Einträge von Dezember 2012

Kinostatistik 2012

Das Jahr ist zu Ende und ihr wisst, was das heißt: Es ist Zeit für meine alljährliche Kinostatisik. Hierauf freue ich mich immer besonders und, das zeigt das immense (Offline-)Feedback, das mich über das ganze Jahr verteilt hierzu erreicht, ihr euch auch. Und so möchte ich heute zum sechsten Mal in Folge der Frage aller Fragen nachgehen: Wie oft war ich im gerade auslaufenden Jahr im Kino und wieviel hat mich das insgesamt und durchschnittlich (ohne Speisen und Getränke) gekostet?

Und wer hätte es gedacht? Ich habe den Rekord vom letzten Jahr nochmal getoppt und bin 2012 auf ganze 60 Kinobesuche gekommen. Das Geld habe ich dabei wie immer auf Kinos in und um Köln verteilt, plus ein Kinogang in Passau. Sechs der 60 Filme habe ich im Rahmen des Fantasy Filmfests gesehen, einen im Sneak Preview und zwei im Double Feature (»The Dark Knight«/»The Dark Knight Rises«).1 Wie schon im letzten Jahr habe ich zwölf Filme in 3D gesehen. Doch im Gegensatz zu letztem Jahr, waren das nicht zwölf, sondern nur zehn 3D-Filme zuviel – »Life of Pi« und »Prometheus« sahen in ihrer Dreidimensionalität tatsächlich fantastisch aus.

Gekostet hat mich der ganze Spaß insgesamt 485,30 Euro, was bei (bei nur vier Filmen mehr) einem Plus von 41,30 Euro entspricht. Die 3D-Filme kosteten im Schnitt 10,57 Euro (2011: 11,00 Euro), wobei die teuerste Karte (»Titanic 3D«) mit 14,30 Euro zu Buche schlug. Der Durchschnittspreis pro Besuch liegt bei 8,09 Euro, was einem leichten Anstieg von nur 16 Cent entspricht. Ohne die 3D-Filme läge dieser bei 7,68 Euro, was schon 58 Cent mehr sind als 2011, wo der ø ohne 3D bei 7,10 Euro lag. Man lehnt sich also nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn man prophezeit, dass der Trend des Preisanstiegs sich fortsetzen wird – und das wahrscheinlich weniger marginal als in diesem Jahr. Ich schätze, das wir in nicht allzu ferner Zukunft (ich tippe auf 2016) die magische 10-Euro-Grenze knacken.

Wenn wir von einer Durchschnittslänge von 100 Minuten pro Film ausgehen, habe ich also rund 100 Stunden im Kinosessel verbracht, also knapp etwas über vier Tage. Für mich und Mrs. Eay wie immer überaus lohnenswert, der Durchschnittsdeutsche bleibt hingegen seinen 1,6 Kinobesuchen pro Jahr treu.2 Und wer will es ihm verübeln? Die Preise sind zu hoch, die alte Leier. Vielleicht doch lieber zehn Minuten mehr Werbung zeigen und dafür den Kartenpreis senken? Ich weiß es doch auch nicht, aber, liebe Kinobetreiber und Filmschaffenden, ihr solltet euch was einfallen lassen…

  1. Mrs. Eay dürfte auf ähnlich viele Filme kommen. Ihr Fehlen beim Fanstasy Filmfest gleicht sie durch diverse „Mädchenfilme“ und zahlreiche »Breaking Dawn – Part 2«-Sichtungen aus.
  2. Quelle: Statistisches Jahrbuch 2012. Der Wert liegt seit Beginn dieser Kinostatistik ziemlich genau bei 1,6.

The Most Pirated Movies and TV-Shows of 2012

Wie schon in den letzten zwei Jahren (2010, 2011) haben die Jungs von TorrentFreak, immer noch everybody´s favorite filesharing news blog, Top 10s der am häufigsten per BitTorrent heruntergeladenen Filme und TV-Serien zusammengestellt. Und auch 2012 gab es wieder die ein oder andere Überraschung, allen voran die Tatsache, dass die Party-Mockumentary »Project X« sämtliche Blockbuster links liegen ließ und sich an die Spitze der Download-Charts absetzte.

Wobei sich hieran bereits ein Muster erkennen lässt: Die raubkopierende Zunft hat in diesem Jahr dem anspruchsvollen Kino den Rücken gekehrt und hauptsächlich mehr oder weniger stupide Mainstream-Produktionen heruntergeladen. Während im letzten Jahr noch Schmankerl wie »127 Hours«, »The King’s Speech« und »Source Code« unter den zehn meistgeladenen Filmen waren, besteht die Top 10 in 2012 nur noch aus seichtem Haha-/Bumbum-Popcorn-Kino.1 Die Kassenschlager »The Hunger Games« und »Skyfall« sind interssanterweise nicht vertreten. Beim neuen Bond scheint das übrigens daran zu liegen, dass bis dato lediglich eine abgefilmte Version rumgereicht wird – und die will heutzutage wohl niemand mehr sehen.

Rang Film Downloads Weltweite Einnahmen
1 Project X 8.720.000 $100.931.865
2 Mission: Impossible – Ghost Protocol 8.500.000 $694.713.380
3 The Dark Knight Rises 8.230.000 $1.081.041.287
4 The Avengers 8.110.000 $1.511.757.910
5 Sherlock Holmes: A Game of Shadows 7.850.000 $543.848.418
6 21 Jump Street 7.590.000 $201.585.328
7 The Girl With the Dragon Tattoo 7.420.000 $232.617.430
8 The Dictator 7.330.000 $177.547.352
9 Ice Age: Continental Drift 6.960.000 $875.093.094
10 The Twilight Saga Breaking Dawn Part 1 6.740.000 $712.171.856

(Quelle: TorrentFreak – Top 10 Most Pirated TV-Shows of 2012)

Beim Fernsehen verhielten sich die bösen, bösen Piraten wie erwartet. »Game of Thrones« hat, wie auch in der Berichterstattung, Dexter überholt. Ansonsten sind die üblichen Verdächtigen vertreten, dazu der Neustart »Revolution«. Allein die Downloads von »The Walking Dead« haben mich etwas verwundert: Schließlich ist die Serie extrem populär und hat unschlagbar hohe Einschaltquoten, so dass man viel höhere Downloadzahlen erwartet. Vielleicht liegen die vergleichsweise geringen Zahlen aber an AMCs/Fox’s Strategie die Serie ungemein schnell auf internationaler Ebene auszustrahlen. Schließlich läuft die Serie auch hierzulande nur eine Woche nach US-Ausstrahlung auf dem hauseigenen Pay-TV-Kanal von Fox. Vor allem HBO sollte sich da ein bis zwei Scheiben abschneiden (Sky Atlantic HD anyone?).2

Rang Serie Downloads
pro Episode
ø US-Zuschauer pro Folge (laut Nielsen)
1 Game of Thrones 4.280.000 4.200.000
2 Dexter 3.850.000 2.750.000
3 The Big Bang Theory 3.200.000 15.820.000
4 How I Met Your Mother 2.960.000 10.140.000
5 Breaking Bad 2.580.000 2.980.000
6 The Walking Dead 2.550.000 10.870.000
7 Homeland 2.400.000 2.360.000
8 House 2.340.000 9.780.000
9 Fringe 2.280.000 3.120.000
10 Revolution 2.130.000 11.650.000

(Quelle: TorrentFreak – Top 10 Most Pirated TV-Shows of 2012)

Inwieweit die Zahlen tatsächlich aussagekräftig sind, steht natürlich nicht so ganz fest. Zwar konnte TorrentFreak einen leichten Anstieg der Downloads per BitTorrent verzeichnen, nachdem das „Interesse“ an BitTorrent in den letzten Jahren stetig gesunken ist, aber ob die Ergebnisse unter Berücksichtigung von One-Click-Hostern und Usenet vielleicht anders aussähen, weiß man natürlich nicht.

  1. Vielleicht mit Ausnahme von »The Girl With the Dragon Tattoo«, den ich noch nicht gesehen habe.
  2. Aber genau das hab ich letzter Jahr ja auch schon gesagt…

Hey Eugene

Kurz vor Jahresende habe ich nochmal dem Fehlerteufel Tribut gezollt. Solltet ihr heute nämlich eine Email von mir erhalten haben, steht da irgendwo „Hey Eugene“ drin. Wenn ihr beim letzten Blick in den Spiegel festgestellt habt, dass es sich bei eurer Person nicht um Mr. Eugene Rogers handelt, dann ist dieses „Eugene“ durch euren eigenen Namen zu ersetzen. Die Frage ist nicht, wie ich bereits unmittelbar nach dem Abschicken gefragt wurde, aus Sicht von Eugene zu beantworten. Außer natürlich ihr seid Eugene – was aber nur einer von euch sein kann.

Macher der Minecraft-Doku stellen diese selbst bei The Pirate Bay ein

Ich habe zwar genau nichts mit Minecraft zu tun, es weder selbst gespielt, noch jemand anderem dabei zugesehen, aber die Doku »Minecraft: The Story of Mojang«, die diesen Samstag auf Xbox Live Premiere hatte und den Werdegang von notch und seinem Studio Mojang vom No-Name zum gefeierten Indie-Star begleitet, sah auch für mich nicht zuletzt wegen dem wirklich großartigen »Indie Game: The Movie« überaus interessant aus. Und wie schon bei »Indie Game: The Movie« wird der ebenfalls per Kickstarter vorfinanzierte Film für wenige Dollar DRM-frei zum Download angeboten.

Dennoch wird der Film früher oder später bei The Pirate Bay & Co. auftauchen, da braucht man sich nichts vorzumachen. Dass wissen auch die Produzenten von 2 Player Productions, weshalb sie »Minecraft: The Story of Mojang« kurzerhand selbst bei TPB eingestellt haben und dies u.a. folgendermaßen begründeten:

Greetings Pirate Bay!

This is 2 Player Productions here, and we hoped we could be the first to upload our new movie „Minecraft: The Story of Mojang“. We’ve never uploaded a torrent before so hopefully this isn’t all screwed up.

We wanted to come here first because we knew the movie would end up here eventually, and the best thing to do seemed to be opening a dialogue. Torrents and piracy are a way of life and it probably won’t be going anywhere anytime soon. There are many people that want to punish you for that, but we have a more realistic outlook on things.

We’ve been there. We’ve all needed to do it at some point. Maybe you don’t have the money. Maybe you want to try before you buy. Maybe you’re pissed at us for premiering the movie on Xbox Live. These are all fine reasons. But if you feel that piracy is, in Gabe Newell’s words, „a service problem,“ please consider that we are selling DRM free digital downloads that you can watch in whatever manner you please.

Sehr guter Schachzug, der den Herren hoffentlich einiges mehr an Geld und Sympathien einbringen wird. Denn im Kommentarbereich bei The Pirate Bay ist man sich bereits einig: „try before you buy“ ist gut und jetzt wird die Doku erst recht gekauft. Ich kann mir vorstellen, dass sich das für kleinere Produktionen mit ähnlich P2P-affiner Zielgruppe durchaus auszahlen könnte. (via Nerdcore)

Update, 21.11.2013: Der Film ist seit ein paar Tagen auch komplett & kostenlos auf YouTube verfügbar. (via Waxy.org Links)

Warum die Welt heute doch nicht untergeht

Der 21.12.2012, der von den Maya prophezeite Weltuntergang, ist bisher eine große Enttäuschung. Keine apokalyptischen Reiter, keine Meteoriten, keine Explosionen, kein gar nichts. Es sind zwar noch ein paar Stunden bis zum 22.12.2012, aber momentan deutet überhaupt nichts darauf hin, dass es heute mit diesem Planeten zu Ende geht. Die NASA hat daher schon mal folgendes Video online gestellt, dass erklärt, warum die Welt gestern (also heute) nicht endete und weshalb man Maya-Experten niemals trauen sollte:

 
(YouTube Direktlink)