Sleaze – Trash mit Substanz


Nachdem ich vor einem Monat meine Abrechnung mit Neon, dem „jungen Magazin vom Stern“, veröffentlicht hatte, trudelte hier wenige Tage später die sechste Ausgabe von SLEAZE ein. Dahinter verbirgt sich ein „bundesweit erhältliches Printmagazin aus Berlin“, dass „kostenlos in den meisten Großstädten erhältlich“ ist.1 Parallelen zum Vice Magazine, das ebenfalls durch Werbung finanziert wird und gratis abgegeben wird, sind aber nicht nur im Vertriebsweg erkennbar, sondern auch thematisch. Und da ich immer mal wieder gerne im Vice lese, aber jede Konkurrenz nur begrüßen kann und man mir freundlicherweise eine Ausgabe zuschickte, wird’s nun Zeit sich sich (endlich2) mal näher mit SLEAZE zu beschäftigen.


Und das fiel mit nicht sonderlich schwer: Frei nach dem selbstauferlegten Motto „Trash mit Substanz“ gibt’s in der mir vorliegenden Ausgabe etwa eine Kriegserklärung an die GEZ, einen Bericht über Metalle im Gesicht, ein Interview mit den Kings of Leon und die Dr.-Sommer-ähnliche Rubrik „Frag Tante Noah“, in der die Fragen etwas, sagen wir mal, unausgeglichen beantwortet werden. Darüber hinaus gibt’s natürlich auch ein Vielfaches an unnützem Wissen (Stichwort: Fregoli-Syndrom) und die üblichen Film- und Musik-Rezensionen. Aber auch Comics (!), die von anderen Magazinen ja schon mal gerne ignoriert werden. Ein weiterer Pluspunkt: Bei SLEAZE arbeitet man scheinbar gut mit Web-Publikationen zusammen. So wird besagte Comic-Rubrik von Comicgate befüllt, es gibt inFemmes „Post an Wagner“ und eine Fotoserie stammt etwa direkt von Pundo3000. Und, hey, die SLEAZEr lieben Nacktmulle:


Ihr merkt, die Lektüre von SLEAZE hat Spaß gemacht, ich bedanke mich für die Ausgabe und werde in Zukunft wohl regelmäßig nach neuen Ausgaben Ausschau halten. Falls ihr jedoch fernab von jeder Großstadt wohnt, könnt ihr SLEAZE auch für den wirklich sensationellen Preis von 8,90 € abonnieren oder auch direkt als PDF runterladen. Wer also mit all den glamourösen Generation-WTF-Magazinen nicht mehr viel anfangen kann und nicht nur Artikel lesen möchte, die um den heißen Brei herumschwadronieren, der ist bei SLEAZE mehr als gut aufgehoben. (Und die Papierqualität ist auch toll!)

  1. So steht’s zumindest in SLEAZEs eigener Vorstellung.
  2. Ja, seit Eingang des Hefts in meiner Offline-Inbox und Verfassen dieses Eintrags ist einige Zeit vergangen, aber ich bin ja sowas von überaus vielbeschäftigt und außerdem ist Kiefer Sutherland ein Pirat.
· am veröffentlicht 10.11.2008

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