#filme (822)

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Ghost in the Shell

Seit Sichtung der grandios aussehenden Trailer freute ich mich auf die Realverfilmung des populären Animes, der mir damals™ zwar gut gefiel, mich aber zugegebenermaßen nicht weiter beeindruckte und -flußte, weshalb ich das weitere Franchise-Treiben auch nicht weiter verfolgte. Die dann veröffentlichten Realfilm-Trailer versprachen jedenfalls nicht zu viel: Rupert Sanders‘ »Ghost in the Shell« sieht grandios aus. Die Special Effects überzeugen, der eigentliche Star des Films sein Setting: die futuristische Stadt mit all ihren Hologramen, Reklamen, Technologien und Bewohnern sieht fantastisch aus.

Das war’s dann allerdings auch (für mich). Die Neuauflage der 22 Jahre alten Story ist weitestgehend belanglos. Bösewichte sind böse, weil sie böse sind – na vielen Dank. Der Vordergrund der Szenerie verdeckt den Blick auf die Kulisse, die ach so schwerwiegenden Beweggründe der Figuren unterbrechen die immerhin halbwegs unterhaltsamen Actionsequenzen. Und was Scarlett Johansson anstelle einer asiatischen Schauspielerin da macht, weiß ich immer noch nicht.

Nichtsdestotrotz wegen der tollen Präsentation:

Ein besseres, alternatives Ende für Rogue One

In /r/fixingmovies wird gerade mal wieder der Optimierungsbedarf von Rogue One diskutiert. Nutzer Beartown9000 hat dabei ein alternatives Ende beschrieben, auf das sein Bruder gekommen ist und das in der Tat sehr viel tiefsinniger und besser für die ganze Saga gewesen wäre (obwohl ich so ja auch schon sehr zufrieden war):

Krennic should have shot Jyn at the top of the tower just before she could pull the lever to transmit the plans. Tarkin should have blasted the horizon just to explicitly fuck with Krennic while taking the Death Star for himself once and for all. Seeing that the Empire had finally fucked him over as well after listening to Jyn’s speech about the Empire being assholes, Krennic should have pulled the lever and transmitted the plans moments before death.

This would have made all of Jyn’s speeches actually have something to do with the plot, and created a theme of the Rebellion being an idea that jumps from person to person. It also would have made the Empire’s ultimate downfall the clear result of Tarkin’s hubris.

(via Superpunch)

Oscar-Prognose 2017

Ich habe es in diesem Jahr leider nur geschafft eine Handvoll der insgesamt 63 nominierten Filme selbst zu sehen (nur drei der neun Best Picture-Nominierten 😕), dementsprechend vage fällt in diesem Jahr – der immerhin achten Prognose in Folge (!) – mein Urteil aus. Aber die Rezensionen anderer und das Verfolgen der Hype Trains lassen mich für die 89. Verleihung der Academy Awards zu folgendem Ergebnis kommen:

Best Picture: Moonlight
Best Directing: Damien Chazelle, La La Land
Best Actor: Casey Affleck, Manchester by the Sea
Best Actress: Emma Stone, La La Land
Best Supporting Actor: Mahershala Ali, Moonlight
Best Supporting Actress: Viola Davis, Fences
Best Original Screenplay: La La Land ✘ Manchester by the Sea
Best Adapted Screenplay: Moonlight
Best Animated Feature Film: Zootopia
Best Foreign Language Film: Toni Erdmann ✘ The Salesman
Best Documentary Feature: O.J.: Made in America
Best Documentary Short: The White Helmets
Best Short Film: Ennemis Intérieurs ✘ Sing
Best Animated Short Film: Piper
Best Original Score: La La Land
Best Original Song: City of Stars, La La Land
Best Sound Editing: Hacksaw Ridge ✘ Arrival
Best Sound Mixing: La La Land ✘ Hacksaw Ridge
Best Production Design: Arrival ✘ La La Land
Best Cinematography: La La Land
Best Makeup and Hairstyling: Star Trek Beyond ✘ Suicide Squad
Best Costume Design: Jackie ✘ Fantastic Beasts and Where To Find Them
Best Film Editing: La La Land ✘ Hacksaw Ridge
Best Visual Effects: Rogue One – A Star Wars Story ✘ The Jungle Book

= 8x La La Land, 3x Moonlight
= 6x La La Land, 3x Moonlight, 2x Manchester by the Sea, 2x Hacksaw Ridge

Dass »La La Land« mit seinem Spitzenrekord von 14 Nominierungen, was ansonsten nur »All About Eve« (1950) und »Titanic« (1997) schafften, der Gewinner des Abends sein dürfte, ist natürlich auch bei mir gesetzt. Neben den eigentlichen Gewinnern dürfte es in diesem Jahr aber besonders interessant sein, wie und mit welchen Personalien sich Hollywood gegenüber Donald Trump positioniert. Da ich karnevalsbedingt1 dieses Jahr leider nicht live zusehen kann, hoffe ich, dass die Nachrichten morgen früh von Freiheit und Gleichheit liebenden und propagierenden Stars dominiert werden. Und dass mein Tipp aus dem letzten Jahr mit 16 von 24 Richtigen getoppt wurde.

Update, 28.02.2017: Hollywood hat sich gegenüber Trump auffällig zurückgehalten und mein Tipp lag mit nur 14 von 24 Richtigen hinter dem des letzten Jahres. Aber immerhin lag ich bei allen Top-Kategorien richtig – die Academy hat dazu ja dankenswerterweise auch noch ihr Best Picture korrigiert. 😉

  1. Wir richten am morgigen Rosenmontag die hiesigen Zugvorfeierlichkeiten aus. []

Episode VIII wird »The Last Jedi« heißen

Damit wird wohl der gealterte Luke gemeint sein – bevor er stirbt und Reys Training zur nächsten Jedi-Generation beginnt. Außerdem spannend, dass Lucasfilm/Disney bei den eigentlichen Star Wars-Episoden nun halboffiziell von der „Skywalker Saga“ spricht.

Update, 17.02.2017: PLURAL! Der soeben bekannt gegebene deutsche Titel „Die letzten Jedi“ offenbart, dass es mehrere Jedi (also Luke und Rey…) sind.

Kinostatistik 2016 (10-Jahres-Edition)

Willkommen beim Jahresende, willkommen bei meiner alljährlichen Kinostatistik! Dies ist bereits die zehnte Ausgabe in Folge, was bedeutet, dass ich bereits seit einem Jahrzehnt festhalte, wie oft ich im ausklingenden Jahr im Kino war und wieviel mich der Spaß insgesamt und durchschnittlich (ohne Speisen und Getränke) kostete und wie sich die Kosten für einen Kinobesuch seitdem hierzulande entwickelt haben. Seit 2007 sind viele neue Auswertungen dazu gekommen und auch dieses Jahr, soll das nicht anders sein, bietet es sich diesmal doch an, nochmal genauer die vergangen zehn Jahre zu betrachten. 😊


Nachdem die letzten zwei Jahre von vergleichsweise wenigen Kinobesuchen geprägt waren, war 2016 mit 45 Kinobesuchen endlich wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Während der Durchschnittsdeutsche (viele Grüße!) im Jahr auf mittlerweile 1,7 Kinobesuche kommt1, brauche ich mit 0,86 Kinobesuchen pro Woche dazu zwei Wochen. Wie in den ganzen letzten zehn Jahren konnte mein Stammkino in Kerpen davon wieder am meisten profitieren (Support your local cinema!), wenngleich das große, unpersönliche Cinedom in Köln aufgrund seiner Nähe zum Büro in diesem Jahr stark aufholen konnte.2 Im 10-Jahres-Schnitt komme ich auf genau 498 Kinobesuche, was ungefähr 50 Kinobesuchen pro Jahr entspricht. (Und jetzt ärgere ich mich, dass es nicht zwei mehr waren. 😉)


Von den 45 Filmen habe ich zwei als kostenlose Preview gesehen. Die ingesamt 406,35 Euro beziehen sich also nur auf 43 Kinobesuche. Die Kosten liegen damit zwischen 2010 und 2011, wo es für ähnliche Summen aber auch deutlich mehr Filme zu sehen gab. Der Durchschnittspreis hat sich seitdem entsprechend auf 9,45 Euro pro Kinobesuch erhöht, liegt mit nur 2 Cent Unterschied aber auf dem Niveau des letzten Jahres. Dass wir in diesem Jahr meist in der günstigeren ersten Wochenhälfte im Kino waren3, dürfte sich allerdings positiv auf den Durchschnitt ausgewirkt haben. 498 Kinobesuche haben mich in zehn Jahren 3.804,47 Euro gekostet bzw. rund 380,45 Euro pro Jahr.


Über die letzten zehn Jahre habe ich durchschnittlich 7,75 Euro pro Kinobesuch bezahlt, wobei der Trend eines massiven Preisanstiegs weiterhin unverkennbar ist. Der teuerste Film in diesem Jahr war an einem Feiertag »Doctor Strange« in 3D mit 14,50 Euro – einen Euro teurer als der Spitzenreiter »The Force Awakens« im Vorjahr. Wie schon 2014 und 2015 musste ich zwölf Mal die ungeliebten 3D-Brillen aufsetzen, was minus eine kostenlose Preview insgesamt 153,80 Euro für elf 3D-Filme (von 406,35 Euro komplett), also rund 13,98 Euro pro 3D-Film, ausmachte. Neuer Rekord nach den 11,75 Euro pro 3D-Film im letzten Jahr. Zum Vergleich: Der Durchschnittspreis ohne 3D-Filme lag bei 7,65 Euro. Es ist und bleibt die alte Leier von der Refinanzierung der Digital- und 3D-Technik.

Anhand der von der IMDb ausgegebenen Hauptgenres ergeben sich wieder 2,6 Genres pro Film. Adventure und Action dominieren weiterhin das Feld, haben allerdings die Plätze getauscht. Ebenso Science Fiction und Comedy, ansonsten ist das Verhältnis ähnlich dem des letzten Jahres.

Nachdem meine Schätzung von 100 Minuten pro Film von Owley im letzten Jahr zu Recht angezweifelt wurde, habe ich es dieses Jahr genau wissen wollen: Im Schnitt waren die 2016 gesehenen Kinofilme rund 118 Minuten lang. Insgesamt saß ich 5294 Minuten im Kinosessel, was rund 88,2 Stunden bzw. 3,7 Tage sind. Zusammen mit den 189 Stunden des Serienguckens habe ich also rund 277 Stunden bzw. rund 11 ½ Tage mit der bewussten Bewegtbildrezeption verbracht. Für meine Frau und mich wie Urlaub, den man nicht mal einreichen muss. 😎

Gerade im Vergleich zur für Serien aufgewendeten Zeit zeigt sich aber auch, dass die Aufmerksamkeit immer mehr zu Netflix und Amazon wandert. Für gerade einmal 170 Euro im Jahr (120 Euro für Netflix, 50 Euro für Amazon Prime) konnte man hier drei Mal so viel Zeit verbringen – ohne noch weiteres Geld für Speisen und Getränke drauflegen zu müssen. Es wird interessant zu sehen, wie sich die Nutzung der Streaming-Services in den nächsten zehn Jahren entwickelt und welche Auswirkungen das auf das Kino und seine Rolle haben wird.

Ein Punkt, den ich bis hierhin verschwiegen habe, der 2016 aber auch erstmals besonders auffällig wurde, ist das verstärkte Aufkommen von Buchungsgebühren. Im Kölner Raum lassen sich seit diesem Jahr fast alle Kartenkäufe online, meist von Kinoheld.de abgewickelt, tätigen. Dafür wird bei frühzeitiger Auslastung und ohne Kassenpersonal absurderweise meist ein Aufschlag von 50 Cent pro Karte berechnet. Das treibt die eh schon übertriebenen Ticketpreise noch weiter in die Höhe und verstärkt den (elitären) Eventcharakter eines Kinobesuchs immer mehr. Diese Aufpreise habe ich alle auf die regulären Kinopreise angerechnet, genau so wie ich früher (Studenten-)Rabatte abgezogen habe.

Es bleibt jedenfalls spannend und ich bin gespannt, was das (Kino-)Jahr 2017 bringt. Ich für meinen Teil werde weiterhin die Lichtspielhäuser der Republik unsicher machen und fordere euch auf, es mir gleichzutun! 😌

  1. Vgl. das Statistische Jahrbuch 2016, S. 648. []
  2. 18x Euromax in Kerpen, 14x Cinedom in Köln, 6x Residenz in Köln, 2x Cinenova in Köln, 2x Cineplex in Passau, 1x Metropolis in Köln, 1x Cinecitta in Nürnberg und 1x Filmrauschpalast in Berlin. []
  3. Genaue Verteilung: 10x Dienstags, 9x Mittwochs, 6x Montags, 6x Samstag, 5x Freitags, 5x Sonntags, 4x Donnerstags. []