#fernsehen (294)

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Offener Brief einer Schülerin an ARD und ZDF

Sascha hat Post von Clara Siepmann, einer Schülerin der 10. Klasse, bekommen, mit der Bitte einen offenen Brief ans öffentlich-rechtliche Fernsehen in seinem Blog zu veröffentlichen. Bei dem was die junge Frau dann schreibt, fällt es natürlich nicht schwer dieser Bitte nachzukommen:

[E]in Erfolgsgeheimnis für gutes und anspruchsvolles Fernsehen liegt darin, nicht von Quoten abhängig zu sein und dementsprechend auch Experimente wagen zu können.

Diese Vorraussetzung erfüllen in Deutschland, neben Sky, die Öffentlich-Rechtlichen. Es ist eine Freiheit, die Ihnen unglaubliche Möglichkeiten bietet und sie außerdem privilegiert. Dieses Privileg sollten Sie nutzen allein schon in Ihrem eigenen Interesse, denn Ihre Daseinsberechtigung besteht nur noch darin, dass Sie die Tagesschau produzieren, zur Belustigung der Senioren beitragen und hin und wieder mal einen guten Tatort liefern. Wenn Sie also wieder als bedeutende Fernsehsender gelten wollen, die zu Recht die Plätze eins und zwei auf unseren Fernbedienungen belegen und das nicht nur in den Altersheimen der Republik, dann seien Sie mutig!

Etwas überspitzt, aber sie hat natürlich vollkommen recht (auch im weiteren Verlauf). Aus eigener Erfahrung kann ich aber auch sagen, dass viele der Mitarbeiter der Sender das genauso sehen. Es hapert lediglich an Experimentierfreudigkeit auf den entscheidenden Positionen. Möchten ARD und ZDF aber auch in Zukunft relevant sein, sollten sie Meinungen wie der von Clara etwas mehr Beachtung schenken.

Your favorite tumblr for the next 5 minutes (5): Movie Simpsons


Movie Simpsons – Die Simpsons strotzen neben Family Guy wie keine andere Serie vor intertextuellen Referenzen. Das Tumblelog „Movie Simpsons“ hat es sich dankenswerterweise zur Aufgabe gemacht, genau diese animierten Verneigungen zu sammeln. Tolle Sache und wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, findet hier eine lesenswerte Arbeit zur Intertextualität der Simpsons.

Zweite Staffel von »Black Mirror« angekündigt

Sehr fein: Channel 4 hat eine zweite Staffel von »Black Mirror«, der dystopischen SciFi-Miniserie von Charlie Brooker, die ich euch hier bereits wärmstens empfohlen habe, angekündigt. Brooker selbst dazu:

Half of the things in the first run of Black Mirror seem to be on the verge of coming true. They’ve got prisoners in Brazilian prisons pedalling on exercise bikes to reduce their sentences (not entirely dissimilar to the episode 15 Million Merits) and Google Glass looks like copyright infringement as far as The Entire History of You is concerned.

Thankfully no-one carried out a hideous form of blackmail involving a pig. Anyway, if the stories from the second run start coming true then we’re REALLY in trouble.

Drehstart ist erfreulicherweise bereits nächsten Monat, weshalb ich schätze, dass wir uns die neuen Episoden wieder im Winter ansehen dürfen. (via Kottke)

Game of Thrones: Sportlogos und RPG

Gerade haben wir die zweite Staffel von »Game of Thrones« zu Ende geschaut1, waren sehr davon angetan und können es nun kaum verkraften, dass wir noch bis April nächsten Jahres warten müssen, um zu erfahren, wie es weitergeht. Machen wir also das, was wir hier immer so machen, wenn wir auf etwas warten: drüber bloggen.

Wie passend also, dass diese Woche zwei besonders sehenswerte »Game of Thrones«-Fan-Artworks in meinem Feedreader aufgepoppt sind: Zum einen hat nämlich Society6-User Vanadium zu jedem Haus ein passendes und extrem schickes Sports Team-Logo entworfen, zum anderen hat Pixelart-Koryphäe Doctor Octoroc, der auch schon für die genialen Verpixelungsfilmchen von Battlestar Galactica und Dr. Horrible verantwortlich war, ein sehr unterhaltsames und sehr spoilerhaltiges Fake-RPG zur zweiten GoT-Staffel gemacht, das ihr euch im folgenden ansehen könnt (das zur ersten Staffel findet ihr hier).

[CollegeHumor Direktrpg]

Dass es die Sportlogos auch auf Shirts und Hoodies gibt, ist für meinen PayPal-Kontostand jedenfalls nicht sonderlich förderlich.2 (via Laughing Squid & Mister Honk)

  1. Warum erst jetzt? Wir haben zunächst auf die deutsche Fassung der zweiten Staffel gewartet, dann die ersten fünf Folgen bei Sky Atlantic HD geguckt und es dann nicht mehr aushalten können, so dass wir zur englischen Fassung geswitcht sind… []
  2. Ich denke, es wird Team Lannister – wegen Tyrion, klar. []

The Dark Knight Rises simpsonisiert™


Lange keine simpsoniesierten Fan-Artworks mehr hier gehabt. Dank Christiaan Mateo, dessen Blog hier und DeviantArt hier zu finden ist, ändert sich das jedoch. Und wenn man dann noch mit »The Dark Knight Rises« daherkommt, hat man definitiv alles richtig gemacht. Wobei der Herr außerdem noch Homer und Bart ins Feldermaus- und Wunderknabenkostüm gesteckt hat. Gute Sache!

Und wo wir gerade schon dabei sind, hier noch ein, zwei Gedanken zu den Simpsons und Batman: Erschreckenswerterweise musste ich nämlich feststellen, dass ich die Simpsons jenseits der Wenn-gerade-nicht-anderes-da-ist-Pro7-Hintergrundbeschallung nicht mehr gucke. Irgendeine der letzten Staffeln fand ich so öde, dass ich da völlig raus bin. Mittlerweile halte ich South Park und Family Guy für sehr viel unterhaltsamer und haben Homer & Co. komplett für mich ersetzt. Blasphemie, ich weiß. Ändern tue ich das aber erst, wenn ihr mir sagt warum. Zweites Thema: Batman – und sogar mal abseits des bevorstehenden Blockbusters. Denn ich habe zuletzt die zehn Hefte (+ Annual) vom New 52 Batman gelesen und bin echt begeistert. Die Story um den ominösen Court of Owls, der Gotham scheinbar schon seit Jahrhunderten kontrolliert, ist wirklich spannend und fesselnd und soll euch hiermit weiterempfohlen werden. Passenderweise ist die erste Ausgabe ja gerade hierzulande bei Panini erschienen.

Misfits

Vor ein paar Wochen habe ich euch an dieser Stelle die britische SciFi-/Alternate Reality-Serie »Black Mirror« empfohlen und die Gunst der Stunde gleich genutzt, um euch nach britischen Serienempfehlungen zu fragen, damit ich an meinem Brit-TV-Defizit arbeiten kann (schließlich eine Schande für einen Studenten der Film- und Fernsehwissenschaft).

Zusammen gekommen sind dabei einige vielversprechende Serien. So hat Uwe mir bspw. »Skins« empfohlen, eine Serie über upgefuckte Jugendliche, die meine bessere Hälfte allerdings schon in meinem (zuerst passiven) Beisein geguckt hat und von deren dritter und vierter Staffel um Effy und die „zweite Generation“ ich dann echt angetan war (also: Empfehlung!). DerElton empfahl »Spaced«, die Kinderstube von Simon Pegg, Nick Frost und Edgar Wright, der ich mich unbedingt als nächstes annehmen werde. Ron legte mir natürlich »Doctor Who« nahe, wo ich mittlerweile eingestiegen und leicht begeistert bin, und verwies mich, wie Lars, zudem auf »Misfits«, die Serie, um die es im folgenden gehen soll.

»Misfits« ist ein Science Fiction-/Fantasy-/Comedy-/Drama-Hybrid, in dem eine Gruppe Jugendlicher vom Blitz getroffen wird und so – Überraschung, Überraschung! – übernatürliche Fähigkeiten erlangt. Der Twist an der Sache: Die Gruppe besteht aus straffällig gewordenen Jugendlichen, die gerade ihre ersten Sozialstunden ableisten sollen. Dass die Jungs und Mädels fortan also weniger die Rettung der Welt, als vielmehr Eigennutz und Blödsinn im Sinn haben, ist also wenig verwunderlich.

Toll ist dabei, dass die Truppe aus Figuren besteht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da wären zunächst Nathan, der aufgedrehte Spaßvogel, Curtis, der abgerutschte, ehemalige Vorzeigesportler, Alisha, die männerverschlingende Tussi, Kelly, der (wie sich später noch herausstellt überaus sympathische) Schlägerin und Simon, der schüchterne „Psycho“, der früher oder später zum heimlichen Star der Serie wird. Die fünf müssen sich also nicht nur irgendwie zusammenraufen, sondern auch gleich einen ganzen Haufen überirdischer Geheimnisse für sich behalten und sich mit allerlei abgedrehten, übernatürlichen Vorkommnissen rumschlagen. Dass den Teenagern dabei nicht ganz klar ist, was sie da eigentlich für Superheldenkräfte abbekommen haben, geschweige denn wie diese kontrolliert werden können, macht die Sache nicht einfacher.

Neben dem „Monster of the Week“ gibt es dabei immer einen Staffel-übergreifenden Handlungsbogen, der einen die nur sechs bis acht Folgen umfassenden Staffeln leicht in einem Rutsch verschlingen lässt. Obwohl man ja eigentlich meinen müsste, dass wir das alles schon mal irgendwo gesehen haben… Haben wir auch. Upgefuckte Jugendliche (siehe »Skins«) haben wir mittlerweile schon genauso oft gesehen, wie Superhelden, die keinen Bock darauf haben, Strumpfhosen zu tragen. Hier wird das alles jedoch mit einem perfekt ausbalancierten Figurenensemble präsentiert und mit soviel Political Incorrectness und Humor garniert, dass man eigentlich gar nicht merkt, dass hier zwischen Zeitreisen und Unsterblichkeit eigentlich die mehr oder weniger problematische Alltagswelt von normalen, englischen Heranwachsenden portraitiert wird. Und das, wie gesagt, auf unglaublich unterhaltsame Art und Weise.

Ihr merkt schon, ich kann »Misfits« gar nicht genug loben. Es ist eine kleine, feine Serie, aber erfreulicherweise dennoch all das, was »Heroes«, »Chronicle« und etliche andere Produktionen nicht vermocht haben zu sein. Wer »Skins« und die X-Men liebt, der wird »Misfits« lieben, das verspreche ich euch.

Bisher sind drei Staffeln gelaufen, die vierte Staffel ist für Ende diesen Jahres angesetzt. Die erste und zweite Staffel sind hierzulande bei iTunes, sowie als DVDs und Blu-rays bei Amazon erhältlich und auch ordentlich synchronisiert. Allerdings sollte man zur vollen Entfaltung des Charmes eher den O-Ton bevorzugen (um so in den Genuss von Kellys grandiosem „Fock Off“ zu kommen). Wie bei »Skins« wird es hier wohl auch ein (überflüssiges) US-amerikanisches Remake geben, das 2013 ausgestrahlt werden soll.