Einträge von Februar 2012

Marvel Comics im iBookstore

Vor zweieinhalb Jahren schrieb ich an dieser Stelle:

Good Ol´ Disney hat sich also Marvel einverleibt. Was wohl bedeutet, dass Steve Jobs unbedingt Spidey & Co. auf´s iPhone (oder ein plötzlich auftauchendes, wie für Comics gemachtes Tablet…) bringen will.

Und genau das ist jetzt eingetreten: Marvel verkauft ab sofort Graphic Novels direkt im iBookstore, ohne Umweg über die Drittanbieter-App von comiXology. Sprich: Das Geld bleibt in der Familie. Schließlich sind Jobs‘ Erben die größten Anteilseigner von Disney, was obiges Selbstzitat noch befremdlicher erscheinen lässt. Da weihte Steve Jobs zum einen nämlich noch unter uns weihte und zum anderen kann ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen, dass es 2009 noch kein iPad gab.

Jedenfalls machen die Marvel-iBooks einen ordentlichen Eindruck, wenngleich die comiXology-App zur Zeit weiterhin die bessere Lösung ist, da in der iBooks-App noch ein paar technische Details stören (Darstellungsfehler beim umblättern; weiße Rahmen um farbige Seiten). Sofern Apple aber noch ein paar Anpassungen vornimmt, dürften die Comics jedoch spätestens auf dem Retina-iPad eine wahre Augenweide sein.

Movie: The Movie

Habt ihr zwar schon überall gesehen, aber der Vollständigkeit halber hier noch ein letzter Oscar-Blogeintrag, danach geht’s mit dem normalen Programm weiter. Denn Jimmy Kimmel hat – nachdem er Billy Crystal illegal einen Oscar abgekauft hat – in seinem diesjährigen Oscar-Special den ultimativen Film über alles und mit allen vorgestellt: »Movie: The Movie«. Das ganze ist – wie so oft bei Kimmel – ziemlich großartig, entfaltet seine wahre Größe aber erst wenn man um Jimmy Kimmels andauernde Feindschaft zu Matt Damon weiß (was ihr natürlich tut).

 
(YouTube Direktlink)

(via Pewpewpew und so ziemlich allen anderen)

Update, 29.02.: Und hier noch das auch sehr sehenswerte Making of »Movie: The Movie«, in dem Bryan Cranston erklärt, dass er mitmacht, wenn’s um „Wieners“ geht.

Oscar-Prognose 2012

Es ist wieder so weit: die Nacht der Nächte liegt vor uns, die Academy of Motion Picture Arts and Sciences lädt zu den 84th Academy Awards. Alles was im Filmgeschäft Rang und Namen hat, sitzt im Hollywood and Highland Center und hofft darauf, die wohl begehrteste Filmtrophäe der Welt einheimsen zu können. Der Rest der filminteressierten Welt sitzt vor dem Fernseher und schaut ihnen dabei zu.

Und wie schon in den letzten zwei Jahren werden auch Sebastian und ich uns wieder die Nacht um die Ohren schlagen, Steven Gätjen beim Steven-Gätjen-Sein beobachten (die Liveberichterstattung beginnt um 1:05 Uhr auf Pro7) und natürlich alles und jeden ausführlich per Twitter kommentieren. Ihr seid also herzlichst eingeladen uns dabei beizustehen und zu beobachten, wie mein – Zitat Sebastian – „Megaego“ sich aufgrund der folgenden Oscar-Prognose ins Unermessliche steigern wird.

Denn mal sehen, ob ich die Ergebnisse der letzten Jahre (2010: fünf mal daneben, 2011: zehn mal daneben) toppen kann oder ob sich da ein Negativtrend abzeichnet und mein eigener Filmgeschmack mir die Sichtweise der weißen, älteren Herren vernebelt hat. Hier also in altbekannter Manier und Übersicht meine Tipps und im Anschluss noch ein, zwei Worte zu ein paar Kategorien.

Best Picture: Hugo The Artist
Best Director: Terrence Malick, The Tree of Life Michel Hazanavicius, The Artist
Best Actress: Viola Davis, The Help Meryl Streep, The Iron Lady
Best Actor: Jean Dujardin, The Artist
Supporting Actress: Berenice Bejo, The Artist Octavia Spencer, The Help
Supporting Actor: Max von Sydow, Extremely Loud & Incredibly Close Christopher Plummer, Beginners
Best Original Screenplay: Michel Hazanavicius, The Artist Woody Allen, Midnight in Paris
Best Adapted Screenplay: Alexander Payne u.a., The Descendants
Best Foreign Feature: A Separation
Best Animated Feature: Rango
Cinematography: Hugo
Makeup: Harry Potter 7.2 The Iron Lady
Music (Original Score): The Artist
Music (Original Song): “Man or Muppet” from The Muppets
Art Direction: Hugo
Costume Design: Jane Eyre The Artist
Short Film (Animated): The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore
Short Film (Live Action): Raju The Shore
Film Editing: The Artist The Girl with the Dragon Tattoo
Sound Editing: Drive Hugo
Sound Mixing: Hugo
Visual Effects: Hugo
Documentary Feature: Pina Undefeated
Documentary Short: Saving Face

Die größte Frage, die sich heute Abend stellt, ist: »Hugo« oder »The Artist«? Wer wird der große Abräumer sein? Ich habe beide gesehen und fand sie auch beide umgemein toll. Ähnlich dürfte es den Academy-Mitgliedern ergangen sein. Denn beide sind ein wahres Fest für jeden Filmfan. Im Endeffekt habe ich mich beim Best Picture für »Hugo« entschieden, denn »The Artist« einziges Alleinstellungsmerkmal ist, dass er 90 Jahre nach dem Aufkommen des Tonfilms ein Stummfilm ist. Zwar ist die Umsetzung dabei ungemein kreativ (EMDb-Rating daher: 4,5/5), aber Scorsese behielt bei »Hugo« das große Ganze im Auge und erbaut einem der wichtigsten Pioniere der Filmgeschichte ein bildgewaltiges Monument, das Generationen von Kindern auf unterhaltsame Weise Filmgeschichte näher bringt (also ein etwas besser EMDb-Rating: 5/5). Ein nicht zu unterschätzendes Achievement. Bei den technischen Kategorien können »Hugo« oder »The Artist« aber beliebig ausgetauscht werden (sprich: da muss oben nichts stimmen).

Beim Regieoscar bin ich mir noch sehr unschlüssig. Die besten Chancen haben hier natürlich Michel Hazanivicius und Martin Scorsese, aber Terrence Malick, für den ich mich letztendlich entschieden habe, könnte mit seinem eigenwilligen, wie sehenswerten »The Tree of Life« auch das Rennen machen. Bei den Schauspielern finde ich es dieses Jahr auch überaus schwer. Ich vermute, dass »The Artist« und »The Help« hier dominieren werden, aber Brad Pitt könnte auch bedacht werden. Schließlich muss er irgendwann mal einen bekommen. Klar hingegen dürften die Oscars für »A Separation« und »Rango« sein, wobei letzterer natürlich nur eine Chance hatte, weil Pixar im letzten Kinojahr keinen ernstzunehmenden Film auf den Markt warf. Und für Pina und Raju, die ich beide nicht gesehen habe, habe ich mich ganz einfach aus Lokalpatriotismus entschieden.

Aber wir werden sehen. Morgen Früh wissen wir mehr.

Update vom Tag danach: 12 Kategorien richtig und 12 Kategorien falsch getippt. Mittelmaß – wie leider die gesamte Show. Billy Crystal hatte vielleicht in einem anderen Jahrtausend seine Daseinsberechtigung als Mr. Oscar, heutzutage wirkt er aufgesetzt und unmotiviert. Da gefielen mir die Moderationsduos der letzten Jahre viel besser. Auch die Presenter fielen vor allem dadurch auf, dass sie nicht auffielen. Von den guten Performances von Will Ferrell & Zach Galifianakis, sowie Gwyneth Paltrow & Robert Downey, Jr. (die ich gerne nächstes Jahr an Crystals Stelle sehen würde) mal abgesehen.

Gewinnertechnisch gab’s keine großen Überraschungen. Wie erwartet richteten sich die Macher von »The Artist« und »Hugo« häuslich auf der Bühne ein. Bezüglich meiner Prognose verwunderte mich allerdings, dass ich dieses Jahr viele der kleinen, technischen Kategorien richtig tippte, während ich bei den großen daneben lag – womit man mit Sympathietipps á la Malick natürlich auch rechnen muss.

Nichtsdestotrotz: Es war eine nette Nacht und wir sehen uns nächstes Jahr zur selben Zeit am selben Ort.

Steven Spielberg sieht 1976 im Fernsehen, dass er nicht als bester Regisseur nominiert wurde

Während ich meinem diesjährigen Oscar-Tipp noch den letzten Schlief gebe, hier der erste von noch einigen Oscar-related Blogeinträgen heute. Und sogar ein richtig kleiner Schatz, denn wie die Überschrift schon verrät, sehen wir hier Steven Spielberg mit einigen Freunden vor dem Fernseher sitzen, in der Hoffnung gleich bei den Oscar-Nominierungen für »Jaws« als beste Regisseur nominiert zu werden. Eine Hoffnung, die enttäuscht wird, was den jungen Spielberg natürlich überhaupt nicht erfreut. (via @iheartpluto)

„Cancel my day!“
„Right, we’re getting drunk!“

 
(YouTube Direktlink)

Wieviel kostet es, den Todesstern zu bauen?

Building a massive space weapon is all very well, but you have to find the materials to build it with. It’s easy to say that „sure, the Death Star would be expensive“ but is there actually enough iron in the Earth to make the first Death Star?.

Hier steht ob’s genug Eisen gibt und wieviel der Todesspaß kosten würde. Ich fange dann schon mal an zu sparen. Und bei der Menge dürfte sicherlich auch das ein oder andere Batmobil drin sein… (via Quote.fm)

Der Kindle als Sackgasse

Marcel fantasiert über Quote.fm-Hardware macht sich Gedanken über einen besseren E-Ink-Reader oder – nennen wir das Kind beim Namen – einen besseren Kindle 4. Und dabei spricht er gleich meinen größten Kritikpunkt an:

Hätten wir also den Support für Drittanbietersoftware, wäre eine Sache unabdingbar: Das Gerät darf keine Sackgasse sein, es müssen Daten von dort wieder wegkommen können. Meinetwegen nur im WLAN, oder durch eine SIM-Karte, auf jeden Fall ist es ungemein wichtig, dass man ohne Weiteres in einer QUOTE.fm-App einen Text markieren, kommentieren (wofür die Hardware nun nicht sonderlich geeignet ist, aber es geht) und abschicken kann. Instapaper auf dem Kindle kann zwar Texte anzeigen, aber keine Texte als gelesen markieren, dafür müsste nämlich etwas vom Gerät weggehen, die Information an den Server, dass dieser Text gelesen, archiviert oder gelöscht wurde. Aber nichts. Sackgasse.

Denn ohne meinem ausführlichen Kindle-4-Review vorgreifen zu wollen: Ich liebe die Instapaper-Anbindung. Auch wenn diese zur Zeit mehr schlecht als recht ist. Artikel auf dem Kindle lesen und im Anschluss bei instapaper.com ins Archiv verschieben zu müssen, ist kein annehmbarer Workflow. Ich will genau sowas direkt auf meinem Kindle können, denn eigentlich wäre all das möglich: Der Kindle hat einen experimentellen Web-Browser und ist prinzipiell ständig mit Internet versorgt. Aber, wie Marcel ebenfalls feststellt, Amazon hat derzeit nichts für Drittanbieter auf seinem klassischen Kindle übrig, denn man will eBooks verkaufen und nicht anderes. Aber ich hoffe einfach mal, dass Amazon – eventuell beflügelt durch den Akzeptanz des Kindle Fire und dessen App Store – seinen klassischen E-Ink-Reader dahingehend öffnet.

Also vielleicht dann mit dem Kindle 6. Oder dem UARRReader.

Update, 06.03.2012: Keine Ahnung, ob das eine neue Funktion ist oder bisher von mir übersehen wurde, aber mittlerweile kann man Instapaper-Artikel recht komfortabel per Kindle archivieren und liken, siehe diesen Tweet von yours truly.

Double the D’s.

Dass ich damals von Alexandre Ajas »Piranha 3D« überaus angetan war, wisst ihr ja. Ebenso dass ich und Bloggerkollege Oscarnachthomie MoD auf ein Sequel hofften und zumindest ich den dann angekündigten Titel »Piranha 3DD« zwar für einen postpubertären Teeniespaß, aber einen gelungenen hielt.

Umso erfreulicher, dass trotz der Tatsache, dass Aja leider nicht mehr an »3DD« beteiligt sein wird (obwohl er scheinbar wollte…), nun endlich ein paar Neuigkeiten zur Tierhorrorfilmfortsetzung bekannt wurden: Neue, recht ansehnliche Poster (hier das andere) und ein Releasedate für – o_O – Russland. Am 5. April soll’s bei unseren Freunden an der Wolga soweit sein und warum als erstes ausgerechnet Russland angekündigt wird, kann ich euch auch nicht sagen, passt aber zum Bild des unangepassten Trashspektakels. Man darf gespannt.

Episode I „3D“

Seit Tagen beende ich das Stöbern in meinem Feedreader mit großer Verwunderung. Denn seit Tagen posten einige (überaus geschätzte) Bloggerkollegen, wie toll die 3D-Neuauflage von »Episode I« wäre. Supertolle Effekte, supertoller Film, supertolle Erfahrung. Auch ich habe mir den ersten dreidimensionalen Star Wars am Freitag angetan, weshalb besagte Blogeinträge vor allem folgende Fragen für mich aufwerfen: Geht’s noch? Haben wir unterschiedliche Filme gesehen?

»Star Wars: Episode I 3D« ist einer der beschissensten 3D-Filme, die ich jemals gesehen habe. Und jetzt lasse ich die Story mal außen vor. Die 3D-Konversion ist so schlecht, dass ich zeitweise die Brille abnehmen musste, um mich zu vergewissern, dass man uns nicht einfach den 2D-Film vor- und 3D-Brillen aufgesetzt hat.1 Es gibt nur unspektakuläres Tiefen-3D, das man schon etliche Male besser und bei »Avatar« in Perfektion gesehen hat. Hier aber ist alles nur minimal tief und das Schlimmste: Dadurch dass die Hintergründe in den, nun ja, Hintergrund „verschoben“ wurden, sind die Konturen der Figuren und Objekte im Vordergrund ungewohnt unscharf. Tatsächliche 3D-Effekte gibt es praktisch keine. Obwohl es hier und da bei ins Bild schlitternden Raumschiffen durchaus Potential dazu gegeben hätte.

So sitzt man dann im Kinosessel, wundert sich über die miserable 3D-Konvertierung und trauert seinen 10+x Euro hinterher. Blu-ray gucken hätte auch gereicht, aber immerhin hat man mal wieder eine Sternenkrieg-Episode im Kino gesehen. Aber man ärgert sich. Denn um es mit den unsäglichen Worten der Gungans zu sagen: „Du’se haste großes Kacka gemacht, George.“

  1. Habe den Film in Dolby 3D gesehen, womit ich bisher sehr zufrieden war, siehe »Avatar«. Daher gehe ich nicht davon aus, dass es an meinem Kino gelegen hat.