn das nicht so wäre, würdet ihr ja nicht hier mitlesen), solltet ihr euch die 30min für Video und Blogpost definitiv geben. Ihr werdet es auf keinen Fall bereuen.

Wes Cook and the Centralia McDonald's Mural | OpenGraph Preview Image
cabel.com

Wes Cook and the Centralia McDonald's Mural

A personal story about discovering a mural in a McDonald's, an unknown artist named Wes Cook, trying to save the mural, and a conference talk about it all.

Wplace – A massive real-time pixel art canvas over the world map

Ausschnitt aus Wplace von Köln

Wplace is a collaborative, real-time pixel canvas layered over the world map, where anyone can paint and create art together. Each user gain 1 paint charge every 30 seconds. Because of that, if you want to make a big painting you’ll need help from other people.

Tolles, vor sechs Monaten gestartetes Multiplayer-Pixelart-Projekt aus Brasilien, auf dem sich die Weltkarte, bestehend aus vier Billionen Pixeln, Pixel für Pixel bemalen lässt. Die zeitliche Limitierung erfordert den Zusammen­schluss von Nutzern, wenn sie größere Pixelart-Bilder kreieren wollen – abge­sichert per Google-Login. Leider gibt es auch eine Möglich­keit, mit Echtgeld weitere Pixel zu kaufen, aber Server wollen wohl bezahlt werden.

Über unserem Zuhause prangt jetzt jedenfalls das eay-Pixel-Logo:

Ausschnitt aus unserem Ort mit eay-Pixel-Logo

Hugh Howey: Art, Money, and AI

Interessanter Blogpost von Hugh Howey, dem Autoren der zu einer Apple-TV+-Serie gewordenen, im Selbst­verlag veröffentlichten »Silo«-Trilogie, über den Unter­schied von Writers und Authors und die Aus­wirkungen von KI auf das Schreiben.

Er selbst versteht sich als Writer. Nicht als Author mit kommerziellen Interessen, weshalb er sich von KI nicht bedroht fühlt, da Schreiben eine Kunst- und Ausdrucks­form sei, die nicht durch Technik abgelöst werden wird. Wenn man das geschriebene Wort jedoch als Produkt verstehe, sei eine Gefahr durch KI durch­aus vorhanden – dann wäre allerdings nicht mehr die Rede von Kunst:

There’s a near future where young readers will have stories created just for them. Where many people will read an individually-tailored book that no one else will ever read. And there will be a huge contingent of authoring minds out there who would vastly prefer that we all purchase the latest award-winning novel that nobody actually finishes rather than millions of people read and enjoy a one-off story written by a token-prediction machine.

Writing for money is fine, I guess. I’ve fought for people to have that right. But if that’s the main goal, then the difference between that writer and the tech company is more similar than we’re willing to admit. It’s a pursuit of profits. We can stop pretending it’s about art at all.

Ich denke – wie wohl jeder Tech-affine Mensch – seit einigen Monaten viel (zu viel) über KI, deren Nutzung im Arbeits­kontext und deren Verhältnis zur Kunst nach. Ich habe das Thema, noch nicht vollends abgeschlossen (wie könnte ich auch? God in a Box steht ja unmittelbar bevor – Investieren Sie jetzt eine Fantastilliarde Trump-Dollars, um auch dabei zu sein!), sehe aber die unglaub­lichen Vorteile als Werkzeug – linguis­tische Pro­grammie­rung! – und unaus­weich­lichen Nachteile – Wahr­scheinlich­keits­maschinen! – sowohl in meiner und unser aller Privatnutzung als auch im Business­kontext, wo ja auch meine Branche einerseits bedroht, andererseits gepusht wird.

Wie schon im Web glaube ich an ein absolutes Demo­krati­sierungs­potential, das LLMs (≠ APIs von OpenAI, Anthropic, Google & Co.) für die Software-Entwicklung bieten. Matt Birchler hat gerade richtiger­weise das Year of Micro Apps ausgerufen. Bedroht das mein Geschäft? Ja und nein, aber es befähigt Menschen, sich selbst ihren Wunsch nach individueller Software zu erfüllen. Und kann das Kunst sein? Ich glaube ja.

Art, Money, and AI - Hugh Howey | OpenGraph Preview Image
hughhowey.com

Art, Money, and AI - Hugh Howey

I wrote my first novel in 2009, fulfilling a lifelong dream. That dream was simply this: write a novel. It wasn’t to get a novel published. I wasn’t to get people to read the novel. I never dreamt of making money from my writing. I was just an avid reader from my Dr. Seuss days, […]

»Swedish Machines« – The new book by Simon Stålenhag is now available on Kickstarter

Stålenhag’s most personal work yet, Swedish Machines explores masculinity, friendship, and sexuality in a queer science fiction tale about two young men stuck in the past – and in each other’s orbit. Their story spans decades, as fleeting moments become defining memories, and they set out to explore a mysterious forbidden zone together.

I got all of his other books and naturally just backed it immediately.

„The Mystery of Banksy“-Ausstellung in Köln

Wir haben in der vergangenen Woche die Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ in Köln besucht, die gerade nochmal bis Ende Mai verlängert wurde.

Es war (freitags) ein bisschen zu voll und offen­sichtlich interessieren sich jetzt auch unsere Eltern für Streetart. Außerdem war der nach geballter Kapitalismus­kritik am Ende der Ausstellung positionierte und irritierend gut besuchte Shop etwas befremdlich. Ansonsten war es aber auf jeden Fall toll, so viele Banksy-Werke endlich mal in echt zu sehen.

Danke an meine Frau für die gelungene Geburtstags­überraschung!

The Infinite Conversation – An AI generated, never-ending discussion between Werner Herzog and Slavoj Žižek

When you open this website, you are taken to a random point in the dialogue. Every day a new segment of the conversation is added. New segments can be generated at a faster speed than what it takes to listen to them. In theory, this conversation could continue until the end of time.

Spannendes Projekt von Giacomo Miceli, das aufzeigt wie leicht es heute ist, authentisch klingende Texte und Stimmen künstlich erzeugen zu lassen. (via Waxy)

Rembrandts »Nachtwache« als Ultra-High-Resolution-Foto

This is the largest and most detailed photo ever taken of a work of art. It is 717 gigapixels, or 717,000,000,000 pixels, in size.

The distance between two pixels is 5 micrometres (0.005 millimetre), which means that one pixel is smaller than a human red blood cell.

The team used a 100-megapixel Hasselblad H6D 400 MS-camera to make 8439 individual photos measuring 5.5cm x 4.1cm. Artificial intelligence was used to stitch these smaller photographs together to form the final large image, with a total file size of 5.6 terabytes.